PLM: Standardsoftware ist nicht die Antwort

Illustration: Absmeier, Bsdrouin

Viele Anbieter im Bereich PLM (Product Lifecycle Management) preisen ihre Lösung damit an, dass sie out-of-the-box als Standardsoftware funktioniert. Das soll in der Theorie die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und ihren externen Stakeholdern wie OEMs oder Zulieferern vereinfachen. In der Praxis sieht es jedoch oft anders aus: Denn der Einsatz von Standardsoftware wird den individuellen Anforderungen, die jedes Unternehmen mit sich bringt, nicht gerecht. Stattdessen benötigen Unternehmen ein offenes sowie flexibles PLM-System, das Freiraum für Anpassungen bietet – so können sie den einzigartigen Produktlebenszyklus abbilden sowie rückverfolgen und die Zusammenarbeit über die gesamte Lieferkette hinweg verbessern.

Bei vielen Standard-Softwarelösungen für PLM läuft der Datenaustausch innerhalb der Lieferkette nur dann reibungslos, wenn auch wirklich alle Beteiligten diese nutzen: das heißt, nicht nur das produzierende Unternehmen, welches die Lösung ursprünglich bezieht, sondern auch dessen externe Stakeholder wie OEMs oder Lieferanten. Dies ist jedoch in der Realität kaum umsetzbar. Einige Unternehmen arbeiten mit einem »Best of Breed«-Ansatz, bei dem sie einzelne Teillösungen unterschiedlichster Anbieter zu einer  Gesamtlösung konsolidiert haben. In der Praxis jedoch lässt sie dieses Vorgehen mit einer unflexiblen Suite an Produkten zurück. Andere Organisationen setzen Lösungen ein, die out-of-the-box funktionieren sollen. In beiden Fällen muss das Unternehmen kostspielige, komplexe Integrationen in Kauf nehmen, um die Zusammenarbeit mit anderen Stakeholdern zu ermöglichen.

Eine Plattform mit offenen Standards und anpassbarem Datenmodell

Diesen Aufwand könnten sie sich sparen, indem sie auf eine PLM-Plattform setzen, die offene Standards sowie ein leicht zugängliches und anpassbares Datenmodell bietet. Das PLM-System sollte alle notwendigen Anwendungen umfassen – von der globalen Produktentwicklung über Systems Engineering und dem Management von Simulationen, Definition von Fertigungsprozessen bis zu Qualitätssicherung und Digital-Twin-Szenarien. Für volle Integrationsfähigkeit sorgen Schnittstellen zu MCAD, ECAD, CAE, MBSE, ALM, ERP und PDM.

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Optimaler Datenschutz und volle Update-Kontrolle in der Cloud

Um eine zukunftsfähige, skalierbare und offene Anwendung zu erreichen, lohnt sich der Blick insbesondere zur Cloud. Doch im Bereich PLM hat diese in der Vergangenheit nicht allzu viel Beachtung erhalten. Denn viele Unternehmen fürchten bei der Migration um ihr geistiges Eigentum (IP), etwa Informationen über verschiedene zukünftige Produktentwicklungen. Sie arbeiten mit Altsystemen, die ihnen vermeintlich mehr Sicherheit bieten. Allerdings sind diese so starr, dass sie im schlimmsten Fall keine Upgrades mehr zulassen. In einer aktuellen Umfrage des Beratungshauses CIMdata unter Anwenderunternehmen aus der Industrie gibt die Mehrheit der Teilnehmer an, in den vergangenen zwei Jahren keine Updates durchgeführt zu haben – bei einigen sind es sogar über 15 Jahre.

Heute gibt es jedoch Lösungen, die diese Problematik und Bedenken rund um die Cloud aus dem Weg räumen. Denn dank sicherer Datenisolierung und Single-Tenant-Umgebung sind diese geschäftskritischen Informationen optimal für die Zusammenarbeit mit Lieferanten oder Partnern geschützt. Besonders profitieren Unternehmen hier von einem Software-as-Service-Modell (SaaS-Modell), bei dem sich ihr Verwaltungsaufwand verringert. Gleichzeitig erhält die Organisation Kontrolle über Updates sowie Anpassungen und kann diese nach eigenem Zeitplan durchführen. Damit lässt sich sicher gehen, dass Änderungen an der Infrastruktur keine geschäftskritischen Prozesse stören.

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Robust und zukunftsfähig über die gesamte Lieferkette

Das Unternehmen kann sich somit die Vorteile der Cloud auch im Product Lifecycle Management zu eigen machen und sorgt für eine skalierbare, flexible Umgebung, die mit künftigen Anforderungen mitwachsen kann. Das zahlt nicht nur auf die Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen im Unternehmen ein, sondern auch auf die Kooperation über die gesamte Lieferkette hinweg. Nicht zuletzt gewinnen Unternehmen an Robustheit und Zukunftsfähigkeit über ihre gesamte Supply Chain hinweg, um schnell auf Herausforderungen auf dem Markt reagieren zu können.

 

 

Peter Schoppe, VP Operations Central & North Europe bei Aras (Bildquelle: Peter Schoppe)

 

 

 

 

 

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