KI im Unternehmen: Warum der Zugang zu den Tools allein nicht reicht

Illustration Absmeier foto ki designer

Management Summary

KI ist in vielen Unternehmen angekommen – doch der geschäftliche Nutzen entsteht nicht durch Tools allein, sondern durch Kompetenz, klare Leitplanken und praktische Anwendung. Das Beispiel Remote zeigt, wie gezieltes Training aus punktuellen Experimenten skalierbare KI-Workflows machen kann.

  • KI-Kompetenz wird zur Management-Aufgabe: Der Zugang zu ChatGPT, Copilot oder eigenen KI-Anwendungen reicht nicht aus; Unternehmen müssen Mitarbeitende systematisch befähigen, KI sinnvoll, sicher und wirksam einzusetzen.
  • Die größte Lücke liegt im Urteilsvermögen: Viele Beschäftigte kennen KI-Tools, verfügen aber noch nicht über ausreichend Sicherheit bei Daten, Use Cases, Qualitätskontrolle und menschlicher Verantwortung.
  • Training schafft messbaren Business Impact: Remote steigerte die interne KI-Nutzung binnen sechs Monaten um das 52-Fache und verlagerte den Einsatz von Engineering in breite Unternehmensbereiche.
  • Regulierung erhöht den Handlungsdruck: Der EU AI Act macht AI Literacy zu einem Governance-Thema und unterstreicht, dass verantwortungsvoller KI-Einsatz organisatorisch verankert werden muss.
  • Erfolgsfaktor ist Demokratisierung: KI darf nicht auf technische Teams beschränkt bleiben; skalierbarer Nutzen entsteht, wenn Mitarbeitende in allen Funktionen eigene Workflows entwickeln und kontinuierlich verbessern können.

 

Während der AI Act Unternehmen beim Thema AI Literacy in die Pflicht nimmt, zeigt Remote mit 2.000 Mitarbeitenden, was gezieltes Training bewirken kann: 52-mal mehr KI-Nutzung in nur sechs Monaten.

 

ChatGPT, Copilot oder eigene KI-Anwendungen sind in vielen Unternehmen inzwischen bereits verfügbar. Schwieriger ist die Frage, was danach passiert: Wie wird aus einzelnen Experimenten ein sinnvoller Einsatz im Arbeitsalltag? Welche Aufgaben eignen sich für KI? Welche Daten dürfen verwendet werden? Und wann muss ein Mensch eingreifen?

Dass zwischen dem Zugang zu KI und ihrem effektiven Einsatz weiterhin eine Lücke besteht, zeigen deutsche Daten aus einer Studie von Remote [1]. 29 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass fehlende Fähigkeiten oder mangelndes Selbstvertrauen im Umgang mit KI ihr Unternehmen davon abhalten, mehr konkreten Mehrwert aus der Technologie zu ziehen. Gleichzeitig zeigt sich über alle Karrierestufen hinweg eine ähnliche Herausforderung: Mehr als vier von zehn Befragten sagen, dass Mitarbeitende zwar mit KI vertraut sind, ihnen jedoch das nötige Urteilsvermögen fehlt, um sie im Arbeitskontext effektiv einzusetzen.

Das zeigt sich auch beim tatsächlichen Nutzen: 24 Prozent sagen, KI habe zwar die Arbeitsweise ihres Teams verändert, die Ergebnisse aber nicht eindeutig verbessert. Ebenso viele geben an, KI habe bislang mehr Komplexität als Mehrwert geschaffen.

 

Von der KI-Lizenz zur KI-Kompetenz

Die Zahlen zeigen klar, dass der Einsatz von KI allein noch keinen Mehrwert für das Geschäft schafft. Entscheidend ist, dass Mitarbeitende die Technologie auch sinnvoll im Arbeitsalltag einsetzen können. Wie Unternehmen die dafür nötigen Kompetenzen aufbauen können, zeigt das Beispiel von Remote. Anfang des Jahres entwickelte das Unternehmen für seine rund 2.000 Mitarbeitenden von Grund auf eine eigene KI-Schulung. Mitarbeitende sollten unabhängig von Funktion oder technischem Vorwissen in der Lage sein, konkrete KI-Workflows für ihren Arbeitsalltag zu schaffen.

Dabei ging es bewusst nicht darum, KI-Anwendungen auf Engineering-Teams zu beschränken. Remote verfolgt vielmehr den Ansatz, jeden Mitarbeitenden dazu zu befähigen, etwas bauen zu können. Wer eine Idee für einen KI-gestützten Prozess hat, soll ihn möglichst auch selbst entwickeln, einsetzen und weiterentwickeln können.

Bereits nach sechs Monaten der Einführung des Programms zeigte sich ein deutlicher Effekt. Zwischen Januar und Juni 2026 stieg die KI-Nutzung bei Remote um das 52-Fache. Gleichzeitig verbreitete sich der Einsatz über technische Teams hinaus: Im Januar entfielen noch 87 Prozent der KI-Nutzung auf Engineering. Inzwischen stammt rund die Hälfte aus anderen Unternehmensbereichen.

Die Frage, wie Unternehmen ausreichende KI-Kompetenz aufbauen, gewinnt in Europa parallel auch regulatorisch an Bedeutung. Artikel 4 des EU AI Acts sieht vor, dass Anbieter und Betreiber von KI-Systemen Maßnahmen ergreifen, um bei Personen, die in ihrem Auftrag mit diesen Systemen arbeiten, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherzustellen. Die Vorgabe gilt bereits seit Februar 2025; seit August 2026 sind die entsprechenden Governance- und Durchsetzungsregelungen des AI Acts anwendbar. 

Unabhängig von konkreten Compliance-Anforderungen unterstreicht die Regulierung damit eine Entwicklung, die sich auch in der Praxis zeigt: Mit dem zunehmenden Einsatz von KI wird die Fähigkeit, sie kompetent und verantwortungsvoll im Arbeitsalltag einzusetzen, wichtiger.

 

Vom internen Angebot zum öffentlichen Kurs

Die beiden Gründer von Remote, Job van der Voort und Marcelo Lebre, entwickelten das Programm zwar ursprünglich nur für interne Zwecke, doch nachdem andere Gründer bei Ihnen angefragt haben, ob sie das Training auch in ihren Unternehmen einsetzen könnten, entstand eine weitere Idee. Das Programm wurde so weiterentwickelt, dass es auch öffentlich zugänglich gemacht werden konnte.

Das Programm führt Teilnehmende schrittweise von der Auswahl geeigneter KI-Tools über die Arbeit mit Agenten und Daten bis hin zur Entwicklung und Implementierung eigener KI-Anwendungen. Gleichzeitig behandelt es den verantwortungsvollen Umgang mit KI, darunter den Schutz sensibler Daten, die Einschätzung möglicher Risiken und die Frage, wann menschliche Kontrolle erforderlich ist.

»KI ist Teil unseres Arbeitsalltags. Sie ist mit der Einführung des Internets vergleichbar. Gleichzeitig haben viele Menschen Sorge, technologisch abgehängt zu werden. Viele KI-Schulungen haben jedoch eine falsche Grundannahme: Sie gehen davon aus, dass die Teilnehmenden komplexe Begriffe und Modelle bereits verstehen. Gekonnte Nutzung von KI wird immer mehr zur Grundkompetenz. Diese Fähigkeiten sollten am besten so früh wie möglich aufgebaut werden. Dadurch wird es möglich, den Arbeitsalltag aktiv zu gestalten. Deshalb war es uns wichtig, einen Kurs zu entwickeln, der keinerlei Vorwissen voraussetzt. Wer einen Webbrowser bedienen kann, kann auch mit diesem Kurs beginnen«, sagt Job van der Voort, CEO und Mitgründer von Remote.

 

Das Trainingsprogramm ist unter aiforactualwork.com kostenlos für alle Interessierten verfügbar: https://aiforactualwork.com/de/

 

[1] Methodik: Die Studie wurde von Censuswide im Auftrag von Remote unter 500 Führungskräften aus den Bereichen Business und HR in Deutschland durchgeführt, die mindestens 30 Jahre alt sind, eine Position auf Director-Level oder höher bekleiden und Personalverantwortung bei Einstellungsentscheidungen tragen. Die Befragung fand im Juni 2026 statt.
https://remote.com/de-de

FAQ

  1. Warum reicht der Zugang zu KI-Tools nicht aus?
    Weil produktiver KI-Einsatz Know-how, klare Anwendungsfälle, Datenverständnis und Qualitätskontrolle erfordert.
  2. Was ist die zentrale Herausforderung für Unternehmen?
    Viele Mitarbeitende nutzen KI bereits, wissen aber noch nicht sicher, wann und wie sie die Technologie im Arbeitskontext verantwortungsvoll einsetzen sollten.
  3. Welche Rolle spielt AI Literacy?
    AI Literacy wird zur Grundkompetenz, damit Mitarbeitende Chancen, Grenzen und Risiken von KI realistisch einschätzen können.
  4. Was zeigt das Beispiel Remote?
    Gezieltes Training kann KI-Nutzung stark beschleunigen und zugleich über technische Teams hinaus in die Organisation tragen.
  5. Warum ist der EU AI Act relevant?
    Er verpflichtet Unternehmen dazu, ein angemessenes Kompetenzniveau für Personen sicherzustellen, die mit KI-Systemen arbeiten.
  6. Welche Mitarbeitenden sollten geschult werden?
    Nicht nur technische Teams, sondern alle Funktionen, in denen KI Prozesse unterstützen, beschleunigen oder verbessern kann.
  7. Welche Inhalte gehören in ein gutes KI-Training?
    Geeignete Tools, Datenumgang, Agenten, Workflow-Design, Risikobewertung und klare Regeln für menschliche Kontrolle.
  8. Wie entsteht aus KI ein messbarer Nutzen?
    Durch konkrete Workflows, die wiederkehrende Aufgaben verbessern und von Mitarbeitenden selbst genutzt, getestet und weiterentwickelt werden.
  9. Was bedeutet Demokratisierung von KI?
    Mitarbeitende sollen unabhängig von technischem Vorwissen befähigt werden, KI-Lösungen für ihren Arbeitsalltag zu gestalten.
  10. Was ist die wichtigste Management-Botschaft?
    KI-Transformation ist kein Tool-Rollout, sondern ein Kompetenz-, Governance- und Kulturprojekt.
Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt  

 

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