Neuer Leitfaden zur Entwicklung vorausschauender Wartungssysteme für Werkzeugbaubetriebe und Serienproduzenten online

Produktionsstillstand – das Worst-Case-Szenario für jeden Serienproduzenten. Bereits fünf Minuten Stillstand gehen in der Automobilproduktion mit durchschnittlichen Kosten in Höhe von 100.000 Euro einher. Um entsprechende Stillstände zu verhindern, müssen Maschinen, Anlagen oder Fortbewegungsmittel rechtzeitig gewartet werden, bevor kritische Komponenten versagen und es zu Produktionsausfällen kommt. Dies erschien noch vor einigen Jahren und Jahrzehnten lediglich in Science-Fiction-Filmen möglich. Durch verbesserte und günstigere Sensor-, Übertragungs- und Datenspeichertechnik ist die vorausschauende Wartung von Produktionsprozessen, Predictive Maintenance genannt, heute schon in einigen Branchen Realität und zeigt hohe Potenziale im Kontext von Industrie 4.0 auf.

 

Damit Unternehmen eigenständig vorausschauende Wartungssysteme und Dienstleistungen im Bereich von Predictive Maintenance entwickeln und anbieten können, hat die Abteilung Unternehmensentwicklung des Lehrstuhls für Produktionssystematik am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Serienproduzenten und Werkzeugbaubetrieben einen generischen Handlungsleitfaden erarbeitet.

Anzeige

 

Zur Zielgruppe des Leitfadens zählen insbesondere Unternehmen, die vermehrt werkzeugbedingte Ausfälle in ihrer Serienproduktion durch wiederholte, unvorhergesehene Störeinflüsse verzeichnen. Predictive Maintenance kann ihnen helfen, Störfälle wie Werkzeugversagen zu prognostizieren und darauf basierend konkrete Maßnahmen abzuleiten. Für Werkzeugbaubetriebe ergibt sich dadurch die Chance, ihr bestehendes Dienstleistungsportfolio um Predictive Maintenance Lösungen zu erweitern, um den Kundennutzen über den gesamten Lebenszyklus des Werkzeugs signifikant zu steigern und zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen.

 

https://www.wzl.rwth-aachen.de/ca/f/cxdqm#aaaaaaaaaacxdqn

Anzeige

 

Vorgehen für unternehmensspezifische Umsetzung

Die Funktionsweise von Predictive Maintenance beruht auf der Erhebung, Übertragung, Speicherung und echtzeitnahen Verwertung umfangreicher Datenmengen. Auf Basis komplexer Analyseverfahren und Algorithmen können Abweichungen in den aufgenommenen Betriebsparametern eines Maschine-Werkzeug-Systems identifiziert und notwendige Wartungen antizipiert werden. Da sowohl die technische Umsetzung als auch die Einbettung der technischen Lösungen in das bestehende Produkt- und Serviceportfolio oftmals große Herausforderungen für Serienproduzenten und Werkzeugbaubetriebe darstellen, liegt dem Leitfaden eine umfassende Studie zugrunde, die neben konkreten Forschungsergebnissen auch auf Expertenwissen der teilnehmenden Partner aus der Industrie beruht.

 

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Einsatz einer Predictive Maintenance Lösung große Potenziale zur Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit durch signifikante Reduktion ungeplanter Ausfälle bei gleichzeitiger Verringerung von Instandhaltungskosten durch besser planbare, zustandsgerechte Instandhaltung in der Serienproduktion bietet. Durch die Bereitstellung entsprechender Dienstleistungen bietet sich Werkzeugbaubetrieben die Möglichkeit, sich wirksam vom Wettbewerb zu differenzieren und ihre Profitabilität zu steigern. Durch den kooperativen Aufbau von Predictive Maintenance Lösungen können folglich beide Seiten gleichermaßen von entsprechenden Dienstleistungskonzepten profitieren.

 

Studie und Leitfaden sind kostenlos auf der Website des WZL zum Download verfügbar. https://www.wzl.rwth-aachen.de/ca/f/cxdqm#aaaaaaaaaacxdqn

 

155 Artikel zu „Predictive Maintenance“

Predictive Maintenance: Den Lebenszyklus von Industriebatterien im Fuhrpark intelligent verlängern

Für die Industrie sind zuverlässig funktionierende Transportfahrzeuge in der Intralogistik die Voraussetzung für wirtschaftliches Arbeiten. Da immer mehr Software, Elektronik und damit auch Batterien in den Geräte- und Maschinenpark Einzug halten, steigt der Aufwand für Wartung, Reparatur und Management der Batterien. Ein intelligentes Batteriemanagement kann dabei helfen, die Kosten und Ausfallzeiten zu verringern.   Intelligente…

Predictive Maintenance braucht Sensorik, Vernetzung und Integration

Mit der Verbreitung des Industrie-4.0-Gedankens wachsen auch die Möglichkeiten vorausschauender Instandhaltung. Big Data und Sensorik ebnen den Weg für Predictive-Maintenance-Services, die viele Branchen verändern – allen voran den Anlagen- und Maschinenbau. Der Service-Verband KVD e. V. fasst die wichtigsten Fakten zur modernen Instandhaltung zusammen und präsentiert sie in einer aufwändigen Infografik.   Maschinenbauern gehört die…

Vorausschauende Instandhaltung – So geht Predictive Maintenance

Herkömmliche Instandhaltungskonzepte werden den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht: Sie binden Kapital und verbrauchen zu viele Ressourcen. Eine Lösung heißt Predictive Maintenance. Doch bisher setzen nur wenige Unternehmen auf diese Option.

Predictive Maintenance & Co.: Türöffner für positive Customer Experience

Wie lässt sich die Komplexität des Kundendienstes durch Realtime-Service meistern? Maschinenstillstände sind eine kostspielige Angelegenheit, die sich kein Unternehmen leisten kann. Durch IoT-basierte Konzepte wie Condition Monitoring und Predictive Maintenance sind Unternehmen heute in der Lage, ihre Prozesse in Echtzeit zu überwachen. Gleichzeitig haben diese Lösungsansätze jedoch eine erhöhte Komplexität hervorgebracht: Unternehmen setzen voraus, dass…

Europäische Hersteller- und Verkehrsunternehmen gehen die ersten Schritte in Richtung Predictive Maintenance

Laut aktueller Studie von PAC (CXP Group) halten 93 % der europäischen Hersteller- und Verkehrsunternehmen die Wartungsprozesse ihrer Industrieanlagen und -fahrzeuge für nicht sonderlich effizient. Das Marktforschungsunternehmen und strategische Beratungshaus PAC führte die Studie mit dem Ziel durch, ausführliche Einblicke in die Auswirkungen digitaler Technologien auf die Instandhaltungsprozesse europäischer Hersteller- und Verkehrsunternehmen zu erlangen. Nachdem…

Predictive Maintenance: Maschinenverfügbarkeit rauf, Kosten runter, Kundenbindung nachhaltig stärken

Aktuelle Studie zeigt, dass Predictive Maintenance in der Industrie bisher eher diskutiert als umgesetzt wird [1]. Es zwickt hier und da, wenn bei Menschen die Knochen morsch werden. Im Zuge der Digitalisierung lernen auch Maschinen, sich zu äußern, bevor ihre eigenen Gelenke knirschen. Wurde die Instandhaltung lange Zeit eher als notwendiges Übel in Unternehmen wahrgenommen,…

Der Mittelstand profitiert eindeutig von Predictive Analytics

Predictive Analytics ist mehr als nur ein Big-Data-Trend. Beispiele zeigen, dass gerade der Mittelstand ohne großen finanziellen Aufwand Daten nutzen kann, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen. Der Wunsch ist vielerorts groß, Vorhersagen auf Basis von historischen Daten zu treffen. Aber wie stellen sich Mittelständler mit ihren vergleichsweise kleinen IT-Abteilungen wirkungsvoll auf? Wie können die innovativen Vorstellungen…

Third Party Maintenance: Warum ein unabhängiger 360-Grad-Blick auf das Rechenzentrum immer wichtiger wird

Welche Alternative haben IT-Verantwortliche zur Herstellerwartung nach Ablauf der Grundgewährleistung? Third-Party-Maintenance-Anbieter (TPM) haben sich auf die Wartung von IT-Komponenten in Rechenzentren spezialisiert. Die Nachfrage nach diesen Leistungen wächst kontinuierlich und so erwarten die Analysten von Gartner bis zum Jahr 2020 ein Wachstum des TPM-Marktes bis zu 35 Prozent. In Rechenzentrum finden sich üblicherweise Komponenten ganz…

Hybride Wartungsmodelle für Server und Storage – Third-Party Maintenance als Alternative

»Never touch a running system« lautet ein Credo in der IT. Dem entgegen steht der Wunsch der Hersteller, Hardware alle vier Jahre zu tauschen, obwohl sie funktioniert. Druck wird über steigende Wartungskosten ausgeübt. Third-Party Maintenance (TPM) kann eine Alternative sein, um dieser Spirale zu entgehen.

Wie positionieren sich die Anbieter von Application Development, Maintenance and Operations im deutschen Markt?

Im erstmals durchgeführten Application Services Vendor Benchmark, den Experton Group im September vorstellte, wurden unter anderem auch die Anbieter von Application Development, Maintenance and Operations (ADM&O) im deutschen Markt bewertet. Marktdefinition ADM&O Im Segment ADM&O wird die Leistung für den gesamten Lifecycle einer Business-Anwendung oder einer Anwendungslandschaft bewertet. Die Bewertungskriterien bestehen aus den Bewertungskriterien für…

Sicherheit bis in den letzten Winkel des industriellen IoT

Moderne Sicherheitslösungen nutzen Analytik, um auch industrielle Anlagen innerhalb des industriellen IoTs überwachen zu können. IoT-Lösungen haben in den letzten Jahren nicht nur unser Zuhause erobert, auch in der Industrie kommen die smarten Geräte immer häufiger zum Einsatz. Das industrielle IoT (IIoT) bietet Unternehmen mannigfaltige Möglichkeiten und die Anwendungsfälle erstrecken sich über alle Branchen. Zu…

Unternehmen möchten RPA implementieren – Mitarbeiter oftmals besorgt bezüglich ihrer Qualifikation

53 Prozent der deutschen Unternehmen möchten in diesem Jahr Robotic Process Automation (RPA) implementieren, wie die aktuelle Studie »The Future of Work Is Still Being Written, But Who Is Holding the Pen?« des RPA-Anbieters UiPath, durchgeführt von Forrester Consulting, zeigt [1]. Weitere 36 Prozent der befragten Organisationen in Deutschland möchten bestehende RPA-Projekte ausbauen. Die Studie…

Aus- und Weiterbildung: Wie künstliche Intelligenz die IT-Berufe verändert

KI wird die Berufswelt verändern und das betrifft auch die Tätigkeitsfelder der IT-Spezialisten selbst. Routinetätigkeiten, teilweise sogar die Programmierung, können von Algorithmen übernommen werden. Übergreifendes Wissen, Beratungskompetenz dagegen werden künftig ebenso gefragt sein wie spezifisches Branchenwissen. Eine zukunftsorientiere Aus- und Weiterbildung von Young Professionals sollte diese Entwicklungstendenzen im Blick haben.   Künstliche Intelligenz, kurz KI,…

Industrie 4.0: Wandel der Geschäftsmodelle bei 73 Prozent der Industrieunternehmen

Digitalisierung schafft neue Geschäftsmodelle. Jedes vierte Großunternehmen nutzt künstliche Intelligenz. Bitkom-Präsident Berg: »Digitalisierung hilft aus der Corona-Krise«.   Vernetzte Produktionsanlagen, Echtzeitkommunikation zwischen Maschinen, individuelle Unterstützung vom Kollegen Roboter: Die Digitalisierung der Industrieunternehmen in Deutschland macht Fortschritte. Fast 6 von 10 Industrieunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in Deutschland (59 Prozent) nutzen spezielle Anwendungen aus dem…

Mobile Security offenbart entscheidende Rolle der eSIM-Technologie für das IoT

Die neue Studie im Auftrag von G+D Mobile Security zeigt: eSIM-Technologie ist einer der zentralen Enabler des IoT. Von Smartphones, Tablets und Wearables über Verkaufsterminals und Smart Meters bis hin zu Connected Cars: Das IoT ist die größte Maschine, die die Menschheit jemals erschaffen hat – und sie wird täglich größer. Welche Rolle eSIM-Technologie dabei…

Leitlinien und Orientierung für Führungskräfte: Die vier Dimensionen der digitalen Transformation

Führungskräfte, die ihr Unternehmen durch den digitalen Wandel navigieren, sollten vier treibende Kräfte auf ihrem Radar haben: das wirtschaftliche Ökosystem, Kundenzentriertheit, Geschäftsprozesse sowie die Mitarbeiter selbst. Diese vier Aspekte schaffen Klarheit über die anzustrebenden Veränderungen und gewähren einen ganzheitlichen Blick. So können sich Unternehmen für die Zukunft und für die sich immer schneller ändernden Anforderungen…

RPA als Business-Enabler in Corona-Zeiten

Das Corona-Virus hat die Wirtschaft fest im Griff. Unternehmen, ganze Branchen stellen den Betrieb ein. Wirtschaftsexperten diskutieren bereits, ob die Wirtschaft mit einer kurzen und heftigen Rezession, mit einem anhaltenden Abschwung oder gar mit einem Kollaps rechnen muss. Wie immer im Leben gibt es zwei Möglichkeiten, als Unternehmen mit den Auswirkungen einer derartigen Krise umzugehen.…

Kunden nicht vernachlässigen – Digitale Lösungen sorgen für mehr Zufriedenheit

Unternehmen müssen sich vom Wettbewerb differenzieren und somit ihre Marktposition stärken. In Zeiten von zunehmender Konkurrenz zählt deswegen jede Option, sich von den Mitbewerbern abzusetzen. Zu den Schlagworten in diesem Zusammenhang zählt Customer Experience – vielmehr die Schaffung positiver Kundenerfahrungen. Allerdings hat eine Realisierung entsprechender Maßnahmen in den Bereichen Marketing und Vertrieb überwiegend noch nicht…