Interconnection und Rechenzentren – Das digitale Tor zur Welt – Hamburgs Weg zur Smart City

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Das Konzept »Smart City« verspricht, Städte durch vernetzte Technologien sicherer, nachhaltiger und effizienter zu machen. Viele deutsche Kommunen setzen auf dieses Konzept und arbeiten bereits heute daran, städtische Einrichtungen zu vernetzen und zu digitalisieren.

Die Smart City hält innovative Lösungsansätze für vielfältige Herausforderungen bereit, sei es im Straßenverkehr, im Energiemanagement oder dem Abfallmanagement. Technologische Grundlage ist dabei das sogenannte Internet der Dinge (»IoT«), über das Geräte, Nutzer und Anwendungen miteinander vernetzt sind und im ständigen Austausch stehen. In Deutschland zeigt die Digitalstadt Hamburg exemplarisch, welche Vorteile und Herausforderungen mit der Smart City verbunden sind und wie Partner beim Aufbau der nötigen digitalen Infrastrukturen helfen können.

Digitalstadt Hamburg. Als »Tor zur Welt« hat Hamburg seit jeher von Vernetzung und Austausch profitiert. Nun möchte die Stadt das Erfolgsrezept in Wirtschaft und Verwaltung auch in das digitale Zeitalter übertragen. Wie der aktuelle Smart City Index des Verbands Bitkom zeigt, belegt Hamburg im Index derzeit mit 79,5 von 100 möglichen Punkten den ersten Platz als digitalste Stadt Deutschlands. Schon 2015 verabschiedete der Hamburger Senat die Strategie »Digitale Stadt«, deren Ziel es ist, Hamburg bundes- und europaweit als führenden Digitalstandort zu etablieren.

Hamburg spielt in der Digitalisierung Deutschlands eine entscheidende Rolle. Dazu trägt eine zunehmend digitalisierte Wirtschaft mit E-Commerce-Unternehmen, Online-Plattformen und innovativen Industrieunternehmen bei. Zudem fördert die Stadt selbst zahlreiche Zukunftsprojekte wie den smartPort, also einen Hafen, in dem Straßen, Schienen- und Wasserwege miteinander vernetzt werden, um den Waren- und Verkehrsfluss effizienter zu gestalten. 

Auch wenn Hamburg in zahlreichen Pilotprojekten bereits erste Erfolge vermeldet, kann künftig noch großes Potenzial erschlossen werden. Eine Umfrage der Handelskammer Hamburg vermittelt einen Eindruck, welche Herausforderungen Unternehmen bei der Digitalisierung wahrnehmen: So sehen je fast 40 % Anforderungen an die IT-Sicherheit und hohe Investitionskosten als Herausforderung. Über 30 % sehen fehlende technische Standards und Schnittstellen als Hindernis. Auch eine aktuelle Marktstudie von Equinix, der Global Interconnection Index, stützt diesen Befund: So gaben im Rahmen einer Umfrage mehr als die Hälfte (54 %) der befragten deutschen IT-Führungskräfte an, dass sie veraltete IT-Infrastrukturen als das größte Hindernis für eine erfolgreiche Digitalisierung sehen. 

Herausforderung Smart City. Smart City-Lösungen sind komplex und stellen hohe Anforderung an die IT-Kapazitäten einer Stadt: 

Erstens müssen Städte in der Lage sein, enorme Datenmengen in Echtzeit zu übertragen und auszuwerten, die durch Sensoren oder Bürger entstehen. Nur so kann etwa im smarten Verkehrsmanagement sichergestellt werden, dass Verkehrsströme korrekt berechnet und Staus oder Unfälle vorhergesehen und vermieden werden können.

Zweitens müssen Akteure der Smart City Daten und Informationen auf sichere und flexible Weise miteinander teilen können. Betrachtet man das intelligente Abfallmanagement, so ist eine IoT-basierte und effiziente Entsorgung nur möglich, wenn Stadtwerke, Lkws und Gebäudeverwaltungen Daten über eine zentralen Cloud-Management-Plattform austauschen können, die über die entsprechenden Analyse-Tools verfügen, um die Müllentsorgung in Echtzeit einzuleiten. 

 

Durch Interconnection umgehen Teilnehmer des digitalen Ökosystems das Internet und tauschen Daten schnell, sicher und zuverlässig untereinander aus.

 

Das Fundament: Digitale Infrastrukturen. Diese Herausforderungen können nicht im Alleingang gemeistert werden. Viel mehr sitzen Unternehmen, die Stadt und andere Partner bei der Digitalisierung alle im selben Boot. Externe Partner können künftig dabei helfen, das Fundament der Smart City bereitzustellen: Digitale Infrastrukturen, die den reibungslosen Datenaustausch zwischen verschiedenen Teilnehmern der Stadt ermöglichen. 

Eine zentrale Rolle nehmen dabei Rechenzentren ein. Moderne Rechenzentren bieten Unternehmen nicht nur zusätzlichen Speicherplatz. Viel mehr stellen sie eine neutrale Plattform bereit, über die sich die verschiedenen Akteure der Smart City miteinander vernetzen und austauschen können. Sie bilden sogenannte digitale Ökosysteme innerhalb derer sich – im Fall der Smart City – städtische Akteure wie Notrufzentralen, Stadtwerke oder Verkehrsbetriebe mit externen Unternehmen wie Automobilherstellern, Mobilitätsdienstleistern, Softwareanbietern sowie Clouds verbinden können, um Projekte gemeinsam umzusetzen. 

Diese direkte Anbindung innerhalb der Rechenzentren wird auch Interconnection genannt. Durch Interconnection umgehen Teilnehmer des digitalen Ökosystems das Internet und tauschen Daten schnell, sicher und zuverlässig untereinander aus. Im Ökosystem werden die gesammelten Daten jedes Teilnehmers der Smart City zusammengeführt, analysiert und darauf basierende Entscheidungen an die jeweiligen Geräte zurück gesendet. Auch das Skalieren von IT-Kapazitäten ist durch den Zugang zu Cloud-Providern schnell und flexibel möglich. Die erleichtert den Ausbau von Smart-City-Lösungen deutlich.

Interconnection wird auch in Zukunft ein wichtiger Treiber der Smart City sein. Eine aktuelle Umfrage von Equinix zeigt, dass Interconnection als zuverlässige und schnelle Alternative zum öffentlichen Internet in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. So geben 35 Prozent der befragten IT-Entscheider an, dass die Umgehung des öffentlichen Internets über Interconnection für einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb entscheidend sei. Um auch künftig Städte bei der Vernetzung und Digitalisierung zu unterstützen, erweitern Rechenzentrumsanbieter stetig ihre Präsenz in Deutschland. In Hamburg wird Equinix beispielsweise noch in diesem Jahr einen neuen Standort eröffnen. 

Rechenzentren, Netzwerk- und Cloud-Provider leisten so einen entscheidenden Beitrag bei der Bereitstellung und Verbesserung digitaler Infrastrukturen und helfen Städten wie Hamburg, die Vision der Smart City umzusetzen.



Jens-Peter Feidner,
Managing Director Germany
bei Equinix

 

Bilder: © Equinix;
Gerckens-Photo-Hamburg/shutterstock.com;
Composing: magazinemaker.de

 

199 Artikel zu „Smart City“

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