Zwei Wochen nach Einführung des Tankrabatts zieht Wettbewerbsexperte Tomaso Duso, Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Zwischenbilanz. Täglich verfolgt der Tankrabatt-Monitor des DIW Berlin die Preisentwicklung für Benzin und Diesel an den Tankstellen.

grafik (c) diw berlin
Die Grafik zeigt für Super E10, Super E5 und Diesel die durchschnittliche Preissenkung seit dem 1. Oktober im Vergleich zu Frankreich. Ein vollständig gefüllter Tank entspricht der vollen Weitergabe der Steuersenkung von 16,7 Cent je Liter. Der graue Teil ist der Anteil, der nicht an der Zapfsäule ankommt. Im Durchschnitt seit dem 1. Oktober kommen 61 bis 67 Prozent der Steuersenkung an, beim Diesel am meisten (Stand 15. Oktober, Referenztag 30. September). Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis von Tankerkönig und prix-carburants.gouv.fr
»Nach zwei Wochen Tankrabatt zeigt sich in unserem Tankrabatt-Monitor, dass nur rund zwei Drittel der Preissenkung von 16,7 Cent bei den Verbrauchern ankommen. Seit dem 1. Oktober sind die Preise in Deutschland im Durchschnitt um 10 bis 11 Cent je Liter stärker gesunken als in Frankreich, wo es keinen Rabatt gibt.
Noch deutlicher ist die Entwicklung über die Zeit. In den ersten Tagen sind die Preise um rund 12 Cent stärker gefallen als in Frankreich, beim Diesel um bis zu 13,6 Cent. Die Weitergabe ist über die Zeit kleiner geworden und liegt seit dem 8. Oktober bei durchschnittlich nur noch 9 Cent. Auch beim Tankrabatt im Frühjahr hat sie mit der Zeit nachgelassen, damals allerdings erst gegen Ende.
Wie viel genau ankommt, hängt auch davon ab, welchen Tag vor dem Rabatt man als Referenzpunkt nimmt. Vergleicht man die Entwicklung mit dem 27. September statt mit dem 30. September, liegt die Weitergabe bei über 80 Prozent, da die Preise in Deutschland schon im September stärker gefallen sind als in Frankreich. An der Entwicklung seit dem 1. Oktober ändert der Vergleichstag aber nichts: Die Weitergabe nimmt ab.
Die Steuersenkung kommt zuerst bei Raffinerien und Großhändlern an. Ob sie weitergegeben wird, hängt vom Wettbewerb auf dieser Stufe ab. Und dort gibt es deutliche Hinweise, dass der Wettbewerb schwach ist. Das Bundeskartellamt sollte seine Untersuchungen auf der Raffinerie- und Großhandelsstufe konsequent fortführen, denn der dortige mangelnde Wettbewerb ist nicht nur in Zeiten des Tankrabatts ein Problem.«

grafik (c) diw berlin
Die Grafik zeigt für Super E10, Super E5 und Diesel die durchschnittliche Preissenkung seit dem 1. Oktober im Vergleich zu Frankreich. Ein vollständig gefüllter Tank entspricht der vollen Weitergabe der Steuersenkung von 16,7 Cent je Liter. Der graue Teil ist der Anteil, der nicht an der Zapfsäule ankommt. Im Durchschnitt seit dem 1. Oktober kommen 66 bis 77 Prozent der Steuersenkung an, beim Diesel am meisten (Stand 8. Oktober, Referenztag 30. September). Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis von Tankerkönig und prix-carburants.gouv.fr
Zum 1. Oktober hat die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für drei Monate gesenkt. Rechnerisch werden die Kraftstoffe damit knapp 17 Cent pro Liter billiger. Ob diese Entlastung die Verbraucher*innen erreicht, ist bislang unklar.
Die Abteilung Unternehmen und Märkte im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat einen Tankrabatt-Monitor entwickelt, um die Preisentwicklung von Benzin und Diesel transparent zu machen. Dazu wird täglich geschätzt, wie viel der Steuersenkung an der Zapfsäule ankommt. Grundlage für die Schätzung sind die Kraftstoffpreise an rund 15.000 Tankstellen in Deutschland und knapp 10.000 Tankstellen in Frankreich, wo kein Tankrabatt eingeführt wurde. Wenn die Preise in Deutschland stärker sinken als in Frankreich, lässt sich dieser zusätzliche Preisrückgang dem Tankrabatt zuschreiben. Dadurch kann dessen Wirkung laufend abgeschätzt werden.
Nach der ersten Woche seit Einführung kamen beim Diesel rund 13 Cent und beim Benzin rund 11 Cent der knapp 17 Cent bei den Verbrauchern an. Dies entspricht lediglich etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Entlastung. »Es deutet sich an, dass der Tankrabatt erneut nicht in voller Höhe weitergeben wird«, so Tomaso Duso, Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte am DIW Berlin. Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh. In den ersten Tagen nach Einführung eines Rabattes schwanken die Preise gewöhnlich stark. Nach Angaben der Tankstellen müssen noch alte Spritbestände verkauft werden, die vor dem Rabatt eingekauft wurden.
»Es liegt ein altes Muster zugrunde: Preise steigen wie eine Rakete, fallen aber wie eine Feder«, ergänzt Duso. »Und in der Tat sind die Spritpreise in der ersten Woche sehr langsam gefallen.«
Der Monitor ist auf der Website des DIW Berlin abrufbar und wird täglich aktualisiert. Jeden Donnerstag wird eine Zusammenfassung der Entwicklungen veröffentlicht.
https://www.diw.de/de/diw_01.c.1021613.de/tankrabatt-monitor.html
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