Studie zeigt: Deutsche Krankenhäuser haben Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Über ein Drittel der deutschen Krankenhäuser ist in Sachen Digitalisierung schlecht oder sehr schlecht aufgestellt. 49 Prozent der befragten Krankenhausmitarbeiter klagen über fehlende personelle Ressourcen. 67 Prozent erhoffen sich von Digitalisierung einfachere Erledigung bürokratischer Aufgaben.

 

Durch die Corona-Pandemie sind die Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäuser verstärkt in den Fokus der öffentlichen Debatte geraten. Doch was sind jenseits der Pandemie die derzeit größten Herausforderungen? Sind Prozesse in Krankenhäusern ausreichend digitalisiert, um diese zu meistern? Cherwell Software, ein Lösungsanbieter für Enterprise-Service-Management-Software, ging dieser und anderen Fragen in einer Studie zusammen mit YouGov auf den Grund. Dazu wurden in Deutschland 308 Fachangestellte aus dem Gesundheitswesen von Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt.

 

Fehlende Ressourcen machen Krankenhäusern zu schaffen.

Anzeige

An erster Stelle der Herausforderungen in Krankenhäusern stehen stagnierende oder sogar sinkende Budgets. Dies gaben 55 Prozent der befragten Krankenhausmitarbeiter an. Auch die gestiegenen Erwartungen der Patienten an die Servicequalität (37 Prozent), die obligatorische Umstellung auf die elektronische Patientenakte (33 Prozent) sowie die Bereitstellung neuer digitaler Dienstleistungen für Patienten, wie etwa Videosprechstunden oder Selbstbedienungsportale (31 Prozent), werden als herausfordernd gesehen.

 

 

Anzeige

Dass eine zeitgemäße digitale Ausstattung von Krankenhäusern notwendig ist, um all diese Aufgaben zufriedenstellend bewältigen zu können, ist mittlerweile unbestritten. Doch genau an diesem Punkt besteht noch großer Nachholbedarf. Über ein Drittel (34 Prozent) der deutschen Krankenhäuser ist in Sachen Digitalisierung schlecht oder sehr schlecht aufgestellt, so das Zeugnis der eigenen Mitarbeiter.

 

Krankenhauszukunftsgesetz: 65 Prozent der Mitarbeiter haben noch nie davon gehört.

Die Bundesregierung hat bereits erkannt, dass hier Handlungsbedarf besteht. Mit einem mehrere Milliarden Euro umfassenden Investitionsprogramm – dem »Krankenhauszukunftsgesetz« (kurz: KHZG) – will sie die Digitalisierung der Krankenhäuser vorantreiben. Unter den Beschäftigten in den Krankenhäusern hat sich dies bisher jedoch kaum herumgesprochen: Zwei Drittel von ihnen haben noch nichts vom KHZG gehört, 19 Prozent kennen es zwar, wissen aber nichts über den Inhalt. Lediglich 12 Prozent wissen, was das Gesetz beinhaltet.

 

 

Von denjenigen Befragten, die das KHZG kennen, gaben immerhin 47 Prozent an, dass ihre Einrichtung im Jahr 2021 größere Digitalisierungsaktivitäten im Rahmen dieses Gesetzes plant. Auffallend hierbei ist, dass über die Hälfte (55 Prozent) der Krankenhäuser mit mehr als 1000 Mitarbeitern entsprechende Investitionen planen, bei den Krankenhäusern mit 100 bis 249 Mitarbeitern aber nur etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent). Kleinere Krankenhäuser drohen also in Sachen Digitalisierung weiter an Boden zu verlieren.

 

Mitarbeiter klagen über Stress und nicht funktionierende Technik.

Dabei ist der Druck sich zu digitalisieren hoch, schließlich berichten zahlreiche Krankenhausmitarbeiter von einem enorm hohen Stresslevel und müssten dringend entlastet werden. Häufigste Ursache ist mit 49 Prozent die Ressourcenknappheit – also zu wenige Ärzte sowie zu wenig Pflege- und Verwaltungspersonal. Weitere Stressfaktoren sind der zu hohe Zeitdruck und die zu geringe Wertschätzung mit jeweils 44 Prozent sowie nicht funktionierende Technik – von Computern, über Drucker, bis hin zu medizinischen Geräten – mit 23 Prozent.

Bei großen Krankenhäusern (über 1000 Mitarbeiter) ist der Leidensdruck oft besonders groß: Hier klagen 53 Prozent über Ressourcenknappheit und 23 Prozent über zu viele Routineaufgaben, während es bei kleineren Häusern (100 bis 249 Mitarbeiter) nur 33 beziehungsweise 15 Prozent sind.

 

Krankenhausmitarbeiter erhoffen sich Besserung durch Digitalisierungsmaßnahmen.

Von genau diesen Problemen erhoffen sich die Krankenhausmitarbeiter durch Digitalisierungsmaßnahmen Besserung: Für 67 Prozent hat eine einfachere und effizientere Erledigung von bürokratischen Aufgaben Priorität. Weitere Erwartungen sind bessere Dienstleistungen für Patienten (47 Prozent), einfachere und effizientere Erledigung von medizinischen Aufgaben (44 Prozent), mehr Automatisierung (44 Prozent), Kosteneinsparungen (36 Prozent) sowie eine bessere Mitarbeiterzufriedenheit (36 Prozent). Kurz gesagt erhoffen sich Krankenhausmitarbeiter von der Digitalisierung also vor allem eine Befreiung von Routinen und bürokratischem Aufwand, damit sie sich besser um die Patienten kümmern können.

 

 

 

[1] Über die Studie:
Für die Studie wurden deutschlandweit 308 Arbeitnehmer von Unternehmen aus dem Gesundheitswesen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt. Der Befragungszeit war zwischen dem 13.  Und 21. Januar 2021. Die Online-Studie wurde von dem britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Cherwell Software durchgeführt.

 

335 Artikel zu „Krankenhäuser „

Krankenhauszukunftsfonds: förderfähige IT-Sicherheit für Krankenhäuser

Paket »SecureHealth« umfasst moderne Schwachstellenmanagement-Technologie sowie Unterstützung beim Förderantrag. Greenbone Networks, Lösungsanbieter zur Schwachstellen-Analyse von IT-Netzwerken, unterstützt Krankenhäuser dabei, ihre IT-Sicherheit zu verbessern – auch im Rahmen des Krankenhauszukunftsfonds der Bundesregierung. Mithilfe des Pakets »SecureHealth« können Einrichtungen im Healthcare-Bereich ihre gesamte IT-Infrastruktur auf Schwachstellen überprüfen und damit Hackerangriffen und Systemausfällen vorbeugen. Greenbone Networks unterstützt zudem beim…

Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser: Impulse durch das neue Krankenhauszukunftsgesetz

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), das vor kurzem in Kraft getreten ist, soll die Digitalisierung der deutschen Krankenhäuser vorangetrieben werden. Warum das dringend notwendig ist, welche Chancen sich durch die Förderung bieten und wie Krankenhäuser ihre digitalen Initiativen am besten angehen, erklärt NTT Ltd. Viele deutsche Krankenhäuser und Kliniken haben großen Digitalisierungsbedarf. Allzu oft werden Patientendaten…

Ransomware: Umfangreiche und verheerende Bedrohung für Krankenhäuser

In den USA kämpfen Krankenhäuser aktuell mit einer Welle von Ransomware-Angriffen. Dazu ein Kommentar von Sandra Joyce, Executive VP und Head of Mandiant Threat Intelligence (eine Einheit von FireEye.   »Ransomware ist eine Bedrohung, die wir nicht länger ignorieren dürfen, sie gerät zunehmend außer Kontrolle. Die Hacker, die hinter Ransomware-Kampagnen stehen, schalten mittlerweile die kritischsten…

Tipps: Wie Krankenhäuser sich vor digitalen Viren schützen können

Krankenhäuser sind für Ransomware nicht unbedingt anfälliger als andere Institutionen, doch für sie kann ein Angriff weitreichende Folgen haben, wie etwa den Verlust von Patientenakten und die Verzögerung oder Absage von Behandlungen. Da Krankenhäuser lebensrettende Operationen durchführen und über sensible Patienteninformationen verfügen, neigen sie stärker dazu, das geforderte Lösegeld zu zahlen, als andere Organisationen. Das…

Angriffe auf Krankenhäuser über E-Mails: Das Problem ist Teil der Lösung

Knapp eineinhalb Wochen musste das Klinikum Fürstenfeldbruck ohne seine 450 Computer auskommen und war auch nicht per E-Mail, sondern nur noch telefonisch erreichbar. Ursache ist wohl ein E-Mail-Trojaner, der über einen Anhang ins System eingedrungen ist. Inzwischen ermittelt die Zentralstelle Cybercrime Bayern, und das Klinikum hat alle Bankkonten sperren lassen. Wie in anderen bekannt gewordenen…

Budgets für Informationstechnologie in europäischen Krankenhäusern steigen in den kommenden drei Jahren

Die Verbesserung der Datendurchgängigkeit und der Wertschöpfung von Gesundheitsdaten zählt zu den wichtigsten Investitionsbereichen.   In Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien werden mehr als sechs Milliarden US-Dollar für Informationstechnologie im Gesundheitswesen ausgegeben, die regionale Einführungsrate von Healthcare IT liegt bei fast 80 Prozent. Zu den Bereichen, die noch nicht genutzte Wachstumschancen bieten, gehören Datenkontinuität, Patient…

Weniger Krankenhäuser, mehr Patienten

In Deutschland wurden 2016 19,5 Millionen Patienten in 1.948 Krankenhäusern stationär behandelt. Wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, stieg damit die Zahl der Behandlungsfälle um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während dafür acht Krankenhäuser weniger zur Verfügung standen als noch 2015. Dabei sinkt besonders die Anzahl der öffentlichen Krankenhäuser, wie die Grafik von…

WannaCry-Cyberattacke gegen Krankenhäuser – wie können sich kritische Organisationen gegen Online-Erpresser schützen

Modernes Backup-Management spielt eine entscheidende Rolle, um die Schäden durch Ransomware und andere Cyberangriffe zu minimieren. Rubrik weist immer wieder darauf hin, wie wichtig eine zeitgemäße Datensicherung für Organisationen und kritische Infrastrukturen ist, vor allem auch im Gesundheitswesen. Vom jüngsten spektakulären Ransomware-Angriff am vergangenen Freitag waren an die 200.000 Computer in knapp 150 Ländern betroffen,…

DSGVO und SIEM – Bedeutung für Krankenhäuser in Zeiten von Locky & Co.

Am 25. Mai 2018 ist es soweit, die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wird dann in Kraft treten und muss auch bei den Krankenhäusern umgesetzt werden. Mit organisatorischen Maßnahmen zur Erhöhung des Datenschutzes und mit technischen Maßnahmen wie SIEM müssen die Gesundheitsorganisationen darauf reagieren.

Deutsche Krankenhäuser kommen beim Thema Digitalisierung nur langsam voran

Nach wie vor verfügt erst jedes vierte Krankenhaus in Deutschland über eine Digitalstrategie. Immerhin: Der Anteil der Kliniken, die sich mit digitalen Einzelprojekten auf den Weg zur »Medizin 4.0« gemacht haben, ist binnen eines Jahres auf 56 Prozent gestiegen (2015: 46 Prozent). Das sind Ergebnisse der bereits zum zweiten Mal durchgeführten Studie »Digitalisierung in der…

Krankenhäuser bewerten wirtschaftliche Lage wieder optimistischer

Deutschlands Krankenhäuser bewerten ihre wirtschaftliche Lage häufiger eher unbefriedigend als eher gut. Nur rund ein Viertel tendiert laut dem Jahresbericht des Deutschen Krankenhausinstituts zu »eher gut«, 38,1 Prozent zu »eher unbefriedigend«. Damit hat sich im vergangenen Jahr die Situation im Vergleich zu 2014 nur leicht verbessert. 2013 wurde die Lage jedoch noch deutlich schlechter eingeschätzt.…

Hotels und Krankenhäuser im Fokus der Cyberkriminalität

Der 2015 Global Security Report [1] enthüllt, dass etwa 12 % aller Datenschutzverletzungen die Hotelbranche betrafen. Durch häufige Kartenzahlungen besitzen Hotels und Restaurants ein höheres Risiko. Der Trustwave-Report stellt zudem fest, dass sich circa 42 % der Untersuchungen auf E-Commerce-Lecks und rund 40 % auf Lecks am Point of Sale (POS) bezogen. Auch im Gesundheitswesen…

Beachtliche Effizienzgewinne bei Krankenhäusern und Kliniken machbar

Das Volumen ist beachtlich: 33,8 Milliarden Euro geben alle Krankenhäuser in Deutschland für Sachkosten insgesamt aus, davon 8,7 Milliarden für medizinische Verbrauchsgüter ohne Arzneimittel (Quelle: Statistisches Bundesamt 2013). Dennoch werden elektronische Beschaffungslösungen bisher nur von einem Drittel der Krankenhäuser und Kliniken genutzt und nur jede siebte Einrichtung hat E-Procurement-Lösungen in ein eigenes Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) integriert.…

Branchentrends: So arbeiten Banken, Behörden, Krankenhäuser und Universitäten in der Zukunft

Welche Trends werden die Arbeitsweisen in den verschiedenen Branchen und Industriezweigen in den nächsten 10 bis 15 Jahren verändern? Mit dieser Frage haben sich Arbeitsplatzexperten aus den jeweiligen Bereichen im Rahmen des Whitepapers »The Future of Work« beschäftigt. Das von der Economist Intelligence Unit durchgeführte und von Ricoh Europe gesponserte Projekt zeigt, wie führende Wissenschaftler…

Cybercrime: Healthcare in 2020 gefährdetste Zielgruppe

Ransomware bleibt ein Hauptphänomen für IT-Sicherheitsverletzungen im Gesundheitswesen. Das IT-Sicherheitsunternehmen Tenable veröffentlichte in einem ausführlichen Report eine fundierte Analyse der signifikantesten Datensicherheitsverletzungen aus dem vergangenen Jahr. Für diesen Bericht hat Tenable die veröffentlichten Meldungen über Sicherheitsverletzungen von Januar bis Oktober 2020 analysiert, um Trends zu erkennen. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2020 gab…

Datensicherheitsverletzungen im Gesundheitswesen sind 2020 um 55,2 Prozent gestiegen

Laut dem aktuellen Healthcare Breach Report von Bitglass gab es im Jahr 2020 599 Datensicherheitsverletzungen im Gesundheitswesen, von denen insgesamt mehr als 26 Millionen Personen betroffen waren. Jedes Jahr analysiert der Cloud-Sicherheitsanbieter Daten der sogenannten »Wall of Shame« des US-Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, die Informationen zu…

Sechs Ideen, um die IT-Sicherheit aktiver in Arbeitsprozesse einzubinden

Die IT-Sicherheit ist quasi ein Dauerbrenner auf der Prioritätenliste von Unternehmen. Laut Angaben von Statista sollen sich die Ausgaben hierfür im Jahr 2021 auf rund 5,7 Milliarden Euro belaufen.(i) Doch obwohl 70 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen in Deutschland bewusst ist, dass der Faktor Mensch und mangelndes Sicherheitsbewusstsein eines der größten Risiken für Unternehmen darstellt, sparen 77…

Innenverteidigung: Cybersecurity mit Blick nach innen

Organisationen verstärken aufgrund der Gefahrenlage ihre Abwehr gegen Cyberangriffe von außen. Dabei vergessen sie oft jedoch den Blick nach innen. Neue Technologien helfen dabei, Angreifer zu stoppen, die sich bereits im Netzwerk befinden.   Für Cyberkriminelle bedeutet die Corona-Krise und ihre Folgen eine Goldgräberstimmung – noch nie waren viele Unternehmen so verwundbar wie heute. Die…

Europäische Unternehmen müssen ihre Digitalisierungsinitiativen nachbessern

Laut NTT-Studie sehen viele Firmen die Pandemie als Chance, neue Marktpotenziale zu erschließen. Ein Jahr nach Pandemiebeginn haben Unternehmen einen großen Wandel durchlaufen, um so ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken, ihre Agilität zu erhöhen und ihre Effizienz zu steigern. Das ist ein zentrales Ergebnis des Global Managed Services Report 2021, den NTT Ltd. veröffentlicht hat [1].…

Subscription Economy im Industrie-4.0-Zeitalter: Wie man die Digitalisierung endlich monetarisiert

Nach Studien von Zuora werden in Deutschland circa 80 % der Umsätze durch den Verkauf neuer technischer Produkte und 20 % durch ergänzende Services erzielt. Diese 20 % sind jedoch für 60 % des Gewinns verantwortlich! Auf Basis eines margenträchtigen Servicegeschäfts, in Verbindung mit den Chancen der digitalen Vernetzung durch die Industrie 4.0, beschäftigen sich…