Welche Länder führen bei Auslandsinvestitionen?

Die Europäische Union und die USA bleiben die dominierenden Kapitalexporteure weltweit – trotz wachsender Dynamik aus China. 2025 liegen die Auslandsinvestitionen der EU bei 496 Milliarden US-Dollar und damit deutlich vor den USA mit 263 Milliarden US-Dollar und China mit 174 Milliarden US-Dollar. Das verdeutlicht die Infografik auf Basis von UNCTAD-Daten für den Zeitraum von 2000 bis 2025 [1].

 

Im Zeitverlauf zeigt sich jedoch eine Verschiebung: Während die EU lange mit deutlichem Abstand führte und 2015 mit 916 Milliarden US-Dollar einen Höhepunkt erreichte, hat China seine Auslandsinvestitionen kontinuierlich gesteigert – von rund einer Mio. US-Dollar im Jahr 2000 auf dreistellige Werte seit den 2010er-Jahren. Die USA schwanken stärker, mit einem Einbruch auf -157 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 und moderater Erholung danach. Die Entwicklung deutet auf eine zunehmend multipolare Investitionslandschaft hin. Zwar behaupten EU und USA ihre Spitzenposition, doch Chinas wachsende Rolle könnte langfristig die globalen Kapitalströme stärker prägen und strategische Abhängigkeiten verschieben.

 

Während der Pandemie kam es temporär bereits zu solchen Verschiebungen: China überholte zeitweise die USA und näherte sich auch der EU bei den FDI-Outflows an. Hintergrund waren eine vergleichsweise schnelle wirtschaftliche Erholung, welche eine stabilere Investitionstätigkeit zur Folge hatte. Die USA und Europa stärkere Einbrüche und Kapitalrückflüsse verzeichneten. Der Vorsprung war jedoch nur temporär, da sich die Investitionen in den USA und der EU nach der Pandemie wieder erholten.

 

Negative FDI-Outflows bedeuten, dass mehr Kapital aus dem Ausland zurückfließt, als neu investiert wird. Das passiert vor allem, wenn Unternehmen Beteiligungen oder Tochterfirmen im Ausland verkaufen (Desinvestitionen), Gewinne in die Heimat zurückführen oder interne Finanzstrukturen umstellen. Gerade bei großen Konzernen können solche Gewinnrückführungen oder Umleitungen über Finanzzentren (z. B. Niederlande oder Luxemburg) kurzfristig zu starken negativen Ausschlägen führen. Negative Werte sind daher kein Zeichen für fehlende internationale Aktivität, sondern spiegeln Netto-Kapitalrückflüsse in einem bestimmten Jahr wider.

 

Der globale Schub bei den ausländischen Direktinvestitionen (FDI) konzentriert sich zuletzt stark auf digitale Infrastruktur: Rechenzentren verzeichnen mit einem Plus von 235 Milliarden US-Dollar den mit Abstand größten Zuwachs unter den FDI-bezogenen Investitionen 2025 gegenüber 2024. Damit übertreffen sie alle anderen Sektoren deutlich und prägen die Dynamik internationaler Neuinvestitionen. Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/36401/auslaendische-direktinvestitionen-von-eu-usa-und-china/

 

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