Droht ein massiver Stellenabbau durch KI?

 

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Management Summary

  • Die Bonner Wirtschafts-Akademie warnt vor einem massiven Beschäftigungsabbau in Deutschland durch die gleichzeitige Wirkung von Energiekrise, KI-Einsatz und strukturellem Wandel.
  • KI wird aus Sicht der BWA nicht nur Büroarbeitsplätze verändern, sondern über humanoide Roboter künftig auch industrielle Tätigkeiten zunehmend automatisieren.
  • Internationale CEO-Befragungen deuten auf deutliche Personaleinschnitte hin; BWA-Geschäftsführer Harald Müller erwartet vergleichbare Entwicklungen auch in Deutschland.
  • Die wachsende Angst der Beschäftigten vor Rationalisierung gefährdet KI-Projekte, wenn Unternehmen nicht transparent kommunizieren, qualifizieren und Betroffene aktiv einbinden.
  • Politik, Gewerkschaften und Unternehmen müssen den Spagat zwischen Fachkräftemangel, demografischem Wandel, Wettbewerbsfähigkeit und sozialverträglicher KI-Transformation aktiv gestalten.

 

Harald Müller, Geschäftsführer Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA): »KI-Transformation gelingt nur mit offener Kommunikation, betrieblicher Qualifizierung und aktiver Einbindung der Betroffenen.«

Die Energie- und die KI-Krise werden zu einem Arbeitsplatzverlust historischen Ausmaßes in Deutschland führen, warnt die Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA). Die aktuelle Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), wonach die Unternehmen noch in diesem Jahr fast 30 Prozent aller Stellen streichen wollen, sei erst der Anfang, bewertet die BWA die Entwicklung. Geschäftsführer Harald Müller skizziert eine düstere Zukunft: »Die Kombination aus Energie- und KI-Krise wird Hunderttausende von Arbeitsplätzen sowohl in der Industrie als auch im Büro vernichten.« Diese Entwicklung komme noch »on top« auf die Jobverluste in der Automobilindustrie, heißt es bei der BWA. Mit dem Begriff »KI-Krise« umschreibt die Bonner Wirtschafts-Akademie die rasant zunehmende Übernahme von Büroarbeitsplätzen durch KI-Systeme und von Industriejobs durch eine künftige Generation humanoider Roboter.

BWA-Chef Harald Müller verweist auf eine aktuelle Umfrage der Beratungsfirma Mercer in den USA unter rund 1.000 CEOs, wonach 99 Prozent Einschnitte beim Personal aufgrund von künstlicher Intelligenz erwarten. Die befragten Firmenchefs schätzen, dass derzeit etwa die Hälfte der Arbeitsleistung in ihren Unternehmen ausschließlich von Personal ohne KI-Unterstützung erbracht wird. In den kommenden Jahren soll dieser Anteil nach KI-Einführung und dem damit verbundenen Personalabbau auf etwa 35 Prozent sinken. »Zwei Drittel der Arbeitsplätze, die nicht der Rationalisierung zum Opfer fallen, werden mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet«, fasst Harald Müller zusammen. Er befürchtet: »Wir werden eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland erleben.«

 

Steigende Angst vor Arbeitsplatzverlust durch KI

Laut »Global Talent Trends 2026«-Report, für den rund 12.000 Teilnehmer befragt wurden, darunter nicht nur CEOs, sondern auch personal­verantwortliche Beschäftigte, steigt die Angst vor der KI-Krise. Während sich 2024 noch 28 Prozent der Beschäftigten durch Künstliche Intelligenz bedroht fühlten, sind es inzwischen 40 Prozent.

»Der Angstfaktor wird in den Firmen völlig unterschätzt«, hat Harald Müller in Gesprächen mit zahlreichen Personalverantwortlichen festgestellt. Er erläutert die Zusammenhänge: »Wir stellen zusehends einen passiven Widerstand gegen KI in den Belegschaften fest, weil sie befürchten, sich selbst wegzurationalisieren. Diese Unsicherheit führt dazu, dass KI-Projekte häufig nicht an der Technik scheitern, sondern an fehlender Akzeptanz innerhalb der Arbeitnehmerschaft. Transparente Kommunikation, betriebliche Qualifizierungsoffensiven und die aktive Einbindung der Betroffenen stellen entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche KI-Transformation dar.«

 

»Spagat zwischen demografischem Faktor, Fachkräftemangel und KI«

BWA-Geschäftsführer Harald Müller appelliert an Politik und Gewerkschaften, den Wandel der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz aktiv mitzugestalten und nicht allein der Wirtschaft zu überlassen. »Die absehbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden gewaltig sein und bedürfen einer politischen Antwort«, sagt der Chef der Bonner Wirtschafts-Akademie. Den Gewerkschaften empfiehlt er, sich in die KI-Transformation zukunftsgewandt zu involvieren. »Eine bloße Abwehrhaltung wird nicht zum Erfolg führen«, mahnt Harald Müller, und begründet: »Eine verzögerte KI-Einführung in der deutschen Wirtschaft wird letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen beeinträchtigen und am Ende zu noch höheren Arbeitsplatzverlusten führen.«

Vielmehr gelte es, den »Spagat zwischen demografischem Wandel und KI-Einführung hinzukriegen.« Konkret: »Wenn die Baby Boomer in Rente gehen und der Fachkräftemangel weiter zunimmt, eröffnet künstliche Intelligenz die Chance, diesen Verlust an Arbeitskraft auszugleichen, ohne Produktivität zu verlieren.« Harald Müller gibt zu bedenken, dass bis 2036 voraussichtlich beinahe 20 Millionen Beschäftigte der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben ausscheiden werden. Gleichzeitig rückten schätzungsweise nur etwa 12 Millionen jüngere Arbeitskräfte nach. Er sagt: »KI kann helfen, diese Lücke auszugleichen.« Allerdings würden vor allem die hohen Energiekosten in Deutschland zu einer verstärkten Abwanderung des Produzierenden Gewerbes ins Ausland führen, die von der KI-Entwicklung nicht kompensiert werden kann, sondern im Gegenteil in ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verstärkt werde, weist der BWA-Geschäftsführer auf die Zusammenhänge zwischen Energie- und KI-Krise hin. »Der Arbeitsmarkt steht im Feuer«, sagt er, »und das ist erst der Anfang.«

 

Humanoide KI-Roboter auf dem Vormarsch

Eine aktuelle Studie der Bonner Wirtschafts-Akademie gemeinsam mit der Gewerkschaft IGBCE kommt zu dem Schluss, dass die sogenannte »Physical AI« (KI in der realen Welt) auf dem Vormarsch ist. Darunter versteht man humanoide Roboter, die viele körperliche Arbeiten übernehmen könnten.

Laut Umfrage gehen 62 Prozent der Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter davon aus, dass in Zukunft humanoide KI-Roboter, also dem Menschen nachkonstruierte und mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Maschinen, selbstständig betriebliche Aufgaben planen und ausführen können. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten erwarten diese Entwicklung innerhalb der nächsten zehn Jahre.

 
Quellen

 

 

KI sorgt häufiger für Beschäftigungswachstum als für Stellenabbau

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Viele Unternehmen melden Beschäftigungswachstum durch KI.

 

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz geht in deutschen Unternehmen häufiger mit Beschäftigungswachstum als mit Stellenabbau einher. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue globale Studie von Snowflake, dem AI Data Cloud-Unternehmen, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Omdia veröffentlicht wurde. Für die Studie »The ROI of Gen AI and Agents« wurden 2.050 Führungskräfte aus den Bereichen Wirtschaft und Technologie in zehn Ländern befragt, davon rund 150 aus Deutschland [1]. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt differenzierter ausfallen, als es die öffentliche Debatte häufig nahelegt.

 

Im internationalen Vergleich gaben die Befragten in Deutschland dabei am häufigsten an, dass der Einsatz von KI mit Beschäftigungswachstum verbunden ist. 58 Prozent der deutschen Befragten sagen, dass KI in den vergangenen zwölf Monaten neue Rollen in ihren Unternehmen geschaffen hat. Weltweit liegt dieser Wert bei 42 Prozent. Zugleich berichten 9 Prozent, dass KI Rollen abgebaut hat. Bei 23 Prozent wurden sowohl neue Stellen geschaffen als auch andere reduziert. Insgesamt berichten damit 81 Prozent der Unternehmen von Beschäftigungswachstum im Zusammenhang mit KI, während 32 Prozent angeben, dass Rollen oder Stellen abgebaut wurden.

58 Prozent berichten von neuen Stellen, 9 Prozent von Stellenabbau. Bei 23 Prozent der Unternehmen wurden sowohl neue Stellen geschaffen als auch andere reduziert.

 

Das Beschäftigungswachstum im Zusammenhang mit KI ist dabei nicht ausschließlich auf neu entstandene KI-spezifische Rollen zurückzuführen. Es spiegelt auch breiteres Wachstum in anderen Unternehmensbereichen wider, etwa im IT-Betrieb, in der Softwareentwicklung oder in der Cybersicherheit. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass KI Rollen eher verändert, als Beschäftigte schlicht zu ersetzen. Gleichzeitig steigt in vielen Unternehmen der Bedarf an Kompetenzen rund um Daten, Automatisierung und den operativen Einsatz von KI.

 

Deutsche Unternehmen treiben den KI-Einsatz voran

Die Studie von Snowflake zeigt außerdem, dass deutsche Unternehmen gut aufgestellt sind, um den Einsatz von KI weiter auszubauen. Bei der Hälfte der Befragten in Deutschland wird generative KI bereits in mehreren Anwendungsfeldern genutzt (50 Prozent), was weltweit auf etwa jedes dritte Unternehmen zutrifft (38 Prozent). Auch die Einführung sogenannter agentischer KI – also Systeme, die komplexe Aufgaben weitgehend autonom ausführen können – gewinnt an Dynamik. Rund zwei Drittel der Befragten in Deutschland (69 Prozent) geben an, dass ihre Organisationen agentische KI bereits eingeführt haben oder dies innerhalb der kommenden zwölf Monate planen. Im globalen Durchschnitt sind es 57 Prozent.

Außerdem nennen deutsche Unternehmen seltener Hürden bei der Einführung von KI als andere Länder. Auf die Frage nach Herausforderungen beim Training und Management von KI-Modellen nannten Befragte in Deutschland seltener Probleme wie mangelnde Datenqualität (36 Prozent vs. 50 Prozent weltweit), begrenzte Datendiversität (32 Prozent vs. 40 Prozent), Einschränkungen durch sensible Daten (39 Prozent vs. 50 Prozent) oder zeitaufwändiges Datenmanagement (32 Prozent vs. 43 Prozent). Das spricht dafür, dass viele deutsche Unternehmen auf den Einsatz fortgeschrittener KI-Systeme besser vorbereitet sind, da ihre Datenlandschaften vergleichsweise gut aufgestellt sind.

»In Europa treiben viele Unternehmen den Einsatz von KI gerade deutlich voran und müssen dabei zugleich Vorgaben wie den EU AI Act im Blick behalten«, sagt Dayne Turbitt, Senior Vice President für EMEA bei Snowflake. »Der größte ROI entsteht heute aber nicht mehr durch einzelne Experimente. Entscheidend ist vielmehr, KI in zentrale Geschäftsprozesse zu integrieren und zugleich Datenbereitschaft und Governance so auszubauen, dass regionale Compliance-Vorgaben erfüllt werden. Die Arbeitswelt in EMEA wird künftig von Unternehmen geprägt, die ihre KI-Ambitionen mit einer vertrauenswürdigen, regelkonformen Infrastruktur sowie den richtigen Fähigkeiten verbinden und daraus einen echten Wettbewerbsvorteil machen.«

 

KI-Investitionen zahlen sich aus

Je stärker KI den Schritt aus der Experimentierphase in den produktiven Einsatz macht, desto häufiger erkennen Unternehmen einen messbaren geschäftlichen Nutzen. Deutsche Unternehmen berichten, dass sie für jeden in KI investierten Dollar rund 1,47 Dollar zurückerhalten. Das entspricht einer Rendite von 47 Prozent. Unter den frühen Anwendern in Deutschland geben 97 Prozent an, einen positiven Return on Investment zu erzielen. Gleichzeitig planen Unternehmen, im kommenden Jahr knapp ein Viertel ihrer Technologie-Budgets für KI vorzusehen (23 Prozent). Der wichtigste Grund für die Einführung von KI bleibt die Steigerung der operativen Effizienz mit 57 Prozent, danach folgen Innovation mit 42 Prozent und eine bessere Kundenerfahrung mit 38 Prozent.

»Die Daten zeigen klar, dass KI schon heute messbaren Mehrwert liefert. Damit sich dieser Erfolg auch skalieren lässt, brauchen Unternehmen aber vor allem eine starke Datengrundlage und ein klares Governance-Modell«, sagt Adam DeMattia, Senior Director of Research bei Omdia. »Wer seine Daten zusammenführt, ihre Qualität verbessert und KI verantwortungsvoll in die Praxis bringt, hat die besten Chancen, ROI und Beschäftigungswachstum dauerhaft zu sichern. Mit seinem Fokus auf sichere, kontrollierte Daten und die skalierbare Integration von KI ist Snowflake gut positioniert, Unternehmen beim Übergang von ersten Pilotprojekten zu unternehmensweiter Wirkung zu unterstützen.«

 

[1] Der Bericht »The ROI of Gen AI and Agents« beruht auf einer Befragung von 2.050 Führungskräften aus den Bereichen Wirtschaft und Technologie in zehn Ländern: Australien/Neuseeland, Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Singapur, dem Vereinigten Königreich und den USA. Die Teilnehmenden haben Einfluss auf die künftigen KI-Investitionen ihrer Organisation. Die Erhebung wurde in Zusammenarbeit mit Omdia zwischen dem 13. August und dem 17. September 2025 durchgeführt.
Den vollständigen Studienbericht »The ROI of Gen AI and Agents« finden Sie hier.
https://www.snowflake.com/en/lp/radical-roi-generative-ai/?utm_cta=press-release-roi-of-gen-ai-and-agents-2026
Weitere Einblicke in die Ergebnisse bietet dieser Blogbeitrag auf englisch.
https://www.snowflake.com/en/blog/roi-generative-agentic-ai/

 

9752 Artikel zu „KI Stellen“

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