Wer hat Angst vor RPA?

Illustration: Absmeier, Kellepics

Deutschland ist in weiten Teilen immer noch eine RPA-Wüste: Anwender haben Vorurteile, Projekte scheitern. Mit dem richtigen methodischen Ansatz steht aber einer erfolgreichen RPA-Implementierung nichts im Wege, meint Business-Transformation-Spezialist Signavio.

Untersuchungen zeigen, dass RPA-Lösungen (Robotic Process Automation) in Deutschland nur zögerlich eingeführt werden: Vermeintlich fehlt der Bedarf, es mangelt an Know-how, die Datenintegration gestaltet sich problematisch, die Datenqualität ist zu gering.

Gänzlich unberechtigt sind die Vorbehalte nach Einschätzung von Signavio nicht. In der Tat steht für Unternehmen bei einer RPA-Einführung einiges auf dem Spiel: Sie können oft viel schneller und vor allem folgenreicher scheitern, als sie es für möglich gehalten hätten – schließlich übernehmen Roboter auch unternehmenskritische Aufgaben. Außerdem können erhebliche RPA-Investitionen in solchen Fällen unwiederbringlich verlorengehen.

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Der Kardinalfehler besteht meistens darin, dass RPA-Initiativen zu schnell ins Leben gerufen werden. Unternehmen wollen die RPA-Vorteile möglichst aufwandsneutral und unmittelbar nutzen – und zwar ohne Anpassung der bestehenden Prozesse und Anwendungen. Doch dieser Ansatz greift zu kurz.

»Vielfach vergessen Unternehmen, dass es bei RPA nicht um die Automatisierung von Aufgaben, sondern von Prozessen geht. Der Prozess muss im Mittelpunkt stehen«, erklärt Gerrit de Veer, Senior Vice President MEE bei Signavio. »RPA-Lösungen entfalten ihren größten Nutzen immer erst in Kombination mit Prozessverbesserungen. Sie sind eine Grundvoraussetzung, denn eine reine Automatisierung suboptimaler Prozesse kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein und wird kaum das gewünschte Ergebnis hervorbringen.«

Voraussetzung für eine erfolgreiche RPA-Einführung ist ein adäquater methodischer Ansatz. Grundkomponenten sollten dabei sein:

  1. Identifikation der Automatisierungspotenziale
  2. Bewertung und Simulation der Auswirkungen auf das Unternehmen
  3. Verbesserung des Prozesses vor seiner Automatisierung
  4. Etablierung der verbesserten Prozesse durch Verzahnung menschlicher und roboterischer Tätigkeiten
  5. Überwachung der End-to-End-Performance und frühzeitige Erkennung und Behebung von Problemen
  6. Kontinuierliche Verwaltung der Prozessarchitektur
  7. Vorantreiben einer permanenten Verbesserung.

Wird diese Vorgehensweise gewählt, kann ein Unternehmen letztlich immer von den zahlreichen RPA-Vorteilen profitieren. Dazu zählen unter anderem:

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  • Einsparung von Zeit und Kosten
  • Reduzierung wiederholt anfallender Tätigkeiten
  • Verringerung von Fehlerquoten und Steigerung der Qualität
  • Freisetzung der Mitarbeiter für wertschöpfende Aufgaben.

Damit ein Unternehmen diese Vorteile in vollem Umfang nutzen kann, muss aber eine elementare Anforderung erfüllt sein: Die Prozesse müssen professionell modelliert sein. »Bei RPA-Initiativen sollte es immer heißen: erst optimieren, dann automatisieren«, betont de Veer.

 

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