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Warum die Rüstungsindustrie ihr Projektmanagement neu denken muss.
Geopolitische Unsicherheiten, regulatorische Anforderungen, steigende Verteidigungsbudgets und neue Beschaffungsprogramme setzen die deutsche Rüstungsindustrie unter Druck. Projekte und Prozesse müssen schneller, transparenter und effizienter umgesetzt werden als jemals zuvor. Gleichzeitig gibt es immer noch Unternehmen, die mit historisch gewachsenen Projektmanagement-Strukturen arbeiten. Über Jahrzehnte hinweg haben sich Excel-Logiken, isolierte Tools, lokale Datenablagen und manuelle Abstimmungsprozesse etabliert – eine Arbeitsweise, die heute immer häufiger an ihre Grenzen stößt.
Spannungsfeld Rüstungsindustrie
Rüstungsprojekte unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben, Audit-Anforderungen und Sicherheitsrichtlinien, denn Informationen müssen nachvollziehbar, konsistent und revisionssicher dokumentiert werden. Die verschiedenen Unternehmensbereiche arbeiten häufig mit eigenen Systemen und Datenbeständen, sodass es an einem transparenten Gesamtüberblick fehlt. Hinzu kommt die Tatsache, dass große Rüstungsprojekte die enge Zusammenarbeit über Unternehmens-, Team- und Ländergrenzen hinweg erfordern – inklusive Partnern, Zulieferern und Behörden.
Projekte mit plattformbasiertem Projekt- und Portfoliomanagement erfolgreich steuern
Mit einer vergleichbaren Komplexität haben auch andere Branchen zu kämpfen, beispielsweise die Automobil- oder Pharmaindustrie. Davon, wie diese Industriezweige die Herausforderungen gelöst haben, kann die Rüstungsindustrie lernen. So setzen etwa zahlreiche Automobilkonzerne auf zentrale Projekt- und Portfoliomanagement-Plattformen (PPM), die alle relevanten Informationen einheitlich zusammenführen. Diese integrierten PPM-Plattformen schaffen Transparenz über Projekte, Ressourcen, Budgets, Risiken und Abhängigkeiten hinweg.
Doch allein der Einsatz einer passenden technologischen Plattform reicht nicht aus. Auch die organisatorische Herangehensweise und die Projektmanagementmethode müssen an die anspruchsvollen Rahmenbedingungen angepasst werden. Als effektiv hat sich die Methodik des kollaborativen Projektmanagements erwiesen. Dieser Ansatz hat sich insbesondere in der Automobilindustrie bewährt, wo komplexe Produktions- und Lieferketten seit Jahren bereichsübergreifend koordiniert werden müssen – eine Herausforderung, die mit den Anforderungen der Rüstungsindustrie vergleichbar ist.
Die PPM-Plattform bildet dabei die technologische Grundlage; das kollaborative Projektmanagement liefert die Methodik, um diese Plattform wirkungsvoll zu nutzen. Beide Elemente greifen ineinander.
Entscheidender Erfolgsfaktor des kollaborativen Projektmanagements sind Teilpläne, die nicht isoliert gepflegt, sondern live miteinander verbunden sind, über Abteilungs- und Projektgrenzen hinweg. Dadurch werden Änderungen und Abhängigkeiten automatisch dorthin weitergeleitet, wo sie relevant sind. Wer von Änderungen betroffen ist, sieht dies sofort. Und Entscheider erhalten Informationen, bevor es kritisch wird.
Vorteile eines Kollaborativen Projektmanagements
Kollaboratives Projektmanagement setzt auf die Eigenverantwortung und Vernetzung aller Projektbeteiligten. Erfahrungsgemäß scheitern Projekte nur selten an der Komplexität der einzelnen Aufgaben; Stolpersteine sind vielmehr eine mangelhafte Koordination sowie fehlende Abstimmungen. Indem Unternehmen kollaboratives Projektmanagement als Schnittstelle zwischen allen Projektbeteiligten etablieren, werden zentrale Risikofaktoren wie Informationslücken, Doppelarbeit und Abstimmungsfehler deutlich reduziert.
Erfahrungswerte aus Kundenprojekten von cplace zeigen, dass sich durch kollaboratives Projektmanagement die Anzahl verzögerter oder gescheiterter Projekte um mindestens 15 Prozent senken und Budgetüberschreitungen um 10 Prozent reduzieren lassen. Selbst der Aufwand für Reportings oder Terminabsprachen konnte dank dieser Methode um ein Viertel reduziert und die Ressourcenauslastung um 15 Prozent verbessert werden.
Auch die Rüstungsindustrie kann von dieser Vorgehensweise profitieren:
- Weniger manueller Aufwand:
Das zeitintensive Suchen, Konsolidieren und Aktualisieren von Daten entfällt. - Mehr Transparenz:
Der aktuelle Projektstatus und Kennzahlen sind jederzeit zentral verfügbar und nachvollziehbar. - Höhere Datenqualität und Planungssicherheit:
Eine gemeinsame Datenbasis reduziert Fehlerquellen und Inkonsistenzen. - Erfolgreichere Zusammenarbeit:
Teams und Fachbereiche arbeiten auf derselben Informationsgrundlage – auch dezentral und außerhalb des Unternehmens. - Bessere Beherrschbarkeit der Komplexität:
Aufgaben werden über eine integrierte Plattform gesteuert, anstatt über isolierte Einzellösungen. - Stärkung der Eigenverantwortlichkeit:
Durch die direkte Vernetzung der Beteiligten übernehmen Teams mehr Verantwortung für ihre Arbeitspakete, statt auf zentrale Steuerung zu warten. - Hohe Akzeptanz:
Die aktive Einbindung und Vernetzung aller Projektbeteiligten fördert die Identifikation mit dem Projekt.
Ein Muss: Die Modernisierung des Projektmanagements in der Rüstungsindustrie
Die weltweite Wirtschaft befindet sich derzeit in einer massiven Transformationsphase. Das betrifft auch die Rüstungsindustrie, die nicht zuletzt aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage Deutschlands größeren Belastungen ausgesetzt ist. Rüstungskonzerne müssen sich schnellstmöglich anpassen, da Flexibilität und Geschwindigkeit mehr denn je die kritischen Erfolgsfaktoren sind. Starre Projektmanagement-Software ist hier kaum in der Lage, diese Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Wer seine Rüstungsproduktion effizient ausbauen will, benötigt deshalb u. a. integrierte Plattformen, gemeinsame Datenmodelle und die Möglichkeit, komplexe und übergreifende Multi-Projekte sowie Prozesse effizient und transparent zu planen und zu bearbeiten. Eine moderne und anpassbare PPM-Software kann dabei zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.
Patrick Golob, Pre-Sales Engineer bei cplace
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