Vom Pflichtprogramm zum Wettbewerbsfaktor: »Nachhaltigkeit ist kein Projekt mit Enddatum«

Illustration Absmeier foto ki designer

Nachhaltigkeit ist bei WERMA Signaltechnik kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein kontinuierlicher Transformationsprozess. Im Interview zeigt Katja Schiller, wie ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und soziale Aspekte im Unternehmensalltag zusammengeführt werden – von Energieeffizienz und Lieferketten bis hin zu nachhaltigem Bauen und Mitarbeiterbeteiligung.

  • Nachhaltigkeit als Daueraufgabe: WERMA versteht Nachhaltigkeit nicht als Einmalprojekt, sondern als fortlaufenden Verbesserungsprozess entlang Strategie, Kultur und operativer Praxis.
  • Wirtschaftliche Relevanz steigt: Kundenanforderungen, Ratings, Compliance-Vorgaben und Transparenzpflichten machen Nachhaltigkeit zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbs- und Vertrauensfaktor.
  • Konkrete Maßnahmen statt Symbolpolitik: Photovoltaik, Ökostrom, Prozessabwärme, Gas-Hybrid-Heizung und nachhaltige Neubauplanung zeigen, dass WERMA ökologische Ziele mit technischer Umsetzung verbindet.
  • ESG ganzheitlich gedacht: Neben Umweltaspekten rücken soziale Verantwortung, Mitarbeitermobilität, Gesundheit, regionale Verankerung und gute Unternehmensführung in den Fokus.
  • Glaubwürdigkeit durch Offenheit: WERMA adressiert Zielkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit, Kundenerwartungen und Nachhaltigkeitszielen transparent – und setzt auf schrittweise, belastbare Weiterentwicklung.

 

Nachhaltigkeit klingt oft nach Strategiepapieren, Kennzahlen und Pflichtprogrammen. Bei WERMA Signaltechnik beginnt das Thema allerdings deutlich früher – im täglichen Arbeiten, in kleinen Entscheidungen und manchmal auch in unbequemen Diskussionen.

 

(Eigene Aufnahme, das Bild im Querformat wurde mit Hilfe von KI optimiert)

Katja Schiller verantwortet bei WERMA das Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement. Im Gespräch erzählt sie, warum Nachhaltigkeit nie »fertig« ist, wo Unternehmen heute wirklich gefordert sind – und weshalb Veränderung nur funktioniert, wenn Menschen mitziehen.

 

Frau Schiller, bevor wir über Nachhaltigkeit sprechen: Wie war eigentlich Ihr beruflicher Weg zu WERMA?

Mein beruflicher Hintergrund hat zunächst eigentlich nichts oder nur im entferntesten etwas mit der Nachhaltigkeit zu tun. Als gelernte Bankkauffrau und einem anschließend Bachelor-Studium in BWL habe ich mich überwiegend mit der Frage beschäftigt, wie Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein können. Dass dies gleichzeitig mit einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen einhergehen muss, kam dann später dazu.

Auf meinem Weg habe ich schnell gemerkt: Nachhaltigkeit funktioniert nur dann wirklich, wenn sie nicht isoliert betrachtet wird, sondern Teil der Unternehmensstrategie und der Unternehmenskultur ist. Genau das hat mich an WERMA überzeugt. Es geht nicht darum, einzelne Maßnahmen nach außen zu präsentieren, sondern darum, Prozesse langfristig zu verändern und Verantwortung tatsächlich zu leben.

 

Mit welchen Bereichen arbeiten Sie bei WERMA am intensivsten zusammen?

Eigentlich mit sehr vielen – genau das macht die Aufgabe so spannend. Nachhaltigkeit betrifft heute nahezu alle Unternehmensbereiche: vom Gebäudemanagement über Produktion und Einkauf bis hin zu Entwicklung, HR und Kommunikation.

Besonders intensiv arbeiten wir mit den Teams aus Technik, Produktion und Management zusammen, weil dort viele strategische und operative Entscheidungen zusammenlaufen. Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit aber keine reine Fachabteilung. Die besten Ideen entstehen oft direkt aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeitenden.

 

Nachhaltigkeit ist heute ein viel verwendeter Begriff. Was bedeutet er konkret für WERMA?

Für uns ist Nachhaltigkeit kein kurzfristiger Trend und auch kein reines Marketingthema. Wir verstehen sie als kontinuierlichen Prozess. Es gibt keinen Punkt, an dem man sagen kann: »Jetzt sind wir nachhaltig.«

Rahmenbedingungen verändern sich ständig – technologisch, gesellschaftlich und regulatorisch. Deshalb geht es für uns darum, permanent zu hinterfragen, wo wir besser werden können. Das betrifft ökologische Themen genauso wie wirtschaftliche Stabilität und soziale Verantwortung.

 

Warum ist Nachhaltigkeit für WERMA als Unternehmen überhaupt wichtig?

Weil Unternehmen heute eine große Verantwortung tragen – gegenüber Mitarbeitenden, Kunden, der Region und zukünftigen Generationen. Gleichzeitig merken wir auch: Nachhaltigkeit ist längst ein wirtschaftlicher Faktor geworden.

Unsere Kunden achten zunehmend darauf, wie Produkte hergestellt werden, wie energieeffizient Prozesse sind oder wie transparent Unternehmen arbeiten. Nachhaltigkeit wird damit auch zu einem wichtigen Bestandteil von Vertrauen und Zukunftsfähigkeit.

 

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit aus Kundensicht?

Aus meiner Sicht hat sich da in den letzten Jahren sehr viel verändert. Unsere Kunden stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie wir – steigende Energiekosten, Fachkräftemangel, hoher Effizienzdruck und immer neue regulatorische Anforderungen. Nachhaltigkeit ist dabei kein Zusatzthema mehr, sondern wird zunehmend zur Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit.

Ich erlebe auch, dass der Druck von außen deutlich steigt: Nachhaltigkeitsratings wie EcoVadis, umfangreiche Kundenfragebögen oder Compliance-Vorgaben entlang der Lieferkette gehören inzwischen fast zum Alltag. Viele unserer Kunden müssen ihre eigene Nachhaltigkeitsleistung sehr konkret nachweisen, und erwarten das auch von uns als Partner.

 

Viele Unternehmen sprechen über Nachhaltigkeit. Was unterscheidet WERMA aus Ihrer Sicht?

Ich glaube, ein zentraler Unterschied ist, dass wir das Thema sehr realistisch und ehrlich betrachten. Wir machen uns nichts vor: Als produzierendes Unternehmen haben wir einen direkten Einfluss auf Ressourcenverbrauch, Energieeinsatz und Lieferketten – und nicht alles lässt sich von heute auf morgen nachhaltig gestalten.

Was ich positiv finde, ist, dass wir diese Zielkonflikte nicht versuchen zu überdecken. Wir sprechen offen darüber, wo wir stehen, wo wir Fortschritte machen – aber auch, wo Grenzen liegen oder Entscheidungen nicht eindeutig sind. Gerade im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit, Kundenerwartungen und Nachhaltigkeitszielen gibt es oft keine einfachen Lösungen.

Gleichzeitig merkt man aber auch, dass Nachhaltigkeit bei uns kein reines Kommunikationsthema ist. Der Druck von außen – etwa durch Kundenanforderungen, Nachhaltigkeitsratings oder Compliance-Vorgaben – ist sehr real. Und ich habe den Eindruck, dass wir diesen Druck nicht nur »abarbeiten«, sondern ihn auch nutzen, um uns strukturiert weiterzuentwickeln.

Nachhaltigkeit bedeutet für uns daher aus meiner Sicht vor allem: Dinge immer wieder hinterfragen, auch unbequeme Diskussionen führen und Schritt für Schritt besser werden. Das ist manchmal langsamer, als man es sich wünschen würde, und erfordert intern auch Überzeugungsarbeit – aber ich halte genau diesen kontinuierlichen, ehrlichen Ansatz für glaubwürdiger als schnelle, perfekt klingende Lösungen.

 

Wer sind dabei Ihre wichtigsten externen Interessengruppen?

Nachhaltigkeit zeichnet sich gerade dadurch aus, dass interne sowie externe Interessengruppen stark miteinbezogen werden. Unsere Kunden treiben Nachhaltigkeit stark durch Anforderungen, Ratings und Compliance-Vorgaben. Daneben spielen Lieferanten eine wichtige Rolle, weil Nachhaltigkeit nur entlang der gesamten Lieferkette funktioniert. Und natürlich geben auch regulatorische Anforderungen klar die Richtung vor.

Aber auch Hochschulen, Verbände, Zertifizierungsstellen und regionale Netzwerke spielen eine wichtige Rolle. Der Austausch ist enorm wichtig, weil Nachhaltigkeit nur gemeinsam funktioniert. Gerade bei Themen wie Lieferketten, Energie oder Kreislaufwirtschaft merkt man schnell: Kein Unternehmen kann diese Herausforderungen allein lösen.

 

Welche konkreten Maßnahmen stehen bei WERMA aktuell im Fokus?

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Umwelt- und Energieperformance weiter zu verbessern. Dazu zählen ganz konkrete Maßnahmen wie unsere Photovoltaikanlage, der Bezug von 100  % Ökostrom oder die Nutzung von Prozessabwärme. Auch durch den Umstieg auf eine Gas-Hybrid-Heizung konnten wir unseren CO₂-Ausstoß bereits deutlich reduzieren. Diese Ansätze denken wir aktuell im Rahmen unseres Neubaus konsequent weiter.

Parallel beschäftigen wir uns intensiv mit neuen gesetzlichen Anforderungen – etwa mit EU-Verordnungen zu Verpackungen oder zur Entwaldung. Hier geht es für uns darum, frühzeitig die richtigen Strukturen zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist für uns, die Themen, an denen wir arbeiten, stärker nach außen sichtbar zu machen. Dazu gehört auch, unsere Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und unsere Fortschritte transparenter zu kommunizieren.

 

Nachhaltigkeit betrifft aber nicht nur Umweltaspekte.

Absolut. Im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit fällt oft der Begriff ESG – also Environment, Social und Governance. Dabei geht es eben nicht nur um Umweltaspekte, sondern auch um soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung.

Für uns hat Nachhaltigkeit deshalb immer auch eine soziale Dimension. Wir investieren gezielt in die Gesundheit, Mobilität und das Arbeitsumfeld unserer Mitarbeitenden – zum Beispiel mit Angeboten wie JobRad, Zuschüssen für den ÖPNV oder unserem Gesundheitsmanagement.

Gleichzeitig sehen wir uns als regional verwurzeltes Unternehmen. Deshalb ist es uns wichtig, auch über das eigene Unternehmen hinaus Verantwortung zu übernehmen und uns in sozialen, kulturellen und sportlichen Projekten zu engagieren.

 

Sie hatten bereits den aktuellen Neubau erwähnt. Welche nachhaltigen Ansätze verfolgt WERMA dabei und was bedeutet das konkret?

Bereits bei unserem Neubau 2015/2016 haben wir viele nachhaltige Aspekte berücksichtigt – beispielsweise energieeffiziente Konzepte und die Nutzung von Abwärme.

Heute denken wir noch stärker in Richtung Klimaresilienz, Biodiversität, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig gewinnt das Thema zirkuläres Bauen zunehmend an Bedeutung. Gebäude müssen künftig flexibler, langlebiger und ressourcenschonender geplant werden. Uns ist es ein sehr starkes Anliegen all diese Aspekte systematisch in der Planung und auch bereits in der Bauphase zu berücksichtigen. Die DGNB-Zertifizierung ist uns dabei selbstverständlich. (DGNB steht für die Deutsche Gesellschaft nachhaltigen Bauens)

 

Was motiviert Sie persönlich in Ihrer täglichen Arbeit?

Mich motiviert vor allem die Möglichkeit, Dinge aktiv mitzugestalten. Nachhaltigkeit ist kein abstraktes Konzept mehr – die Auswirkungen unseres Handelns werden immer sichtbarer.

Bei WERMA habe ich die Chance, gemeinsam mit vielen engagierten Menschen konkrete Veränderungen anzustoßen. Besonders schön ist für mich, dass ich diese Erfahrungen auch nach außen weitergeben kann, etwa bei Vorträgen oder im Austausch mit Hochschulen.

 

Und woran arbeiten Sie und WERMA als Nächstes?

Wir sehen Nachhaltigkeit nicht als abgeschlossenen Maßnahmenkatalog. Es entstehen ständig neue Ideen, neue Anforderungen und neue Möglichkeiten.

Ich persönlich strebe an, dieses Jahr meinen Master im Nachhaltigen Management abzuschließen und daraus jede Menge Input für die Weiterentwicklung des Themas bei WERMA anzubringen.

Bei WERMA beschäftigen wir uns intensiv mit all den Themen rund um Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Bauen und die Einbindung unserer Mitarbeitenden. Entscheidend bleibt für uns, Schritt für Schritt besser zu werden – kontinuierlich und glaubwürdig.

 

foto (c) werma

Bild: Kalt- und Warmwasserspeicher als zentraler Bestandteil des nachhaltigen Energiekonzepts: Die Speichereinheiten für Kalt- und Warmwasser übernehmen die bedarfsgerechte Kühlung der Produktionsanlagen sowie die Wärmeversorgung des Gebäudes. Die Energie wird über reversible Wärmepumpen bereitgestellt.

 

foto (c) werma

Bild: Die beiden 40.000-Liter-Wasserspeicher kühlen die Spritzgießmaschinen und tragen gleichzeitig zur nachhaltigen Energieversorgung bei: Die entstehende Abwärme wird für die Beheizung des Gebäudes genutzt.

 

foto (c) werma

Bild: Auf allen statisch geeigneten Bestandsgebäuden erzeugt eine Photovoltaikanlage mit 354 kWp nachhaltig Energie. Etwa 80 % des produzierten Stroms werden unmittelbar für den Eigenbedarf am Standort eingesetzt.

 

FAQ: Nachhaltigkeit bei WERMA Signaltechnik

  1. Warum spricht WERMA bei Nachhaltigkeit nicht von einem Projekt, sondern von einem kontinuierlichen Prozess?
    Weil Nachhaltigkeit in einem produzierenden Unternehmen nicht mit einer einzelnen Maßnahme erledigt ist. Technologien verändern sich, regulatorische Anforderungen werden anspruchsvoller, Kunden fragen genauer nach und auch die Erwartungen der Mitarbeitenden entwickeln sich weiter. Für WERMA bedeutet das: Nachhaltigkeit muss regelmäßig neu bewertet, in Prozesse übersetzt und in operative Entscheidungen integriert werden. Gerade dieser dauerhafte Charakter macht das Thema anspruchsvoll – aber auch strategisch relevant.
  2. Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Nachhaltigkeit inzwischen für WERMA?
    Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein freiwilliges Zusatzthema. Im industriellen Umfeld wird sie zunehmend zu einem Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Lieferfähigkeit und Vertrauen. Kunden wollen wissen, wie Produkte hergestellt werden, wie energieeffizient ein Unternehmen arbeitet und ob Vorgaben entlang der Lieferkette eingehalten werden. Ratings, Kundenfragebögen und Compliance-Anforderungen machen deutlich: Wer hier belastbare Antworten geben kann, stärkt seine Position als verlässlicher Partner.
  3. Was unterscheidet den Ansatz von WERMA von klassischer Nachhaltigkeitskommunikation?
    Im Interview wird deutlich, dass WERMA weniger auf große Versprechen setzt, sondern auf einen realistischen Blick auf das eigene Handeln. Als produzierendes Unternehmen kennt WERMA die Spannungsfelder zwischen Ressourceneinsatz, Wirtschaftlichkeit, Kundenerwartungen und technischen Möglichkeiten. Der journalistisch interessante Punkt ist gerade diese Nüchternheit: Fortschritte werden benannt, Grenzen aber nicht ausgeblendet. Das macht den Ansatz glaubwürdiger als eine rein imageorientierte Nachhaltigkeitserzählung.
  4. Welche konkreten Maßnahmen zeigen, dass Nachhaltigkeit bei WERMA praktisch umgesetzt wird?
    Zu den sichtbaren Maßnahmen zählen Photovoltaik, der Bezug von Ökostrom, die Nutzung von Prozessabwärme und energieeffiziente Gebäudekonzepte. Auch der Umstieg auf eine Gas-Hybrid-Heizung sowie die Weiterentwicklung der Energieversorgung im Rahmen des Neubaus zeigen, dass Nachhaltigkeit technisch und infrastrukturell gedacht wird. Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel: Energieerzeugung, Verbrauchsreduktion und Gebäudetechnik greifen ineinander.
  5. Welche Rolle spielen Kunden, Ratings und Lieferkettenanforderungen?
    Der äußere Druck ist deutlich größer geworden. Viele Kunden müssen ihre eigene Nachhaltigkeitsleistung nachweisen und erwarten entsprechende Transparenz auch von ihren Zulieferern. Nachhaltigkeitsratings wie EcoVadis, umfangreiche Fragebögen und regulatorische Vorgaben entlang der Lieferkette gehören heute zunehmend zum Alltag. Für WERMA bedeutet das, interne Strukturen aufzubauen, Daten verfügbar zu machen und Nachhaltigkeit so zu dokumentieren, dass sie auch gegenüber Partnern nachvollziehbar bleibt.
  6. Warum ist ESG für WERMA mehr als ein Umweltbegriff?
    ESG umfasst Environment, Social und Governance – also Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung. Im Interview zeigt sich, dass WERMA Nachhaltigkeit nicht allein über Energie oder CO₂ definiert. Auch Mobilität, Gesundheit, Arbeitsumfeld, regionale Verantwortung und eine verlässliche Unternehmensführung gehören dazu. Gerade für ein Familienunternehmen mit regionaler Verwurzelung ist diese soziale Dimension wichtig: Nachhaltigkeit beginnt im eigenen Betrieb, endet aber nicht an dessen Werkstor.
  7. Welche Bedeutung hat der Neubau für die langfristige Nachhaltigkeitsstrategie?
    Ein Neubau ist für Unternehmen ein strategischer Moment, weil viele Entscheidungen über Jahrzehnte nachwirken. WERMA nutzt diese Gelegenheit, um Themen wie Energieeffizienz, Klimaresilienz, Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit, Biodiversität und zirkuläres Bauen von Anfang an mitzudenken. Damit wird Nachhaltigkeit nicht nachträglich ergänzt, sondern Teil der Planung. Besonders relevant ist dabei der Anspruch, Gebäude langlebig, flexibel und ressourcenschonend zu entwickeln.
  8. Wie werden Mitarbeitende in die Nachhaltigkeitsentwicklung eingebunden?
    Nachhaltigkeit lebt nicht allein von Leitlinien oder Managemententscheidungen. Im Interview wird deutlich, dass viele Impulse aus dem Arbeitsalltag entstehen – dort, wo Prozesse, Energieverbrauch, Materialflüsse oder Arbeitsbedingungen konkret erfahrbar werden. Deshalb ist die bereichsübergreifende Zusammenarbeit für WERMA zentral: Technik, Produktion, Einkauf, HR, Kommunikation und Management tragen jeweils eigene Perspektiven bei. So entsteht Nachhaltigkeit Schritt für Schritt im Unternehmen selbst.
  9. Warum ist Transparenz in der Nachhaltigkeitskommunikation so wichtig?
    Weil Unternehmen heute schnell an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn Kommunikation und tatsächliches Handeln auseinanderfallen. WERMA adressiert Zielkonflikte offen: Nicht jede Lösung ist sofort verfügbar, nicht jede Entscheidung ist eindeutig und nicht jede Verbesserung lässt sich von heute auf morgen umsetzen. Gerade diese Offenheit kann Vertrauen schaffen – bei Kunden, Mitarbeitenden und Partnern. Nachhaltigkeitskommunikation wird damit weniger zur Selbstdarstellung, sondern stärker zur nachvollziehbaren Dokumentation von Fortschritt.
  10. Was sind die nächsten Schritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit?
    Aus dem Interview ergibt sich kein einzelner großer Wendepunkt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungspfad. WERMA will Themen wie Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Bauen und Mitarbeitereinbindung weiter ausbauen. Gleichzeitig rücken neue gesetzliche Anforderungen und Erwartungen aus dem Markt stärker in den Fokus. Der Kurs bleibt damit pragmatisch: messen, lernen, verbessern – und Nachhaltigkeit als festen Bestandteil unternehmerischer Zukunftsfähigkeit begreifen.
Hinweis: Bei der Erstellung dieses Inhalts wurden KI-gestützte Hilfsmittel zur sprachlichen Optimierung eingesetzt. Die abschließende redaktionelle Prüfung und Freigabe erfolgte durch unser Kommunikationsteam.

 

3578 Artikel zu „Nachhaltigkeit “

FMEA: Ausschuss reduzieren, Nachhaltigkeit steigern

Wie die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) mit KI-Unterstützung dabei hilft, weniger Fehlteile zu produzieren und so den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.   Fehler vermeiden, bevor sie Material und Energie kosten: KI-gestützte FMEA erschließt verteiltes Qualitätswissen, verbessert die Risikobewertung und macht den Beitrag von Prozessoptimierungen zu Nachhaltigkeitszielen nachvollziehbar. So entwickelt sich Qualitätsmanagement von der Dokumentationsaufgabe zur…

Vom Labor in die Praxis: Fünf Beispiele, wie Quantencomputing die Nachhaltigkeit vorantreibt

Quantencomputing gilt noch zu oft als reine Zukunftsmusik. Dabei zeigt sich schon heute, an welchen Stellen die Technologie vor allem das Thema Nachhaltigkeit messbar voranbringen kann. Denn: Wo die kleinen Quanten großen Mehrwert liefern können und warum klassische Rechner dort an ihre Grenzen stoßen, ist längst bekannt. NTT DATA hat fünf Beispiele dafür gesammelt, wie Quantencomputer…

Nachhaltigkeit ist der wichtigste Indikator für Projekterfolg – doch vielen Unternehmen fehlt die Umsetzungsstärke

Neue Studie zeigt deutliche Lücke zwischen Nachhaltigkeitsstrategien und deren operativer Umsetzung.   Eine aktuelle Untersuchung von Project Management Institute (PMI) und Green Project Management (GPM) zeigt, dass Nachhaltigkeit zwar in den Mittelpunkt der Unternehmensstrategie gerückt ist, viele Unternehmen jedoch nach wie vor nicht in der Lage sind, diese umzusetzen. Die Studie »Executing Sustainability Strategy: When…

Nachhaltigkeit im Rechenzentrum: Zwischen Klimaziel und Kostendruck

Mit der aktuellen Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung rückt neben Investitionen auch das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus der digitalen Infrastruktur [1]. Für Betreiber und Unternehmen bedeutet das: Neben steigenden Anforderungen entsteht gleichzeitig die Chance, Effizienzpotenziale gezielt zu erschließen und Wettbewerbsvorteile auszubauen. Dabei zahlt sich eine durchdachte Nachhaltigkeitsstrategie auch ökonomisch aus.   Sie macht es…

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verbinden – mit Hilfe digitaler Transformation

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind zentral für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, werden aber häufig getrennt voneinander betrachtet und umgesetzt. Dabei führt genau die bewusste Verbindung beider Komponenten – eine sogenannte Twin Transformation – zu entscheidenden Mehrwerten. Im Interview sprechen Norbert Kytka, Chief Revenue Officer, und Christian Jung, Sales Account Executive, von T.CON über Hebel…

Mit KI, Nachhaltigkeit und Resilienz zum Unternehmenserfolg 2026 – Zukunft jetzt gestalten

2026 steht im Zeichen des digitalen Umbruchs: Künstliche Intelligenz, nachhaltige Technologien und resiliente Strukturen werden zur Grundlage für den Unternehmenserfolg. Unternehmen müssen sich neuen regulatorischen Anforderungen, Cyberrisiken und dem Fachkräftemangel stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer jetzt in Innovation, Talente und verantwortungsvolle Datenstrategien investiert, gestaltet die Zukunft aktiv mit.

Nachhaltigkeit bleibt in Unternehmen Chefsache – doch die Dynamik ist dahin

In 73 Prozent der Unternehmen ist die Verantwortung für die Nachhaltigkeitstransformation weiterhin auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene verankert. Die selbstgesteckten Klimaziele haben überwiegend Bestand. Allerdings verliert das Thema merklich an Priorität und Dynamik. Das zeigt der vierte Sustainability Transformation Monitor (STM) der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator, der Universität Hamburg und der Peer School for Sustainable…

Panduit erhält Auszeichnung für Nachhaltigkeitsleistung

Silbermedaille unterstreicht Nachhaltigkeitsmanagement in Umwelt, Soziales, Ethik und Beschaffung.   Panduit, ein weltweit tätiger Hersteller von Lösungen für physische Netzwerk und elektrische Infrastrukturen, wurde von EcoVadis, einem der international führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsratings, mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Die Bewertung bestätigt die Nachhaltigkeitsstrategie und die unternehmensweiten Maßnahmen von Panduit in den Bereichen Umwelt, Soziales, Ethik und…

Wie ECM-Lösungen den grünen Wandel weiter beschleunigen – Nachhaltigkeit trifft Digitalisierung

Ressourcenschonung ist eines der Prinzipien der DAH Gruppe, sowohl bei der Erzeugung von Strom, Gas und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern als auch in der Verwaltung. Seit 2024 setzt die Gruppe für Letzteres auf eine cloudbasierte Systemarchitektur aus eng verzahnter ECM- und ERP-Lösung.

Flüssigkeitsgekühlte Rechenzentren: Für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Flüssigkeitsgekühlte Rechenzentren ermöglichen eine effiziente Wärmeableitung und sind besonders für hochdichte KI- und HPC-Anwendungen geeignet, während sie gleichzeitig die Energieeffizienz steigern und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Im Interview erklärt Clark Li, Country Manager von KAYTUS für die DACH-Region, warum umfassende Flüssigkeitskühlungstechnologien und grüne Prinzipien entlang des gesamten Produktlebenszyklus notwendig sind, um gesetzlichen Vorgaben und Umweltverantwortung gerecht zu…

Siemens erzielt signifikante Fortschritte bei Nachhaltigkeitszielen für 2030

Vermiedene Kundenemissionen steigen auf 694 Millionen Tonnen. Robust-Eco-Design-Ansatz deckt über zwei Drittel des relevanten Siemens-Portfolios ab. Mehr als eine Million Menschen weltweit profitieren von den externen Lernangeboten von Siemens. Mehr als die Hälfte der taxonomiefähigen Umsätze entspricht EU-Taxonomiestandards. Aktualisierte DEGREE-Ziele machen Nachhaltigkeits-Ambitionen messbar und weisen den Weg bis 2030.   Siemens treibt die Umsetzung seiner…

Nachhaltigkeit verankert im Geschäftsmodell beschert Poleposition in Resilienz, Innovation und finanzielle Rendite

83 % der befragten deutschen Unternehmen betrachten IT als einen wichtigen Faktor, um ihre Umweltziele zu erreichen. Global sind es 78 %.   Kyndryl, Anbieter von unternehmenskritischen Technologiedienstleistungen, hat in Zusammenarbeit mit Microsoft die Ergebnisse der dritten jährlichen Global Sustainability Barometer Study von Ecosystm veröffentlicht [1]. Die Studie zeigt, dass integrationsorientierte Unternehmen – also solche,…

Pflicht oder Chance? Nachhaltigkeitsdaten in Echtzeit erfassen und verwalten

Die Diskussion um Environmental, Social, and Governance (ESG) entwickelt sich von einem Trendthema zu einer zentralen Herausforderung für Unternehmen. Nachhaltiges Wirtschaften ist längst nicht mehr nur ein moralisches Statement, sondern ein relevanter Wettbewerbsfaktor. Doch wie lassen sich CO₂e-Emissionen und andere Umweltkennzahlen sinnvoll erfassen, wenn die Datenquellen fragmentiert sind? Wie können Unternehmen valide, prüfbare Informationen bereitstellen…

noris network errichtet 30 MW Datacenter in Frankfurt: Nachhaltigkeit trifft Hochverfügbarkeit

Mit dem Bau des neuen Rechenzentrums FRA1 in Schwalbach bei Frankfurt setzt noris network einen weiteren Meilenstein für die digitale Infrastruktur in Deutschland. Das Datacenter vereint höchste Verfügbarkeit, maximale Leistungsfähigkeit und konsequente ökologische Verantwortung. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant.   Das noris Datacenter FRA1 stellt auf drei Ebenen eine IT-Fläche von 7.000 qm…

Effizienter zur Nachhaltigkeits-berichterstattung – mit KI als Unterstützung

Die ESG-Berichtspflicht ist da. Für einige Unternehmen eine Chance, sich mit Nachhaltigkeit zu profilieren. Für andere ein bürokratischer Albtraum. Eines aber gilt für alle: Der Nachhaltigkeitsbericht muss erstellt werden. Und das ist nicht nur ein bisschen Tabellenfüllen und ein paar gute Taten beschreiben. Es geht um strukturierte, prüffähige, standardisierte Angaben entlang von bis zu 1300…

Twin Transition Tool: Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand gemeinsam denken

Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind entscheidende Faktoren für die Erhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen dabei vor der Herausforderung, beide Themen wirksam miteinander zu verbinden. Mit dem neuen Twin Transition Tool bietet das RKW Kompetenzzentrum ab sofort eine praxisnahe und kostenfreie Unterstützung.   Das kostenfreie digitale Twin Transition…

KI und Nachhaltigkeit: Wenn Effizienz auf Energiehunger trifft

Wie Unternehmen KI-Produktivitätsgewinne und Klimaziele in Einklang bringen können.   Generative KI bringt spürbare Effizienzgewinne. Gleichzeitig verbraucht eine ChatGPT-Anfrage bis zu zehn Mal mehr Energie als eine Google-Suche. (1) Für Unternehmen entsteht damit ein komplexes Spannungsfeld zwischen Produktivitätsvorteilen und Nachhaltigkeitszielen. Der Rechenzentrumsspezialist Prior1 zeigt, wie mit diesem Dilemma konstruktiv umgegangen werden kann. Als Gemeinwohl-bilanziertes Unternehmen…

Kreislaufwirtschaft: KI im Dienste der Nachhaltigkeit

Produzieren, erwerben, entsorgen: Die globale Wirtschaft ist stark rohstoffabhängig, wobei ein großer Teil dieser Ressourcen vorzeitig im Müll landet. Die Folgen: Übernutzung natürlicher Ressourcen und Umweltbelastung durch eine hohe Menge Abfall. Das Prinzip der »Wegwerfgesellschaft« nähert sich langsam seinem Verfallsdatum, eine Entwicklung, die auch die internationale Staatengemeinschaft bereits erkannt hat. Im Jahr 2015 haben sich…

Nachhaltigkeit scheitert oft am Geld: Idealismus muss man sich leisten können

Welche Faktoren prägen das Konsumverhalten der Bürgerinnen und Bürger? Die Jahresstudie des ibi-Partnernetzwerks »Konsum in Zeiten von Krisen, Social Commerce und Nachhaltigkeit« wirft einen Blick auf das komplexe Zusammenspiel von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, digitaler Transformation, Nachhaltigkeitsbewusstsein sowie aktuellen Trends im Social Commerce und Bezahlverhalten – und macht deutlich: Idealismus muss man sich leisten können…