Die wahren Kosten der Legacy-Infrastruktur: Probleme mit Compliance, Budget und Leistung

Illustration: Absmeier, Mohamed Hassan

Die Studie »Data-Driven Transformation in Europe« belegt, dass lediglich 58 % der Führungskräfte für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Behörden und Ämter zuversichtlich sind, mit ihrer aktuellen Dateninfrastruktur strategische Transformationsziele erreichen zu können [1].

Die Umfrage unter hochrangigen Führungskräften im IKT-Bereich ergab, dass die derzeitige Dateninfrastruktur die operative Agilität beeinträchtigt (84 Prozent), die Betriebskosten erhöht (86 Prozent), Compliance-Herausforderungen schafft (76 Prozent) und die Fähigkeit, die Erwartungen der Bürger zu erfüllen, verringert (80 Prozent).

Diese Ergebnisse wurden von Pure Storage in einer aktuellen Studie ermittelt, die den aktuellen Stand der digitalen Transformationsprojekte in deutschen Ämtern und Behörden widerspiegelt.

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Fortschritte bei der digitalen Transformation: Die Studie ergab, dass nur 50 Prozent der derzeitigen staatlichen IKT-Projekte als vollständig erwartungsgemäß gelten und innerhalb der vorgesehenen Zeit und des Budgets durchgeführt werden. Eine bessere Datennutzung wurde als Schlüsselfaktor identifiziert, um interne Veränderungen und politische Veränderungen voranzutreiben und die Ergebnisse für die Bürger zu verbessern. Trotz der Erkenntnis, dass Daten ein primärer Enabler sind, schränkt die bestehende Infrastruktur diese Pläne jedoch offensichtlich ein.

 

Verbesserung der Ergebnisse für die Bürger: 85 Prozent erkennen an, dass Daten ein Instrument sind, das die Erfahrungen der Bürger im Kontakt mit dem Staat verändern kann, wobei die gleiche Zahl wiederum glaubt, dass Bürger dadurch das Vertrauen in den Staat zurückgewinnen können. Angesichts der ständig steigenden Erwartungen der Bürger wurde die Verwendung von Daten als unerlässlich für die Verbesserung der folgenden Bereiche identifiziert:

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  • 48 Prozent sind der Meinung, dass Daten wichtig sind, um einen effizienten Service für die Bürger zu bieten.
  • 45 Prozent gaben an, dass die Bereitstellung eines zuverlässigen, unterbrechungsfreien und mobil optimierten Dienstes durch Daten gesteuert werden wird.
  • 42 Prozent antworteten, dass Daten dazu beitragen können, ein einfaches und reibungsloses Erlebnis für die Benutzer zu schaffen.

 

Den internen Wandel vorantreiben: Neben den Ergebnissen für die Bürger wurde auch die Verwendung von Daten als positives Instrument identifiziert, das Regierungen, Ämtern und Behörden helfen kann, sich unter immer schwierigeren Bedingungen selbst zukunftssicher zu machen. In einer Zeit, in der die Budgets weiter sinken, glauben über die Hälfte (56 Prozent), dass sie Daten und Analysen besser nutzen könnten, um Kosteneinsparungen zu erzielen und mehr Wert zu schaffen. Weitere 42 Prozent gaben an, dass dies auch eine bessere Entscheidungsfindung in Echtzeit ermöglichen würde.

 

Den politischen Wandel vorantreiben: Es gibt noch eine Reihe weiterer Faktoren, die die Notwendigkeit für die Behörden aufzeigen, ihre Datenstrategie und -infrastruktur zu überarbeiten. Dazu gehören staatliche Anforderungen wie »Cloud First« (34 Prozent), öffentliche Kontrolle und gestiegene Erwartungen der Bürger (34 Prozent), die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit und der Wechsel zu einer »vernetzten« Regierung (34 Prozent).

 

Hindernisse für die Transformation: 50 Prozent planen, ihre Datenstrategie und Infrastruktur zu überarbeiten, um ihre strategischen Ziele innerhalb der nächsten zwei Jahre besser zu unterstützen. Die größten Hindernisse sind jedoch: Investitionen in die Dateninfrastruktur (75 Prozent), Investitionen in Anwendungen (81 Prozent), Legacy-Prozesse und mangelnde Agilität (79 Prozent) sowie fehlende digitale Fähigkeiten und Erfahrungen (82 Prozent).

 

Kritische Selbsteinschätzung deutscher Behörden: Auffällig ist die weit unterdurchschnittliche Selbsteinschätzung der deutsche Ämter und Behörden, wenn diese ihren aktuellen Stand in Sachen »Digitale Transformation« bewerten: Nur zehn Prozent der Befragten sehen sich und ihre Abteilung als »führend« – in Großbritannien und Spanien liegt dieser Wert bei knapp 20 Prozent, in Frankreich sogar bei über 30 Prozent. Als »Digital Followers« betrachten sich 38 Prozent und ganze 14 Prozent sehen sich selbst sogar nur als »Digitale Novizen«. In keinem anderen Land fand die Studie eine noch kritischere Selbsteinschätzung.

 

Auf dem richtigen Weg

Wenn auch der Status Quo noch bemängelt wird, so sehen sich die meisten Befragten auf dem richtigen Weg. Immerhin 13 Prozent sind »sehr zufrieden« mit den aktuellen Fortschritten, die sie bezüglich der digitalen Transformation machen, und 69 Prozent sind immerhin zufrieden. Damit liegt Deutschland zwar noch unter dem Durchschnitt der befragten Länder, die Unterschiede sind jedoch nicht gravierend. Unzufrieden mit dem Verlauf der aktuellen Projekte rund um die digitale Transformation sind in Deutschland nur 18 Prozent, was knapp beispielsweise den Zahlen in UK entspricht.

»Daten haben das Potenzial, die Transformationsprogramme der Zentralverwaltungen zu unterstützen, unabhängig davon, ob sie zur Erreichung strategischer Ziele, zur Umsetzung politischer Veränderungen oder zur Bereitstellung eines insgesamt besseren Dienstes für die Bürger beitragen. Es ist zwar ermutigend zu sehen, dass staatliche IKT-Führungskräfte dieses Potenzial erkennen, aber es gibt Hürden zu überwinden, wenn es um den Zugriff, die Speicherung, Strukturierung und Verwaltung dieser Daten geht«, kommentierte Güner Aksoy, Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage.

Die Legacy-Architektur, über die viele Abteilungen verfügen, unterstützt die Bemühungen, einen höheren Wert aus den Daten zu erzielen, nicht vollständig. Stattdessen ist eine moderne IKT-Umgebung erforderlich, die bei Bedarf erweitert werden kann, die Anwendungs-Workloads an die effektivste Infrastruktur anpasst und 100 Prozent unterbrechungsfrei arbeitet, damit staatliche Einrichtungen ihre Ziele der digitalen Transformation wirklich erreichen können.

»Mit Pure Storage ist es uns gelungen, eine hochmoderne Datenmanagementlösung zu realisieren, die tief in die Infrastruktur integriert ist. Im Vergleich zur bisherigen Lösung bietet diese einen langfristigen Investitionsschutz. Der Zugriff auf sensible Daten ist heute schneller und einfacher möglich«, berichtet Tobias Reber, der im Bereich Core Facility IT, AG Zentrale Server, am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) tätig ist. Das DKFZ ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg. Mitarbeiter der Stiftung, die in anderen Kliniken und im Deutschen Konsortium für Tumorkrankheiten arbeiten, können dank moderner Systeme aus der Ferne und schnell auf sensible Daten in einer sicheren Umgebung zugreifen. Dies verbessert die Effektivität der Mitarbeiter und erhöht die Produktivität der Forschung im Sinne der Patienten.

 

[1] Forschungsmethode: Sie ist Teil einer umfassenderen europäischen Studie, die aus über 450 Interviews besteht, die neben Großbritannien auch in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden geführt wurden. Die Studie wurde von Insight Avenue, einer unabhängigen Forschungsberatungsfirma mit Sitz in Großbritannien, geleitet.

 

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