Wie entwickeln sich die Investitionen in humanoide Roboter?

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Der Markt für humanoide Roboter wächst zuletzt deutlich, wie sich an den Investitionen in entsprechende Startups ablesen lässt. So wurden 2025 mit 2,65 Mrd. US-Dollar mehr in Startups für humanoide Robotik investiert als in den Jahren 2018 bis 2024 zusammengerechnet. Das zeigt die Infografik mit Daten der Markt‑ und Unternehmens­datenplattform Tracxn [1]. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Investoren humanoide Robotik inzwischen als reifere und kommerziell attraktivere Technologie ansehen, sodass Kapital nicht mehr vorsichtig getestet, sondern in größerem Stil investiert wird.

China liegt mit 23 Startups im Bereich humanoide Robotik derzeit knapp vor den USA (22 Unternehmen) an der Spitze. Deutschland liegt auf Rang fünf, hinter Indien und dem Vereinigten Königreich. Humanoide Robotik wird aktuell also klar von den großen Tech‑Nationen und bevölkerungsreichen Märkten dominiert wird.

Humanoide Roboter orientieren sich in Form und Beweglichkeit am menschlichen Körper. Sie haben typischerweise Kopf, Rumpf, zwei Arme und zwei Beine und sollen möglichst viele verschiedene Tätigkeiten in menschen­gemachten Umgebungen übernehmen. Sie sind in ihren Bewegungen meist langsamer als der Mensch – dafür aber flexibler, können sich frei im Raum bewegen und perspektivisch verschiedenste Aufgaben lernen. Dabei können sie körperlich anstrengende, monotone oder gefährliche Arbeiten übernehmen.

Industrieroboter hingegen sind in der Regel spezialisierte Maschinen, die für eine klar definierte Aufgabe in einer industriellen Umgebung ausgelegt sind, wie zum Beispiel Schweißen, Lackieren oder Palettieren in einer Fabriklinie. Sie stehen meist fest montiert in Zellen, sind sehr schnell und kraftvoll, arbeiten oft hinter Schutzgittern und müssen für jede neue Aufgabe explizit umprogrammiert werden.

Serviceroboter sind Roboter, die Dienstleistungen für Menschen erbringen sollen – etwa Putzen, Transportieren, Servieren, Informieren oder Assistenz in Pflege und Medizin. Sie arbeiten meist in direkt vom Menschen genutzten Umgebungen (Haushalt, Hotel, Krankenhaus, Restaurant), interagieren mit Nutzerinnen und Nutzern und müssen deshalb vergleichsweise sicher und einfach bedienbar sein. Humanoide Roboter können zwar auch Serviceaufgaben ausführen, sie besitzen aber explizit menschenähnliche Form und Bewegungsfähigkeiten und können universell in menschlichen Umgebungen einsetzbar sein. Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/35776/jaehrliche-gesamtfinanzierung-von-startups-fuer-humanoide-robotik-weltweit/

 

[1] https://tracxn.com/d/trending-business-models/startups-in-humanoid-robot/__XaLjGJXRCO_tCHXYL7TDcFDV2Kbfu3MNQXSVaa4xkas?utm_source=chatgpt.com#funding-trends

 

 

Mehr Risikokapital für KI & Verteidigung, weniger für Energie

Laut Internationaler Energieagentur konkurrieren Energie‑Startups immer stärker mit KI‑Firmen um Risikokapital (Venture Capital, VC) [1]. Der KI‑Boom verschiebe Kapital und Aufmerksamkeit – auch von großen generalistischen Fonds – in Richtung KI. Die IEA weißt zugleich daraufhin, dass der Rückgang energiebezogener VC‑Finanzierung auch mit dem Auslaufen eines großen Finanzierungszyklus in der Elektromobilität (EVs und EV‑Batterien) zusammenhängt. Neue Energiebereiche wachsen zwar, können den Rückgang in EV‑getriebenen Segmenten aber nur teilweise ausgleichen.

Im Detail ist der VC-Anteil von Startups, die Energietechnologien bzw. -produkte entwickeln (»Energie-Innovatoren«), von 11,4 Prozent im Jahr 2023 auf 6,8 Prozent im Jahr 2025 gefallen. Der Anteil von Startups, die keine neuen Technologien entwickeln, sondern bestimmte etablierte Technologien einsetzen (»Energie-Umsetzer«), ist im selben Zeitraum von 5,9 auf 2,6 Prozent gefallen. Der VC-Anteil von KI-Startups ist hingegen massiv angestiegen: von 12,7 Prozent im Jahr 2023 auf rund 32 Prozent im Jahr 2025. Die Risikokapitalflüsse in Verteidigungs-Startups haben sich im selben Zeitraum von 1,2 Prozent auf 2,3 Prozent nahezu verdoppelt. Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/35854/anteil-ausgewaehlter-sektoren-an-den-gesamtinvestitionen-in-risikokapital/?lid=24llwzynaqvy

 

[1] https://www.iea.org/reports/the-state-of-energy-innovation-2026/executive-summary/

 

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