Interconnection – Das Fundament der Digitalisierung

Eine neue Marktstudie zeigt, dass private Interconnection das öffentliche Internet als wichtigsten Weg für den Datenaustausch zwischen Unternehmen ablöst.

Im Zuge der Covid-19 Pandemie haben sich die Digitalisierungspläne von Unternehmen rasant beschleunigt: Egal ob Industrie 4.0, E-Health oder E-Commerce – die Transformation hat längst alle Branchen erfasst. Während anfangs Start-ups und große Unternehmen Haupttreiber der Digitalisierung waren, hat der Mittelstand in den letzten Monaten aufgeholt und die Modernisierung seiner IT-Infrastruktur beschleunigt.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen Unternehmen eine leistungsfähige IT-Infrastruktur, die hochsicher ist und gleichzeitig die nötige Flexibilität bietet, um sich mit Partnern und externen Service-Providern wie Cloud-Anbietern zu verbinden und Daten auszutauschen. Eine Schlüsselkomponente dieser Infrastruktur ist die private Interconnection: Der direkte und sichere Austausch von Informationen zwischen Unternehmen und Standorten, der hauptsächlich in großen Colocation-Rechenzentren stattfindet und so das öffentliche Internet umgeht. Eine aktuelle Marktstudie von Equinix zeigt, wie sich die Nachfrage nach privater Konnektivität weltweit entwickelt.

Interconnection treibt den digitalen Wandel voran. Wie die fünfte Ausgabe des Global Interconnection Index (GXI), einer jährlich von Equinix veröffentlichten Marktstudie, zeigt, nimmt der Bedarf nach Interconnection weltweit stark zu [1]. Bis 2024 wird die Interconnection-Bandbreite voraussichtlich sogar 15 Mal größer sein als das öffentliche Internet! Das verdeutlicht, welchen zentralen Stellenwert private Konnektivität für Unternehmen bereits einnimmt.

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Auch in der EMEA-Region schreitet die digitale Transformation der Unternehmen rasch voran: So setzen europäische Unternehmen sowohl an zentralen Datenknotenpunkten als auch an der Digital Edge zunehmend auf die Vernetzung mit digitalen Service Providern. Die Interconnection-Bandbreite für diese Interaktionen wird zwischen 2020 und 2024 voraussichtlich 64 % der gesamten geschätzten Interconnection-Kapazität in der Region ausmachen. Es wird erwartet, dass die EMEA-Region bis 2024 jährlich im Schnitt um 46 % wächst und mit 5.327 Terabit pro Sekunde (Tbps) ein Viertel der weltweiten Interconnection-Bandbreite bereitstellt. 

Digitale Infrastrukturen wachsen sowohl an den Kern- als auch an den Edge-Standorten. Die Studie zeigt, dass sowohl zentrale Core- als auch Edge-Standorte für Interconnection in der EMEA-Region schnell und über mehrere Märkte und Branchenökosysteme hinweg wachsen. Digitale Core-Standorte sind die Orte, an denen Unternehmen die Grundlage für ihre digitale Plattform schaffen. An der Digital Edge siedeln Unternehmen ihre IT hingegen geographisch nah an Kunden, Mitarbeitern und Partnern an. 

Core-Standorte werden dabei für die Anbindung an Netzwerke, Clouds sowie regionale Backend-Dateninfrastrukturen genutzt, während Edge-Standorte bei branchenspezifischen Ökosystemen lokalisiert sind, die durch den schnellen Datenaustausch zusätzlichen Mehrwert schaffen. 

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Für Core-Standorte wird ein durchschnittliches Jahreswachstum von 45 % auf 3.994 Tbps prognostiziert, was 75 % der gesamten Interconnection-Bandbreite der Region entspricht.

Es wird zugleich erwartet, dass die Interconnection-Bandbreitenkapazität an Edge-Standorten um 10 % schneller wächst als an Core-Standorten, um den wachsenden Bedarf an lokalen Anbindungsmöglichkeiten zu decken.

Frankfurt ist einer der größten Märkte für private Konnektivität in EMEA. Der GXI-Bericht prognostiziert, dass die sogenannten FLAP-Märkte (Frankfurt, London, Amsterdam und Paris) bis 2024 mit 75 % der regionalen Interconnection-Bandbreitenkapazität den größten Anteil an der Gesamtkapazität in EMEA haben werden. Frankfurt ist der zweitgrößten Markt in EMEA nach London und erreicht laut der Studie ein jährliches Wachstum von 44 %, so dass bis 2024 eine installierte Interconnection-Bandbreite von 878 Tbps erreicht wird. Für den Datenaustausch von Fertigungsindustrie und Netzwerkbetreibern ist Frankfurt laut GXI der größte Wachstumsmarkt in EMEA, für den Finanzsektor der zweitgrößte.

EMEA-Branchenökosysteme, die bei der digitalen Transformation führend sind. Die folgenden Branchen nehmen beim Ausbau digitaler Infrastruktur laut Prognose künftig eine globale Vorreiterrolle ein:

  • Telekommunikation
    Telekommunikationsanbieter machen 32 % des Anteils der Interconnection-Bandbreite in EMEA aus, mit 1.737 Tbps und einem Jahreswachstum von 45 % bis 2024. 
  • Finanzdienstleistungen
    Der Finanzdienstleistungssektor in EMEA erreicht einen Anteil von 18 % an der regionalen Interconnection-Bandbreite, wobei London und Frankfurt die wichtigsten europäischen Märkte für Banken und Versicherungen sind. 
  • Öffentlicher Sektor
    Der öffentliche Sektor lag bei der digitalen Transformation anfangs noch hinten, holt aber schnell auf: Er wird mit einer jährlichen Wachstumsrate der Interconnection-Bandbreite von 54 % bis 2024 der größte Wachstumssektor sein. 

Covid-19 hat Unternehmen in vielerlei Hinsicht zu Innovationen gezwungen, sowohl durch die Erweiterung bestehender als auch die Einführung neuer digitaler Services. Wie die neuen Daten zeigen, wird sich der Ausbau der digitalen Infrastruktur in absehbarer Zeit nicht verlangsamen, um mit diesem digitalen Bedarf weiter Schritt zu halten.

 


Dietmar Keßler
Marketing Director in Deutschland
Equinix

 

[1] https://www.equinix.de/gxi-report
Illustration: © JZeroOrangeStudio/shutterstock.com

 

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