
Codex und ChatGPT verkürzen Entwicklungszyklen, erhöhen Code-Qualität und verankern KI im Engineering-Alltag von rund 2.000 Mitarbeitenden.
Digitale Plattformen stehen unter massivem Innovationsdruck: steigende Anforderungen an Time-to-Market, wachsende Systemkomplexität und begrenzte Entwicklerressourcen fordern ein Umdenken in der Softwareentwicklung. Die AutoScout24 Group adressiert diese Herausforderungen mit dem systematischen Einsatz von künstlicher Intelligenz entlang der gesamten Software-Lifecycle.
Hohe Komplexität, steigende Anforderungen
Als einer der führenden Online-Marktplätze für Fahrzeuge in Europa und Kanada betreibt die AutoScout24 Group mehrere Plattformen mit Millionen von Nutzern sowie zehntausenden Händlerpartnern. Mit der zunehmenden Marktdynamik steigen auch die Anforderungen an Entwicklungsgeschwindigkeit, Systemstabilität und Innovationsfähigkeit. Insbesondere groß angelegte technische Veränderungen – etwa Migrationen oder Refactorings – waren bislang mit erheblichem Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden. Gleichzeitig wächst der Druck, Iterationszyklen zu verkürzen und neue Funktionen schneller bereitzustellen.
KI unternehmensweit skaliert
Um diese Herausforderungen zu adressieren, verfolgt AutoScout24 einen zweistufigen Ansatz zur KI-Adoption: Zum einen wurde Mitarbeitenden unternehmensweit Zugang zu generativer KI – unter anderem ChatGPT – ermöglicht, um eine breite Nutzung sowie ein grundlegendes Verständnis der Technologie zu etablieren. Rund 2.000 Mitarbeitende arbeiten mittlerweile aktiv mit KI. Zum anderen erfolgt eine tiefe Integration in technische Kernbereiche wie Entwicklung, Produkt und Data. Hier nutzen rund 1.000 sogenannte »Builder«-Rollen KI-gestützte Lösungen direkt in ihren täglichen Workflows.
Ein Netzwerk aus »AI Champions« unterstützt zusätzlich den Wissenstransfer, identifiziert konkrete Anwendungsfälle und sorgt für eine praxisnahe, organische Einführung. Ziel ist es, KI nicht isoliert einzusetzen, sondern entlang realer Geschäftsprozesse zu skalieren.
Von der Code-Erstellung bis zur Systemmodernisierung
Ein zentraler Hebel liegt in der Softwareentwicklung: Nach einer strukturierten, mehrmonatigen Evaluierungsphase wurde Codex von OpenAI als zentraler KI-gestützter Coding-Agent in die Engineering-Prozesse integriert. Die Einsatzszenarien reichen von automatisierten Code-Reviews über die Unterstützung bei der Erstellung technischer Spezifikationen bis hin zu großflächigen Migrationen und Refactorings. Gerade Letzteres ermöglicht technische Modernisierungen, die zuvor mit deutlich höherem Aufwand verbunden waren.
Darüber hinaus profitieren auch nicht-technische Funktionen: Produktmanager oder Designer können mithilfe von KI eigenständig Prototypen entwickeln und Ideen validieren – ohne unmittelbar von Entwicklungskapazitäten abhängig zu sein.
»Codex ist zu einem zentralen Baustein unserer Engineering-Workflows geworden und liefert messbare Verbesserungen bei Produktivität, Qualität und Geschwindigkeit«, sagt Frederik Kraus, Chief Technology Officer der AutoScout24 Group.
Auch aus Sicht von OpenAI zeigt der Einsatz den strategischen Mehrwert:
»Der Einsatz unserer Produkte bei AutoScout24 macht deutlich, wie schnell sich generative KI von einer experimentellen Technologie zu einem festen Bestandteil produktiver Prozesse entwickelt – mit unmittelbarem Einfluss darauf, wie schnell neue Ideen umgesetzt, Produkte weiterentwickelt und Kundenerlebnisse verbessert werden«, sagt Niklas Harzheim, Digital Industries Lead für Zentraleuropa bei OpenAI.
Deutliche Produktivitätsgewinne und kürzere Entwicklungszyklen
Die Effekte sind signifikant: Entwicklungszeiten für bestimmte Projekte konnten von zwei bis drei Wochen auf zwei bis drei Tage reduziert werden. Gleichzeitig steigt die Anzahl parallel umsetzbarer Initiativen, da Teams effizienter arbeiten und schneller iterieren können. Neben der Geschwindigkeit verbessert sich auch die Code-Qualität – etwa durch automatisierte Prüfmechanismen und strukturierte Unterstützung im Entwicklungsprozess. Insgesamt ergibt sich eine bis zu zehnfache Beschleunigung einzelner Entwicklungszyklen sowie eine spürbare Entlastung der Teams.
»KI verändert, wie wir entwickeln – aber vor allem, was wir unseren Nutzern und Händlerpartnern möglich machen können. Schnellere Iterationen sorgen für ein besseres Nutzererlebnis für Käufer und helfen Händlern, Kunden effektiver zu erreichen und zu gewinnen«, so Kraus.
Skalierbare Grundlage für die nächste Wachstumsphase
Für AutoScout24 ist KI kein punktuelles Innovationsthema, sondern ein strategischer Bestandteil der Plattformentwicklung. Das Unternehmen treibt den Einsatz sowohl in internen Workflows als auch in kundenorientierten Anwendungen weiter voran und integriert KI zunehmend in zentrale Systeme. Ziel ist es, Automatisierung und intelligente Prozesse plattformweit auszubauen, Nutzererlebnisse zu verbessern, Teams funktionsübergreifend zu stärken und die Effizienz in der Produktentwicklung nachhaltig zu steigern.
Der Case zeigt exemplarisch, wie Plattformbetreiber durch den gezielten Einsatz generativer KI Entwicklungskapazitäten skalieren, Time-to-Market verkürzen und Qualität wie Innovationskraft nachhaltig erhöhen.


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