Mehr als 90 Prozent der Betreiber befürchten steigende Energiekosten für 5G und Edge

Illustration: Absmeier, Analogicus

Betreiber blicken optimistisch auf die durch 5G ermöglichten Dienste. Doch Schätzungen zufolge könnte der Netzenergieverbrauch bis 2026 um bis zu 170 Prozent steigen.

 

Vertiv und das Technologieanalystenhaus 451 Research veröffentlichen die Ergebnisse einer Umfrage, die einen Einblick in das Zusammenspiel aus 5G und Edge Computing geben. Die Mehrheit der befragten Telekommunikationsanbieter glaubt, dass die 5G-Ära regionenübergreifend im Jahr 2021 tatsächlich beginnen wird, wobei 88 Prozent der Befragten planen, 5G in den Jahren 2021/2022 einzusetzen.

Mehr als 90 Prozent der Befragten glauben jedoch, dass 5G zu höheren Energiekosten führen wird und interessieren sich für Technologien und Dienstleistungen zur Effizienzsteigerung. Dies steht im Einklang mit der internen Analyse von Vertiv, die aufzeigt, dass der Wechsel zu 5G den Gesamtenergieverbrauch des Netzwerks bis zum Jahr 2026 um 150-170 Prozent erhöhen wird – mit den größten Zuwächsen bei den Makro-, Node- und Netzwerk-Rechenzentren.

Für die Umfrage wurden mehr als 100 globale Telekommunikationsunternehmen zu den Möglichkeiten und potenziellen Hindernissen bei der Bereitstellung von 5G-Diensten und den Auswirkungen auf die Akzeptanz von Edge Computing befragt.

»Die Herausforderung für Betreiber, die 5G in Betracht ziehen, besteht darin, die am weitesten entwickelten Anwendungsfälle, Branchen und Ökosysteme auszuwählen, bei denen sie eine sinnvolle und nachhaltige Rolle spielen können. Die Forschung, die Vertiv im Bereich der Edge Computing Use Cases und Archetypen durchgeführt hat, wird zusammen mit dieser jüngsten Umfrage mit 451 unseren Betreiberkunden und Telekommunikationspartnern helfen, robustere Business Cases für 5G-Investitionen und damit verbundene Edge-Compute-Implementierungen zu entwickeln«, sagt Giordano Albertazzi, President EMEA bei Vertiv.

Die Umfrage zeigte auch, dass eine große Mehrheit der Betreiber Edge-Computing, das auf die mobile Infrastruktur abgestimmt ist – auch Multi-Access Edge Computing (MEC) genannt – eingesetzt hat (37 Prozent) oder einsetzen möchte (47 Prozent).

»Diese Umfrage bringt uns Klarheit über die Hoffnungen und Befürchtungen der Telekommunikationsunternehmen in Bezug auf 5G- und Edge-Implementierungen«, sagt Brian Partridge, Research Vice President bei 451 Research. »Die beiden größten Herausforderungen bei der Konnektivität für die Unterstützung von 5G-Topologien ergaben sich aus der Aktualisierung von Zugangs- und Aggregationsnetzen und dem Hinzufügen neuer Backhaul-Verbindungen. Die Ergebnisse der Umfrage zeigten, dass die Verfügbarkeit einer qualitativ hochwertigen Konnektivität zu verteilten POPs und die einfache Akquisition von Standorten als die wichtigsten Erfolgsfaktoren für 5G angesehen werden. Wir waren offen gesagt überrascht von einigen dieser Ergebnisse und glauben, dass sie Klarheit in den Grad der Transformation bringen, dem die Branche jetzt entgegenblickt.«

 

Neben den wichtigen Berührungspunkten zwischen 5G und Edge Computing untersucht die Studie von 451 Research and Vertiv einige der potenziellen Hindernisse für die Einführung von 5G und vor allem die Maßnahmen, die Betreiber ergreifen können, um diese zu verringern, wie beispielsweise Energy Savings as a Service (ESaaS). Mehr als 90 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich entweder extrem oder mäßig für ESaaS interessieren.

Zusätzlich zu dieser jüngsten Umfrage hat Vertiv umfangreiche Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet durchgeführt und mehr als 100 Anwendungsfälle analysiert, um vier Edge-Computing-Archetypen zu definieren. Das kürzlich veröffentlichte Paper »Turning on 5G: Using Edge Archetypes to Identify the Most Mature Cases« quantifiziert zudem potenzielle Auswirkungen spezifischer 5G-Implementierungen.

 


 

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