Cloud, Observability, Ende-zu-Ende-Sichtbarkeit und Teambuilding – In vier Schritten zum Vorreiter der Softwareentwicklung

Eine positive Customer Experience hängt zu einem großen Teil davon ab, dass Software und Systeme Höchstleistungen bringen. Daher sind für viele Unternehmen die Entwicklung und Bereitstellung optimierter Software die oberste Priorität. Trotzdem erleben Nutzer noch immer Ausfälle, die sich bei den Unternehmen meist unmittelbar als Umsatzverluste niederschlagen. Es ist also noch ein langer Weg zum optimalen Kundenerlebnis.

An der Software zu arbeiten lohnt sich. Denn Unternehmen, die einen Fokus auf Verbesserungen der Software legen, können oft eine Umsatzsteigerung gegenüber Wettbewerbern verbuchen. Dieser Ansatz der Softwareentwicklung führt also schneller zum Erfolg. Ein weiterer Vorteil zeigt sich in der Zeitersparnis der Entwickler. Da sie weniger Zeit mit der Lösung von Problemen verbringen, können sie sich intensiver der Konzeption von Innovationen widmen.

Was sind also die Grundlagen der Softwareoptimierung? Um als Vorreiter im Bereich IT und Software zu gelten, müssen Unternehmen vier Gütekriterien und eine Voraussetzung, die digitale Resilienz, erfüllen.

1. Softwareoptimierung ist abhängig vom Entwicklungsgrad der Cloud

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Die fortschreitende breite Akzeptanz der Cloud in den letzten Monaten hat auch die Vorteile von Cloud Computing verdeutlicht: Durch die Migration von Systemen in die Cloud und die Entwicklung von Anwendungen speziell für diese Umgebung, profitieren Unternehmen von einer schnelleren Produktion, Bereitstellung und Verwaltung ihrer Software. Je fortschrittlicher ein Unternehmen in Sachen Cloud ist und seine Software und Systeme bereits migriert hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass es seine Software optimiert. Einige Unternehmen sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen und haben einen Cloud-nativen Ansatz gewählt.

Vor allem Sicherheits- und Rechtsfragen halten fortschrittliche Unternehmen davon ab, die Cloud vollumfänglich zu nutzen. Es gibt aber einen deutlichen Unterschied zu Unternehmen, die in ihrer Cloud-Strategie hinterherhinken. Hier fehlt es häufig an Kompetenz, den Schritt in die Cloud zu gehen, oder sie sehen sich der Amortisierung von Investments in die On-Premises-Infrastruktur verpflichtet.

2. Schlüsselfaktor: Observability meistern

Observability beschreibt eine vernetzte Sicht auf alle Telemetrie- und Performancedaten an einem Ort. Dies ermöglicht eine proaktive Echtzeitkontrolle der digitalen Unternehmensleistung, beschleunigt Innovationen und Softwareimplementierungen und reduziert den Arbeits- sowie Kostenaufwand. Das Prinzip basiert auf der umfassenden Erhebung, Visualisierung und Analyse der Telemetrie eines Systems innerhalb eines Softwarezyklus.

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Für die Entwicklung und Optimierung der Software-Performance ist Observability ein entscheidender Faktor: Sie hilft Entwicklern, neue Funktionen und Anwendungen schneller zu entwickeln, zu testen und bereitzustellen – und das, ohne das restliche System in irgendeiner Form zu beeinträchtigen. Außerdem zeichnet sich Observability durch einen hohen Anteil an Instrumentierung des IT-Systems und eine niedrige Erkennungszeit (MTTD) von Softwareproblemen aus.

Unternehmen, die die Unentbehrlichkeit der Software-Observability für ihre IT-Entwicklung erkennen, haben bereits einen weiteren Schritt zur Optimierung ihrer Software getan. Dank Observability werden sie unverzüglich über Systemunterbrechungen informiert, ohne darauf warten zu müssen, dass ihre Kunden sie benachrichtigen, was im Hinblick auf die Geschäftsbeziehungen ein großer Vorteil ist.

3. Ende-zu-Ende-Sichtbarkeit nutzen

Zusätzlich zur Observability, sollten Unternehmen dringend auch die Ende-zu-Ende-Sichtbarkeit in den Fokus nehmen – also die Integration von Software- und System-Performancedaten mit den Leistungsdaten der Anwender. Dies trägt zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen von Softwareveränderungen auf Kunden und Unternehmensleistung bei. Tatsächlich ist dieser Effekt bereits in der Praxis zu erkennen: Unternehmen, die im Bereich IT und Software als Vorreiter gelten, haben alle Performancedaten der Anwender von all ihren Plattformen integriert und nutzen die Vorteile dieses optimierten Wissensstandes täglich, um Fehler und negative Folgen vorauszuberechnen.

4. Teams unterstützen, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen

Es ist eine große Herausforderung für Unternehmen, Software Engineers und Entwickler mit passenden Fähigkeiten zu finden. Aber die Suche lohnt sich, da die richtigen Talente die Softwareoptimierung vorantreiben. Der Einsatz passender Tools und geeigneter Prozesse ermöglicht es den IT-Teams, die Auswirkungen von Softwareänderungen noch schneller nachvollziehen und damit bessere Entscheidungen treffen zu können. Eine integrierte DevOps-Kultur, die diese Entscheidungsdynamik fördert und keine Angst vor deren Auswirkungen schürt, ist deshalb von Vorteil.

Wenn Unternehmen diese vier Kriterien berücksichtigen – Cloud, Observability, Ende-zu-Ende-Sichtbarkeit und Teambuilding – sind sie auf einem guten Weg, ihre Resilienz zu steigern. Eine wertvolle Eigenschaft in diesen schwierigen Zeiten. Die letzten Monate haben die Geschäftskontinuität, Agilität und Skalierbarkeit zahlreicher Unternehmen auf die Probe gestellt wie nie zuvor. Zudem hat die Pandemie gezeigt, wie wichtig es ist, einen vollständigen Einblick in die digitale Umgebung zu haben, um Performancefehler diagnostizieren, sie verstehen und proaktiv beheben zu können. Einige Unternehmen haben zwar entscheidende Lektionen für ihre Softwarearchitektur gelernt. Sie müssen aber weiterhin dranbleiben, um zu wahren IT-Führern zu werden.

Sind alle vier Kriterien erfüllt, kann man zum Beispiel in den Bereichen Observability und Softwareinnovation noch einen Schritt weitergehen. So könnten etwa neue Prozesse für die kontinuierliche Integration und Bereitstellung oder sogar »Chaostesting« eingeführt werden. Letzteres ist die bewusste Einführung von Systemstörungen. Vergleichbar mit einer Impfung kann damit die Resilienz erhöht werden, indem das System trainiert mit diesen Störungen umzugehen.

 


Klaus Kurz,
Director Solutions Consulting DACH
bei New Relic

 

 

 

Illustration: © Visual society, Yuriy2012 /shutterstock.com

 

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