Facebook, Microsoft, Twitter, Google und Amazon gemeinsam für mehr Websicherheit

Illustration: Absmeier

In den letzten Tagen fand in Paris das Treffen zwischen der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Arden, dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und den fünf High-Tech-Giganten Facebook, Microsoft, Twitter, Google und Amazon statt, das mit dem Ziel einberufen wurde, die Nutzung sozialer Netzwerke durch Terroristen und böswillige Menschen im Allgemeinen drastisch zu begrenzen. Es ist inzwischen klar, dass neue Vorgehensweisen seitens der High-Tech-Giganten nötig sind. Es reicht nicht aus, nur einen Registrierungscode oder die anderen Kontrollformen zur Verfügung zu haben, um die gemeinsame Nutzung von subversivem Material zu begrenzen.

Facebook, Microsoft, Twitter, Google und Amazon haben daher den Christchurch Call angenommen, eine Vereinbarung zur Schaffung eines Kontrollnetzes, um die Verbreitung von gewalttätigen Bildern und Videos im Netz zu begrenzen. Die fünf großen Namen im Internet haben daher ihre Absicht bekundet, alle Formen des Terrorismus auf ihren Kanälen einzudämmen.

Erinnern wir uns daran, dass am 15. März das Massaker von Christchurch in Neuseeland stattfand. Um das Ereignis noch blutiger zu machen, gab es seitens des Angreifers eine Videoübertragung des Geschehens im Internet und über den Streaming-Service von Facebook. Das Video wurde nicht sofort entfernt, ging in wenigen Minuten durch das Netz und weckte nicht nur das Entsetzen in den sozialen Medien, sondern bittere Polemiken gegenüber Facebook selbst.

Der Angriff veranlasste den neuseeländischen Premierminister Arden, eine internationale Zusammenarbeit bei dieser Form des Online-Extremismus des Terrorismus anzustreben: »In einer vollständig vernetzten digitalen Welt wäre ein einzelner Ansatz, also jeder Staat für sich, nicht in der Lage, die Verbreitung von solchem Material im Internet zu verhindern.

Am Christchurch Call nahmen Frankreich, Neuseeland, die Europäische Gemeinschaft, Großbritannien, Kanada, Jordanien, Senegal, Indonesien, Australien und Norwegen teil. Auf der anderen Seite waren die fünf bereits erwähnten Riesen anwesend, die sich verpflichteten, sich zusammenzuschließen, um die Verbreitung von gewalttätigen und extremistischen Inhalten durch die Anwendung neuer Technologien zu begrenzen. Die Intervention wird an zwei verschiedenen Fronten durchgeführt: Erstens wird eine größere Kontrolle über die Arten der Dienste, wie etwa Live-Streaming, erfolgen, andererseits werden den Kunden auch Instrumente zur Verfügung gestellt, damit sie das Vorhandensein von gewalttätigen und unangemessenen Inhalten melden können.

Obwohl der Christchurch Call keine verbindliche Vereinbarung ist, hat Facebook bereits angekündigt, dass es 7,5 Millionen Dollar in die Finanzierung der University of Maryland, der Cornell University und der University of California investiert hat, um neue Technologien zu entwickeln, die in der Lage sind, alle Bilder und Videos im Internet, die als schädlich eingestuft werden können, mit einem neuen Algorithmus aufzudecken und zu entfernen und die künstliche Intelligenz zu ersetzen, die es heute noch nicht geschafft hat, diese Aufgabe zu erfüllen.

Die fünf Riesen des Webs standen in den letzten drei Jahren unter Druck, weil sie noch kein System zur Identifizierung bestimmter Kategorien von Materialien geschaffen hatten. Auch die Verzögerungen bei der Beseitigung des terroristischen Videos von Christchurch haben das Problem aufgeworfen. Man hofft, dass dieses neue Treffen das Schaffen neuer Protokolle ermöglichen wird, die nicht nur die Verbreitung ungeeigneter multimedialer Materialien, sondern auch ähnlicher Textinhalte einschränken.

 

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