KI und Arbeitswelt: Überwiegend positiv

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Die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt sind noch wenig erforscht, besonders in Bezug auf spezifische Veränderungen für Unternehmen und Beschäftigte. Laut einer OECD-Umfrage unter 5.334 Beschäftigten und 2.053 Unternehmen in mehreren Ländern bewerten Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Finanzsektor und im verarbeitenden Gewerbe den Einfluss von KI auf Produktivität und Arbeitsbedingungen überwiegend positiv: 80 % der Nutzer berichten von Leistungssteigerungen, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist viermal häufiger als eine Verschlechterung [1].

 

Allerdings gibt es auch Sorgen bezüglich Arbeitsplatzsicherheit und Löhnen. So kennt rund jeder Fünfte im Finanzbereich jemanden, der wegen KI seinen Job verloren hat, und viele befürchten weitere Verluste oder Lohndruck in den kommenden Jahren. Arbeitgeber beobachten bislang meist keine Beschäftigungsveränderungen durch KI, aber wo es Änderungen gab, überwiegt ein Rückgang. Besonders im Finanzsektor wird die Arbeitsplatzstabilität durch KI kritischer gesehen als im produzierenden Gewerbe.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt erheblich

Viele Aufgaben werden automatisiert, während gleichzeitig neue Tätigkeiten entstehen. Im Finanzsektor und der Industrie berichten Arbeitgeber, dass repetitive und gefährliche Aufgaben besonders häufig durch KI ersetzt wurden und die Arbeit schneller erledigt werden kann. Für Beschäftigte bedeutet dies jedoch teils höhere Produktivität, teils mehr Arbeitsdruck. Die Mehrheit nutzt KI als Unterstützung bei Entscheidungen und bewertet ihren Einfluss positiv.

Weiterbildung und Umschulung

Um sich an den Wandel anzupassen, setzen Unternehmen vor allem auf Weiterbildung und Umschulung. Externe Dienstleister spielen ebenfalls eine Rolle, während Entlassungen (bisher) nur selten vorkommen. Viele Beschäftigte haben zwar keine speziellen KI-Kenntnisse, zeigen aber großes Interesse daran, sich weiterzubilden. Neben spezialisierten Kompetenzen bleibt auch der Bedarf an menschlichen Fähigkeiten und qualifizierten Arbeitskräften hoch, da mit KI ein breites Kompetenzspektrum nötig ist.

Belegschaft beim Einsatz neuer Technologien einbeziehen

Unternehmen erzielen oftmals bessere Ergebnisse, wenn sie ihre Belegschaft beim Einsatz neuer Technologien einbeziehen. Ein offener Dialog zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitenden verbessert Produktivität und Arbeitsbedingungen. Dennoch bestehen Unsicherheiten: Viele Beschäftigte fordern Verbote von KI-gestützten Personalentscheidungen und äußern Bedenken bezüglich Datenschutz und Leistungsdruck. Während KI für Menschen mit Behinderungen positive Effekte bringen könnte, stehen ältere oder weniger qualifizierte Arbeitskräfte vor größeren Herausforderungen.

Für die Einführung von KI sind laut Arbeitgebern derzeit hohe Kosten und fehlende Kompetenzen größere Hindernisse als gesetzliche Vorgaben. Strukturierte Umfragen der OECD ergeben ein konsistentes Gesamtbild: Quantitative wie qualitative Analysen bestätigen ähnliche Muster bei der Umsetzung und Wirkung von KI am Arbeitsplatz.

 

https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2023/03/the-impact-of-ai-on-the-workplace-main-findings-from-the-oecd-ai-surveys-of-employers-and-workers_ad686e91/ea0a0fe1-en.pdf

 

 

Künstliche Intelligenz: KMU vorne bei Richtlinien zur KI-Nutzung

Regeln zum Umgang und Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland vergleichsweise weit verbreitet. Das zeigt ein aktueller OECD-Bericht zum Einsatz von KI in der Arbeitswelt (PDF-Download [1]). Demzufolge haben 45,4 Prozent der deutschen KMU, die generative KI einsetzen, Richtlinien für ihre Mitarbeitenden eingeführt – der höchste Anteil unter den untersuchten Ländern. Den niedrigsten Anteil weist Japan mit nur 5,3 Prozent auf. Die OECD weist zugleich daraufhin, dass KI-Regeln in größeren Unternehmen in Japan deutlich stärker verbreitet sind.

Die Ergebnisse können so interpretiert werden, dass Mittelstandsunternehmen in Deutschland traditionell stärker formalisierte Governance-Strukturen, Compliance-Vorgaben und regulatorische Rahmenbedingungen umsetzen, während japanische KMU eher auf informelle oder flexible Prozesse setzen. Allerdings muss hierbei auch berücksichtig werden, dass der Einsatz von KI in deutschen KMU laut OECD-Daten auch deutlich weiter verbreitet ist als unter japanischen KMU. Und wo die Verbreitung geringer ist, könnte auch schlicht der Bedarf an Regeln geringer sein. Zutreffend ist aber auch, dass die KI-Nutzung in Irland oder Österreich ebenfalls weit verbreitet ist – und beide Länder haben geringere Richtlinienquoten bei den KMU als Deutschland. Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/35568/anteil-der-befragten-kleinen-und-mittleren-unternehmen-die-ueber-richtlinien-zum-umgang-mit-ki-verfuegen/?lid=dibjkmmrnxqk
 
[1] https://www.oecd.org/en/publications/the-impact-of-ai-on-the-workplace-main-findings-from-the-oecd-ai-surveys-of-employers-and-workers_ea0a0fe1-en.html   
[2] https://de.statista.com/themen/4137/kleine-und-mittlere-unternehmen-kmu-in-deutschland/

 

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