Der IT-Innovationsflüsterer: Wie CIOs die Komplexität beherrschen können

Anzeige

Illustration: Absmeier, Spiritbunny

Unter dem Strich ist heute jedes Unternehmen ein Softwareunternehmen, egal in welcher Branche, egal ob Global Player oder Mittelständler – eine gut verzahnte IT ist in den Unternehmensstrukturen nicht wegzudenken. Der Einfluss der Digitalisierung ist zwar teilweise noch subtil, doch für die Wertschöpfung und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle essenziell. Der Chief Information Officer (CIO) wird damit zur Schlüsselfigur und sichert mit der Innovationskraft seines Teams unternehmerischen Erfolg und Fortbestand.

 

Vorbei die Zeiten, in denen die IT nur für eine Verzahnung der Prozesse und IT Systeme und deren reibungslose Nutzung verantwortlich ist. Die Implementierung verschiedener Standardsoftware reicht nicht mehr aus, um den wachsenden Bedürfnissen der Anwender nachzukommen, unternehmensspezifische Prozesse zu digitalisieren und gleichzeitig Wettbewerbsvorteile zu sichern. Die IT ist heute mehr denn je gefordert als Impulsgeber die mit neuen Technologien einhergehenden Möglichkeiten an die Fachabteilungen heranzutragen. Chancen zu nutzen, die sich durch digitale Angebote ergeben, erfordert die Fähigkeit im Gleichschritt zu experimentieren und Innovationen voranzutreiben. Die schnelle Prototypisierung von Anwendungen und die Möglichkeit Ideen mit geringen Aufwänden zu verproben sind hier gefragt! Doch mit welchen Werkzeugen kann das gelingen und was blockiert IT-Abteilungen heute die Rolle des Innovators und Ideengebers anzunehmen?

 

Mit einer Plattform die Brücke schlagen

Für ein möglichst effizientes Arbeiten werden aus den unterschiedlichen Geschäftseinheiten viele Anforderungen an die IT herangetragen. Meistens handelt es sich um höchst unterschiedliche Technologien; sei es ein CRM-System für den Vertrieb, spezielle Mailing-Applikationen für das Marketing oder ein mobiles Bewerberportal im Recruiting. Der Anspruch an diese Anwendungen ist hoch – responsive, über alle Geräte hinweg verfügbar und vor allem effizient, um die komplexen aber immer wiederkehrenden Arbeitsabläufen zu verschlanken. Relativ schnell kann sich da eine unüberschaubare Anzahl unterschiedlicher Systeme, UI-Technologien und Datenmodelle ansammeln. Auch eine Herstellerstrategie für Anwendungen, etwa SAP, schützt durch die expansive Akquisitionspolitik nicht davor sich gleich mit einem ganzen Wust an unterschiedlichen Technologien beschäftigen zu müssen.

Hier kommen Plattformen ins Spiel – nicht nur um ein Projekt zu erfüllen und einzelne Applikationen oder digitale Produkte zu realisieren, sondern um die Anwendungsentwicklung unabhängig von Anforderung, Backendsystem & Endgerät effizient und skalierbar umzusetzen. Aus praktischen Gesichtspunkten gehen mit der Vereinheitlichung der Applikationsentwicklung viele Vorteile einher. Nicht nur das das intern zu bereitstellende Skillset möglichst klein gehalten wird. Auch auf der Kostenseite lassen sich durch die Verschlankung der IT-Architektur, die Synchronisation der Wartungsprozesse und verringerte Entwicklungsaufwände deutliche Vorteile erzielen. Letzteres geht vor allem mit der neuen Organisation der Entwicklungsteams einher. Während in der klassischen Applikationsentwicklung Backend- und Frontend-Entwicklung voneinander getrennt sind, bieten moderne Entwicklungsplattformen die Möglichkeit diese Aufgaben in einer Person zu verschmelzen. Der interne Abstimmungsaufwand wird so deutlich verringert und durch eine durchgängige Einbindung der Fachabteilungen können Verschiebungen zwischen initialen Anforderungen und späterem digitalen Produkt frühzeitig erkannt und Maßnahmen zu Korrektur eingeleitet werden. Die hoch angepriesenen agilen Projektmethoden werden so erst mit den richtigen Werkzeugen lebbar gemacht! Der CIO hat hier die Aufgabe einen Kulturwandel einzuleiten bei dem die etablierte Trennung zwischen IT & Business und innerhalb der klassischen Rollen in der IT neu überdacht werden muss.

 

Die richtigen Plattformen schaffen Zeit und Raum für Innovationen

Kontinuierliche Innovation ist unerlässlich und automatisch mit der IT verbunden. CIOs müssen sich hier besonders behaupten, um ihre Position als interner Dreh- und Angelpunkt für Innovationen zu erhalten. In einer von Forrester Research durchgeführten Umfrage unter IT-Führungskräften schätzten die Befragten, dass sie durchschnittlich 72 Prozent ihres Budgets für »Keep-the-Lights-On-Funktionen« wie das Ersetzen oder Erweitern von Kapazitäten und die Unterstützung des laufenden Betriebs und der Wartung ausgeben, während nur 28 Prozent des Geldes für neue Projekte verwendet werden – mit dem Risiko, dass Mitarbeiter sich zunehmend gegen Innovationsvorhaben sperren oder sogar frustriert in agilere Startups abwandern.

Auf Ebene der Geschäftseinheiten führt dies häufig dazu, dass die IT-Abteilungen durch die systematische Herausgabe von Kompetenz personell zusammenschrumpfen und intern eher den Ruf als Kostenverursacher genießen. Das Zutrauen in Innovationskraft und die Fähigkeit Projekte in Eigenregie in »Time & Budget« und vor allem mit dem gewünschten Ergebnis umzusetzen ist im Gegensatz häufig gering. Der Wunsch einer beherrschbaren IT-Systemlandschaft und der Ruf nach leicht zugänglichen Entwicklungswerkzeugen ist hier gut nachvollziehbar und hat nicht zuletzt zu einer raschen Verbreitung von Begrifflichkeiten wie der Low-Code- oder No-Code-Entwicklung geführt.

Während die No-Code- & Low-Code-Entwicklung insbesondere auch die Fachabteilungen anspricht und suggeriert Applikationsentwicklung außerhalb der Verantwortung der IT umzusetzen, verfolgen einige Plattformanbieter eine andere Strategie. Als besonders vielseitig einsetzbar und erfolgsversprechend hat sich hier die Verbindung von »Low-Code« mit »Pro-Code« herausgestellt. Die Idee dahinter ist, dass Elemente der Low-Code-Entwicklung sinnvoll mit professionellen Entwicklungswerkzeugen verschmelzen. Der Entwickler wird so bei seiner Arbeit optimal unterstütz, ohne dass er in irgendeiner Weise eingeschränkt wird.

 

Fazit

Innovation setzt Freiraum voraus. Der systematische Abbau der über Jahrzehnte gewachsenen Komplexität in den IT-Systemen erfordert große Anstrengung, eröffnet aber gleichzeitig Chancen gewonnene Kapazitäten für Realisierung neuer Ideen einzusetzen – das was heute jedes Unternehmen braucht um wettbewerbsfähig zu sein. Bei der Umsetzung dieser Strategie bilden zentrale Plattformen das Fundament und bieten dem CIO alle Freiräume die Anforderungen des Unternehmers innerhalb geregelter Leitplanken zu dirigieren und umzusetzen.

Christoph Garms, Managing Director, Neptune Software GmbH

 

Für Christoph Garms liegt der Schlüssel des digitalen Wandels in den richtigen technischen Kernwerkzeugen. Nur so lässt sich ein kultureller Wandel und damit die Neuordnung der Arbeits- und Teamstrukturen vorantreiben. Seine Vision als Managing Director von Neptune Software in Deutschland ist es, die Kluft zwischen Business und IT zu überbrücken und den DACH-Markt zu einer echten digitalen Transformation zu bewegen. Mit seiner branchenübergreifenden Expertise ist sich Garms sicher, dass dies eine Frage der Digitalisierung von Prozess zu Prozess, der Schaffung einer neuen Arbeitskultur mit agilen Methoden und funktionsübergreifenden Teams ist. Denn nur auf Grundlage digitaler Produkte und Dienstleistungen lassen sich neue Geschäftsmodelle vorantreiben. Der studierte Software-Architekt legt großen Wert darauf, Partner und Kunden von der ersten Demo über die Implementierung bis hin zum Onboarding und Experten-Training zu unterstützen.

 

149 Artikel zu „CIO Komplexität“

Zukunftsweisende Aufgabe des CIO: Digitalisierung im Unternehmen vorantreiben

Die Rolle des IT-Verantwortlichen hat eine Evolution hinter sich: Früher war er ausschließlich dafür zuständig, dass die Informationstechnik funktioniert und die Systemlandschaft sicher ist. Heute übernimmt er als Chief Information Officer (CIO) die strategische und operative Führung der Informationstechnik. Dabei hat er eine neue und zukunftsweisende Aufgabe: die Digitalisierung im Unternehmen vorantreiben. Um das zu…

Container: Entwickler setzen auf weniger Komplexität

Mit zunehmender Komplexität der Unternehmens-IT und Cloud-Umgebung nehmen Entwickler die Entwicklungsstrategien immer öfter in die eigene Hand. »Mehr Abstraktion und weniger Komplexität«, so lautet das Motto, wie die Ergebnisse der jüngsten »Global Perception Study« der Cloud Foundry Foundation zeigen [1].   Immer mehr Großunternehmen (60 Prozent) berichten, dass sie ihre IT-Infrastruktur in einer zunehmend komplexeren…

Komplexität der Enterprise Cloud erschwert IT-Management

Die Anforderungen durch die digitale Transformation, die Migration in die Enterprise Cloud und die wachsenden Kundenansprüche sind für Technologieleiter ohne künstliche Intelligenz (KI) kaum mehr zu bewältigen.   Die Ergebnisse einer unabhängigen Umfrage unter 800 CIOs weltweit zeigen, dass durch die digitale Transformation, die Migration in die Enterprise Cloud sowie steigende Kundenanforderungen die IT noch…

Die Rolle des CIO in der digitalen Transformation: Der »Business Enabler«

Die digitale Transformation bringt für CIOs zahlreiche Herausforderungen mit sich. Mehr IT-Systeme in Unternehmen bedeutet oft auch: steigende Kosten und eine höhere Komplexität. Doch sie eröffnet auch die Chance, gemeinsam mit anderen Unternehmensführern den Weg in die neue digitale Geschäftswelt aktiv und kreativ mitzugestalten. Eines allerdings vorausgesetzt: Die IT-Verantwortlichen müssen sich nicht mehr nur mit…

Digital Performance: eine wachsende Herausforderung für 70 Prozent der deutschen CIOs

Komplexität erhöht Ausgaben für Problembehebung für jedes Unternehmen um mehr als 2 Millionen US-Dollar jährlich.   70 Prozent der deutschen und 76 Prozent der weltweiten CIOs glauben, dass die steigende IT-Komplexität es bald unmöglich machen wird, die digitale Performance effektiv zu kontrollieren. Die Studie »Tackling Hyper-Complexity in a Cloud Native World« von Dynatrace zeigt, wie…

Technologie-Trends 2018: IT-Trends und CIO-Agenda 2018, Teil 2

Im Teil 1 haben wir die CIO-Prioritäten für 2018 beleuchtet [1]. Jetzt folgen die Einblicke in die Technologie-Trends.   Abbildung: 10 Trends for 2018. Quelle: ISG Research.   Wenn wir uns die Technologie-Trends für 2018 anschauen, dann standen natürliche viele davon bereits 2017 auf der ISG-Top-10-Liste. Doch haben sie einen anderen Reifegrad erreicht, und damit…

Hybrid-IT: CIOs tun sich schwer mit der digitalen Disruption

Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die digitale Disruption bei Unternehmen verstärkt »hybride IT« entstehen lässt. Ein wiederholbarer, zuverlässiger und durchgängig einsetzbarer Hybrid-IT-Ansatz bleibt aber die Ausnahme. Unternehmen stützen sich bei ihren Bemühungen, mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten, auf »hybride IT«, so der soeben veröffentlichte Harvard Business Review Analytic Services Report »Hybrid IT…

Komplexität und mangelnde Integration behindern Cloud-Einsatz in Unternehmen

Die wachsende Kluft zwischen IT und Fachabteilungen lässt viele Unternehmen einen falschen Cloud-Ansatz wählen. Während viele europäische Unternehmen auf Cloud-Technologie setzen, plagt sich die Hälfte davon mit steigenden Integrationskosten und Datensilos herum. Dies zeigt die neue Studie »Putting Cultural Transformation at the Heart of Cloud Success« von Oracle [1]. Ein wesentlicher Grund: Durchschnittlich werden mehr…

Der CIO auf dem Weg zum strategischen Berater

Schon längst hat die Digitalisierung tiefgreifenden Einfluss auf den privaten und beruflichen Alltag. Auch Unternehmen müssen Lösungen finden, um die Herausforderungen der digitalen Transformation bewältigen zu können. Diese bringt vielfältige Umbrüche und vor allem technologische Veränderungen mit sich, wie etwa Big Data, Cloud, Industrie 4.0 und Mobile Enterprise.

Studie:  CIOs müssen Grundlagen für den digitalen Wandel schaffen

Digitalisierung wird kundenrelevante Bereiche transformieren. CIOs müssen Komplexität des digitalen Wandels managen. Cloud-Technologie verändert die Sourcing-Strategien radikal. Die ersten Schritte in die digitale Zukunft sind gemacht – aber es steht noch Arbeit bevor. Die 100 befragten Anbieter, die 80 Prozent des deutschen IT-Dienstleistungsmarktes ausmachen, haben noch viel vor sich, um den angestrebten Digitalisierungsgrad bei ihren…

Big Data raubt deutschen CIOs den Schlaf

Die diesjährige Cebit zielte mit ihrem Motto »d!conomy« auf die digitale Transformation ab, die vor allem datengetrieben ist. Doch in den deutschen Unternehmen haben die CIOs vor Big Data großen Respekt, wie eine Umfrage zeigt [1]. Über 70 Prozent der deutschen CIOs geben an, dass Big Data im kundenzentrierten Management (»Customer Centricity Management«) ihnen den…

Whitepaper Sicheres Management: Vom Outsourcing zur Automatisierung

Compliance muss im Zeitalter der Digitalisierung neu definiert werden.     Die Digitalisierung ist im Betriebsalltag der Unternehmen angekommen. Zahlreiche Verwaltungs- und Geschäftsprozesse lassen sich inzwischen digitalisieren und automatisieren. Weniger Aufwand, kürzere Bearbeitungszeiten, höhere Qualität und niedrigere Kosten können beispielsweise mit Robot Process Automation (RPA) und dem Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) erzielt werden. Doch neben…

Fünf IT-Trends im neuen Jahrzehnt

Die Zukunft beginnt jetzt. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Container-Technologien wurden im aktuellen Jahrzehnt Standard in der IT-Landschaft vieler Unternehmen. Auch im neuen Jahrzehnt bleibt die Digitalisierung treibende Kraft für zahlreiche Entwicklungen. Fünf Experten von Micro Focus geben einen Ausblick auf die Trends, die das erste Jahr im neuen Jahrzehnt gestalten werden:   Digitale Transformation der…

Transparenz und Skalierbarkeit aus der Wolke: Energiekonzern OMV führt Konzern-Webauftritt in die Cloud

Anwenderbericht: Oracle WebCenter Sites Grundlage für neue benutzerfreundliche und hochverfügbare Webplattform der OMV Group. Um einen ansprechenden und hochverfügbaren Webauftritt sicherzustellen, entscheiden sich immer mehr Unternehmen, ihre Webseiten und Content-Systeme in die Cloud zu führen. So ist es auch beim Öl-, Gas- und Energieunternehmen OMV. Die Online-Plattform des weltweit tätigen Konzerns war bereits 2007 in…

Multi-Cloud-Schutz ist die größte Herausforderung für Unternehmen weltweit

Unternehmen weltweit kämpfen mit Optimierung, Verwaltung und Schutz von Multi-Cloud-Rechnerinfrastrukturen. Um mit den Anforderungen der digitalen Transformation und der IT-Effizienz Schritt zu halten, hat eine große Mehrheit der Unternehmen weltweit Multi-Cloud-Strategien entwickelt. Bei der Bewältigung der dadurch entstehenden Komplexität und der zusätzlichen Anforderungen dieser neuen Anwendungs- und Datenbereitstellungsinfrastrukturen stehen sie allerdings vor großen Herausforderungen. Zu…

Cyberkriminelle treffen Unternehmen unvorbereitet mit alten Taktiken

Cyberangreifer umgehen gängige Phishing-Taktiken, um Code in öffentlich zugängliche Dienste einzuschleusen. Fortinet gab die Ergebnisse seines »Global Threat Landscape Report« für das dritte Quartal 2019 bekannt [1].  Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:   Verlagerung der Taktiken, um Unternehmen aus dem Hinterhalt zu treffen Ein Großteil an Malware wird per E-Mail verbreitet. Viele Unternehmen gehen daher…

Künstliche Intelligenz in der Cybersicherheit

Warum eine einzige Größe nicht für alle passt – und warum der Mensch im Mittelpunkt eines guten Sicherheitsbetriebs stehen sollte. Das rasante Tempo, mit dem sich die künstliche Intelligenz (KI) in den letzten Jahren entwickelt hat, hat begonnen, in den verschiedensten Bereichen transformative Effekte zu erzielen. In einer zunehmend vernetzten Welt, in der Cyberangriffe in…

Sechs Fragen rund um Multi-Cloud – Vorteile und Herausforderungen

Viele Unternehmen nutzen mehr als einen Public-Cloud-Anbieter. Man spricht hier von »Multi-Cloud«, als Abgrenzung zur Hybrid-Cloud. Was steckt hinter dem Trend? Welche Auswirkungen hat dies auf ein Unternehmen? Wann sollte mehr als eine Public Cloud genutzt werden und wann ist dies zu vermeiden? Rubrik, Anbieter von Multi-Cloud Data-Control, liefert heute Antworten auf sechs der häufigsten…