Die Anzahl der jährlichen Krankentage fällt je nach Berufsgruppe mitunter deutlich unterschiedlich aus: Während Beschäftigte in IT-Berufen im Schnitt nur 11,9 Tage fehlen, kommen Führerinnen und Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten auf 31,2 Tage. Die Infografik auf Basis von Daten der Techniker Krankenkasse [1] verdeutlicht damit eine klare Kluft zwischen körperlich belastenden Tätigkeiten und eher wissensbasierten Berufen. Allerdings sind die Daten nur eingeschränkt auf alle Beschäftigten übertragbar, da sie ausschließlich Versicherte der Techniker Krankenkasse abbilden und sich deren Struktur von der Gesamtbevölkerung unterscheiden kann.
Auch andere handwerkliche und dienstleistungsnahe Berufe liegen auf hohem Niveau, etwa in der Metallerzeugung mit 26,5 Tagen oder in Erziehungs- und Sozialberufen mit 26,1 Tagen. Dagegen bewegen sich Tätigkeiten in Unternehmensführung mit 13,6 Tagen oder im Finanz- und Rechnungswesen mit 13,0 Tagen deutlich darunter. Die Spannweite zeigt, wie stark Arbeitsbedingungen und Tätigkeitsprofile die Fehlzeiten beeinflussen.
Die Entwicklung könnte auf strukturelle Unterschiede im Arbeitsalltag hinweisen: Physische Belastung, Schichtarbeit und geringere Flexibilität dürften höhere Ausfallzeiten begünstigen, während Büro- und IT-Berufe häufiger von planbaren Arbeitsbedingungen und Homeoffice profitieren. Matthias Janson
https://de.statista.com/infografik/36391/arbeitsunfaehigkeitstage-von-versicherten-der-techniker-krankenkasse-nach-branchen/?lid=hlcb2qpqpax0
[1] PDF-Download
https://www.tk.de/resource/blob/2194002/828793b4b4a5953abece5e4874ce79b9/gesundheitsreport-au-2025-data.pdf

Arbeitsunfähigkeit nach Dauer
Arbeitsunfähigkeit er streckt sich zu einem überwiegenden Teil nur über kurze Zeiträume, langfristige AU-Meldungen stellen eher seltene Ereignisse dar. In Anbetracht der dann im Einzelfall jedoch ausgesprochen langen Erkrankungsdauer entfällt ein erheblicher Anteil an allen gemeldeten Arbeitsunfähigkeitstagen auf diese relativ seltenen Arbeitsunfähigkeitsfälle. Abbildung 8 verdeutlicht diesen Zusammenhang auf der Basis von Daten der Techniker zum Jahr 2024.
Arbeitsunfähigkeit nach Dauer im Jahr 2024
37,7 Prozent aller AU-Meldungen dauerten weniger als vier Tage. Mit 71,7 Prozent erstreckten sich insgesamt mehr als zwei Drittel der Arbeitsunfähigkeitsfälle über maximal eine Woche. Diesen Fällen sind allerdings lediglich 22,2 Prozent der gesamten gemeldeten Fehlzeiten zuzuordnen. Demgegenüber entfallen auf die 3,5 Prozent der Krankmeldungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen mit 44,8 Prozent deutlich mehr der gemeldeten Fehlzeiten.
Bedingt durch die nicht einheitliche Meldeverpflichtung kön nen AU-Meldungen mit einer Dauer von bis zu drei Tagen in Daten von Krankenkassen nur lückenhaft erfasst sein. Insofern dürften Angaben zu Fallzahlen des AU-Melde geschehens auf der Basis von Krankenkassendaten immer eine Unterschätzung der »wahren« Häufigkeit von entsprechenden Ereignissen darstellen. Da die Summe der erfassten Fehlzeiten jedoch maßgeblich durch längerfristige Krankmeldungen bestimmt wird, dürften die nach Kassendaten errechneten Krankenstände durch die Untererfassung von nur kurz dauernden AU-Fällen recht wenig beeinflusst werden.
592 Artikel zu „Krankheit“
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