Die Zahl der Deutschen mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar ist 2025 sprunghaft auf ungefähr 5.000 angestiegen. Das sagt die Boston Consulting Group in ihrem Global Wealth Report [1]. Die Beratungsfirma begründet den Anstieg mit den Gewinnen, die Reiche im letzten Jahr an den Börsen und mit anderen Anlagen erwirtschaften konnten. Das Finanzvermögen beschreibt, wie viel eine Person an Geldmitteln, Anlagen und anderen Investitionen besitzt.
2024 waren in Deutschland noch 3.900 solcher Superreicher oder Ultra-High-Net-Worth-Individuals gezählt worden. Der Anstieg vergangenes Jahr von über 1.000 neuen Superreichen war zuvor über einen Zeitraum von fünf Jahren passiert – zwischen 2019 und 2024 waren ebenfalls ca. 1.000 Menschen zur Gruppe hinzugekommen. 2022 sank die Zahl der Superreichen in Deutschland und der Welt sogar leicht. Grund dafür waren die Kurseinbrüche an Börsen in der zweiten Hälfte der Coronavirus-Pandemie.
Deutschland bleibt trotz des Vorstoßes das Land mit den drittmeisten Superreichen der Welt. Hier liegen China mit ca. 11.100 Superreichen und die USA mit 37.000 Superreichen weit vorn. Weltweit schätzte Boston Consulting Group die Gruppe der Superreichen auf 97.000 Personen – 0,001 Prozent der Weltbevölkerung. In Deutschland machte die Gruppe 0,006 Prozent der Bevölkerung aus. Katharina Buchholz

[1] https://www.bcg.com/press/27may2026-bcg-global-wealth-report-weltweites-nettovermogen-steigt-um-9-3-prozent-auf-hochststand-von-550-billionen-us-dollar
Vermögen in Deutschland: Millionäre besitzen 1/2, Superreiche 1/4
Einer Veröffentlichung der Boston Consulting Group zufolge besitzen die obersten 0.007 Prozent der Deutschen ein Viertel des hiesigen Finanzvermögens [1]. Damit gemeint sind Geldmittel, Anlagen und Investments, die über den selbstgenutzten Besitz sowie Firmenbesitz hinausgehen. 1 Prozent der Bevölkerung – alle Millionäre des Landes – besitzen sogar mehr als die Hälfte des Finanzvermögens in Deutschland. BGC sagte auch, dass die Anzahl der Superreichen mit einem Besitz von mehr als 100 Mio. US-Dollar (ca. 86 Mio. Euro) in Deutschland 2025 sprunghaft auf ca. 5.000 von 3.900 im Jahr 2024 angestiegen war [2].
Eine so ungerechte Aufteilung von Besitz und Vermögen spiegelt sich weltweit wider. In Deutschland besitzen die reichsten 1 Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte des Finanzvermögens und knapp 30 Prozent des gesamten Vermögens. Das ist im weltweiten Vergleich sogar noch unter dem Durchschnitt von 36 Prozent. Länder, in denen das Vermögen noch ungleicher verteilt ist, sind zum Beispiel Südafrika, Brasilien oder Russland.
66 Millionen Deutsche – fast die gesamte erwachsene Bevölkerung von knapp 70 Millionen Menschen – gehören nur 36 Prozent des Finanzbesitzes. Auf die ärmsten 50 Prozent in Deutschland entfielen 2024 sogar nur 3.4 Prozent des Gesamtvermögens. Katharina Buchholz

[1] https://www.bcg.com/press/27may2026-bcg-global-wealth-report-weltweites-nettovermogen-steigt-um-9-3-prozent-auf-hochststand-von-550-billionen-us-dollar?utm_source=chatgpt.com [2] https://de.statista.com/infografik/36260/nzahl-der-menschen-mit-einem-vermoegen-von-mehr-als-100-mio-us-dollar-in-deutschland/
Weltweites Nettovermögen steigt um 9,3 Prozent auf Höchststand von 550 Billionen US-Dollar
- Globales Finanzvermögen legt 2025 um 10,7 Prozent auf 333 Billionen US-Dollar zu – stärkste Wachstumsrate seit 2021.
- Sachwertvermögen steigen weltweit um 7,4 Prozent auf 281 Billionen US-Dollar, Verbindlichkeiten erhöhen sich leicht auf 64 Billionen US-Dollar.
- Vermögen der Deutschen steigt um 14,8 Prozent auf 23,3 Billionen US-Dollar.
- 000 »Superreiche« besitzen hierzulande 27,3 Prozent des gesamten Finanzvermögens – das sind 1.100 mehr als noch im Vorjahr.
- Hongkong überholt die Schweiz erstmals als weltweiter Finanzplatz Nummer eins, Singapur auf Platz drei.
- Generationaler Vermögenstransfer und künstliche Intelligenz prägen die Zukunft des Wealth Managements.
Das weltweite Nettovermögen ist im Jahr 2025 um 9,3 Prozent gestiegen – auf 550 Billionen US-Dollar. Der Zuwachs stammt vor allem aus höheren Finanzvermögen (Bargeld, Kontoguthaben, Schuldverschreibungen, Aktien und Investmentfonds sowie Pensionen), die weltweit um 10,7 Prozent auf 333 Billionen US-Dollar wuchsen – getrieben von starken Aktienmärkten, einer Erholung der Anleihekurse und Währungseffekten. Auch die Sachwertvermögen (Immobilien, Edelmetalle und andere physische Anlagen) legten in diesem Jahr zu – um 7,4 Prozent auf 281 Billionen US-Dollar. Die Verbindlichkeiten stiegen leicht auf 64 Billionen US-Dollar. Das sind Ergebnisse des BCG Global Wealth Report 2026: The Great Reordering, der in diesem Jahr zum 26. Mal erscheint [1].
Michael Kahlich, BCG-Partner in Zürich und Co-Autor der Studie, sagt: »2025 war ein außergewöhnlich starkes Vermögensjahr. Finanzmärkte und Sachwerte haben gleichermaßen deutlich zugelegt – doch davon profitieren nicht alle Regionen und Anlegergruppen.« Das Wachstum der Sachwerte kam dabei weniger von einem Boom als von sich stabilisierenden Immobilienpreisen und einer leichten Erholung der Wohnraumnachfrage.
Die USA liegen mit 147 Billionen US-Dollar weiterhin deutlich an der Spitze des Rankings der Finanzvermögen. Im Vermögens-Ranking (Financial Wealth) hinter den Vereinigten Staaten folgen China (41,5 Billionen USD), Japan (15,6 Billionen USD) und Deutschland (12,4 Billionen USD). Regional wuchs Westeuropa mit 15,3 Prozent am stärksten, gefolgt von China (+15 Prozent) und dem Nahen Osten und Afrika (+12,3 Prozent). Nordamerika legte um 7,4 Prozent zu. Die sogenannten Cross-Border-Assets – Vermögen, das Anleger bei Banken und Vermögensverwaltern im Ausland anlegen – stiegen um 8,4 Prozent auf 15,7 Billionen US-Dollar.
Deutsche Vermögen steigen – Aktien und Fonds wachsen am stärksten
Das Gesamtnettovermögen der Deutschen stieg 2025 von 20,3 Billionen auf 23,3 Billionen US-Dollar. Die Finanzvermögen legten auf 12,4 Billionen US-Dollar zu (+17,7 Prozent), die Sachwerte – vor allem Immobilien – stiegen auf 13,4 Billionen US-Dollar. Die Verbindlichkeiten stiegen leicht auf 2,5 Billionen US-Dollar, da die Kreditaufnahme wieder auf ein historisch übliches Niveau zurückgekehrt ist. Beim Finanzvermögen legten Aktien und Fonds 2025 mit 24 Prozent am stärksten zu, getrieben von steigenden Börsenkursen und verbesserter Anlegerstimmung. Anleihemärkte erholten sich nach den Kursverlusten der Vorjahre. Mehr als die Hälfte der Vermögen sind hierzulande jedoch nach wie vor in Sachwerte investiert (13,4 Billionen US-Dollar). Hinzu kommt ein Währungseffekt: Der Euro wertete 2025 gegenüber dem Dollar um rund10,4 Prozent auf, was die in US-Dollar ausgewiesenen deutschen Vermögen zusätzlich erhöht – ein Teil des Wachstums spiegelt damit die Abwertung wider, nicht realen Vermögenszuwachs.
»Die Deutschen bleiben vorsichtige Anleger. Einlagen und Bargeld dominieren weiterhin die Vermögensstruktur privater Haushalte. Gleichzeitig sehen wir, dass ETFs, Aktien und kapitalmarktorientierte Anlagen stetig an Bedeutung gewinnen«, sagt BCG-Partner Kahlich. Bis 2030 prognostiziert der Report ein deutsches Nettovermögen von 27,5 Billionen US-Dollar. Deutschland wächst dabei jedoch insgesamt langsamer als der westeuropäische und globale Durchschnitt. Stagnierendes BIP, eine alternde Bevölkerung, schwache Produktivität, ein regulierungsintensives Umfeld sowie die im internationalen Vergleich weiterhin geringe Investitions- und Kapitalmarktkultur dämpfen die Wachstumsdynamik.
Fast 97.000 »Superreiche« weltweit – 5.000 in Deutschland
Weltweit gibt es 97.000 »Ultra High NetWorth Individuals« (UHNWI). Diese Superreichen besitzen jeweils mehr als 100 Millionen US-Dollar Finanzvermögen. Die meisten davon leben in den USA (37.000), gefolgt von China (11.100). In Deutschland zählt der Report rund 5.000 Superreiche (27,3 Prozent) – 1.100 mehr als noch 2024. Auf diese Minderheit entfällt damit mehr als ein Viertel des gesamten deutschen Finanzvermögens.
Dem gegenüber stehen rund 66 Millionen Deutsche mit einem Finanzvermögen von unter 250.000 US-Dollar. Zusammengerechnet gehören dieser Gruppe 35,9 Prozent des gesamten Finanzvermögens im Land. Dazwischen: rund 3,2 Millionen Personen im sogenannten Affluent-Segment, die gemeinsam 11,3 Prozent des Finanzvermögens halten. Die mehr als 700.000 (Hoch-)Vermögenden (1–20 Millionen beziehungsweise 20–100 Millionen US-Dollar) vereinen gemeinsam mit den Superreichen rund 52,8 Prozent des gesamten Finanzvermögens in Deutschland auf sich. Die »Finanzialisierung« des Vermögens – also die Verlagerung von Immobilien und Einlagen hin zu Wertpapieren, Fonds und Private Equity – begünstigt vor allem die oberen Segmente. BCG-Prognosen zeigen: Bis 2030 wird der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzvermögen weiter steigen. »Die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt weiter zu – wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren. Das beschleunigt den Vermögensaufbau strukturell«, erklärt BCG-Partner Kahlich.
Grenzüberschreitenden Vermögensgeschäft: Hongkong und Schweiz an der Spitze
2025 verstärkten sich die grenzüberschreitenden Vermögensflüsse: Geopolitische Spannungen, Handelsunsicherheiten und die Suche nach Diversifikation trieben Anleger verstärkt ins Ausland. Die sogenannten Cross-Border-Assets sind im Jahr 2025 um 8,4 Prozent auf 15,7 Billionen US-Dollar weltweit angewachsen. Die zehn größten Vermögensstandorte (Booking Centers) vereinen dabei knapp 90 Prozent aller Nettoneuzuflüsse auf sich. »Im grenzüberschreitenden Vermögensgeschäft sehen wir eine stärkere Regionalisierung der Kapitalströme – mit Hongkong als Gewinner in Asien und der Schweiz als Stabilitätsanker in Europa«, sagt Wealth-Management-Experte Kahlich.
Erstmals liegt Hongkong als weltweit größtes Booking Center in verwaltetem Vermögen knapp vor der Schweiz. Beide verwalten je 2,9 Billionen US-Dollar an ausländischen Vermögen, Hongkong wuchs mit +10,7 Prozent jedoch schneller als die Schweiz (+7,6 Prozent) – getrieben durch Zuflüsse vom chinesischen Festland. Die Schweiz bleibt jedoch ein zentraler und hochdiversifizierter Finanzplatz – gerade in einem geopolitisch unsicheren Umfeld gewinnt sie als stabiler und neutraler Standort weiter an Bedeutung. An dritter Stelle folgt Singapur mit 2,1 Billionen US-Dollar (+10,3 Prozent). Damit verzeichneten Hongkong und Singapur neben den Arabischen Emiraten (+11,1 Prozent auf 721 Milliarden US-Dollar) das höchste prozentuale Wachstum. Das Wachstum in den USA fiel – gebremst durch Zollunsicherheiten und den schwächeren US-Dollar – mit +7,7 Prozent auf 1,6 Billionen US-Dollar vergleichsweise moderat aus. Großbritannien erreichte mit einem Plus von 7,0 Prozent erstmals die Marke von 1,0 Billion US-Dollar, dürfte künftig aufgrund steuerlicher Änderungen jedoch langsamer wachsen.
Vermögensverwalter stehen vor strukturellem Wandel
Künstliche Intelligenz löst nach BCG-Einschätzung einen strukturellen Wandel im Wealth Management aus. KI verändert die Kapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Neukundengewinnung über die Anlageberatung und Kundenbetreuung bis hin zur Automatisierung von Compliance und operativen Prozessen. Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell konsequent um KI herumneugestalten, werden erhebliche Kosten- und Wachstumsvorteile erzielen. »Wer KI nur als Ergänzung zu bestehenden Prozessen einsetzt, wird strukturell zurückfallen«, sagt Michael Kahlich. »Institute, die ihre Prozesse frühzeitig neu aufstellen, werden deutlich produktiver und profitabler arbeiten.«
Parallel zum Generationenwechsel in Deutschland steht auch in Asien ein großer Vermögenstransfer bevor. Dort vollzieht sich erstmals ein generationaler Erbschaftszyklus: Viele Gründergenerationen nähern sich dem Ende ihrer aktiven Lebensphase – häufig ohne strukturierten Nachfolgeplan. Vermögensverwalter, die ihr Mandat entsprechend erweitern, werden als Partner unersetzlich. »Für Banken und Wealth Manager beginnt jetzt der wichtigste Generationenwechsel seit Jahrzehnten«, sagt Kahlich.
[1] Mit dem Global Wealth Report untersucht die Boston Consulting Group jährlich die weltweite Entwicklung privater Finanzvermögen, Sachwerte sowie Verbindlichkeiten. Die Analyse umfasst aktuell 97 Märkte, auf die zusammen 98 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entfallen, und berücksichtigt Daten von mehr als 100 Banken und Wealth Managern. Die Angaben sind währungsbereinigt in US-Dollar, jährlich angepasst auf Basis der tatsächlichen Wechselkursentwicklung. Die diesjährige Studie ist die 26. Ausgabe.
https://www.bcg.com/publications/2026/global-wealth-growth-in-an-era-of-reordering
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