
Illustration Absmeier foto freepik
Analysten sehen vertikalisiertes Application Management als Antwort auf KI-Integration, Governance-Druck und steigende Anforderungen an Transparenz und Kontrolle.
Digitale Souveränität wird häufig als Infrastrukturfrage diskutiert – als Entscheidung für bestimmte Cloud-Anbieter oder Rechenzentrumsstandorte. Doch im KI-Zeitalter greift diese Perspektive zu kurz. Wichtige Kernfähigkeiten wie Transparenz und Kontrolle über die eigene Systemlandschaft entstehen vor allem durch das richtige Betriebsmodell.
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analystenstudie der Information Services Group (ISG), die im Auftrag der adesso SE durchgeführt wurde [1]. Der Bericht untersucht, wie unter anderem generative KI bestehende Application-Management-Strukturen verändert und warum klassische, horizontal ausgerichtete Service-Modelle zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
Vertikalisierung als strukturelle Antwort
Laut ISG verschiebt sich der Wettbewerb im Application Management weg von reinen Skaleneffekten hin zu Branchenverständnis, Automatisierungsgrad und integrierter Governance. Unternehmen müssen KI-gestützte Prozesse so in ihre IT-Landschaft einbetten, dass Compliance, Transparenz und Steuerbarkeit jederzeit gewährleistet bleiben.
Als zukunftsweisenden Ansatz identifiziert die Studie vertikalisiertes Application Management. Im Rahmen der Analyse bewertet ISG dabei auch das Angebot von adesso. Die Analysten heben insbesondere hervor, dass der IT-Dienstleister branchenspezifisches Prozessverständnis, technologieoffene Architekturen und integrierte Governance-Strukturen systematisch miteinander verzahnt.
Digitale Souveränität entsteht damit nicht allein durch Technologieentscheidungen, sondern durch eine Architektur, die Transparenz, Austauschbarkeit und Kontrolle im operativen Betrieb verankert.
»Viele Unternehmen investieren aktuell stark in KI und Cloud«, sagt Peter de Lorenzi, Executive Director Horizontals, Platforms & Services bei der adesso SE. »Die entscheidende Frage ist jedoch, ob sie damit ihre Steuerungsfähigkeit stärken oder neue Abhängigkeiten schaffen. Digitale Souveränität bedeutet, jederzeit die Kontrolle über Prozesse, Modelle und Weiterentwicklung zu behalten – und das gelingt nur mit einem klar strukturierten, branchenspezifischen Betriebsansatz.«
Anspruch hoch – strukturelle Verankerung oft unklar
Dass hier Handlungsbedarf besteht, zeigt auch der von adesso gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute veröffentlichte Index Digitale Souveränität: 92 Prozent der befragten Unternehmen messen digitaler Souveränität eine hohe Bedeutung bei. Gleichzeitig verfügen 79 Prozent über keine klar definierte Strategie zur Umsetzung. Besonders bei Cloud-, Software- und KI-Technologien bestehen weiterhin relevante Abhängigkeiten.
Die Zahlen verdeutlichen eine strategische Lücke. Genau hier setzt die ISG-Analyse an: Digitale Souveränität lässt sich nicht allein durch Zielbilder oder Investitionen erreichen. Sie muss sich im Service-Design und im Application Management konkret widerspiegeln.
KI als Treiber struktureller Veränderungen
Die ISG-Analyse zeigt zudem, dass generative KI zunehmend Bestandteil moderner Service-Delivery-Modelle wird. Mit dieser Entwicklung steigen die Anforderungen an Auditierbarkeit, Modellunabhängigkeit und klare Verantwortlichkeiten im Betrieb.
Vertikal ausgerichtete Service-Modelle können diese Anforderungen adressieren, indem sie Branchenlogik und regulatorische Rahmenbedingungen direkt im Service-Design berücksichtigen. Damit wird Application Management vom reinen Betriebsmodell zum strategischen Enabler digitaler Wertschöpfung.
[1] Die Analystenstudie der Information Services Group analysiert Markttrends im Application Management und ordnet vertikalisiertes AMS als strukturelle Antwort auf KI-Integration, Regulierung und steigende Governance-Anforderungen ein.
Die vollständige Studie steht ab sofort als Whitepaper zur Verfügung. https://www.adesso.de/de/services/managed-services/whitepaper-vertikalisierte-application-management-services/index.jsp
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