Mittelstand: Wie kleine und mittlere Unternehmen von KI profitieren können

Illustration: Absmeier, Kalhh

Künstliche Intelligenz (KI) wird aktuell heiß diskutiert. Experten gehen davon aus, dass in dieser Technologie enormes Wachstumspotenzial liegt. Nicht nur für große Konzerne, auch für kleine und mittlere Unternehmen kann es sich lohnen, in KI zu investieren. Welche Möglichkeiten die künstliche Intelligenz Mittelständlern bei ihren Geschäftsprozessen und ihrer Wettbewerbsfähigkeit bietet, zeigt Christina Müller, Expertin von der Nürnberger Versicherung.

 

Ist künstliche Intelligenz nur ein Hype? Nein, sagen 77 Prozent der Experten in einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) aus dem Jahr 2019. »Die Mehrheit der befragten Fachleute geht davon aus, dass KI für die Zukunft des deutschen Mittelstands eine bedeutende Rolle spielen wird«, so Christina Müller. Auch die Bundesregierung hat das mögliche Potenzial von künstlicher Intelligenz erkannt und im November die »Nationale Strategie für Künstliche Intelligenz« verabschiedet. Das erklärte Ziel der Politik ist es, Forschungsergebnisse vermehrt in die praktische Anwendung zu übertragen.

 

Was steckt hinter »Künstliche Intelligenz«?

KI bezeichnet jene Wissenschaft, die sich damit befasst, Maschinen Aufgaben lösen zu lassen. Und zwar solche, die Intelligenz erfordern, wenn sie von Menschen bearbeitet werden müssten. Hierbei geht es darum, konkrete Anwendungsprobleme wie beispielsweise das Treffen von Vorhersagen oder die Einordnung bestimmter Dinge in Kategorien anhand von Methoden aus der Mathematik und Informatik zu lösen. Die Software besitzt die Fähigkeit, dazuzulernen und sich selbst zu optimieren. Der Großteil der bisher verfügbaren KI-Anwendungen für die unternehmerische Praxis ist nicht darauf ausgerichtet, die Belegschaft in den Betrieben durch Technik zu ersetzen. Vielmehr sind die Technologien als Hilfsmittel für spezielle Aufgaben entwickelt worden, die ergänzend eingesetzt werden können.

 

Einsatzgebiete von KI im Mittelstand

Künstliche Intelligenz ist bereits in vielen Softwares vorhanden. Indem sie Arbeitsabläufe verkürzt oder automatisiert, bietet ihr Einsatz große Wachstumschancen. Anwendung findet KI beispielsweise im Kundendienst. »Hier können Technologien wie Chatbots, Bild- oder Spracherkennungssysteme dazu beitragen, dass Kunden nicht in der Warteschleife hängen bleiben, sondern umgehend eine individuelle Beratung erhalten – und das rund um die Uhr«, erläutert die Expertin der Nürnberger Versicherung. Die Mitarbeiter werden dadurch bei der Bearbeitung einfacher Anfragen entlastet und können sich auf komplexere Aufgaben konzentrieren. Im Bereich der Produktion leistet künstliche Intelligenz ebenfalls wertvolle Hilfe. »Bei der industriellen Fertigung sind intelligente Systeme beispielsweise in der Lage, Fehler im Produktionsablauf und bevorstehende Störungen zu erkennen«, weiß Müller. Außerdem können Betriebe durch den Einsatz von KI Fertigungsteile prüfen und Qualitätskontrollen durchführen. Darüber hinaus profitieren in der Logistik bereits viele Betriebe von KI. So kann KI-Software zum Beispiel die Nachfrage für unterschiedliche Waren nach Regionen auswerten, Prognosen erstellen, Verteilungsprozesse effizienter machen und auf diese Weise die Lagerbestände optimieren. »Auch bei der Auslieferung von Waren wird KI wegweisend sein, da die Technologie für das autonome Fahren darauf basiert«, sagt die Expertin mit Blick auf die Zukunft der Logistik.

 

Ausfall der Technik: Ein Risiko für den Betrieb

Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren immer mehr mittelständische Betriebe KI in ihre Geschäftsprozesse integrieren werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Künstliche Intelligenz hilft, Ressourcen einzusparen und kann unter anderem die Planbarkeit, das Datenmanagement, die Kundenzufriedenheit, die Betriebssicherheit und die Qualität und Distribution der Ware verbessern. So viele Chancen KI für Unternehmen auch bereithält, sollten Geschäftsführer eins nicht vergessen: Technik ist grundsätzlich anfällig. Funktioniert sie nicht mehr, kommt es häufig zu einer Unterbrechung der Arbeitsabläufe. Reparaturen können jedoch kostspielig sein. Eine Lösung bieten Elektronikversicherungen. »Mit der Allgefahrendeckung der Nürnberger Elektronikversicherung sind Ausfälle von elektronischen Anlagen und Geräten – egal ob bei Schäden durch Unvorsichtigkeit, Fallenlassen, Vorsatz Dritter, Kurzschluss, Nässe oder Bedienfehler – abgesichert. Aber auch für Schäden am Betriebssystem der elektronischen Geräte und Anlage leisten wir«, so Müller. Ist die Technik beschädigt, übernimmt die Versicherung die Kosten für eine Reparatur oder bei Totalschaden die Aufwendungen für eine technisch gleichwertige Ausstattung. Auf Wunsch können Betriebsleiter ihre Elektronik auch gegen Brand, Explosion, Einbruch, Blitz und weitere Risiken versichern. Zudem ist eine Versicherung von Daten und Software möglich. Ein weiterer Vorteil der Elektronikversicherung: »Sie leistet auch dann, wenn kein Schaden an den Datenträgern vorliegt. Das heißt, das versehentliche Löschen von Daten ist im Leistungsumfang enthalten«, ergänzt Müller.

Weitere Informationen unter www.nuernberger.de/elektronikversicherung.

 

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