Biometrie, die Verbindung zwischen logischem und physischem Zugang – Sollten Entscheider ihr Unternehmen so behandeln wie ihr Smartphone?

Biometrischer und risikobasierter Zugang ist heute für viele Geschäfts- und Verbraucheranwendungen Realität. Derzeit befassen sich Anbieter von Lösungen für den physischem Zugang mit Technologien wie Gesichtserkennung und Verhaltensanalyse, um hier die Sicherheit zu verbessern. Sind wir auf dem Weg in eine Welt, in der das Access Management beider Welten wirklich integriert ist?

Das Entsperren eines Telefons mit einem Fingerdruck oder dem Gesicht ist so alltäglich geworden, dass 75 Prozent der 2019 gekauften Smartphones mit einer Form der biometrischen Authentifizierung ausgestattet waren [1]. Diese neueren Formen der Erkennung ersetzen den traditionellen Passcode und fügen eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu, die garantiert, dass die richtige Person auf das Gerät und die darin enthaltenen privaten Daten zugreift. Doch obwohl so viele Nutzer über ein sicheres Identitätsmanagement auf ihrem persönlichen Smartphone verfügen, haben viele Unternehmen noch nicht darüber nachgedacht, eine ähnliche Sicherheitsebene auf ihre Computer und Systeme anzuwenden.

Da neue Technologien immer mehr Benutzer, Anwendungen und Daten zusammenführen, bringen diese Verbindungen auch gleichzeitig mehr Schwachstellen mit sich. Von Mitarbeitern, über Partner bis hin zu Auftragnehmern – (kritische) Geschäftsdaten sollten immer sicher sein. Dies wird dadurch sichergestellt, dass Benutzer nur auf die Daten zugreifen können, die sie benötigen.

Biometrisches Zugangskontrollsystem. Ein biometrisches Zugangskontrollsystem (Access Control System) stellt die Identität eines Benutzers fest, indem es physische oder verhaltensbezogene Merkmale dieses Benutzers identifiziert. Es bietet ein sichereres System als die derzeit von vielen Betrieben verwendeten Methoden, bei denen Codes, Passwörter oder Magnetkarten für den Zugang zu Computern und den Räumen, in denen sie untergebracht sind, verwendet werden. Passwörter und Codes können vergessen oder gehackt werden, Magnetstreifenkarten können leicht verlegt oder gestohlen werden. Dies führt zu ernsthaften Sicherheitsmängeln. Dieser Zugang sollte ordnungsgemäß geregelt sein – denn wer weiß, ob die Person, die diesen beantragt, auch wirklich diejenige ist, für die sie sich ausgibt, UND, ob sie überhaupt den gewünschten Zugang erhalten sollte?

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Was die Bedürfnisse jedes Benutzers wirklich als einzigartig identifiziert, ist sein menschliches Verhalten – insbesondere auf der Grundlage seiner Rolle innerhalb des Unternehmens. Durch die Analyse des Verhaltens bei jedem Zugriff in Echtzeit, etwa wo, wann und wie er auf Systemdaten zugreift, kann ein Profil jedes Benutzers erstellt werden. Ein Benutzerprofil kann auch Informationen darüber enthalten, wem er Bericht erstattet, worauf er zuletzt zugegriffen hat und welche Privilegien er auf den jeweiligen Systemen besitzt. Das Profil hilft zu verfolgen, ob die Benutzer entsprechend ihrer üblichen Verhaltensmuster handeln, während gleichzeitig ein potenziell riskantes Verhalten leicht zu erkennen ist. Da böswillige Eindringlinge den Tagesablauf eines einzelnen Benutzers nicht kennen, wird ihr untypisches Verhalten erkannt, wodurch wiederum unberechtigte Zugriffe verhindert werden können. Durch die Bereitstellung der wesentlichen Informationen darüber, worauf ein Benutzer wann und wie zugreift, garantiert ein biometrisches Access Control System, dass der Benutzer, der auf Ihre Unternehmensressourcen zugreift, auch wirklich derjenige ist, für den er sich ausgibt.

Identity Governance. Allerdings gilt weiterhin: Um einen Betrieb und den Zugang seiner Benutzer wirklich abzusichern, ist die Biometrie als ergänzende Ebene zu den bereits bestehenden Maßnahmen zur Zugangssicherung nur der Anfang. Sobald ein Benutzer bestätigt, dass er derjenige ist, für den er sich ausgibt, ist der nächste Schritt die Frage: »Soll dieser User auch den von ihm gewünschten Zugang zu dem jeweiligen System oder der Anwendung haben?« Die Identity Governance ist der verlässlichste Weg zur Verringerung des Sicherheitsrisikos für das System, denn hier wird der ordnungsgemäße Zugriff auf Unternehmensressourcen geregelt. Biometrische Access Control Systeme werden immer häufiger von Firmen eingesetzt, die die Sicherheit ihrer Authentifizierung auf eine neue Ebene heben wollen. Biometrische Systeme können leicht in bereits bestehende Lösungen zum Identity and Access Management (IAM) einer Organisation integriert werden und haben mit zunehmender Verbreitung der Technologie stark an Akzeptanz gewonnen.

Identity Management Mit der zunehmenden Nutzung von künstlicher Intelligenz hat sich das auf maschinelles Lernen gestützte Identity Management von einem Ansatz, der rein für Großkonzerne relevant ist, zu einer Möglichkeit für Betriebe jeder Größe entwickelt, ihre Security-Strategie zu überdenken. Dies gilt sowohl für den Zugang an der Eingangstür bis hin zur Sicherstellung, dass jeder Benutzer den Zugang erhält, den er zu Recht für seine Arbeit benötigt – nicht mehr und nicht weniger. Eine integrierte Plattform für das Identity Management gibt Unternehmen die Möglichkeit, sichere neue Technologien zu nutzen, die Risiken reduziert und die betriebliche Effizienz deutlich steigern – unabhängig von der Mitarbeiterzahl. Ist es nicht an der Zeit, dass Entscheider ihr Unternehmen mithilfe eines integrierten Ansatzes zum Identity Management so gut absichern wie Ihr Smartphone?


Ben Bulpett,
SailPoint

 

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[1] https://www.ft.com/content/90d4c8a2-02ba-11e9-bf0f-53b8511afd73

 

Illustration: © Unknown man, 300 librarians, Afishka / shutterstock.com

 

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