Jahresrückblick 2020: So haben sich Jobsuche und Arbeitsmarkt verändert

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Illustration: Absmeier, Ronnz-nl

  • »Quereinsteiger« schafft es erstmals in die Top-20-Suchbegriffe.
  • Suchen nach Home-Office-Jobs sind im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel gestiegen.
  • Jobsuche via Smartphone: abends auf der Couch statt morgens in der Bahn.

 

Wie hat die Corona-Pandemie die Jobsuche verändert? Welche Suchbegriffe erlebten einen Boom? Und wann genau haben die Menschen nach Jobs gesucht? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt die Jobplattform StepStone mit einer Auswertung der Suchanfragen des Jahres. StepStone hat auch analysiert, welche Stellen besonders häufig ausgeschrieben wurden [1].

 

Die wichtigsten Zahlen zur Jobsuche im Jahr 2020 im Überblick:

 

Schockstarre im Frühjahr, viele Jobsuchen im Herbst

  • Der Höhepunkt der Jobsuche lag im Januar – traditionell ist das Interesse an einem Wechsel zum Jahresbeginn am größten. Nach dem ersten Lockdown war der September der Monat mit den meisten Suchanfragen.
  • Tiefpunkt war der April: Im Vergleich zum Januar ist die Zahl der Jobsuchen kurzzeitig um gut ein Drittel eingebrochen.
  • Laut StepStone Corona-Report hatte jeder dritte Beschäftigte seine Pläne für einen Jobwechsel im Juni aufgeschoben. Ebenso viele haben die Suche nach einer neuen Stelle aber gerade wegen Corona verstärkt.
  • Seit dem Sommer ist das Interesse an Jobs stetig gestiegen. Im November lag es bereits wieder auf dem Niveau des gleichen Zeitraums 2019.
  • »Das Jahr 2020 war für viele Berufstätige eine Achterbahnfahrt. Wohl noch nie haben sich so viele Menschen mit der Frage beschäftigt, ob ihr Job eigentlich der richtige ist«, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei StepStone. »Wir beobachten ein riesiges Interesse am Thema Jobs. Allein in diesem Jahr haben sich mehr als eine Million Menschen bei StepStone angemeldet, um sich umfassend über ihre Möglichkeiten in der Jobwelt zu informieren.«

Jobsuche per Handy – auf der Couch statt auf dem Weg zur Arbeit

  • Waren die Zugriffszahlen für die mobile Nutzung in den vergangenen Jahren stets um 8 Uhr morgens am höchstens, suchten 2020 die meisten abends um 21 Uhr mit dem Handy nach neuen Jobmöglichkeiten.
  • Die Zeiten der Jobsuche per Desktop haben sich dagegen nicht geändert. Auch im Corona-Jahr waren Jobsuchende montags um 11 Uhr am aktivsten – in vielen Fällen bedeutet das: während der Arbeitszeit.
  • Montag ist insgesamt der beliebteste Tag für die Jobsuche – und auch für die Bewerbung.

Krisenfeste Jobs besonders häufig gesucht

  • Besonders viele neue Jobangebote gab es 2020 für Krankenpfleger*innen (+8 Prozent), Versandmitarbeiter*innen (+22 Prozent) und Personal im Einzelhandel (+45 Prozent).
  • Auch das Interesse seitens der Arbeitnehmer an diesen Jobs erhöhte sich signifikant. Suchanfragen nach Begriffen wie »Verkäufer«, »Minijob« oder »Altenpfleger« wurden in diesem Jahr rund doppelt so oft gesucht wie im Vorjahr.
  • Auch Jobs mit wenig bis geringen Vorkenntnissen waren gefragt: Die Suche nach Jobs als Auslieferungsfahrer ist zwischenzeitlich um mehr als 137 Prozent gestiegen, die Suchanfragen nach Lageristen-Stellen ist um mehr als die Hälfte gestiegen und die Jobsuchen im Bereich »Produktionsarbeit« haben sich sogar verdreifacht.

Bewerber erweitern Suchkriterien

  • Jobsuchende vergrößerten in diesem Jahr den Radius ihrer Jobsuche. Mehr als die Hälfte der Jobsuchenden gaben laut dem StepStone Corona Report zudem an, ihre Suchkriterien auf neue Branchen und Bereiche ausgeweitet zu haben.
  • Die neue Flexibilität spiegelt sich auch in den Sucheingaben wider: So suchten Menschen 2020 häufiger nach bestimmten Kenntnissen und Fähigkeiten als nach starren Jobtiteln.
  • Tech-Skills auf dem Vormarsch: Besonders häufig gesucht wurden von den Jobsuchenden die Keywords: Java, Python, C#, C++ und Machine Learning.
  • Der Begriff »Quereinsteiger« schafft es 2020 erstmals in die Top-20-Suchbegriffe auf StepStone.de.

 

Gezielte Suche nach Home-Office-Jobs

  • Die Zahl derjenigen, die nach Jobs mit Remote-Option suchen, ist im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel gestiegen. 2020 lag der Begriff »Home Office« erstmals unter den Top-25-Suchbegriffen auf StepStone.de.
  • Bisher wirbt allerdings nur eine Minderheit der Arbeitgeber mit Home Office – weniger als jede zehnte Stellenanzeige beinhaltet einen Hinweis auf diese Möglichkeit.
  • »Die wenigsten Menschen wünschen sich künftig 100 Prozent Home Office. Die Möglichkeit zum flexiblen und mobilen Arbeiten entwickelt sich trotzdem zum essenziellen Faktor bei der Jobwahl«, sagt Zimmermann. »Unternehmen, die flexible Arbeitsmöglichkeiten anbieten, sollten darüber unbedingt schon in der Stellenanzeige informieren. Sonst laufen sie Gefahr, die besten Talente an den Wettbewerb zu verlieren.«

 

Beste Arbeitgeber Deutschlands 2020

  • StepStone hat auf Basis von Arbeitgeberbewertungen auf StepStone.de ausgewertet, in welchem Unternehmen Deutschlands Arbeitnehmer*innen am liebsten arbeiten. Das sind die Top 3: 1.Dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, 2. Techniker Krankenkasse, 3. Ford-Werke GmbH
  • Bei Dm loben die Mitarbeitenden vor allem die Unternehmenskultur, während die Techniker Krankenkasse mit einer guten Work-Life-Balance punktet. Bei Ford schätzen die Arbeitnehmer*innen unter anderem die angemessene Bezahlung.

 

 

[1] Für die Analyse wurden sämtliche Jobsuchen auf StepStone.de vom 1.1.2020-31.10.2020 berücksichtigt.
Mehr Informationen zum StepStone Corona Report und kostenloser Download unter: https://www.stepstone.de/wissen/corona-report

 

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