Ausblick 2021: Daten werden zum zentralen Faktor für eine sichere medizinische Versorgungskette

Welche Themen und Trends neben oder in Zusammenhang mit Covid-19 werden das Gesundheitswesen 2021 beschäftigen? Welche technologischen Entwicklungen werden weiter vorangebracht? Welche Treiber bestimmen die Technologie-Investitionen im kommenden Jahr und darüber hinaus? Mit diesen Fragen haben sich die Experten von Global Healthcare Exchange (GHX) beschäftigt.

Durch die Automatisierung wichtiger Geschäftsprozesse vermag das Gesundheitsökosystem effizienter zu arbeiten und bessere Ergebnisse zu erzielen. Damit werden Mitarbeiter in Kliniken bei ihrer täglichen Arbeit entlastet.

 

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#1: Daten werden zum entscheidenden Faktor

Die Pandemie hat teilweise drastisch offengelegt, was seit Jahren im Gesundheitswesen diskutiert und gefordert wird: Es braucht mehr Daten in höherer Qualität und schnellerer Verfügbarkeit. Nur so können eine optimale Patientenversorgung und effiziente medizinische Versorgungsprozesse gewährleistet werden – zu bezahlbaren Preisen. Politik-getriebene Initiativen wie die digitale Patientenakte, die Eudamed-Datenbank oder Intensivbetten-Register sind wichtige Grundpfeiler. Darüber hinaus benötigen Krankenhäuser noch mehr Daten: zu ihren internen Beständen, Bestellungen, Lieferungen inklusive qualitativ hochwertiger Dokumentationen etwa von Zertifikaten, Gebrauchsanweisungen, Verfallsdaten und vielem mehr. Ebenso notwendig sind transparente Daten zu klinischen Evidenzen. Nur mit einer umfangreichen Datenbasis lässt sich die Materialbeschaffung bedarfsorientiert, schnell und sicher steuern. Hier erwarten Experten 2021 einen Digitalisierungs- und Investitionsschub in Deutschland, wo viele klinische Beschaffungs- und Lagerprozesse mangels einheitlicher Datenbestände und durchgängiger digitaler Lösungen noch manuell bearbeitet werden.

 

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#2: Vernetzung innerhalb der Klinik nimmt zu

Eine weitere Entwicklung, die 2021 eine wichtige Rolle spielen wird, ist die Vernetzung innerhalb der Krankenhäuser. Hier hat die Pandemie einen Trend eingeleitet: Es geht weg von einzelnen Organisationseinheiten und ihren Budgets hin zu interdisziplinären Teams mit Mitarbeitern aus der Beschaffung und Supply Chain, Verwaltung und IT sowie klinischem Personal. Die führt zu einem besseren Verständnis der Bedürfnisse der einzelnen Abteilungen, aber auch der Patienten und der Gesamtpflegekosten und -prozesse. Experten gehen davon aus, dass sich diese Art der stärker vernetzten internen Zusammenarbeit über die Pandemie hinaus fortsetzen und sich auch in der Nutzung innovativer Technologien zeigen wird. Erwartet werden in diesem Zusammenhang zudem größere Investitionen in das Datenmanagement und ein verstärktes Stützen auf Evidenzdaten hin zu einem »lebendigen Inventar«.

 

#3: Stärkere Vernetzung mit Lieferanten und neue Sourcing-Strategien

Auch außerhalb der Klinik findet 2021 eine noch stärkere Vernetzung statt: Krankenhäuser werden vom Single-Sourcing weg hin zu einer Diversifizierung ihrer Lieferantenlandschaft gehen, um Engpässe abfedern und Risiken besser verteilen zu können. Gleichzeitig arbeiten Gesundheitsdienstleister und Lieferanten an technischen Lösungen, wie sie Daten effizienter teilen können, um die Transparenz über Inventar und Nachfrage zu erhöhen. Das wird auch neue Vertragsmodelle auf den Weg bringen.

Zudem erwarten die GHX-Experten, dass sich die digitale Vernetzung im Konsignationslager langfristig durchsetzen wird: Mithilfe von übergreifenden Lagerverwaltungen können Lieferanten ihre Bestände über mehrere Konsignationslager zentral steuern und auf diese Weise gewährleisten, dass weniger Produkte verfallen.

An Relevanz gewinnen werden zudem neue und vor allem regionale Kooperationen und Allianzen, die eine optimale medizinische Versorgungskette, beispielsweise mit PSA, gewährleisten sollen. Solche Allianzen, etwa zwischen Hochschulen, Krankenhäusern und Fertigungsunternehmen, die teilweise in der Pandemie aus der Not heraus geboren wurden, könnten sich 2021 zu langfristigen Geschäftsmodellen konsolidieren. Ihre Vorteile: Lokale Produktion und Lagerung verbunden mit kurzen Lieferwegen ist effizient sowie nachhaltig und sichert die Versorgung.

 

#4: Marktkonsolidierung geht langsam weiter

GHX-Experten gehen davon aus, dass sich die Krankenhauslandschaft auch 2021 stetig weiter hin zu weniger Klinikzentren mit Vollversorgung und angeschlossenen Satellitenstandorten mit Spezialisierung konsolidieren wird. Allerdings gehen die Experten in diesem Bereich von einer eher langsamen Entwicklung aus. Dabei werden umsatzstarke Krankenhäuser und private Klinik-Gruppen wohl die Hauptakteure bleiben.

 

#5: Neue Bewertungskriterien werden diskutiert

Was unter dem Begriff »Value-based Procurement« in den USA beispielsweise schon lange diskutiert und teilweise auch praktiziert wird, findet nun langsam Einzug in den hiesigen Diskurs rund um die Beschaffung im Gesundheitswesen. Dabei wird eine reine kostenbezogene Bewertung der medizinischen Versorgungsketten ergänzt durch qualitätsorientierte Bewertungsmaßstäbe, etwa Zuverlässigkeit, Belastbarkeit, Agilität und Flexibilität sowie Redundanz und Sicherheit. Hierbei spielen Daten etwa zu Produktions- und Lagerstandorten, Kapazitäten sowie der Herkunft der Rohstoffe, Produktionsbedingungen und vieles mehr eine wichtige Rolle.

 

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