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Management Summary
Die Befragung zeigt, dass heimliches Durchsuchen des Partner-Smartphones in Beziehungen ein relevantes gesellschaftliches Phänomen ist: 26 Prozent der Menschen mit Beziehungserfahrung haben dies bereits getan, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 43 Prozent. Haupttreiber sind Neugier, Misstrauen und frühere Vertrauensbrüche; die emotionalen Folgen reichen von Bestätigung und Erleichterung bis zu Enttäuschung, Wut und Schuldgefühlen. Zugleich berichten 16 Prozent der Befragten, selbst bereits von einem heimlichen Zugriff betroffen gewesen zu sein. Für Kommunikation, Aufklärung und Prävention ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf: Digitale Grenzen sollten in Partnerschaften aktiv thematisiert, Datenschutzkompetenz gestärkt und der Schutz sensibler Smartphone-Inhalte konsequent verbessert werden. Besonders relevant sind diese Erkenntnisse für jüngere Zielgruppen, da hier sowohl das Kontrollverhalten als auch die Betroffenheit überdurchschnittlich hoch ausfallen.
- 26 Prozent haben das Smartphone von Partner oder Partnerin heimlich durchsucht
- Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 43 Prozent
- Erst neugierig, dann enttäuscht: Heimliches Handy-Schnüffeln sorgt für gemischte Gefühle
Heimliches Handy-Schnüffeln ist weit verbreitet
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? In einigen Beziehungen scheint dieser Satz auch im Digitalen zu gelten: Ob WhatsApp-Nachrichten, Social-Media-Accounts, Fotos oder Browserverlauf – das Smartphone der Partnerin oder des Partners ist nicht für alle tabu. 26 Prozent derjenigen, die schon einmal in einer Beziehung waren, haben das Handy ihres Partners oder ihrer Partnerin bereits ohne ausdrückliche Erlaubnis durchsucht. Besonders verbreitet ist das heimliche Handy-Schnüffeln unter Jüngeren: Bei den 16- bis 29-Jährigen geben 43 Prozent an, schon einmal einen Blick in das Smartphone der Partnerin oder des Partners geworfen zu haben. Die Motive reichen von Neugier bis Untreueverdacht – und die Gefühle danach sind gemischt: Manche fühlen sich bestätigt oder erleichtert, andere enttäuscht, wütend oder haben ein schlechtes Gewissen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.449 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.
Neugier und Misstrauen als häufigste Gründe
Demnach sagen 10 Prozent der Befragten mit Beziehungserfahrung, sie hätten das Smartphone ihrer Partnerin oder ihres Partners bereits öfter heimlich durchsucht. 16 Prozent haben es vereinzelt getan, weitere 10 Prozent haben es zwar noch nie getan, können sich aber vorstellen, es künftig zu tun. 60 Prozent schließen die heimliche Durchsuchung des Partnerhandys aber kategorisch aus. Die häufigsten Gründe für das heimliche Durchsuchen sind Neugier und Misstrauen. 31 Prozent derjenigen, die schon einmal das Partner-Smartphone durchsucht haben, sagen, sie seien einfach neugierig gewesen. Ebenfalls 31 Prozent hatten den Verdacht, dass ihr Partner oder ihre Partnerin untreu ist. 25 Prozent vermuteten, dass der Partner oder die Partnerin bei einem anderen Thema unehrlich ist. 23 Prozent nennen frühere Vertrauensbrüche als Grund. 17 Prozent sagen, sie hätten grundsätzlich das Bedürfnis, genau zu wissen, mit wem der Partner oder die Partnerin schreibt.
Die Gefühle danach sind oft widersprüchlich
Nach dem heimlichen Blick ins Handy folgt jedoch nicht nur Erleichterung. 25 Prozent fühlten sich danach bestätigt, 23 Prozent erleichtert. Gleichzeitig waren 22 Prozent enttäuscht, jeweils 20 Prozent hatten ein schlechtes Gewissen oder waren wütend. 18 Prozent sagen, es sei ihnen eher egal gewesen, 14 Prozent waren verunsichert.
Digitale Grenzen müssen in Beziehungen besprochen werden
»Das Smartphone ist für viele Menschen der persönlichste digitale Raum überhaupt, mit privaten Nachrichten und Fotos, aber auch mit Gesundheitsdaten, Zahlungsinformationen oder beruflichen Zugängen«, sagt Bitkom-Expertin Leah Schrimpf, Leiterin Digitale Gesellschaft. »Digitale Grenzen sind Beziehungssache und können gemeinsam besprochen werden. Manche Paare teilen Passwörter oder Standorte freiwillig, andere möchten bewusst getrennte digitale Räume behalten.«
Auch viele Betroffene berichten von heimlichen Zugriffen
Auch auf der anderen Seite haben viele entsprechende Erfahrungen gemacht: 16 Prozent aller Befragten geben an, dass ihr eigenes Smartphone bereits ohne ausdrückliche Erlaubnis von einer aktuellen oder ehemaligen Partnerin beziehungsweise einem Partner durchsucht wurde. Weitere 8 Prozent sind sich nicht sicher, vermuten es aber. Unter den 16- bis 29-Jährigen berichten 22 Prozent, dass ihnen dies bereits passiert ist, weitere 12 Prozent vermuten es. Mitunter geschieht die digitale Nähe aber auch freiwillig: 20 Prozent aller Befragten haben in einer Beziehung bereits ihre Social-Media-Passwörter mit Partner oder Partnerin geteilt.
Warum Smartphones besonders schützenswert sind
Auch unabhängig von Partnerschaften gilt: Smartphones enthalten heute eine Vielzahl sensibler Informationen. Nutzerinnen und Nutzer sollten die eigenen Geräte und Konten deshalb regelmäßig auf Sicherheit und Zugriffsrechte zu überprüfen.
Bitkom-Tipps zum Schutz des eigenen Smartphones
- Starke Displaysperre nutzen: Statt einfacher Muster oder kurzer PINs besser einen längeren Gerätecode verwenden und zusätzlich Fingerabdruck oder Gesichtserkennung aktivieren.
- Vorschauen auf dem Sperrbildschirm begrenzen: Nachrichteninhalte, Codes oder sensible App-Benachrichtigungen sollten erst nach dem Entsperren sichtbar sein.
- Software aktuell halten: Updates für Betriebssystem und Apps schließen Sicherheitslücken und sollten zeitnah installiert werden.
- App- und Kontozugriffe prüfen: Regelmäßig kontrollieren, welche Apps Zugriff auf Standort, Fotos, Kontakte oder Mikrofon haben und welche Geräte mit Apple-ID, Google-Konto, Messenger- oder Social-Media-Accounts verbunden sind.
- Passwörter nicht unbedacht teilen: Zugangsdaten sollten grundsätzlich privat bleiben. Wer sie teilt, sollte dies bewusst tun und Passwörter bei Bedarf ändern.
- Standortfreigaben im Blick behalten: Geteilte Standorte lassen sich in den Einstellungen von Smartphone, Apps oder Cloud-Diensten überprüfen und jederzeit deaktivieren.Apps mit sensiblen Inhalten zusätzlich schützen: Banking- oder Authentifizierungsapps sollten so eingestellt sein, dass sie auch beim entsperrten Smartphone nicht ohne zusätzliche Identifizierung geöffnet werden können. Das lässt sich auch für weitere Apps, etwa Nachrichten oder Fotos, einrichten.
Methodik der Befragung
[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.449 Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland ab 16 Jahren online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum KW 3 bis KW 4 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragen lauteten: »Wurde Ihr Smartphone schon ohne Ihre ausdrückliche Erlaubnis von Ihrer aktuellen oder ehemaligen Partnerin bzw. Ihrem Partner durchsucht, also z. B. Nachrichten gelesen, Social-Media-Accounts, Fotos oder der Browserverlauf überprüft?«; »Und haben Sie schon ohne ausdrückliche Erlaubnis das Smartphone Ihrer aktuellen oder ehemaligen Partnerin bzw. Ihres Partners durchsucht?«; »Warum haben Sie ohne Erlaubnis das Smartphone Ihrer Partnerin bzw. Ihres Partners durchsucht?«; »Wie haben Sie sich danach gefühlt?« und »Welche der folgenden Dinge haben Sie in einer Beziehung bereits selbst getan?«
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