Qualität und Governance von Daten – Intelligente Data Governance

Datenschutz ist nicht nur ein Compliance-Problem, sondern ein wertvolles Gut.

Während des Lockdowns online miteinander in Verbindung zu bleiben, ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden extrem wichtig. Viele Menschen freuen sich auf einen Zoom-Anruf mit der Familie oder ein Online-Quiz mit Freunden. Covid-19 hat die Nutzung der sozialen Medien beschleunigt, aber auch die Arbeit wurde virtuell. Anwender loggen sich aus der Ferne ein, nehmen an virtuellen Konferenzen und Veranstaltungen teil, greifen auf Lernprogramme für ihre Kinder zu Hause zurück. Sie laden Apps herunter und kaufen vermehrt online ein – und generieren dadurch enorme Datenmengen. Das Ergebnis: Laut des Weltwirtschaftsforums wird sich das globale Datenvolumen zwischen 2018 und 2022 verdoppeln [1]. Zwischen den Jahren 2022 und 2025 dupliziert sich die Datenmenge dann nochmals. 

Nutzern vertrauen Unternehmen eine beträchtliche Menge persönlicher Daten an. Allerdings ist es mittlerweile fast an der Tagesordnung, dass Daten – oftmals unbeabsichtigt – durch eine Datenschutzverletzung lesbar sind. Einige dieser Verletzungen sind so schwerwiegend, dass die Auswirkungen erst nach längerer Zeit absehbar sind. So schreibt British Airways zum Beispiel gerade Rechtsgeschichte, da es sich mit der größten Konzernklage in der britischen Rechtsgeschichte konfrontiert sieht. Der Grund: 2018 wurden die persönlichen und finanziellen Daten vieler Passagiere preisgegeben. Die Auswirkungen dieses Verstoßes auf Basis der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geben den Ton für 2021 und darüber hinaus an. Datenrisiken müssen ernst genommen werden. Denn sie können entweder ein Aktivposten oder ein Risiko für Unternehmen sein. Es liegt an jeder einzelnen Organisation, wie sie damit umgeht.

In diesem Jahr war der Tag des Datenschutzes im Januar ein Tag wie jeder andere – was richtig ist, denn Datenschutz sollte nicht nur einmal im Jahr eine Rolle spielen. Denn die Folgen von schlechtem Datenmanagement dauern nicht einen Tag an: Wenn es um das Vertrauen der Verbraucher geht, können sie ein Leben lang relevant sein. Eine Studie von RSA Security ergab, dass 69 Prozent aller Befragten ein Unternehmen boykottieren würden, das nachweislich keinen Wert auf den Schutz von Kundendaten legt [2]. Was sind also die Auswirkungen und wie können Unternehmen sicherstellen, dass Daten ihr bestes Kapital sind?

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Daten sind der Schlüssel, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Covid-19-Pandemie hat viele Initiativen zur digitalen Transformation beschleunigt. Dazu gehörte in vielen Unternehmen auch die Migration in die Cloud. Hochwertige, vertrauenswürdige Daten werden als wertvolles und bedeutendes Gut angesehen. Unternehmen, die datengesteuerter werden und die aus Daten gewonnene Erkenntnisse nutzen, können komplexe Probleme schneller lösen. Sie treffen darüber hinaus faktenbasierte Entscheidungen und sind dem Wettbewerb einen Schritt voraus. So bestimmt die digitale Erfahrung in vielen Fällen die Kaufentscheidungen von Verbrauchern. Firmen, die daher in der Lage sind, hochwertige Daten zu pflegen und zu nutzen, verfügen somit über ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Allerdings dürfen Organisationen niemals ihre Verantwortung hinsichtlich ihres Umgangs mit Kundendaten vergessen. Eine verbesserte Qualität und Governance von Daten bietet ihnen zusätzliche Vorteile. Dazu gehören beispielsweise ein höheres Kundenengagement, Kaufbereitschaft und Vertrauen. Verbraucher achten genau darauf, wie Unternehmen ihre Daten nutzen, speichern und verwalten. Ein Beispiel hierfür ist der Aufschrei, als WhatsApp eine Änderung der Datenschutzregeln für verschlüsselte Daten angekündigte. 

Die Datenbestände werden weiter stark wachsen – und werden darüber hinaus komplexer. Daher müssen Unternehmen in Technologien investieren, die ihnen auch eine robuste Data-Privacy-Governance-Lösung bieten. Damit ist gewährleistet, dass die verwendeten Daten die richtige Qualität haben und dass alle erforderlichen Datenschutz- und Compliance-Maßnahmen eingehalten werden. Darüber hinaus können Mitarbeiter jederzeit und von jedem Ort darauf zugreifen. Mit einem solchen datenzentrierten Security-Modell, das einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, erhalten Unternehmen die volle Kontrolle und den Zugriff auf die Daten im gesamten Unternehmen – und können die Informationen bestmöglich nutzen. 

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Dies bietet wiederum zahlreiche Vorteile. Dazu gehören beispielsweise freigesetzte Ressourcen in Projektteams: Diese können dann schneller, freier und agiler arbeiten. Darüber hinaus sind sie insgesamt effizienter. Es lassen sich außerdem strategische Geschäftsinitiativen vorantreiben. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung innovativer Produkte und Services oder die Optimierung der Lieferkette. Auch Initiativen, die die Kundenzufriedenheit steigern, werden unterstützt. So erhalten Kunden ein positives Erlebnis, das sie enger an ein Unternehmen bindet und dessen Umsatz erhöht. Genauso wichtig: Die verantwortungsvolle Nutzung der Daten ist gewährleistet. So sind die Rechte der Kunden über alle Handelskanäle hinweg gewahrt. 

Die Antwort: die Cloud. Um in der heutigen Geschäftswelt agil und innovativ zu sein, müssen Unternehmen ihre Daten vereinheitlichen und leicht zugänglich machen. Gleichzeitig sollten sie möglichst hochwertig sein, nur dann nutzen sie Firmen. Dies ist eine Herausforderung: Daten sind heutzutage überall verstreut, sie liegen sowohl On-Premises als auch in verschiedenen Clouds und Systemen ab. Auch wenn die Quelle all dieser Daten fragmentiert sein mag: Unternehmen profitieren von einem einheitlichen Datenmanagement innerhalb ihrer Organisation – denn damit lässt sich Produktivität der Datenverwalter verbessern und gleichzeitig die Analysefähigkeiten steigern. Cloud-first, Cloud-native Data-Governance-Lösungen, die die Leistungsfähigkeit von KI und Automatisierung nutzen, bieten Firmen hierbei deutliche Vorteile. 

Unternehmen müssen eine Grundlage für eine intelligente Data Governance aufbauen und verwalten. Darüber hinaus ist ein Daten-Audit notwendig, bei dem besonders sensible Informationen identifiziert werden. In der Vergangenheit war dies ein manueller, mühsamer und zeitaufwändiger Prozess. Dank KI und metadatengesteuerter Discovery-Tools lassen sich die Informationen jetzt automatisch katalogisieren – und größere, global verteilte und fragmentierte Datenmengen viel schneller verwalten. Unternehmen haben durch die Tools immer Zugriff auf aktuelle und relevante Informationen. So können sie schnellere und bessere Entscheidungen treffen und Analyseinitiativen unterstützen. Daten sind außerdem einfacher zu finden, zu verstehen und zu kuratieren. So wird auch gewährleistet, dass sie deutlich weniger anfällig für Angriffe jeglicher Art sind. Damit optimieren KI-gesteuerte Data-Management-Funktionen nicht nur Geschäftsprozesse und sorgen für eine höhere Effizienz, sondern sie versetzen Kunden auch in die Lage, aktuelle und neue Vorschriften schneller einzuhalten.

Anwender leben ihr Leben weiterhin online und erzeugen so immer mehr Daten. Laut einer kürzlich veröffentlichten IDC-Studie wird die Menge der erstellten digitalen Daten – in der sogenannten Datasphere – bis 2025 auf 175 Zettabyte anwachsen. Unternehmen stehen der wachsenden Verantwortung gegenüber, die Daten sicher zu speichern und zu archivieren sowie einer Reihe von Richtlinien zu entsprechen. Auf diese Weise erhöhen Organisationen nicht nur die Loyalität und das Vertrauen ihrer Kunden, sondern binden sie auch an sich. Darüber hinaus schaffen sie bessere Kundenerlebnisse – und steigern somit ihre Geschäftsergebnisse.


Greg Hanson,
Vice President EMEA,
Informatica

 

 

 

[1] https://www.weforum.org/platforms/shaping-the-future-of-technology-governance-data-policy
[2] https://www.rsa.com/content/dam/en/e-book/rsa-data-privacy-report.pdf

 

Illustration: © ProStockStudio/shutterstock.com

 

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