SaaS in der Private statt Public Cloud – Bequemer IT-Service mit voller Kontrolle über eigene Daten

Die Welt der Business-Software ist seit vielen Jahren im Wandel. Software as a Service (SaaS) ist der neue Goldstandard bei den Programmen des Geschäftsalltags. Neben allen Vorteilen, die dieser Aufbruch mit sich bringt, mehren sich Sicherheitsvorfälle und Datenschutzbedenken. Denn wertvolle und vertrauliche Geschäftsdaten verlassen den »Safe Space« der eigenen vier Bürowände. Die Daten sind nun meist in einem entfernten Rechenzentrum gespeichert und werden über das Internet abgerufen. Ein klarer Kontrollverlust für die Unternehmen. Inwieweit kann eine private Cloud-Instanz den Risiken entgegenwirken, damit Unternehmen sowohl eine produktive als auch eine IT-sichere Zukunftsperspektive haben?

 Lag der SaaS-Anteil am weltweiten Umsatz mit Software im Jahr 2009 noch bei 2 Prozent, nahmen SaaS-Lösungen 2019 bereits 23 Prozent ein [1]. SaaS-Lösungen sind der große Gewinner unseres Jahrzehnts: Allein für das Jahr 2021 wird ein weiterer Anstieg um 19,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert [2]. Für jeden Anwendungsfall im Geschäftsalltag findet sich inzwischen zahlreiche »Online-Software«: Von Datenaustausch über Unternehmens-Chat mit Videokonferenzen, über Zeiterfassungs-Tools bis hin zu umfangreichen ERP-Systemen. Ausschließlich lokal verfügbare Programme verschwinden allmählich. Viele Hersteller bieten lokale Versionen ihrer Software bereits nicht mehr an. Denn die Softwarezukunft soll unkompliziert, bedarfsgerecht und vernetzt sein. All das ist so nur in der Cloud möglich.

Software as a Service – Der Begriff ist Programm. Der Vorteil von SaaS-Produkten gegenüber einer lokalen Programminstallation verbirgt sich bereits in der Bezeichnung selbst: Es handelt sich dabei um einen Service – einen »Rundum-sorglos«-Service. Das Unternehmen selbst muss sich um nichts mehr kümmern und spart so wertvolle interne IT-Ressourcen. Komplexe Konfigurationen, die nur durch IT-Experten durchgeführt werden können, gehören der Vergangenheit an. Ebenso entfällt die aufwändige Wartung der dazugehörigen Infrastruktur und die Sorge, ob das Endgerät zu leistungsschwach für die Programminstallation sein könnte.

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Der klassische Weg »SaaS in der Public Cloud« ist nur begrenzt empfehlenswert. Im Grunde wäre es für Unternehmen ideal, sämtliche Software, die das Unternehmen braucht, in Form von SaaS-Diensten zu nutzen. Ein großes Problem dabei: Je mehr SaaS-Dienste ein Unternehmen nutzt, desto mehr Unternehmensdaten wandern in fremde Rechenzentren. Versagt auch nur einer dieser Anbieter bei Datenschutz oder Sicherheit, kann das gravierende Folgen haben. Regelmäßige Berichte über Sicherheitsvorfälle in den Medien unterstreichen diese Sorge.

Neben der wachsenden Datenschutz- und Sicherheitsproblematik steigt mit der Anzahl der Anbieter auch wieder der Verwaltungsaufwand – viele monatliche Rechnungen, viele verschiedene Konten und Passwörter für alle Mitarbeitenden.

SaaS-Dienste, die in einer Public Cloud bereitgestellt werden, bieten zwar eine gute Einsteigervariante mit geringer Einstiegshürde, aber gerade für besonders schützenswerte Unternehmensdaten und -kommunikation sollte ein höherer Maßstab angesetzt werden. Auch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) spricht sich bei der Verwendung und Speicherung von sensiblen Daten für eine Private-Cloud-Instanz aus.

Private Cloud as a Service: Das Komplettpaket sticht die Public Cloud aus. Cloud klingt zunächst nach einem IT-Luxusgut: aufwändig, teuer und gefordertes IT-Know-how. Falsch – Private-Cloud-Lösungen sind längst in der Mitte der Business-IT angekommen. Auch eine Private Cloud kann durch Einfachheit und einen Rundum-Service für ihre Kunden punkten. Wie bereits aus der Public Cloud bekannt, wird auch in der exklusiv für das eigene Unternehmen gebuchten Cloud-Instanz Business-Software bereitgestellt, die in flexiblen Modellen gebucht werden kann. Warum diese Art des Cloud Computings immer relevanter wird, zeigen die Vorteile.

Zum einen erhalten Kunden die Kontrolle über die eigenen Daten zurück und können sich sicher sein, dass sie europäische Datenschutzstandards einhalten. Denn in einer privaten Cloud-Instanz – egal ob innerhalb eines geprüften Rechenzentrums oder auf einem Private Cloud Server im Unternehmen – hat einzig und allein der Kunde den Zugangsschlüssel. Der Standard ist, dass auch der Cloud-Anbieter selbst keine Hintertür offenhält. Im Gegensatz dazu ist dies bei beliebten US-Cloud-Diensten in der Public Cloud nicht der Fall.

Zum anderen eröffnen sich neue Produktivitätswelten. Denn in der eigenen privaten Cloud-Instanz können ganze App-Plattformen integriert werden. Die Devise lautet: Weg von einzelnen SaaS-Insellösungen hinzu einer einzigen übersichtlichen Benutzeroberfläche. Innerhalb dieser werden alle benötigten SaaS-Dienste, wie Datenaustausch, E-Mail, Kalen-der und Aufgaben zusammengefasst und sogar miteinander verknüpft.

 


Matthias Bollwein in Mitgründer des IT-Startups Uniki, das kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Private-Cloud-as-a-Service-Lösung anbietet. Die Groupware »ELLY« vereint beliebte SaaS-Dienste innerhalb einer Benutzeroberfläche und ermöglicht so höchst effizientes und übersichtliches Team Work bei voller Kontrolle über die eigenen Unternehmensdaten.

 

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1128376/umfrage/anteil-von-saas-am-weltweiten-software-umsatz/
[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1128256/umfrage/prognose-zur-wachstumsrate-des-saas-umsatzes-weltweit/
Illustration: © Vector Tradition/shutterstock.com

 

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