Mikroaggressionen im Büro – sie vergiften das Arbeitsklima

Alltäglich stattfindende Kommentare, die subtil und unauffällig Personen oder Gruppen abwerten und diskriminieren, richten großen Schaden bei den Betroffenen an und vergiften die Arbeitsplatzatmosphäre. Mikroaggressionen basieren auf Vorurteilen und äußern sich oft in Bemerkungen über Alter, Ethnizität, Geschlecht oder LGBTQ-Identität. Die Verursacher bemerken den verletzenden Inhalt ihrer Äußerung oft nicht. Jeder dritte Arbeitnehmer fühlte sich bei seinem derzeitigen Arbeitgeber schon einmal diskriminiert, wie die Workforce-View-Studie 2020 belegt [1].

Henri Schmidt, Director Growth & Client Success bei ADP, kommentiert:

»Aussagen wie ›Wow, dass du in deinem Alter in einem Start-up anfängst‹ oder ›Du verdienst ja viel für eine Frau‹ können die Betroffenen sehr verletzen, auch wenn sie vom Kommunikator nicht als Beleidigung intendiert oder sogar nett gemeint waren. Da jeder Mensch, ob bewusst oder unbewusst, gewisse Vorannahmen und Vorurteile hat, haben Mikroaggressionen in jedem Unternehmen schon einmal stattgefunden. Mikroaggressionen führen zu einem feindseligen, ausgrenzenden und zermürbenden Arbeitsklima, in dem stereotype Bilder aufrechterhalten werden. Darunter leiden der Zusammenhalt, die Produktivität und die Problemlösefähigkeiten der Belegschaft. Umso dringender ist der offene Umgang mit dieser verdeckten Form der Abwertung. Teams müssen lernen, was Mikroaggressionen sind, was sie bei den betroffenen Personen anrichten und wie das eigene Verhalten geändert werden kann. Der erste Schritt ist die Bewusstwerdung der eigenen Voreingenommenheit, erst dann kann eine Änderung des Verhaltens erfolgen. Unternehmen können spezielle Trainings anbieten, die implizite Bias aufdecken, für das Thema sensibilisieren und aufklären.

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Die Workforce-View-Studie zeigt, dass 60 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland nicht wissen, an wen sie sich bei Benachteiligungen im Unternehmen wenden müssen. 63 % hätten sogar ein Problem damit, im Falle einer Diskriminierung eine Beschwerde einzureichen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass es klarer Richtlinien und klar kommunizierter Anlaufstellen für Beschwerden benötigt, um eine offene, inklusive Kultur zu schaffen, die die Gleichbehandlung aller gewährleistet. Als häufigster Grund zur Benachteiligung am Arbeitsplatz wird in Deutschland das Geschlecht genannt, direkt gefolgt von Alter und Erscheinungsbild. Es gilt daher, die Vielfalt zu fördern, aber auch sicherzustellen, dass unbewusste Bias die Teamkultur nicht untergraben. Von Ausgrenzungen und diskriminierenden Äußerungen betroffene Personen müssen ernst genommen werden. Legen Unternehmen Wert auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wirkt sich das auf das Arbeitsklima und die Arbeitsmoral aus und setzt ein Zeichen nach außen. Unternehmen sind schließlich nur so gut, wie die Mitarbeiter. Oberstes Ziel sollte es deshalb sein, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem es sich für alle angenehm arbeiten lässt.«

[1] https://www.de-adp.com/hr-einblicke-themen-trends/mitarbeiterbindung-talentmanagement/workforce-view-2020/

 

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