Personalmanagement und Mitarbeiterförderung in IT-Unternehmen – vier zentrale Trends für 2026

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Der Aufstieg der KI hat Personalverantwortliche – nicht nur in IT-Unternehmen – in den Mittelpunkt der Unternehmenstransformation gerückt. Sie sind es, die den Wandel gestalten, die Belegschaft weiterbilden und Unternehmen dabei unterstützen, die für ihren Erfolg erforderlichen Kompetenzen einzustellen. Die Personalabteilung wandelt sich zusammen mit der KI. Im Jahr 2026 wird sich die Diskussion um KI im Personalwesen endlich von »Was wäre, wenn …?« zu »Was nun?« verlagern. Dieses Jahr wird von der strategischen Einführung von KI geprägt sein, um die Mitarbeitererfahrung zu verbessern und die Produktivität zu steigern.

 

Niki Armstrong, Chief Administrative und Legal Officer bei Pure Storage, erläutert, worin der Schlüssel für Erfolg im HR-Bereich in 2026 liegen wird: die Kombination aus KI und ethischen Leitplanken, Transparenz, Vertrauen und Datenschutz.

 

Prognose 1: Der Fokus hinsichtlich der Belegschaft wird sich von der Mitarbeiterzahl auf die Fähigkeiten verlagern.

Im Jahr 2026 werden Führungskräfte sich nicht mehr auf die Größe des Teams konzentrieren, sondern beginnen, die Fähigkeiten, Anpassungsfähigkeit und Lerngeschwindigkeit, also die Geschwindigkeit, mit der Mitarbeiter neue Aufgaben übernehmen und hervorragende Leistungen erbringen können, zu optimieren. Die Mitarbeiterzahl wird nicht mehr als Maßstab für die Produktivität dienen, stattdessen werden die Fähigkeiten zur neuen Währung. Unternehmen werden das Lernen direkt in ihre Geschäftsstrategie integrieren und Neugier und kontinuierliche Neuerfindung als Wettbewerbsvorteile betrachten. Die Gewinner werden diejenigen sein, die »Portfolios der Neuerfindung« pflegen – Mitarbeiter, die sich ständig weiterbilden und sich an die Bedürfnisse des Marktes anpassen. Die Frage wird nicht mehr lauten, »Wie groß ist Ihr Team?«, sondern »Wie schnell kann Ihr Team lernen?«.

 

Prognose 2: Potenzial wird wichtiger sein als Herkunft und die Karriereentwicklung neu definieren

Traditionelle Qualifikationen und starre Anforderungen an die Berufserfahrung werden weiter an Bedeutung verlieren. Stattdessen werden Unternehmen Mitarbeiter auf der Grundlage ihrer Entwicklungsfähigkeit, ihrer unendlichen Neugier und ihrer Anpassungsfähigkeit einstellen und befördern. »Portfolio-artige« Karrieren, die auf Neuerfindung und Lernagilität basieren, werden mehr Gewicht haben als lineare Karriereleitern. Karriereleitern werden durch Gitterstrukturen ersetzt – dynamische, kompetenzbasierte Wege, die der Breite des Wissens Vorrang einräumen. Der berufliche Aufstieg wird eher durch die Mobilität zwischen Teams und Funktionen als durch Titel definiert sein. Microlearning, schnelle Experimente und Manager-as-Coach-Modelle werden diesen kulturellen Wandel beschleunigen. Mitarbeiter werden nicht danach beurteilt, wie lange sie in einer Position tätig sind, sondern danach, wie mutig sie sich in die nächste Position hineinwachsen.

 

Prognose 3: KI wird Menschen ergänzen, nicht ersetzen, und KI-Kompetenz wird zu einer Grundvoraussetzung.

KI ist der dominierende Trend in allen Bereichen der Wirtschaft, einschließlich der Personalabteilung, und sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber müssen ihre Herangehensweise an deren Nutzung ändern. Es zeichnen sich drei große Trends ab, die dominieren werden:

  1. Im Jahr 2026 wird die Unkenntnis darüber, wie man KI-Ergebnisse abfragt, validiert oder interpretiert, gleichbedeutend sein mit der Unkenntnis darüber, wie man E-Mails verwendet. KI-Kompetenz wird in jeder Position erwartet werden – nicht umfassende KI-Expertise, sondern Kompetenz mit Urteilsvermögen. Da KI-Tools in allen Positionen Einzug halten, wird die Fähigkeit, KI-gestützte Erkenntnisse kritisch zu hinterfragen – anstatt sie einfach nur zu nutzen – die Reife der Belegschaft bestimmen. Lernprogramme werden sich von »Wie nutze ich das Tool?« hin zu kritischem Denken, Interpretation, ethischer Argumentation und dem Erkennen von Halluzinationen oder Verzerrungen in den Ergebnissen entwickeln. Die Gewinner werden diejenigen sein, die KI als Denkpartner betrachten – und nicht als Autopiloten.
  2. Während KI die Personalbeschaffung und Vergütungsanalyse rationalisieren und die Mitarbeitererfahrung verbessern wird, bleiben Menschen für die Interpretation von Nuancen, Absichten und Werten unverzichtbar. HR-Funktionen werden sich in Richtung »Augmented Intelligence« entwickeln. Hierbei kommt KI zum Einsatz, um Konsistenz, Gerechtigkeit und Weitsicht zu verbessern, anstatt Intuition zu ersetzen. Gleichzeitig soll KI Führungskräfte dabei unterstützen, bessere, schnellere und fairere Entscheidungen zu treffen. Hier sollten Teams lernen, nicht mehr 100 Prozent anzustreben, sondern KI zu nutzen, um Agilität und die Fähigkeit zu unterstützen, sich schnell anzupassen, zu reagieren und zu verbessern.
  3. Um zu verhindern, dass Technologie Vorurteile verstärkt, werden Unternehmen einen »Always-on«-Ansatz für die KI-Governance verfolgen. Ethik wird bereits in der Entwurfsphase integriert und nicht nachträglich hinzugefügt. Ethisches Design wird ein unverzichtbarer Bestandteil von Produkt- und Personalentscheidungen sein und von Anfang an Fairness, Compliance und Transparenz gewährleisten. Verschiedene Regionen integrieren Ethik auf unterschiedliche Weise, und KI kann sehr effektiv eingesetzt werden, um die Einhaltung länderspezifischer Gesetze zu unterstützen und zu gewährleisten.

 

Prognose 4: Das Leistungsmanagement wird endlich modernisiert.

KI wird Echtzeit-Coaching-Signale ermöglichen und jährliche Beurteilungen in kontinuierliche Entwicklungsgespräche verwandeln. Manager erhalten Hinweise, Einblicke und Mustererkennung, die ihnen helfen, Mitarbeiter zu unterstützen – und nicht Monate nachträglich zu beurteilen. Es ist der Wandel vom Urteilen zum Wachsen – und die Art von Führung, an die sich Mitarbeiter noch lange nach Ende des Bewertungszyklus erinnern. Jährliche Bewertungen werden nicht verschwinden, aber sie werden endlich aufhören, sich wie archäologische Ausgrabungen von Dingen zu verhalten, die schon Monate zuvor hätten gesagt werden sollen.

 

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