Gebrauchtsoftware versus Neusoftware – Neue Kauflizenzen von Microsoft

Welchen Mehrwert haben Windows Server 2022, Office 2021 und Windows für Unternehmen?

In diesem Herbst gibt es gleich drei Neuheiten aus dem Hause Microsoft: den Windows Server 2022, Office 2021 und das Betriebssystem Windows 11. Alle drei kommen als On-Premises-Version und das, obwohl sich Microsoft seine User bekanntlich eher in der Cloud wünscht. Warum also wieder Kauflizenzen? Björn Orth, CEO des Microsoft Gold Partners VENDOSOFT beleuchtet die neuen Produkte und ihren Mehrwert für Unternehmen.

Microsoft Windows Server 2022. »Beim neuen Windows Server 2022 fragt man sich zunächst: Hat es den wirklich gebraucht?« Diese Frage stellt der Lizenzexperte Orth und erklärt, warum dies der erste Eindruck ist, den das neue Server-Betriebssystem vermittelt: Es kommt als LTSC-Version, bleibt also funktional auf dem Stand zum Zeitpunkt des Launches. Alle zwei bis drei Jahre (so die Ankündigung von Microsoft) soll es neue Versionen in Form von Upgrades geben. Die bisherigen halbjährlichen Channel-Releases sind nicht mehr vorgesehen. Auch optisch enttäuscht die Software: Das Programm orientiert sich nicht etwa am neuen Betriebssystem Windows 11, sondern an Windows 10, auf dem es basiert. Bereitgestellt wird der Server als Standard, Datacenter und Datacenter Azure Edition. In allen Editionen wird er fünf Jahre lang Mainstream-Support genießen und weitere fünf Jahre – also bis 2031 – im Extended Support unterstützt. »Das ist erfreulich, wenn man bedenkt, dass Microsoft bei den anderen Produkten an der Supportdauer schraubt«, bemerkt Orth kritisch.

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Als wirklichen Mehrwert hebt er den Schutz gegen Cyberbedrohungen hervor, den der Windows Server 2022 bietet. »Dafür sorgen zusätzliche Sicherheitsebenen, die eine sichere Konnektivität zu geschäftskritischen Ressourcen gewährleisten sowie eine standardmäßig aktivierte Unterstützung für https und TLS 1.3.« Außerdem ermöglicht Azure Arc eine gute Verwaltung und Steuerung des Servers und auch virtuelle Maschinen können besser betreut werden. Weiteres Plus: Reduzierte Image-Größen der Container-Anwendungen sorgen für einen schnelleren Download und eine vereinfachte Implementierung von Netzwerkrichtlinien. 

»Microsoft hat auf eine Preiserhöhung zum Vorgängermodell verzichtet. Insofern und aufgrund seiner verbesserten Sicherheitsfunktionalitäten ist der Windows Server 2022 durchaus empfehlenswert«, so das Resümee.

Microsoft Office 2021. Dass auf Microsoft Office 2019 weitere On-Premises-Versionen folgen, war laut Björn Orth schon länger bekannt. Es ist – wie auch beim Windows Server und Windows 11 – als Zeichen zu werten, dass noch immer viele Unternehmen lokal installierte Computerprogramme der Cloud vorziehen.

Microsoft Office 2021 kam am 5. Oktober 2021 als Kauflizenz und unbefristete Lizenz in den Editionen Standard und Professional Plus auf den Markt. Beide beinhalten OneNote und Teams, was ein echter Mehrwert ist. Unschön hingegen, dass Microsoft die Supportlaufzeit von sieben auf fünf Jahre verkürzt und es die Anwender-Software nur als LTSC-Edition geben wird. Damit entspricht Office 2021 im Prinzip einer heutigen Office-Lizenz ohne Software Assurance. 

Es scheint, als statte Microsoft das neue On-prem-Office stiefmütterlicher aus als seine Cloud-Pläne. Welchen Anreiz haben Unternehmen, trotzdem upzugraden? Der nennenswerteste Vorteil besteht laut Björn Orth im integrierten Teams. Das jedoch ist nicht zwangsläufig ein Grund zur Investition in die neue Version. »Wir empfehlen unseren Kunden, ihre bisherigen Office-2019-ProPlus-Pakete mit M365 Business Basic zu kombinieren. Das ist die günstigste Lösung, um Teams zu nutzen.« Wer das nicht zwingend benötigt, ist mit Blick auf die Funktionalitäten und Support-Laufzeiten ebenso gut mit Office 2019 Standard oder den 2016er Versionen beraten. Beide gibt es bei VENDOSOFT gebraucht weit unter dem Neupreis für Office 2021.

Microsoft Windows 11. Für Windows 10 sah es lange Zeit nicht so aus, als würde es einen Nachfolger geben. Insofern überraschte Microsoft mit dem neuen Betriebssystem Windows 11. Die dritte Neuerscheinung in diesem Herbst, die als Kauflizenz herauskam.

Funktionell ist Windows 11 kein großer Coupe gegenüber dem Vorgänger, doch es gibt ein paar nützliche und optische Verbesserungen. Benutzeroberfläche, Startmenü und viele Icons wurden ebenso modernisiert wie der Widgets-Bereich. Snap-Gruppen und Snap-Layouts bieten eine verbesserte Usability bei der Einrichtung vieler Fenster im Display [1]. Auch der Microsoft Store wurde neu gestaltet und erlaubt nun auch Android-Apps aus dem Amazon App Store [2]. 

Hardware-seitig benötigt Windows 11 Prozessoren mit Herstellungsdatum ab 2016/2017 (für Intel-PCs ab 8. Pentium- und Atom-Chips). Microsoft begründet dies mit den Sicherheits-Features der neueren Prozessoren und verlangt auch eine Unterstützung für TPM (Trusted Platform Module).

»Damit sind wir bei den Nachteilen angekommen«, lässt sich Björn Orth vernehmen. »Ressourcenschonend ist diese Anforderung nicht.« Ältere Geräte müssten ausgetauscht werden, soll Windows 11 installiert werden. Das macht das neue Betriebssystem für viele Unternehmen, für Behörden und andere Organisationen extrem kostspielig.

Fazit des VENDOSOFT-Lizenzberaters.»Unter den drei neuen On-Premises-Produkten von Microsoft punktet vor allem der Windows Server 2022. Geringfügige Funktionsverbesserungen und Einschränkungen bei der Supportlaufzeit würden eine Investition in die beiden anderen Produktneuheiten nicht rechtfertigen – zumal ihre Vorgängerversionen nahezu dasselbe bieten, gebraucht aber 50 bis 80 Prozent günstiger in der Anschaffung sind!«

 

Mehr Hintergründe & Produktdetails unter:

www.vendosoft.de/microsoft-windows-11
www.vendosoft.de/microsoft-windows-server-2022
www.vendosoft.de/microsoft-office-2021

 

 


Björn Orth,
Gründer & CEO der Microsoft-Lizenzberatung
VENDOSOFT GmbH

 

[1] https://www.pocket-lint.com/de-de/software/news/microsoft/157450-was-sind-snap-layouts-und-snap-gruppen
[2] https://www.pocket-lint.com/de-de/software/news/microsoft/157451-windows-11-fuhrt-android-apps-aus-aber-es-gibt-einen-haken

 

Illustration: © Paket/shutterstock.com

 

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