Physische Infrastruktur für hochverdichtete Rechenzentren – Mehr Leistung, weniger Last

Milliardeninvestitionen und der KI-Boom treiben den Ausbau deutscher Rechenzentren voran. Mit steigenden Leistungsdichten wachsen jedoch auch die Anforderungen an Kühlung, Verkabelung und Flächennutzung. Wie sich Effizienz und Nachhaltigkeit bereits bei Racks, Containment, Materialien und Lieferketten mitdenken lassen.

Nachhaltigkeit hat für Rechenzentren in Planung, Ausbau und Betrieb zunehmend an Bedeutung gewonnen. Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom investierten Betreiber im Jahr 2025 in Deutschland 12 Milliarden Euro in IT-Hardware sowie 3,5 Milliarden Euro in Gebäude und technische Gebäudeausrüstung – zusammen 15,5 Milliarden Euro und damit ein neues Allzeithoch.

In ganz Europa entwickeln globale Infrastrukturanbieter wie Panduit ihre Systeme und Produkte kontinuierlich weiter, um Kundenanforderungen und regulatorische Vorgaben zu erfüllen. Dazu zählen hochdichte Verkabelungs-, Containment- und thermische Managementsysteme für Rechenzentrumsanwendungen von Edge- über Hyperscale- bis hin zu Colocation-Umgebungen.

Nachhaltigkeit ist zu einem strategischen Ansatz geworden und betont skalierbare physische Infrastrukturen, die sich an wachsende Rechenanforderungen, Hochleistungsnetzwerke und steigende Betriebsdichten anpassen lassen.

Europäische Rechenzentrumsbetreiber arbeiten in der Regel unter strengen Vorgaben hinsichtlich Netzwerkperformance, thermischer Effizienz, Flächennutzung und Nachhaltigkeits-Compliance. Die Lösungen von Panduit sind darauf ausgelegt, strukturierte Verkabelung, Rahmen- und Containment-Architekturen sowie flexible Trassen zu unterstützen. Sie erhöhen die Betriebssicherheit, vereinfachen die Implementierung und schützen aktive Komponenten (Server, Switches etc.) sowie Glasfaser- und Hochleistungs-Kupferverkabelung, um höchste Verfügbarkeitsanforderungen zu gewährleisten.

Anforderungen an Compute und Verkabelungs-Containment in Rechenzentren.

Moderne Rechenzentren müssen Rechenhardware, Energieversorgung, Netzwerkkabel und Containment nahtlos in eine einheitliche Infrastrukturplanung integrieren. Zu den zentralen technischen Treibern zählen höhere Bandbreiten (800G/1,6T), reduzierte Latenzen (InfiniBand für KI mit 1 – 2 µs), die Einhaltung von Biegeradien, der Schutz der Übertragungsmedien sowie ein effizientes Luftstrommanagement. Containment-Systeme werden eingesetzt, um Warm- und Kaltgänge zu trennen und so die maximale Effizienz der Kühlsysteme sicherzustellen. Gleichzeitig ermöglichen sie eine modulare Skalierbarkeit, die ein schrittweises Wachstum ohne umfangreiche Umstrukturierungen bestehender Infrastrukturen – etwa der strukturierten Verkabelung – erlaubt.

Die physische Infrastruktur von Rechenzentren lässt sich in drei Architektur-Ebenen unterteilen:

  • Compute-Frame-Ebene
    Diese umfasst Rack-Gehäuse zur Aufnahme von Servern, Storage-Systemen, Netzwerk-Switches und weiterer Hardware. Die Racks müssen hochdichte Systeme tragen können, über ausreichende statische Tragfähigkeit verfügen und mit Containment-Komponenten kompatibel sein. Dazu gehören inzwischen auch 52U-Server-Schränke; diese Verdichtungsgrade erfordern häufig Flüssigkeitskühlung.
  • Verkabelungs- und Trassenebene
    Kabelmanagement und Trassenführung gewährleisten, dass Glasfaser- und Kupferkabel strukturiert, geschützt und zugänglich bleiben. Trassen müssen Signalverluste vermeiden, Biegeradien einhalten und große Kabelmengen ohne Beeinträchtigungen aufnehmen können. Die richtige Kabelauswahl kann Bündelgrößen reduzieren und eine höhere Kabeldichte innerhalb definierter Strecken ermöglichen – bei gleichzeitiger Sicherstellung der Luftzirkulation, Einhaltung der Performance-Biegeradien und Vermeidung von Überhitzung.
  • Containment- und thermische Ebene
    Containment-Systeme steuern Luftführung und Kühleffizienz. Sie trennen kalte Zuluft von warmer Abluft, erhöhen so die Kühlleistung, reduzieren Energieverluste und verhindern, dass heiße Luft in den Serveransaugstrom gelangt.

Derzeit ist Luftkühlung weiterhin der dominierende Kühlansatz in Rechenzentren. Steigende Anforderungen durch KI und High-Performance-Computing führen jedoch zu höheren Leistungsdichten. Diese Anwendungen erfordern Flüssigkeitskühlung, um Energieeffizienz und Wärmemanagement – insbesondere bei modernen Server-Pods – zu verbessern. Rechenzentren in entwickelten Volkswirtschaften treiben mittlerweile über 20 % des Wachstums beim Stromverbrauch. Flüssigkeitskühlung unterstützt Nachhaltigkeitsziele als hocheffiziente und umweltfreundlichere Alternative zur Luftkühlung.

Racks, Kabelmanagement und Containment-Lösungen.

Der Ansatz von Panduit für Racks und Containment fokussiert auf strukturelle Stabilität, thermische Leistungsfähigkeit und Installationsfreundlichkeit. Racks bilden das zentrale Element der physischen Rechenzentrumsinfrastruktur, da sie die mechanische Plattform für Rechenhardware und die strukturelle Basis für Kabelführung und Containment darstellen.

Panduit unterstützt verschiedene Rack-Konfigurationen für unterschiedliche Dichte- und Deployment-Szenarien. Die Systeme sind darauf ausgelegt, den Luftstrom um die Geräte zu optimieren und sich mit Containment-Lösungen zu integrieren, die Zuluft und Abluft gezielt führen und so die Kühllasten reduzieren. Das Design berücksichtigt unterschiedliche Gerätehöhen, Kabeleinführungen, Traglasten sowie Anforderungen für Flüssigkeitskühlung.

Kabelmanagement- und Trassensysteme sind darauf ausgelegt, Kupfer- und Glasfaserverkabelung zu schützen und zu strukturieren. Standards für strukturierte Verkabelung erfordern eine kontrollierte Infrastruktur, die Mindestbiegeradien einhält, mechanische Belastungen vermeidet und den Zugriff für Moves, Adds und Changes (MACs) ver-einfacht. Systeme wie Drahtkörbe und Installationskanäle (LSZH – Low Smoke Zero Halogen gemäß IEC 60332-1-2) bieten Kabelführung oberhalb oder unterhalb von Böden, trennen Verkabelung von anderen Gewerken, gewährleisten mechanischen Schutz und verbessern die Flächennutzung.

 

 

Thermisches Management und Gang-Containment sind zentrale Faktoren für nachhaltige Rechenzentrumsbetriebe. Effektives Containment reduziert die Rückführung warmer Abluft in die kalte Zuluft und erhält definierte Temperaturzonen, die die Kühlung effizienter machen. Modulare Containment-Systeme lassen sich sowohl in Bestandsanlagen nachrüsten als auch in Neubauten integrieren und verbinden Temperaturkontrolle mit physischem Zugriff.

Trassenlösungen wie Drahtkorbführungen und strukturierte Kabeltrassen gewährleisten die Integrität der Verkabelung im gesamten Rechenzentrum. Sie bieten durchgängige, geordnete Kabelwege, schützen vor mechanischen Schäden, unterstützen hohe Kabeldichten und sichern eine gleichbleibende Performance über den gesamten Lebenszyklus.

Fertigung und Lieferketten in Europa.

Panduit unterstützt regionale Lieferketten- und Fertigungskapazitäten, die auf die europäischen Nachfrageanforderungen abgestimmt sind. Dazu gehören vorkonfigurierte Infrastrukturmodule, lokale Lagerhaltung sowie Lieferstrukturen mit Tier 1 Distributoren und Systemintegratoren.

Das vereinfachte »Order-to-Installation«-Modell ermöglicht es Betreibern, Racks und Containment-Systeme mit integrierten Infrastrukturkomponenten über eine einzige SKU zu beziehen. Dieser Ansatz reduziert Verpackungsaufwand, Transportfahrten und Installationszeiten und erhöht gleichzeitig die Planbarkeit von Implementierungen.

Vorkonfigurierte Systeme gewährleisten geprüfte Qualität und Kompatibilität zwischen Containment- und Verkabelungsebenen. Die Reduzierung von Verpackungsmaterial und gebündelten Lieferungen unterstützt Nachhaltigkeits- und Logistikoptimierungsziele, die für europäische Rechenzentrumsbetreiber zentral sind.

Nachhaltigkeit: Infrastruktur, Verpackung und Lieferketten.

Nachhaltigkeitsstrategien sind ein integraler Bestandteil moderner Rechenzentrumsplanung und RZ-Betriebsmodelle. Der Nachhaltigkeitsansatz von Panduit berücksichtigt den gesamten Lebenszyklus – von Rohstoffen über Installation bis zur Entsorgung. Dazu zählen Umweltverantwortung, Verhaltenskodizes für Lieferanten sowie Maßnahmen zur Abfallreduzierung.

Panduit setzt auf Engineering-Lösungen zur Reduzierung von Materialeinsatz und Energieverbrauch. Kabel mit geringerem Durchmesser benötigen weniger Material und erfüllen gleichzeitig die Leistungsanforderungen. Zudem verbessern sie die Transporteffizienz, da mehr Produkt pro Palette transportiert werden kann, was Emissionen reduziert.

Verpackungsinitiativen.

Anpassungen im Verpackungsbereich haben Einwegkunststoffe für Patchkabel eliminiert und auf FSC-zertifizierte Papierkennzeichnung umgestellt. Dadurch werden jährlich Millionen von Kunststoffbeuteln eingespart und der Einsatz von Klebebändern sowie überschüssigen Materialien reduziert. Panduit betreibt zudem einen »Packaging Council«, um Trends zu analysieren, die Recyclingfähigkeit zu erhöhen und wiederverwendbare Verpackungslösungen zu identifizieren. Installationsdokumentationen werden zunehmend digital bereitgestellt, um den Papierverbrauch zu senken.

Panduit verpflichtet seine Lieferanten zur Einhaltung von Umweltstandards und Verhaltenskodizes, die Arbeits-, Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltkriterien umfassen. Umweltproduktdeklarationen (EPDs) erfassen die Auswirkungen von Materialentscheidungen und unterstützen Nachhaltigkeitsziele der Kunden, beispielsweise im Rahmen von LEED- oder BREEAM-Zertifizierungen.

In der Rechenzentrumsinfrastruktur leisten thermisches Management und Containment-Systeme einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Kühllasten, die einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch ausmachen. Helle, reflektierende Oberflächen im Containment können die Beleuchtungseffizienz verbessern, während geschlossene Racks die Luftzirkulation optimieren und die Kühlleistung erhöhen. Technologien wie Gang-Containment und kontrollierte Luftführung tragen dazu bei, den energiebedingten Kühlaufwand zu reduzieren.

Rechenzentren stehen heute im Fokus als Rückgrat der datengetriebenen Wirtschaft. Innovationen bei Materialien sowie im Energie- und Wasserverbrauch müssen daher die Führungsrolle der Branche in Effizienz und Nachhaltigkeit transparent und verantwortungsbewusst belegen.

 


https://www.panduit.com/emea/de

 

Bilder: © Panduit

 

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