Angriffspfadanalyse stärkt die Business-Resilienz – Ansatz und Sinn der Kartierung von Cyber-Risikoexposition

Ein erfolgreicher Erstzugriff ist nicht automatisch eine Unternehmenskrise. Entscheidend ist, wie weit sich Angreifer danach durch Identitäten, Systeme und Vertrauensbeziehungen bewegen können. Angriffspfadanalysen verbinden technische Erreichbarkeit mit geschäftlicher Kritikalität: Sie zeigen, welche Wege zu besonders wichtigen Assets führen, welche Kontrollen fehlen und wo Investitionen den größten Beitrag zur Cyber-Resilienz leisten. Der Ansatz ergänzt klassische Schwachstellenbewertungen um eine für CIOs, CISOs und Geschäftsleitungen zentrale Frage: Welcher technische Pfad kann welchen Geschäftsschaden auslösen?

Management Summary

  • Geschäftsauswirkungen priorisieren: Angriffspfadanalysen verknüpfen technische Erreichbarkeit mit Umsatz, Verfügbarkeit, Compliance und Wiederanlaufzeiten.
  • Laterale Bewegung begrenzen: Segmentierung, identitätsbasierte Kontrollen und zeitlich begrenzte Privilegien verkleinern den potenziellen Ausbreitungsradius.
  • Kritische Assets zuerst betrachten: Die Analyse sollte bei den geschäftskritischen Systemen beginnen und von dort mögliche Einstiegspunkte und Vertrauensbeziehungen zurückverfolgen.
  • Realistische Szenarien modellieren: Kompromittierte Benutzer, Cloud-Identitäten, KI-Agenten, exponierte Perimetersysteme und Drittzugänge gehören in die Bewertung.
  • Fortschritt messbar machen: Pfadlänge, Zahl erreichbarer kritischer Assets, offene administrative Protokolle und Reaktionszeiten eignen sich als operative Kennzahlen.

 

Illustration Absmeier foto ki designer

Angriffspfadanalyse macht sichtbar, wie sich ein Angreifer von einem kompromittierten Endpunkt über Identitäten und Systeme bis zu geschäftskritischen Assets bewegen könnte.

 

In den meisten Unternehmen setzt laut einer Analyse von Zero Networks ein einziger kompromittierter Endpunkt 85 Prozent der Umgebung direkt einem Risiko aus. So ergab der 2026 Lateral Movement Exposure Report, dass 12 Prozent der Enterprise-Umgebungen mindestens einen administrativen Pfad vom Benutzer zum Server offenlegen [1]. Damit können Angreifer einen direkten Weg vom kompromittierten Endpunkt zu den »Kronjuwelen« nutzen.

Zwar wissen die meisten Unternehmen, welche Ressourcen für sie kritisch sind, doch weitaus weniger haben ein klares Verständnis ihrer tatsächlichen Cyber-Risikoexposition – oder wissen, was sie dagegen tun können. Die meisten Unternehmen sind noch dabei, die externen und internen KI-Bedrohungen zu verstehen, geschweige denn einen Weg zu finden, diese unter Kontrolle zu bringen.

Eine Angriffspfadanalyse verfolgt den Weg, den ein Angreifer vom ersten Kompromittierungspunkt bis zu einer kritischen Ressource nehmen könnte. Sie bewertet auch die Kontrollmaßnahmen, die dem im Wege stehen, um das tatsächliche Ausmaß der Gefährdung aufzudecken. Dies lässt sich schrittweise mit Erfassung, Modellierung und Angriffspfadanalyse durchführen oder mithilfe kostenloser Tools wie Breach Map von Zero Networks automatisieren.

Kay Ernst, Regional Manager DACH beim IT-Sicherheitsanbieter Zero Networks, erläutert Ansatz und Sinn der Kartierung von Cyber-Risikoexposition:

Die Analyse von Angriffspfaden als Teil einer Business Impact Analysis (BIA) ermöglicht es Sicherheitsverantwortlichen, eine Strategie zur Cyber-Resilienz zu entwickeln, die direkt auf die Geschäftsergebnisse ausgerichtet ist. Eine BIA ermittelt, welche Ressourcen kritisch sind und welche Kosten Ausfallzeiten verursachen würden. Die Angriffspfadanalyse verdeutlicht, wie stark diese kritischen Ressourcen gefährdet sind, und identifiziert vorrangige Maßnahmen für Sicherheitsverantwortliche, die Ziele im Bereich der Cyber-Resilienz verfolgen.

 

Angriffspfad, Angriffsvektor und Angriffsfläche

Sicherheitsteams haben es bei der Erfassung und Bewertung von Angriffspfaden im Rahmen einer BIA mit drei miteinander verbundenen, aber dennoch unterschiedlichen Begriffen zu tun:

Angriffsfläche ist die Summe aller Punkte in der Umgebung, an denen ein Angreifer potenziell Zugang erlangen oder eine Schwachstelle ausnutzen könnte – jeder exponierte Port, jede Identität, jeder Endpunkt, jede Cloud-Workload und jede Integration von Drittanbietern. Je größer und komplexer die Umgebung ist, desto größer ist die Angriffsfläche.

Ein Angriffsvektor ist die spezifische Methode, mit der ein Angreifer einen Punkt der Angriffsfläche ausnutzt und sich einen ersten Zugang verschafft. Beispielsweise sind kompromittierte Anmeldedaten oder die Ausnutzung von Schwachstellen gängige Angriffsvektoren.

Ein Angriffspfad ist die Route, die ein Angreifer nach dem ersten Zugriff durch die Umgebung zurücklegt, um kritische Ressourcen zu erreichen – der Umfang des Schadens, den er dabei anrichten könnte, bildet den Ausbreitungsradius in einem Unternehmen.

Mit anderen Worten: Die Angriffsfläche beschreibt, was kompromittiert werden kann, ein Angriffsvektor ist, wie Kompromittierungen erfolgen können, und Angriffspfade veranschaulichen, wohin Angreifer nach dem Erlangen des ersten Zugriffs gelangen können, um schließlich kritische Systeme zu erreichen.

 

Kartierung von vier Angriffsvektoren für jedes kritische Asset

Ausgehend von den geschäftskritischsten Assets sollten Sicherheitsteams Angriffspfade anhand von Szenarien analysieren, die die heutige Bedrohungslandschaft widerspiegeln:

  • Kompromittierter Benutzer: Ein Standardbenutzerkonto, das durch Phishing, Diebstahl von Anmeldedaten oder Malware kompromittiert wurde.
  • Kompromittierte Cloud-Identität oder KI-Agent: Gestohlene Anmeldedaten oder Sitzungstoken für eine SaaS-, IaaS- oder agentenbasierte Identität, die häufig ausgenutzt werden, um über Verbundmechanismen, Single-Sign-On-Vertrauensbeziehungen oder den ständigen Zugriff eines KI-Agenten in lokale Ressourcen vorzudringen.
  • Eindringen über den technischen Perimeter: Ausnutzung eines mit dem Internet verbundenen Geräts oder Dienstes, wie z. B. eines VPN-Konzentrators, einer Edge-Firewall oder einer öffentlich zugänglichen Webanwendung, um Codeausführung zu erlangen und einen Fuß in die Tür für weitere laterale Bewegungen zu gewinnen.
  • Zugriff durch vertrauenswürdige Anbieter/Drittparteien: Eine kompromittierte oder böswillige Drittpartei, die bereits bestehenden privilegierten Zugriff nutzt, wie z. B. eine VPN-Verbindung eines Anbieters oder eine API-Integration, um interne Systeme zu erreichen.

 

Erfassung, Modellierung und Pfadfindung

Nachdem Sicherheitsteams kritische Assets und relevante Angriffsvektoren identifiziert haben, können sie damit beginnen, die Angriffspfade zu kartieren, anhand derer sie die Gefährdung analysieren. Manuell erfolgt dies in der Regel in drei Phasen:

  • Erfassung: Bestandsaufnahme von Systemen, Identitäten und Verbindungen
    Das Aufdecken von Angriffspfaden beginnt mit einem genauen Überblick über alle Netzwerkressourcen, Identitäten und Verbindungen – einschließlich Dienstkonten, KI-Agenten und anderer oft nur unzureichend überwachter Teile des Netzwerks. Ziel ist es, effektiv nachzuverfolgen, wie diese zu einem ausnutzbaren Pfad beitragen könnten.
  • Modellierung: Kommunikationswege aufdecken
    Die Bestandsaufnahme lässt sich in eine grafische Darstellung umwandeln, was über On-Premises-Umgebungen, die Cloud, IoT/OT und Kubernetes erreichbar ist: welche Systeme und Identitäten auf welche Ressourcen zugreifen können, über welche Vertrauensbeziehungen und ob dieser Zugriff im Routinedatenverkehr sichtbar ist oder nicht.
  • Pfadfindung: Ausnutzbare Schritte miteinander verknüpfen
    Ausgehend von einem vordefinierten Einstiegspunkt gilt es die Routen zu verfolgen, die ein Angreifer ausnutzen könnte und die zu einer kritischen Ressource führen. Im Enterprise-Maßstab erfordert dies in der Regel Algorithmen zur Graphdurchquerung, um jeden Pfad aufzulisten, der von einem Einstiegspunkt zu einer bestimmten Ressource erreichbar ist.

 

Die wichtigsten Prioritäten und Investitionen für die Business-Resilienz

Nach der Analyse der Angriffspfade benötigen Sicherheitsverantwortliche eine Bestandsaufnahme geschäftskritischer Ressourcen und deren Kritikalität sowie einen Überblick über alle Pfade von gängigen Einstiegspunkten zu diesen kritischen Ressourcen. Ebenso erforderlich ist eine Aufschlüsselung, wie anfällig die ausnutzbaren Pfade tatsächlich sind, gemessen an den Eindämmungsmaßnahmen.

Das Ziel besteht darin, die Stellen zu ermitteln, an denen geschäftliche Auswirkungen und Abwehrbereitschaft am stärksten zusammenlaufen. Ein Beispiel wäre ein Abrechnungssystem, das aufgrund seiner hohen Auswirkungen auf den Umsatz eine extrem niedrige Ausfallschwelle aufweist, aber über kompromittierte Zugangsdaten innerhalb von zwei Schritten der lateralen Bewegung direkt zugänglich ist. Ein solcher Fall sollte als hohe Priorität eingestuft werden.

Sind die Prioritäten definiert, verfügen Sicherheitsverantwortliche über einen Plan, um Cyber-Resilienz direkt mit den geschäftlichen Auswirkungen zu verknüpfen. Resilienzstrategien sollten dabei helfen, Risikobelastungen aufzudecken und die Dringlichkeit zu definieren mittels folgender Maßnahmen:

  • Erhöhung der Pfadlänge oder vollständige Beseitigung von Pfaden zu kritischen Ressourcen: Granulare Netzwerksegmentierung, zusätzliche Authentifizierungsgrenzen und Kontrollpunkte können komplette Kompromittierungsszenarien vereiteln.
  • Privilegienrisiken reduzieren: Dies erfordert es, persistente privilegierte Zugriffe zu beseitigen, den Geltungsbereich von Dienstkonten einzuschränken und eine Just-in-Time-Reauthentifizierung oder zusätzliche Authentifizierungsanforderungen für kritische Ressourcen einzuführen.
  • Kontrollen auf Datenebene durchsetzen: Die Implementierung granularer identitätsbasierter Zugriffskontrollen und Verschlüsselung ruhender Daten begrenzt den Schaden, den ein Angreifer anrichten kann, falls es ihm gelingt, kritische Systeme zu erreichen.

 

Business-Resilienz von Grund auf

Bei der Priorisierung von Investitionen in die Business-Resilienz sollten Unternehmen die Verfügbarkeit durch automatisierte, identitätsgesteuerte Mikrosegmentierung sicherstellen. Dazu müssen sie die Angriffspfade mit den größten geschäftlichen Auswirkungen im Verhältnis zur Eindämmungsfähigkeit identifizieren. Anschließend lassen sich Kontrollen implementieren, die die Länge der Angriffspfade vergrößern oder ganze Angriffsszenarien ausschalten. Ebenso gilt es, die Gefährdung durch Zugriffsrechte zu minimieren und den potenziellen Schaden an Schlüsselressourcen zu begrenzen.

 (Kay Ernst, Zero Networks)

 

Tipps für die Praxis

  1. Mit dem Geschäft beginnen: Legen Sie gemeinsam mit Fachbereichen fest, welche Prozesse, Daten und Systeme für Umsatz, Produktion, Versorgung oder regulatorische Pflichten unverzichtbar sind.
  2. Pfadanalysen risikobasiert eingrenzen: Starten Sie mit wenigen kritischen Assets und den wahrscheinlichsten Einstiegsszenarien, statt sofort das gesamte Netzwerk vollständig modellieren zu wollen.
  3. Identitäten und Verbindungen gemeinsam betrachten: Erfassen Sie Benutzer, Dienstkonten, Maschinenidentitäten, Cloud-Rollen, KI-Agenten, Remote-Zugänge und Vertrauensbeziehungen in einem Modell.
  4. Administrative Protokolle überprüfen: Prüfen Sie insbesondere RDP, SSH, SMB, WinRM und weitere Remote-Dienste auf breite interne Erreichbarkeit und unnötige Dauerfreigaben. MITRE führt Remote Services und die Ausnutzung solcher Dienste als typische Techniken lateraler Bewegung. [3]
  5. Kontrollen nach Wirkung priorisieren: Bevorzugen Sie Maßnahmen, die mehrere riskante Pfade gleichzeitig unterbrechen, etwa Mikrosegmentierung, starke Reauthentifizierung, Just-in-Time-Zugriff oder die Bereinigung privilegierter Konten.
  6. Änderungen sicher erproben: Testen Sie neue Segmentierungs- und Zugriffsregeln zunächst beobachtend oder in abgegrenzten Bereichen, dokumentieren Sie Ausnahmen und planen Sie Rückfalloptionen.
  7. Erfolg mit Kennzahlen belegen: Messen Sie unter anderem die Zahl direkter Pfade zu kritischen Assets, die mittlere Pfadlänge, breit erreichbare Admin-Dienste und den Anteil zeitlich begrenzter Privilegien.
  8. In Governance und BIA verankern: Nutzen Sie die Ergebnisse für Zielprofile, Investitionsentscheidungen, Notfallübungen und Managementberichte. Das NIST CSF 2.0 bietet dafür einen Rahmen aus Govern, Identify, Protect, Detect, Respond und Recover. [2]

 


Infografik: Acht Schritte führen von der geschäftlichen Priorisierung über technische Kontrollen bis zur dauerhaften Verankerung in Governance und Business Impact Analysis.

 

FAQ zur Angriffspfadanalyse

  1. Was ist eine Angriffspfadanalyse?
    Sie untersucht, über welche Folge von Identitäten, Systemen, Berechtigungen, Diensten und Vertrauensbeziehungen ein Angreifer von einem angenommenen Einstiegspunkt zu einem kritischen Asset gelangen könnte. Anders als eine reine Schwachstellenliste betrachtet sie die Verkettung mehrerer Schritte und die bestehenden Gegenmaßnahmen. MITRE ATT&CK stellt die von Angreifern verwendeten Taktiken und Techniken auf Grundlage realer Beobachtungen bereit und bildet damit eine Grundlage für solche Bedrohungsmodelle. [3]
  2. Worin unterscheidet sich ein Angriffspfad von Angriffsfläche und Angriffsvektor?
    Die Angriffsfläche umfasst die Punkte an der Grenze eines Systems oder einer Umgebung, an denen Angreifer einzudringen, Wirkungen auszulösen oder Daten zu entnehmen versuchen können. [7] Der Angriffsvektor beschreibt die Methode des Einstiegs, etwa Phishing oder die Ausnutzung eines exponierten Dienstes. Der Angriffspfad zeigt, wohin sich ein Angreifer nach diesem Einstieg über mehrere Schritte bewegen könnte; MITRE ATT&CK ordnet solche Schritte den Taktiken und Techniken eines Angriffs zu. [3]
  3. Warum ist laterale Bewegung für Unternehmen so relevant?
    Nach dem Erstzugriff suchen Angreifer häufig nach weiteren Systemen, Konten und Berechtigungen, um ihr eigentliches Ziel zu erreichen. MITRE ATT&CK beschreibt laterale Bewegung als Techniken zum Eintritt in und zur Kontrolle von Remote-Systemen; dabei können auch legitime Zugangsdaten und bordeigene Werkzeuge genutzt werden. [3]
  4. Welche Daten werden für eine belastbare Analyse benötigt?
    Erforderlich sind mindestens aktuelle Informationen zu Assets, Identitäten, Gruppenmitgliedschaften, Berechtigungen, Netzwerkverbindungen, Cloud-Rollen, Remote-Diensten und Drittzugängen. CISA bezeichnet ein regelmäßig aktualisiertes Asset-Inventar als Grundlage einer belastbaren Sicherheitsarchitektur und empfiehlt eine Klassifizierung nach Funktion und Kritikalität. [9] Zusätzlich sollten Kritikalität, Abhängigkeiten und tolerierbare Ausfallzeiten aus der Business Impact Analysis einfließen; NIST SP 800-34 verknüpft die BIA mit Anforderungen und Prioritäten der Notfallplanung. [8]
  5. Muss das gesamte Unternehmensnetz auf einmal modelliert werden?
    Nein. Ein risikobasierter Einstieg über wenige geschäftskritische Assets ist meist praktikabler. NIST SP 800-30 sieht vor, Risikobewertungen vorzubereiten, durchzuführen und fortlaufend zu pflegen; CISA empfiehlt bei der Inventarisierung zunächst Scope und Ziele festzulegen und Assets anschließend strukturiert zu erfassen und zu klassifizieren. [10][9] Danach kann der Scope schrittweise um weitere Standorte, Cloud-Umgebungen, OT, SaaS-Dienste und Lieferantenzugänge erweitert werden.
  6. Wie hängen Angriffspfadanalyse und Zero Trust zusammen?
    Zero Trust zielt auf granulare, kontextbezogene Entscheidungen mit minimal erforderlichen Rechten. Das CISA-Reifegradmodell strukturiert diesen Übergang über die Säulen Identität, Geräte, Netzwerke, Anwendungen und Workloads sowie Daten. Angriffspfadanalysen zeigen, an welchen Übergängen diese Prinzipien noch nicht konsequent umgesetzt sind. [4]
  7. Welche Rolle spielt Mikrosegmentierung?
    Mikrosegmentierung beschränkt unnötige Kommunikation zwischen Systemen und Workloads. Dadurch können erreichbare Wege verkürzt, unterbrochen oder stärker kontrolliert werden. Die Cloud Security Alliance beschreibt Mikrosegmentierung als grundlegende Zero-Trust-Strategie und behandelt auch hybride IT/OT- sowie agentische KI-Umgebungen. [5]
  8. Wie sollten KI-Agenten berücksichtigt werden?
    KI-Agenten sollten als eigenständige Software- beziehungsweise Maschinenidentitäten mit ihren Berechtigungen, Tokens, Datenzugriffen, Werkzeugverbindungen und ausgehenden Kommunikationswegen erfasst werden. Das NIST-Konzeptpapier zu Identität und Autorisierung von Software- und KI-Agenten behandelt ausdrücklich Identifikation, Authentifizierung, Autorisierung, Auditierbarkeit und Nichtabstreitbarkeit. [11] Für die Praxis folgen daraus minimale Rechte, eindeutig zuordenbare Aktionen, kurze Gültigkeitszeiten für Zugangsmittel und klar begrenzte Vertrauenszonen.
  9. Welche Kennzahlen eignen sich für das Management?
    Als interne Steuerungsgrößen eignen sich die Zahl erreichbarer kritischer Assets je Einstiegsszenario, direkte administrative Pfade, mittlere Pfadlänge, Pfade ohne starke Authentifizierung, breit freigegebene Remote-Dienste und die Zeit bis zur Behebung. Ergänzt werden sollten geschäftliche Größen wie potenzielle Ausfallkosten und Wiederanlaufzeit. NIST SP 800-34 ordnet die BIA als Grundlage ein, um Auswirkungen, Anforderungen und Prioritäten für die Wiederherstellung zu bestimmen. [8] Die konkrete Auswahl und Zielwerte der Kennzahlen müssen Unternehmen aus ihrer eigenen Risikobewertung ableiten. [10]
  10. Wie belastbar sind die im Beitrag genannten Herstellerzahlen?
    Der Zero-Networks-Report basiert laut Anbieter auf 54 Billionen Aktivitäten aus 312 produktiven Unternehmensumgebungen. Er berichtet unter anderem, dass ein kompromittierter Host im ersten Schritt 85 Prozent interner Systeme erreichen könne und 12,2 Prozent der untersuchten Umgebungen mindestens einen administrativen Benutzer-zu-Server-Pfad aufwiesen. [1] Die Werte sind als Herstellerstudie und Benchmark der untersuchten Stichprobe einzuordnen; sie ersetzen keine Messung in der eigenen Umgebung. Zur breiteren Einordnung können unabhängige Rahmenwerke und Lagebilder wie NIST CSF, MITRE ATT&CK und ENISA herangezogen werden. [2][3][6]

 

Quellen
[1] Zero Networks, »2026 Lateral Movement Exposure Report«:
https://zeronetworks.com/resource-center/reports/2026-lateral-movement-exposure-report
[2] National Institute of Standards and Technology, »The NIST Cybersecurity Framework (CSF) 2.0«:
https://www.nist.gov/publications/nist-cybersecurity-framework-csf-20
[3] MITRE ATT&CK, »Lateral Movement, Tactic TA0008 – Enterprise«:
https://attack.mitre.org/tactics/TA0008/
[4] Cybersecurity and Infrastructure Security Agency, »Zero Trust Maturity Model Version 2.0«:
https://www.cisa.gov/resources-tools/resources/zero-trust-maturity-model
[5] Cloud Security Alliance, »Zero Trust Microsegmentation Guidance«:
https://cloudsecurityalliance.org/artifacts/zero-trust-microsegmentation-guidance
[6] European Union Agency for Cybersecurity, »ENISA Threat Landscape 2026«:
https://www.enisa.europa.eu/publications/enisa-threat-landscape-2026
[7] National Institute of Standards and Technology, »Attack Surface – Glossary«:
https://csrc.nist.gov/glossary/term/attack_surface
[8] National Institute of Standards and Technology, »SP 800-34 Rev. 1 – Contingency Planning Guide for Federal Information Systems«:
https://csrc.nist.gov/pubs/sp/800/34/r1/upd1/final
[9] Cybersecurity and Infrastructure Security Agency, »Foundations for OT Cybersecurity: Asset Inventory Guidance for Owners and Operators«:
https://www.cisa.gov/resources-tools/resources/foundations-ot-cybersecurity-asset-inventory-guidance-owners-and-operators
[10] National Institute of Standards and Technology, »SP 800-30 Rev. 1 – Guide for Conducting Risk Assessments«:
https://csrc.nist.gov/pubs/sp/800/30/r1/final
[11] National Institute of Standards and Technology, »Accelerating the Adoption of Software and Artificial Intelligence Agent Identity and Authorization« (Initial Public Draft):
https://csrc.nist.gov/pubs/other/2026/02/05/accelerating-the-adoption-of-software-and-ai-agent/ipd
Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

 

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