Dark AI macht Online-Betrug glaubwürdiger und schwerer erkennbar

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Künstliche Intelligenz erleichtert längst nicht mehr nur den Alltag, sondern zunehmend auch den digitalen Betrug. In der Cybersicherheitsbranche ist in diesem Zusammenhang immer häufiger von »Dark AI« die Rede – also von KI, die für kriminelle Zwecke entwickelt oder missbraucht wird.

 

Eine aktuelle Analyse von Panda Security beschreibt, wie diese Entwicklung Betrugsversuche, Phishing-Angriffe, Malware und Deepfakes realistischer, schneller skalierbar und für Verbraucher deutlich schwerer erkennbar macht.

 

Besonders problematisch ist, dass viele dieser Werkzeuge inzwischen leicht verfügbar sind. Die Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass auf Dark-Web-Marktplätzen und in illegalen KI-Umgebungen Tools kursieren, mit denen auch Täter ohne tiefgehendes Fachwissen überzeugende Angriffe erstellen können.

 

Dazu zählen personalisierte Phishing-Nachrichten, gefälschte Login-Seiten, geklonte Stimmen, automatisierte Angriffskampagnen und Schadsoftware, die Zugangsdaten ausliest oder Geräte ausspioniert. Für Verbraucher bedeutet das: Gefälschte Inhalte wirken echter, Nachrichten erscheinen glaubwürdiger und Angriffe treten häufiger auf.

 

Zu den größten Risiken zählen Social Engineering, Voice Cloning, automatisierte Massenangriffe, KI-gestützte Malware und täuschend echte Phishing-Inhalte. So kann Dark AI öffentlich verfügbare Informationen auswerten und daraus Nachrichten erzeugen, die scheinbar von der Bank, dem Arbeitgeber oder sogar von vertrauten Personen stammen.

 

Auch Stimmen lassen sich bereits mit kurzen Audioausschnitten imitieren, um dringende Anrufe zu inszenieren und Geld, Zugangsdaten oder andere sensible Informationen zu erbeuten. Gleichzeitig können KI-Systeme Schwachstellen auf Tausenden Geräten in kurzer Zeit identifizieren und so das Tempo von Angriffen massiv erhöhen.

 

Dass KI die Bedrohungslage verändert, hat auch Hervé Lambert, Global Consumer Operations Manager bei Panda Security, bereits öffentlich hervorgehoben. Er beschreibt, dass künstliche Intelligenz die Einstiegshürden für Cyberkriminelle deutlich senkt und Angriffe intelligenter, automatisierter und schwerer sichtbar macht. Damit endet die Zeit schlecht formulierter Spam-Mails nicht nur — sie wird von einer neuen Generation digitaler Täuschung abgelöst, in der gefälschte Webseiten, synthetische Stimmen und hochgradig personalisierte Betrugsversuche zum Alltag werden.

 

»Künstliche Intelligenz hat die Einstiegshürden für Cyberkriminalität drastisch gesenkt. Was früher technisches Spezialwissen erforderte, lässt sich heute schneller erstellen, leichter skalieren und viel gezielter personalisieren. Genau deshalb ist es für Verbraucher wichtiger denn je, unerwartete Anfragen zu prüfen und die Sicherheit ihrer Konten und Geräte konsequent zu stärken.«

— Hervé Lambert, Global Consumer Operations Manager, Panda Security

 

Wer sich schützen will, sollte deshalb besonders wachsam auf dringende Nachrichten, ungewöhnliche Aufforderungen und Links in E-Mails oder SMS reagieren. Panda Security empfiehlt, Anfragen immer über einen zweiten Kanal zu verifizieren, Multi-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren, starke und einzigartige Passwörter zu nutzen, öffentliche WLAN-Netze bei sensiblen Vorgängen zu meiden und persönliche Informationen online nur sparsam preiszugeben. Je realistischer digitale Täuschung wird, desto wichtiger wird ein gesunder Zweifel im Umgang mit allem, was zu echt wirkt, um wahr zu sein.

 

KI-Betrug im Netz: Die meisten Nutzer sind leicht(gläubig)e Opfer

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Fast die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland fühlt sich zwar in der Lage, KI-generierte Inhalte zu erkennen. Tatsächlich schaut jedoch kaum jemand genauer hin: Nur eine Minderheit hat schon einmal etwa nach Unstimmigkeiten im Bild gesucht oder die Quelle überprüft (28 beziehungsweise 19 %). Der Cybersicherheitsmonitor des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) zeigt, wie hoch das Risiko ist, Opfer digitaler Betrugsmaschen zu werden [1].

 

BSI-Präsidentin Claudia Plattner:
»KI-generierte Inhalte sind längst im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen. Um Risiken und Falschinformationen zu identifizieren, ist es daher unverzichtbar, zu erkennen, welche Inhalte, Beiträge und Darstellungen in der Online-Welt KI-generiert sind. Hier setzt der Verbraucherschutz des BSI an: Wir bieten Orientierung und sensibilisieren dafür, was mit KI möglich ist, wie KI-generierte Inhalte erkannt und welche Maßnahmen ergriffen werden können.«

 

Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK:
»Eine Straftat, die wir im Polizeialltag aktuell häufig beobachten, ist der sogenannte Cybertrading-Fraud. Dabei versprechen Kriminelle schnelle Gewinne und hohe Rendite beim Online-Trading. Oft erstellen sie hierfür mithilfe von KI Videos, in denen Prominente für lukrative Anlagemöglichkeiten zu werben scheinen. Wer im Internet auf solche Anlagemöglichkeiten stößt, sollte im ersten Schritt überlegen, ob das Angebot überhaupt realistisch ist – oder zu gut, um wahr zu sein.«

 

Im Cybersicherheitsmonitor hat rund ein Drittel der Befragten noch keine einzige der gängigen Maßnahmen zur Erkennung von KI-generierten Inhalten ergriffen (32 %). Immerhin: 40 Prozent haben schon einmal überlegt, ob eine dargestellte Szene realistisch ist. Nur 28 Prozent haben nach Unstimmigkeiten, etwa fehlerhaften Schatten oder Gliedmaßen, gesucht. 19 Prozent haben zudem die Seriosität der jeweiligen Quelle recherchiert.

 

Auch das Wissen rund um mögliche Betrugsszenarien ist gering: Nur 38 Prozent halten es für möglich, dass Cyberkriminelle zum Beispiel ein KI-Programm manipulieren, damit dieses sensible Daten weitergibt. Auch dass Kriminelle unsichtbare Anweisungen für KI-Systeme in Dokumente einfügen, halten nur 40 Prozent für denkbar. Tatsächlich sind beide Szenarien technisch möglich.

 

Verbraucherinnen und Verbraucher finden beim BSI eine Checkliste mit Erkennungszeichen KI-generierter Bilder [2].

Informationen rund um Online-Anlagebetrug stellt das ProPK bereit [3].

Die Kooperationspartner bieten auch eine gemeinsame »Checkliste für den Ernstfall: Betrug beim Onlinebanking« [4].

 

Auf den Websites von BSI und ProPK finden sich außerdem der Studienbericht zum Fokusthema »Online-Betrug & Künstliche Intelligenz« des Cybersicherheitsmonitors 2026

https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Leistungen-und-Kooperationen/Digitaler-Verbraucherschutz/Digitalbarometer/digitalbarometer_node.html

sowie die Ergebnispräsentation

https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cymon/

Am 11. Mai 2026 folgt die Veröffentlichung der Ergebnisse der Hauptbefragung, die sich mit der Betroffenheit und dem Schutzverhalten der Bevölkerung beschäftigt. Der Cybersicherheitsmonitor ist ein bereits seit 2019 bestehendes Kooperationsprojekt von BSI und ProPK.

 

[1] https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Leistungen-und-Kooperationen/Digitaler-Verbraucherschutz/Digitalbarometer/digitalbarometer_node.html
[2] https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Technologien_sicher_gestalten/Kuenstliche-Intelligenz/KI-Bilderkennung/ki-bilderkennung.html
[3] https://www.polizei-beratung.de/aktuelles/detailansicht/trading-scam/
[4] https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Broschueren/Wegweiser_Checklisten_Flyer/Checkliste_BSI_ProPK_Onlinebanking.pdf?__blob=publicationFile&v=3

 

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