Unternehmen setzen verstärkt auf GenAI – doch Sicherheitsgrundlagen fehlen

foto freepik

Robuste Sicherheitsgrundlagen sind der Schlüssel zur Skalierung von Enterprise AI.

 

Zwar setzen mehr als die Hälfte der Unternehmen generative KI bereits ein, Sicherheits‑ und Governance‑Strukturen hinken jedoch deutlich hinter und bremsen damit die Skalierung von Enterprise‑KI.

Nur ein Fünftel der befragten Organisationen erreicht einen hohen KI‑Reifegrad, während fehlende Datenschutzrichtlinien, unzureichende risikobasierte Steuerung und Probleme mit Bias‑ und Modellrisiken das Vertrauen in KI‑Systeme untergraben.

Der Report warnt, dass ohne integrierte Transparenz, klare Governance und kontinuierliches Monitoring weder autonome KI noch nachhaltiger Geschäftswert realistisch erreichbar sind.

 

OpenText hat den globalen Report »Managing Risks and Optimizing the Value of AI, GenAI & Agentic AI« veröffentlicht, der gemeinsam mit dem Ponemon Institute erstellt wurde [1]. Die Studie zeigt: Während mehr als die Hälfte der Unternehmen (52 %) generative KI bereits vollständig oder teilweise einsetzt, halten Sicherheit und Governance damit nicht Schritt.

»Bei KI-Reife geht es nicht nur um die Einführung von Tools, sondern darum, sie verantwortungsbewusst einzusetzen«, sagt Muhi Majzoub, EVP, Product & Engineering bei OpenText. »Sicherheit und Governance sind die Grundlage, um echten Mehrwert aus KI zu ziehen. Wenn sie von Anfang an integriert sind, können Unternehmen transparenter arbeiten, Systeme kontinuierlich überwachen und den Ergebnissen vertrauen.«

Viele Unternehmen führen KI voreilig ein, ohne zuvor die notwendigen Grundlagen für Sicherheit und Governance zu schaffen. Nur jedes fünfte Unternehmen erreicht einen hohen Reifegrad beim Einsatz von KI – also eine vollständige Nutzung im Bereich der Cybersicherheit, inklusive Risikobewertung. Weniger als die Hälfte (43 %) verfolgt eine risikobasierte Strategie zur Steuerung von KI-Systemen. Mit zunehmender Autonomie und Integration in kritische Geschäftsprozesse wird es entscheidend, diese Lücke zu schließen. Nur so lassen sich Vertrauen, Compliance und nachhaltiger Geschäftswert sicherstellen.

 

Sicherheit und Governance hinken hinterher

Die Umfrage zeigt erhebliche Diskrepanzen zwischen dem Tempo der KI-Einführung und den Maßnahmen, die für eine sichere Nutzung erforderlich sind:

  • 79 % der Unternehmen haben noch keinen vollständigen KI-Reifegrad in der Cybersicherheit erreicht.
  • Nur 41 % verfügen über spezifische Datenschutzrichtlinien für KI.
  • 62 % sagen, dass es schwierig ist, Risiken durch Modellfehler und Verzerrungen zu minimieren.
  • Weniger als die Hälfte (43 %) verfolgt eine risikobasierte Governance für KI.

Weitere Herausforderungen:

  • 58 % halten es für sehr schwierig, Risiken durch Eingaben (z. B. irreführende oder schädliche Antworten) zu reduzieren.
  • 56 % berichten von Problemen im Umgang mit Nutzerverhalten, etwa bei der unbeabsichtigten Verbreitung von Fehlinformationen.
  • 59 % sagen, dass KI die Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben erschwert – dennoch haben nur 41 % entsprechende Richtlinien.

 

 

Fehlendes Vertrauen und geringe Nachvollziehbarkeit bremsen den Nutzen von KI

Viele Unternehmen setzen KI ein, um effizienter zu arbeiten – auch in der IT-Sicherheit. Doch mangelndes Vertrauen, eingeschränkte Zuverlässigkeit und fehlende Transparenz schränken den Nutzen ein.

Schwächen bei der Bedrohungserkennung:

  • Nur 51 % halten KI für effektiv, um Anomalien oder neue Bedrohungen schneller zu erkennen.
  • Weniger als die Hälfte (48 %) hält KI für hilfreich bei der Analyse und Reduzierung manueller Arbeit.
  • 62 % haben große Schwierigkeiten, Modell- und Bias-Risiken zu kontrollieren.
  • 45 % nennen fehlerhafte Entscheidungsregeln als zentrales Problem, 40 % unzureichende Datenqualität.

Autonome KI noch nicht in Sicht:

  • Nur 47 % sagen, dass ihre KI-Systeme zuverlässig eigenständig lernen und sichere Entscheidungen treffen können.
  • 51 % halten menschliche Kontrolle weiterhin für notwendig, vor allem wegen der schnellen Anpassung von Angreifern.

»Die Gewinner der nächsten KI-Phase werden diejenigen sein, die Transparenz und Kontrolle von Anfang an integrieren«, sagt Majzoub. »Unternehmen brauchen sicheres Informationsmanagement als Basis – mit klaren Governance-Strukturen, Richtlinien und kontinuierlichem Monitoring. Ebenso wichtig ist es, KI von Beginn an mit den richtigen Daten, Sicherheitsmaßnahmen und Aufsicht zu kombinieren, damit Innovation verantwortungsvoll skalieren kann.«

 

[1] Das Ponemon Institute befragte unabhängig 1.878 IT- und IT-Sicherheitsexperten weltweit – in Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik, Nahost, Afrika und Lateinamerika.
Die Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen Branchen, darunter Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Technologie, Energie und Industrie. Die Erhebung fand im November 2025 statt.
 

1879 Artikel zu „KI Sicherheit Governance“

Kleine Fehler führen in der Hybrid Cloud zu großen Sicherheitsproblemen

Fast alle Unternehmen mit hybriden Cloud-Umgebungen haben mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen. Das geht aus dem aktuellen »The State of Cloud-native Security«-Report von Red Hat hervor [1]. Von den rund 600 befragten IT-Professionals gaben 97 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Cloud-nativen Sicherheitsvorfall erlebt zu haben.   Es sind allerdings weniger die ausgefeilten…

90 % der Unternehmen setzen Security-Teams unter Druck, Identitätskontrollen für KI zu lockern

Neue Studie zeigt fehlende Transparenz bei KI-Identitäten, wachsende Risiken durch Non-Human Identities (NHI) und ein Vertrauensparadox in der KI-Sicherheit   Delinea, ein Anbieter von Lösungen zur Sicherung menschlicher und maschineller Identitäten durch zentralisierte Autorisierung, hat seine neue Studie veröffentlicht, die zeigt, wie die schnelle Einführung von KI die Risiken für Identitätssicherheit in Unternehmen verändert [1].…

Das Ende der Warteschleife ist in Sicht – warum KI-Agenten den Menschen trotzdem brauchen

»Für Elise« in der Warteschleife und generische Textantworten per E-Mail wirken im Zeitalter von KI wie Relikte aus einer analogen Welt. Immer mehr Unternehmen transformieren ihre manuellen Prozesse in agentenbasierte Workflows. Doch mit der wachsenden Leistungsfähigkeit von KI-Agenten steigt die Bedeutung eines oft unterschätzten Faktors: des Menschen im Prozess.   Kunden, die heute mit einem…

Unternehmen erhöhen Digitalisierungsbudget um 30 Prozent, davon geht ein Drittel in KI-Projekte

Zwei von drei Unternehmen haben ihr Gesamtbudget für Digitalisierungsinitiativen erhöht – im Durchschnitt um 30 Prozent. Auf KI-Projekte entfällt bereits fast ein Drittel – doch stufen 66 Prozent die Reife vieler KI‑Angebote als unbefriedigend ein. Effektiver Einsatz des Digitalisierungsbudgets zweifelhaft, da Mehrheit nur über halbgare Strategien verfügt und nötige Rahmenbedingungen fehlen. Erwartete Ergebnisse bleiben vor allem…

Ein Jahr LLM-Benchmarking: 3 Lessons Learned

Seit mehr als einem Jahr prüfen und bewerten die KI-Experten von Insiders Technologies die Leistungsfähigkeit der wesentlichen LLMs anhand eines standardisierten Tests mit realen Daten. Wir sprachen mit Dr. Alexander Lück, Product Owner Data Management und verantwortlich für das LLM-Benchmarking, über die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Benchmarking für Strategie- und Technologieauswahl.   Herr Dr. Lück,…

Agents of Chaos: KI-Agenten als neue Risikoklasse

Autonome KI‑Agenten auf Basis von Large Language Models (LLMs) entwickeln sich rasant von experimentellen Chatbots zu handlungsfähigen Systemen, die eigenständig Aufgaben ausführen, Werkzeuge nutzen, kommunizieren und Entscheidungen treffen. Das Paper »Agents of Chaos« analysiert erstmals systematisch, welche neuen Sicherheits‑, Datenschutz‑ und Governance‑Risiken dadurch entstehen [1].   Die Studie basiert auf einer zweiwöchigen Red‑Teaming‑Untersuchung mit realistisch…

KI-Transformation gefährdet: APIs entwickeln sich zur primären Angriffsfläche

Cyberkriminelle folgen den KI-Investitionen von Unternehmen und nutzen APIs als schnellsten Weg zu Skalierung, Disruption und Profit.   Akamai hat seinen SOTI-Bericht (State of the Internet) »Anwendungen, APIs und DDoS 2026« veröffentlicht, der einen entscheidenden Wandel in der Bedrohungslandschaft aufzeigt [1]. Angreifer industrialisieren ihre Methoden und zielen auf die Infrastruktur ab, die das Geschäftswachstum und…

Regulierung als KI-Skalierungsbooster

Regeln haben immer auch etwas Positives: Wie würden Geldgeschäfte ablaufen, wenn es dafür keine Gesetze gäbe? Erst Regeln führen zu einem zufriedenen, vertrauensvollen Miteinander. Bei KI ist es ähnlich: Wer komplexe Vorgänge an eine Maschine abgibt, sollte darauf vertrauen und prüfen können, dass sie verlässlich funktioniert. Dann lässt sie sich produktiv in vielen Situationen im…

Es fehlen Grundlagen, um KI sicher in Finanzprozesse zu integrieren

Gleichzeitig mit wachsendem KI‑Einsatz im Finanzbereich fehlen vielen Organisationen weiterhin die operativen Grundlagen für eine sichere Integration. Eine aktuelle Studie zeigt, dass selbst KI‑Vorreiter häufig an Governance, Datenmanagement und Infrastruktur scheitern. Damit bleibt der Schritt vom Experiment zur skalierbaren Anwendung in zentralen Finanzprozessen für viele Unternehmen eine Herausforderung.   Laut einer Studie von Payhawk fehlt…

Die Technologie-Branche steht vor tiefgreifender Transformation und neuen Skill-Bedarfen

Die Technologie-Branche befindet sich in einer Phase erheblicher Umbrüche. KI-gestützte Systeme, Automatisierung und Cloud-Infrastrukturen optimieren Prozesse und verändern Kompetenzprofile in einem rasanten Tempo. Das belegt auch der Skills Economy Report 2026 von Cornerstone, der auf mehr als 28 Terabyte Echtzeit-Arbeitsmarktdaten aus über 200 Ländern basiert [1]. Der Report zeigt deutlich, dass KI, Code-Automation sowie smarte…

KI beschleunigt die unkontrollierte Verbreitung von Zugangsdaten um ein Vielfaches

Im Jahr 2025 weisen Entwickler-Commits mit Claude Code* eine Leak-Rate von 3,2 Prozent bei Zugangsdaten auf, gegenüber einem Basiswert von 1,5 Prozent. Der menschliche Faktor bleibt entscheidend.   GitGuardian, der Sicherheitsanbieter hinter der meistinstallierten Anwendung auf GitHub, veröffentlicht die fünfte Ausgabe seines Berichts »State of Secrets Sprawl« (Lagebericht zur Ausbreitung von Zugangsdaten) [1]. Der Lagebericht…

KI‑Agenten statt Offshoring: Softwareentwicklung steht vor einem Paradigmenwechsel

93 Prozent der Tech-Entscheider sehen agentenbasierte KI als Alternative zur traditionellen Softwareentwicklung.   Reply veröffentlicht die Studie »From Code to Control: AI’s Takeover of Software Development Lifecycle«, eine von Forrester Consulting durchgeführte Untersuchung [1]. Dafür wurden 536 IT-Führungskräfte in Europa und den USA befragt. Die Ergebnisse zeigen den schrittweisen Übergang von einfachen KI-Coding-Assistenten zu autonomen…

KI beschleunigt die unkontrollierte Verbreitung von Zugangsdaten um ein Vielfaches

Im Jahr 2025 weisen Entwickler-Commits mit Claude Code* eine Leak-Rate von 3,2 Prozent bei Zugangsdaten auf, gegenüber einem Basiswert von 1,5 Prozent. Der menschliche Faktor bleibt entscheidend.     GitGuardian, der Sicherheitsanbieter hinter der meistinstallierten Anwendung auf GitHub, veröffentlicht die fünfte Ausgabe seines Berichts »State of Secrets Sprawl« (»Lagebericht zur Ausbreitung von Zugangsdaten«). Der Lagebericht…

Warum Roboter ein eigenes Gehirn brauchen: Höchste Anforderungen an IT‑Systeme in der KI‑Robotik

KI macht Roboter so intelligent, dass sie ihre Umgebung wahrnehmen, komplexe Aufgaben eigenständig erledigen und individuell auf neue Situationen reagieren können. Als Gehirn dienen kompakte IT-Systeme direkt am Roboter, die sich deutlich von den klassischen Systemen aus der Rechenzentrumswelt unterscheiden. Dell Technologies erklärt, was sie auszeichnet und welche Anforderungen sie erfüllen müssen.   KI erlaubt…

KI und Arbeit: Warum der große Jobabbau ausbleibt – und was sich stattdessen verändert

Während viele vor einer KI‑bedingten Entlassungswelle warnen, zeigen Daten und Praxis ein deutlich widersprüchlicheres Bild. KI ersetzt bislang kaum Jobs, sondern verschiebt Aufgaben, scheitert aber an Datenqualität und schafft neue Rollen dort, wo Prozesse neu gedacht werden. Warum Angst schneller wächst als Produktivität – und weshalb Europas Herausforderung weniger im Personalabbau als in Qualifizierung und…

Warum konsistente Daten der Schlüssel für maßgeschneiderte KI‑Anwendungen sind

Wie Datenplattformen zur Zentrale für moderne KI-Lösungen werden.   Damit KI-Anwendungen überhaupt valide Ergebnisse liefern können, sind Qualität, Konsistenz und eine klare Strukturierung der zugrunde liegenden Daten entscheidend. Unvollständige, inkonsistente oder falsch formatierte Informationen führen zu unzuverlässigen Modellen, Verzerrungen oder fehlerhaften Entscheidungen. Außerdem sind strukturierte Daten leichter maschinell verarbeitbar und analysierbar – und erleichtern so…

Mit KI, Nachhaltigkeit und Resilienz zum Unternehmenserfolg 2026 – Zukunft jetzt gestalten

2026 steht im Zeichen des digitalen Umbruchs: Künstliche Intelligenz, nachhaltige Technologien und resiliente Strukturen werden zur Grundlage für den Unternehmenserfolg. Unternehmen müssen sich neuen regulatorischen Anforderungen, Cyberrisiken und dem Fachkräftemangel stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer jetzt in Innovation, Talente und verantwortungsvolle Datenstrategien investiert, gestaltet die Zukunft aktiv mit.

Souveräne KI – Warum Regulierung, staatliche Beschaffung und geopolitische Interessen den Wettbewerb um KI neu ordnen

Zwei Jahre lang dominierte im KI-Markt vor allem ein Thema: der Wettbewerb der Modelle. Neue Benchmarks, größere Kontextfenster und schnellere multimodale Fortschritte bestimmten die Diskussion. Währenddessen blieb eine zentrale Frage weitgehend im Hintergrund: Was geschieht, wenn diese Systeme für Staaten strategisch so wichtig werden, dass Regierungen Einfluss auf ihre Nutzung und ihr Verhalten nehmen?  …

Sichere KI-Skalierung wird 2026 zum entscheidenden Erfolgsfaktor im Gesundheitswesen

Gesundheitseinrichtungen mit moderner KI-Governance sind besser für regulatorische Anforderungen und steigende Patientenerwartungen gerüstet.   Kyndryl, Anbieter geschäftskritischer IT-Dienstleistungen, hat die Ergebnisse seines Healthcare Readiness Report veröffentlicht [1]. Der Bericht zeigt: Gesundheitseinrichtungen stehen unter massivem operativem Druck. Gleichzeitig nimmt die regulatorische Komplexität zu. Viele Organisationen setzen deshalb verstärkt auf künstliche Intelligenz, um eine moderne und hochwertige…

KI‑Agenten im Unternehmen: Effizienzgewinn durch klare Regeln statt blinder Autonomie

KI‑Agenten entwickeln sich 2026 vom Experiment zum festen Bestandteil des Arbeitsalltags und versprechen, Unternehmen spürbar zu entlasten und effizienter zu machen. Ihr Nutzen entsteht jedoch nicht durch vollständige Autonomie, sondern durch klare Regeln, begrenzte Zugriffsrechte und eine enge Einbindung in bestehende Strukturen, in denen der Mensch die letzte Entscheidung trifft. Voraussetzung für den Erfolg sind…