Datensicherheit und Datenschutz: Das Vertrauen im Kundenservice gewinnen

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Illustration: Absmeier, Morning Brew

Wie Unternehmen mit den Daten ihrer Kunden umgehen, bewerten Verbraucher in einer aktuellen Umfrage von Genesys. Aus dieser lässt sich klar herauslesen: Big Data und künstliche Intelligenz haben in den Contact Centern nur Erfolg, wenn der Mensch der Technik hinsichtlich Datensicherheit und Privatsphäre vertraut. Darin liegt eine Chance.

 

Nach dem langen Corona-Lockdown beginnen viele Unternehmen, sich nach und nach wieder zu öffnen. Viele von ihnen werden sich darauf konzentrieren, individualisiertere Erfahrungen zu bieten, um sich dadurch von der Konkurrenz zu unterscheiden und die Loyalität der Kunden zurückzugewinnen. Wie das gelingt, hängt maßgeblich von der Datennutzung ab. Für die Mehrheit der deutschen Verbraucher genießt die Privatsphäre Priorität. Hätten sie die Wahl, würden 44 Prozent von ihnen sich für Datenschutz anstelle von Zeitersparnis (19 Prozent) oder finanzielle Vorteile (37 Prozent) entscheiden. Das geht aus einer Online-Umfrage von Genesys hervor, wofür Wakefield Research im Frühjahr 2020 unter anderem 800 Erwachsene in Deutschland befragt hat.

Fast alle Verbraucher (94 Prozent) teilen demnach die Sorge, dass Unternehmen ihre persönlichen Daten missbrauchen könnten. Am ehesten vertrauen sie Krankenversicherungen (47 Prozent), Banken und anderen Finanzanbietern (45 Prozent) sowie Gesundheitsdienstleistern (26 Prozent) und Regierungsbehörden (25 Prozent). Diese Umfrageergebnisse lassen sich als Auftrag an alle Branchen verstehen, dass sich ihre Vertreter als »sicheres Unternehmen« im Kundenservice positionieren sollten. Ein solches Engagement erhöht das Vertrauen bei den Kunden.

 

Cloud und die Grundidee der EU-DSGVO zusammendenken

Im heutigen Kundenservice entsteht durch die wachsende Zahl digitaler Kanäle eine riesige Menge an Daten, wenn Verbraucher mit einer Marke interagieren. Die hohe Rechenleistung, die die Cloud und KI bieten, ist für Unternehmen der effizienteste Weg, diese Erkenntnisse zu nutzen. Das bietet ihnen die Möglichkeit, mehr über ihre Kunden zu erfahren und individuelle Erfahrungen zu liefern. Die Sicherheit der Daten muss dabei immer im Vordergrund stehen.

Den Umgang mit personenbezogenen Daten regelt die EU-DSGVO. Deren Grundidee ist, Daten transparent, minimiert und zweckgebunden zu nutzen. Die Verordnung sieht sowohl Cloud Provider als auch die datenverarbeitenden Unternehmen in der Verantwortung, Datenschutzverstöße zu verhindern. Daher ist es ein Muss für Provider, ihre Systeme inklusive Datenhaltung in Deutschland oder Europa zu betreiben, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Je nach Branche gelten zudem andere Sicherheitsbestimmungen. Beispielsweise dürfen Krankenkassen keine Cloud-Dienste außerhalb der EU nutzen. Im Finanzbereich hingegen schreibt die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Banken besondere Kontrollpflichten für Cloud-Dienste vor.

Unter Berücksichtigung der Branchenvorschriften legt die Datenklassifizierung die Grundlage, nötige Maßnahmen wie das Anonymisieren der persönlichen Angaben wie E-Mail-Adresse, Kreditkarten- oder Krankenversicherungsnummer abzuleiten. Zudem empfiehlt die EU-DSGVO, persönliche Daten zu verschlüsseln. Bietet diese Optionen der Cloud-Provider oder braucht man dazu eine Drittanbieterlösung? Das ist eine der Folgefragen, die eine Antwort verlangen, bevor man den Cloud-Service nach Backup & Recovery, zu geschützten Abfragen oder rollenbasierten Zugangskonzepten prüft.

 

Zertifizierung als Auswahlkriterium

Wenn Unternehmen die Cloud nutzen wollen, müssen sie sicherstellen, dass die gewählte Plattform alle nötigen Sicherheits- und Branchenstandards bietet. Eine Orientierung, wie Plattformanbieter Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllen, geben verschiedene Zertifizierungen. Im Finanzsektor muss eine Lösung einen strengen Audit nach Payment Card Industry Security Standard (PCI-DSS) durchlaufen haben. Cloud-Provider lassen sich heute nach ISO 27001 zertifizieren, wobei deren Unternorm ISO 27018 Schutzanforderungen an personenbezogene Daten für Cloud-Dienste stellt. Der Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue (C5) des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Trusted Cloud des gleichnamigen Netzwerkes bekunden ebenfalls das Einhalten von Sicherheitskriterien. Service Organization Control 2 (SOC 2) ist hingegen ein Standard, der die interne Kontrolle nach umfassender Sicherheit, Verfügbarkeit, Integrität der Verarbeitung, Vertraulichkeit und Datenschutz ausdrückt.

 

Im Datenschutz überbieten

Die Studie von Genesys ergab, dass 43 Prozent der Befragten durch den Missbrauch persönlicher Daten ihr Vertrauen in ein Unternehmen verlieren würden. Wer eine Cloud-basierte Lösung inklusive KI einsetzt, die nach Standards für Datensicherheit und Datenschutz zertifiziert ist, signalisiert nach draußen: Wir sind ein vertrauenswürdiges Unternehmen, das mit Daten im Kundenservice sorgfältig, sicher, verantwortungsbewusst und regelkonform umgeht. Für diese wichtige Differenzierung im Wettbewerbsumfeld schafft beispielsweise Genesys mit seiner Plattform Genesys Cloud die technologischen Voraussetzungen, die Privatsphäre nicht nur zu schützen, sondern als Innovationstreiber zu nutzen. Das kreative Übertreffen von Datenschutzvorgaben erhöht die Erfolgsaussichten und schafft Vertrauen – und nicht allein der Fokus auf Funktionalität oder Benutzerfreundlichkeit.

Lewe Zipfel, Director Solutions Consulting EMEA Central bei Genesys

 

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