Automatisierung und Shift-Left-Testing – Schnell und zuverlässig Tests automatisieren

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Die Entwicklung von Mainframe-Software ist langsam – zumindest bisher. Denn Unternehmen automatisieren immer mehr repetitive Test-Prozesse, um Performance und Qualität zu erhöhen. Durch automatisierte Tools erhalten Mainframe-Entwickler mehr Freiraum für strategische Aufgaben wie das Schreiben von neuem Code.

Von Covid-19 über digitale Wettbewerber bis zum Brexit: Unternehmen müssen sich heute auf immer schnellere Veränderungen einstellen. Dabei gibt es für alle Krisen einen sicheren Fels in der Brandung: den Mainframe. Denn was auch immer geschieht, der Mainframe unterstützt weiterhin geschäftskritische Anwendungen und verarbeitet wichtige Daten.

Ein Hindernis für die schnelle Anpassung an neue Anforderungen war jedoch die langsame Entwicklung von Mainframe-Software aufgrund vieler manueller, sich wiederholender Abläufe. Inzwischen haben aber viele Unternehmen damit begonnen, repetitive Prozesse zu automatisieren, um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig den hohen Qualitätsstandard des Mainframes aufrechtzuerhalten.

Neuer Ansatz: Shift-Left-Testing. Dabei ist es nicht nur wichtig, bestehende Testroutinen zu automatisieren, sondern sie auch möglichst früh im Entwicklungszyklus durchzuführen. Dies versteht man unter »Shift-Left-Testing«, also die Verschiebung der Tests nach vorne und damit nach links in der Darstellung des zeitlichen Ablaufs. Denn je früher ein neu entwickelter Code geprüft wird, desto eher fallen mögliche Probleme auf und desto effizienter ist ihre Lösung. Je später ein Bug entdeckt wird, desto aufwändiger wird dessen Behebung. Unter Umständen müssen Entwickler dann sogar in einer späten Phase völlig neuen Code schreiben und erneut aufwändig testen. Damit geht unnötig Zeit verloren.

Sowohl Automatisierung als auch Shift-Left-Testing erhalten eine zunehmende Bedeutung. Denn die steigende Nachfrage der Fachabteilungen nach schnelleren Innovationen übt einen immer größeren Druck auf die IT-Abteilungen aus. Laut einer aktuellen Umfrage von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware halten es 85 Prozent der IT-Führungskräfte für schwierig, Innovationen schneller zu liefern, ohne dabei Qualität, Sicherheit, Kundenerfahrung und betriebliche Effizienz zu beeinträchtigen [1]. Entsprechend gilt die Testautomatisierung als wichtigster Einzelfaktor zur Überwindung dieser Risiken.

Gleichzeitig sagen 82 Prozent der Befragten, dass sie den Bedarf ihres Unternehmens an Geschwindigkeit nicht erfüllen können, wenn sie nicht mehr Testfälle automatisieren. Die Kombination aus Automatisierung und Shift-Left-Testing hilft Mainframe-Teams, qualitativ hochwertige Software schneller bereitzustellen. Die Entwickler erhalten schnelles Feedback zu ihrem Code, so dass sie Performance-Probleme frühzeitig erkennen und beheben können.

»Qualität so früh wie möglich in Software zu integrieren, ist eine der größten und wichtigsten Veränderungen«, erklärt zum Beispiel Gary Gruver, unabhängiger Experte für digitale Transformation [2]. »Häufig ist sie auch eine der schwierigsten, aufgrund der Herausforderungen bei der Koordination und Automatisierung von Code-Änderungen, Testfalländerungen und Testdaten.«

Neue Tools für die Automatisierung. Der bisherige Mangel an Testautomatisierung und einfachem Zugang zu guten Testdaten hielt Unternehmen von notwendigen Verbesserungen der Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz der Mainframe-Software-Entwicklung ab. Doch inzwischen stehen Tools zur Verfügung, die automatisches Testen sowie das Management von Mainframe- und Nicht-Mainframe-Daten integrieren. Dadurch lässt sich die Testdateneinrichtung direkt in automatisierte Tests einbetten. Aufgrund der weiteren Automatisierung der Shift-Left-Tests können Unternehmen eine noch höhere Konsistenz, Genauigkeit und Sicherheit der Testdaten gewährleisten. Damit profitieren sie von folgenden Vorteilen:

Verbesserte Testkonsistenz

Kontinuierliche automatisierte Tests erfordern konsistente Testdaten. Ansonsten drohen inkonsistente oder falsche Ergebnisse, aufwändige Fehlerbehebung oder sogar die Einführung neuer Fehler. Mit integrierten Tools gewährleisten Unternehmen Testkonsistenz, indem sie den Datenladeprozess als Teil des Testfalls aufrufen und automatisch eine Teilmenge von Daten in eine Testumgebung laden. Falls der Test fehlschlägt, können Entwickler und Tester das Problem zuverlässig am Code festmachen, da es nicht an den Daten liegen kann.

Weniger Reibungsverluste

Entwickler benötigen oft ein spezialisiertes Team oder einen Datenbankadministrator, um Daten zu erstellen und in eine Testumgebung zu laden. Dieser Vorgang erfordert viele manuelle Prozesse, Wartezeiten und Übergaben, welche die Geschwindigkeit und Effizienz unnötig beeinträchtigen. Mit Hilfe aktueller Lösungen können Entwickler selbst die richtigen Testdaten einrichten und nutzen, sobald sie diese benötigen.

Schrittweise automatisieren

Die Automatisierung lässt sich Schritt für Schritt einführen. So können Unternehmen Umfang und Tempo der Umstellung steuern und manuelle Abläufe nach und nach ersetzen. Ein wiederholbarer Prozess zum Extrahieren und Laden von Daten kann Teil einer automatisierten Test-Toolchain sein. Dies erhöht die Datenkonsistenz und verringert die Komplexität.

Schutz sensibler Daten

Mit integrierten Prozessen lassen sich die Testdaten anonymisieren, sobald sie geladen sind. Dies schützt persönlich identifizierbare Informationen (PII). Automatisieren Unternehmen diesen Vorgang im Rahmen kontinuierlicher Tests, verringern sie das Risiko eines Sicherheitsvorfalls.

 

 

Fazit. Beim Wort »Mainframe« denken viele IT-Experten immer noch an zuverlässige, aber statische Prozesse. Doch das ändert sich gerade, da integrierte Tools über neue Funktionen die Testdaten- und Testfallprozesse weiter automatisieren und integrieren. So wird auch der Mainframe immer agiler und lässt sich vollständig in alle Aspekte der DevOps-Toolchain einbinden – von Unit-Tests über Funktions- und Integrationstests bis hin zu CI/CD-Systemen. So gibt es keinen Grund mehr, warum der Mainframe den Entwicklungsaufwand für neue Lösungen verlangsamen sollte. Das Programmieren von neuem Code ist hier inzwischen genauso schnell, kostengünstig und risikoarm wie bei anderen Plattformen.


Thomas Keisel,
Vice President Central Europe,
Eastern Europe bei
Compuware

 

 

[1] https://resources.compuware.com/automated-testing-survey-vanson-bourne-en
[2] https://garygruver.com/

 

Illustration: © Ink Drop, Flat art /shutterstock.com

 

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