Robotic Process Automation: Nach gutem Start ist das Ziel noch nicht erreicht

IDG-Studie zeigt erste Erfolge und weiterhin viel Potenzial für die vollständige Automatisierung von Unternehmen jeder Größe.

Illustration: Absmeier Geralt

Robotic Process Automation (RPA) ist im Jahr 2021 bei 76 Prozent der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz über die reine Pilotphase hinausgekommen und ist nun Teil des Geschäftsalltags – 71 Prozent haben mindestens fünf Prozesse automatisiert. Während lediglich vier Prozent der Mittelständler und fünf Prozent der Großunternehmen auf RPA vorläufig noch verzichten wollen, ist die Skepsis bei kleineren Unternehmen mit 17 Prozent noch verhältnismäßig groß. Diese Ergebnisse gehen aus der aktuellen IDG Research Studie »Robotic Process Automation 2021« [1] hervor, an deren Untersuchung UiPath als Gold-Partner beteiligt war [1].

RPA nimmt in vielen Unternehmen einen hohen Stellenwert in der Führungsriege ein. Denn bei 41 Prozent liegt die Entscheidung über Investitionen hauptsächlich in der Hand von Vorstand oder Geschäftsführung. In nur 35 Prozent ist die IT-Abteilung federführend. Allerdings verfügt diese in jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) über ein eigenes RPA-Budget, das sich jedoch auch Geschäftsführung oder Vorstand in nahezu der Hälfte aller Unternehmen (49 Prozent) vorbehalten haben. Die betroffenen Fachabteilungen entscheiden derzeit nur in etwa jedem zehnten Unternehmen über RPA-Investitionen, besitzen aber in jedem vierten Unternehmen ein entsprechendes Budget. Experten sehen hier Verbesserungsbedarf in der Kommunikation, etwa durch die Etablierung interdisziplinärer Teams.

 

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Kluft zwischen C-Ebene, IT und Fachbereichen

Führungskräfte und Fachbereiche sind jedoch unterschiedlich zufrieden, wenn es um den Automatisierungsgrad des Unternehmens geht. Zufrieden oder sogar sehr zufrieden sind mit 75 Prozent vor allem die Führungskräfte, jedoch 64 Prozent der IT-Abteilungen und 43 Prozent der befragten Fachbereiche. Da hauptsächlich das C-Level über RPA-Investitionen entscheidet, wird deren Erfolg vor allem an den klassischen Kennzahlen Umsatzsteigerung (43 Prozent) und höhere Profitabilität (40 Prozent) gemessen, gefolgt von der erzielten Zeitersparnis (38 Prozent). Letzterer messen ITler eine besonders große Bedeutung zu (44 Prozent), während die Fachbereiche dem Umsatzwachstum (36 Prozent) und der Kundenzufriedenheit einen größeren Wert einräumen (32 Prozent).

 

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Ziele, Kultur und Mitarbeiter first

Unternehmen haben bereits erkannt, dass der RPA-Erfolg nur zum geringeren Teil von technologischen Faktoren abhängt. Wichtiger sind dagegen klare Ziele und Visionen (47 Prozent), die Rolle der Mitarbeiter (36 Prozent) und eine passende Unternehmenskultur (33 Prozent). Erst dann folgen das nötige Wissen und Know-how (30 Prozent) sowie die Unterstützung durch Vorstand und Geschäftsführung (26 Prozent).

Wie wichtig die Mitarbeiter für eine erfolgreiche RPA-Einführung tatsächlich sind, zeigt sich bei der Identifikation von Prozessen mit Automatisierungspotenzial. Sie werden hauptsächlich (46 Prozent) durch Mitarbeiter und Führungskräfte in den Fachabteilungen gefunden. Die unmittelbar Betroffenen kennen die Pain Points am besten und wissen, welche repetitiven und monotonen Tätigkeiten automatisiert werden können, um mehr Freiraum für höherwertige Aufgaben zu schaffen. Am Ende sollte jedem Mitarbeiter ein eigener Software-Roboter zur Seite stehen, der repetitive Aufgaben übernimmt. Um das zu erreichen, sollten in einem Center of Excellence (CoE) Automatisierungsideen der Mitarbeiter gesammelt und geprüft werden. Idealerweise können Mitarbeiter – als sogenannte Citizen Developer – etwa durch Nutzung einer End-to-End-Automatisierungsplattform mit wenig oder ohne Coding-Kenntnisse einfache Lösungen gleich selbst entwickeln.

»RPA markiert nur den Beginn der längeren Reise zu einem vollständig automatisierten Unternehmen«, resümiert Annette Maier, Area Vice President Central & Eastern Europe bei UiPath. »Es ist sehr wichtig, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter beim Thema Automatisierung einbeziehen und sie ermutigen, eigene Automatisierungsideen einzureichen oder als Citizen Developer selbst umzusetzen. Erst das Zusammenspiel von Technologie und Mitarbeitern schöpft das Automatisierungspotenzial bestmöglich aus und lässt das Fully Automated Enterprise Realität werden.«

 

[1] Für die Studie hat IDG im Juli 2021 347 qualifizierte Interviews mit (IT-)Verantwortlichen von Unternehmen in der DACH-Region online durchgeführt. Dazu gehörten strategische IT-Entscheidern im C-Level-Bereich und den Fachbereichen (LoBs), IT-Entscheider und IT-Spezialisten aus dem IT-Bereich. Die Fragestellung erfolgte in Abstimmung mit den beiden Studienpartnern Blue Prism GmbH und UiPath GmbH. Die Ergebnisse wurden nach kleineren Unternehmen (bis 499 Mitarbeiter), mittleren Unternehmen (500 bis 999 Mitarbeiter) und größeren Unternehmen (ab 1000 Mitarbeitern) aufgeschlüsselt. Die vollständige IDG-Studie ist kostenlos verfügbar unter https://www.uipath.com/de/resources/automation-whitepapers/idg-studie-rpa-2021

 

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