Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage wissen 75 Prozent der Bundesbürger, was mit dem Begriff gemeint ist. Etwa genauso viele haben bereit seine einfache Anwendung genutzt, die auf KI aufbauen.

»Bereits in wenigen Jahren werden viele Produkte und Dienstleistungen mit Maschinenintelligenz ausgestattet oder sogar von ihr geprägt sein«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. »Wir müssen alles tun, um das Potenzial von KI für die digitale Gesellschaft bestmöglich zu nutzen.« Auch die Mehrheit der rund 1.000 für die Studie befragten sehen in vielen Lebensbereichen Chance für KI, wie die Infografik zeigt. Dazu zählen etwa die Reduzierung von Staus, Erleichterungen bei der Arbeit und die schnellere Aufklärung von Verbrechen.

Gleichzeitig ist die Skepsis gegenüber denkenden Maschinen noch groß. KI öffnet Machtmissbrauch und Manipulation Tür und Tor, befürchten 78 Prozent. Ebenfalls verbreitet ist die Angst, dass sich KIs irgendwann gegen den Menschen richten beziehungsweise die Menschen entmündigen. Mathias Brandt

https://de.statista.com/infografik/12222/umfrage-bekanntheit-und-akzeptanz-von-kuenstlicher-intelligenz/

 


 

Künstliche Intelligenz verändert Wirtschaft und Gesellschaft

Positionspapier zur Künstlichen Intelligenz mit Handlungsempfehlungen für die Politik.

Während es früher notwendig war, die Bedienung eines Computers mühsam zu erlernen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen, stehen heute zunehmend intelligente Assistenten zur Verfügung. Im Dialog mit dem Anwender werden Aufträge angenommen und abgearbeitet, weil etwa das Smartphone weiß, wo sich der Nutzer aufhält und was er zur jeweiligen Zeit üblicherweise tut, macht die Software auch aktiv selbst Vorschläge, etwa für die beste Route oder die gewünschte Musik.

Big Data und Künstliche Intelligenz

Möglich werden solche Anwendungen durch die Nutzung von Big Data und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom werden die rapiden Fortschritte bei der Erfassung von Daten aus der realen Welt, mit der Möglichkeit zur Interaktion mit virtuellen Agenten zu einem tiefgreifenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft führen. »Schon heute übernehmen Systeme mit Künstlicher Intelligenz Aufgaben, die von der Beschaffung und Verdichtung von Informationen über die Verrichtung gefährlicher, schmutziger, körperlich anstrengender Arbeiten bis hin zur Unterstützung von Management-Entscheidungen reichen«, sagt Dr. Mathias Weber, Bereichsleiter IT-Services beim Digitalverband Bitkom. »In Zukunft wird sich das Leistungsspektrum von KI-Anwendungen deutlich ausweiten. Dadurch stellen sich auch eine Reihe von politischen, gesellschaftlichen und ethischen Fragen.«

KI-Technologien aktiv mitbestimmen

Der Digitalverband Bitkom hat aus diesem Grund anlässlich des Digitalgipfels der Bundesregierung ein Positionspapier »Entscheidungsunterstützung mit Künstlicher Intelligenz – wirtschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Herausforderungen, menschliche Verantwortung« veröffentlicht, das zentrale Aspekte im Umgang mit der KI aufgreift, die vorhandenen Möglichkeiten erläutert sowie technologische Entwicklungen beschreibt und schließlich konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik formuliert. Leitgedanke dabei ist, dass schon in wenigen Jahren viele Produkte und Dienstleistungen in den deutschen Leitbranchen mit entsprechender Maschinenintelligenz ausgestattet oder sogar von ihr geprägt sein werden. Zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft muss es daher gelingen, die KI-Technologien aktiv mitzubestimmen.

KI-Potenzial mobilisieren

Im Positionspapier spricht sich der Bitkom dafür aus, das in Deutschland vorhandene KI-Potenzial zu mobilisieren und die Gesellschaft auf die Veränderungen vorzubereiten, die mit der stärkeren KI-Nutzung verbunden sein werden. Aus Sicht des Bitkom benötigt Deutschland einen Investitionsschub in allen Bereichen der Forschung, Entwicklung und Bildung, gerade in der KI.

In der neuen, stärker von KI geprägten Arbeitswelt werden sich die Menschen zunehmend auf Aufgaben konzentrieren, die mit der Lösung von Problemen, der Umsetzung von Aktivitäten, der Entwicklung und dem Einsatz von Kreativität zusammenhängen. Deshalb ist der Erwerb digitaler Kompetenzen ein zentraler Faktor für die erfolgreiche digitale Transformation in Deutschland und damit einhergehend für die nachhaltige Nutzbarmachung von Potenzialen zukunftsweisender Technologien wie KI.

Die durch KI bevorstehenden Veränderungen sind fundamental und unumkehrbar.

Sie haben Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft, das soziale Gefüge, den Wert und die Gestaltung der Arbeit und die politische Willens- und Meinungsbildung. Die KI soll eine Technologie sein, die die menschlichen Fähigkeiten stützt, erweitert und dem Gemeinwohl dient. Deshalb ist es notwendig, sich über die Prinzipien, die bei der Konstruktion von intelligenten Systemen gelten sollen und über ethische Standards zu verständigen.

 

Im Positionspapier plädiert der Bitkom für eine Weiterentwicklung des Datenschutzes in Europa mit Blick auf KI und der politischen Rahmenbedingungen für intelligente Technologien.

Das Positionspapier, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entstanden ist, steht zum Download bereit unter:

https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Entscheidungsunterstuetzung-mit-Kuenstlicher-Intelligenz-Wirtschaftliche-Bedeutung-gesellschaftliche-Herausforderungen-menschliche-Verantwortung.html

 


 

Meinung über künstliche Intelligenz geteilt

 

Ist künstliche Intelligenz eine der größten Gefahren, der sich die Menschheit in Zukunft stellen muss oder bringt sie den Menschen langfristig mehr Vor- als Nachteile? Die Zustimmung zu den beiden gegensätzlichen Aussagen fällt in der deutschen Bevölkerung mit jeweils etwa 40 Prozent Zustimmung fast gleich hoch aus. Der Rest der Befragten, lehnt nicht etwa ab, vielmehr ist sich jeweils ein Drittel in seiner Einschätzung nicht sicher. Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos [1].

Ebenfalls vier von zehn Deutschen sind so positiv eingestellt, dass sie der Aussage zustimmen, die Weiterentwicklung intelligenter Maschinen sei unumgänglich, um das Wohlergehen der Menschheit auch in Zukunft weiter zu erhöhen. Auf der anderen Seite gibt jeder dritte (34 %) an Angst zu haben, dass eines Tages Maschinen die Menschen beherrschen werden. Diese Angst teilen allerdings 39 Prozent der Befragten explizit nicht.

Höher Gebildete sehen die größten Chancen

Personen mit Abitur oder Hochschulabschluss bewerten künstliche Intelligenz deutlich positiver als der Durchschnitt. So verspricht sich knapp die Hälfte (46 %) dieser Gruppe mehr Vor- als Nachteile im Zuge dieser technischen Innovation. Ähnlich viele Befragte dieser Gruppe (43 %) glauben, dass sich das Wohlergehen der Menschheit nur durch intelligente Maschinen weiter steigern lässt. Bei Personen mit niedrigerer Schulbildung ist dagegen die Sorge vor intelligenten Computern besonders weit verbreitet. Fast jede zweite Person (45 %) ohne Abitur oder Hochschulabschluss sieht die künstliche Intelligenz als größte Gefahr der Zukunft.

Männer überzeugter von den Vorteilen künstlicher Intelligenz als Frauen

Männer (48 %) gehen deutlich häufiger als Frauen (37 %) von mehr positiven als negativen Effekten durch künstliche Intelligenz aus. Auch bei der Frage nach der Notwendigkeit intelligenter Computer für die Steigerung des Wohlergehens sind Männer und Frauen geteilter Ansicht. Während 45 Prozent der Männer dieser Aussage zustimmen, ist es bei den Frauen nur ein Drittel (33 %).

[1] Steckbrief: Repräsentative Online-Mehrthemenumfrage von 1.000 Personen zwischen 16 und 70 Jahren in Deutschland. Feldzeit: 21. bis 25. April 2017.

 


 

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