Der Online-Handel benötigt eine leistungsstarke IT-Infrastruktur – Vom Ladengeschäft ins Netz

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Durch die zunehmende Digitalisierung im Einzelhandel und die gesteigerte Komplexität im E-Commerce wird eine digitale Interconnection-Infrastruktur mit hohen Leistungsreserven immer relevanter.

Egal ob Mode, Elektrogeräte oder Spielwaren: Der Online-Handel erfreut sich schon seit Jahren einer konstant wachsenden Nachfrage und eines stetig erweiterten Angebotes, verspricht er Kunden doch ein bequemes, digitales Einkaufserlebnis. Immer mehr Händler richten Online-Plattformen ein, um neue Kundengruppen zu erschließen und ihren Umsatz zu steigern. Zwischen 2009 und 2019 wuchs der E-Commerce-Umsatz in Deutschland um 279 % von 15,6 auf 59,2 Milliarden Euro [1]. Covid-19 hat der Branche zuletzt einen zusätzlichen Wachstumsschub verschafft – allein im zweiten Quartal 2020 lagen die E-Commerce-Umsätze bei 20 Milliarden Euro und damit 16,5 % über dem Vorjahreswert [2].

Die aktuelle Situation hat nicht nur zu einer enormen Nachfrage nach Lebensmitteln und Bedarfsgütern geführt. Neu ist unter anderem auch, dass vermehrt kleine Einzelhändler konsequent auf den Online-Verkauf setzen, um Umsatzausfälle in Folge von Geschäftsschließungen auszugleichen. Auch das Konsumverhalten hat sich stärker in den Digitalbereich bewegt. So zeigt eine Umfrage des Online-Marketing Unternehmens Criteo, dass im Zuge von Covid-19 fast jeder dritte deutsche Konsument einen neuen Onlineshop für sich entdeckt hat. Unter den Befragten der Generation Z war es sogar jeder zweite [3].

Wachsende Komplexität im E-Commerce. Während viele Händler somit die Chance auf neue Kunden und damit zahlreiche neue Umsatzmöglichkeiten haben, ist das Wachstum jedoch auch mit einer zunehmenden Komplexität im E-Commerce verbunden:

Zum einen verwischen die Grenzen zwischen Offline- und Online-Handel immer stärker. Das führt dazu, dass Einzelhändler die digitalen und analogen Shopping-Erlebnisse immer stärker miteinander verknüpfen müssen, da viele Kunden ihr Einkaufserlebnis mittlerweile online beginnen und auch immer häufiger dort abschließen.

Hinzu kommen wachsende Kundenansprüche, was personalisierte Einkaufserlebnisse angeht. So erwarten Konsumenten im Zuge von Social Media Marketing auch ein verstärkt auf ihre Interessen zugeschnittenes Angebot. Auch der Zahlungsverkehr ist darauf ausgelegt, die Dinge bequemer und individueller zu gestalten. Dies erfordert unter anderem einen schnellen und vor allem sicheren Datenaustausch zwischen Händlern, Zahlungsdienstleistern und Kunden.

Nicht zuletzt führt das starke Wachstum der Branche auch zu einem rasanten Anstieg des Datenvolumens. Kunden-, Produkt- und Zahlungsdaten liefern potenziell einen großen Mehrwert, müssen aber zunächst übertragen und ausgewertet werden. Gerade für kleinere und mittelständische Händler stellt dies eine Herausforderung dar, da es ihnen meist an IT-Kapazitäten und eigener Expertise fehlt, um Daten gewinnbringend nutzen zu können.

Damit der Online-Handel reibungslos funktionieren kann, bedarf es daher einer leistungsstarken, digitalen Infrastruktur, die der zunehmenden Komplexität im E-Commerce gewachsen ist. Dazu muss sie einerseits über ausreichende Rechenkapazitäten für die Bearbeitung großer Datenvolumen verfügen. Andererseits muss sie auf Offenheit und Integrationsfähigkeit ausgelegt sein, um den Datenaustausch zwischen Partnern und Kunden zu ermöglichen.

Rechenzentren als neutrale Plattform. Wo die IT-Systeme einzelner Händler an ihre Grenzen stoßen, kommen externe In-frastrukturanbieter ins Spiel. Eine besonders zentrale Rolle spielen dabei Rechenzentrumsbetreiber. Diese stellen nicht nur zusätzliche Rechenleistung zur Verfügung, sondern bieten darüber hinaus eine neutrale Plattform, auf der die verschiedenen Teilnehmer im digitalen E-Commerce-Ökosystem zusammenkommen, um sich miteinander zu vernetzen und kritische Daten schnell und sicher auszutauschen.

Dies geschieht mittels Interconnection, also dem direkten und privaten Datenaustausch innerhalb der Rechenzentrumsinfrastruktur und vorbei am öffentlichen Internet. Interconnection ermöglicht es Händlern, sich direkt und flexibel mit Zahlungsdienstleistern, Smart-Service-Providern, Plattform-Betreibern, Analyse-Tools, Lieferanten und Clouds zu vernetzen und bildet somit eine wichtige Grundlage für den Betrieb großer E-Commerce-Plattformen. Mit dieser direkten Konnektivität helfen Rechenzentren Online-Händlern dabei, Ladezeiten zu verringern, Ausfallrisiken zu minimieren und externe Services zu integrieren.

Im Zuge der rasanten Digitalisierung im Einzelhandel wird Interconnection immer relevanter. So prognostiziert die dritte Ausgabe des Global Interconnection Index, einer von Equinix durchgeführten Marktstudie, dass die private Konnektivität im Groß- und Einzelhandelssektor bis 2022 jährlich im Schnitt um 68 % zunehmen wird. Die Bandbreitenkapazität soll zwischen 2018 und 2022 dabei von 59 auf 473Tbit/s ansteigen [4].

Der Blick voraus. Der Online-Handel wird auch in Zukunft weiterwachsen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und mit komplexen Kundenbedürfnissen, zunehmendem Datenvolumen und einem sich rasch wandelnden Marktumfeld umgehen zu können, müssen Online-Händler künftig noch stärker auf Vernetzung, Flexibilität und Datenaustausch setzen. Interconnection und der Zugang zu digitalen Ökosystemen ermöglichen dabei langfristiges Wachstum und beschleunigen digitale Innovationen im Handel.


Jens-Peter Feidner,
Managing Director,
Deutschland,
Equinix

 

 

 

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3979/umfrage/e-commerce-umsatz-in-deutschland-seit-1999/ 
[2] https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/e-commerce-online-handel-waechst-waehrend-corona-krise-kraeftig/25977724.html#:~:text=Quartal %20von %20April %20bis %20Juni,um %20fast %2090 %20Prozent %20zu.&text=Sie %20erzielten %20im %20zweiten %20Quartal,Wachstum %20von %204 %2C7 %20Prozent
[3] https://www.e-commerce-magazin.de/kaufverhalten-nach-corona-deutsche-entdecken-vermehrt-kleinere-online-haendler 
[4] https://www.equinix.de/gxi-report/

 

Illustration: © Login/shutterstock.com

 

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