Industrie 4.0 – Digitalisierung der Produktion

Illustration: Geralt Absmeier

Stillstand bedeutet Rückschritt. Die Weiterentwicklung und Forschung von Produkten, Vorgängen und eigentlich allem was man sich vorstellen kann, geschieht jeden Tag. Früher hat man seine Notizen per Hand aufgeschrieben, heute spricht man seine Gedanken frei raus und sie werden automatisch per Spracherkennung notiert und gespeichert. Das heißt aus analogen Daten werden digitale Daten, welche nun nutzbar gemacht werden. Diese Daten können mit der Hilfe von Suchmaschinen durchsucht werden und man kommt wesentlich schneller an seine Informationen und benötigten Daten. Unsere Kommunikation verändert sich stetig, denn zunehmend verläuft der Informationsaustausch auch weltweit digital. Dies geschieht über die Verbindung durch verschiedene Netzwerke. Natürlich macht dieser Wandel nicht vor der Industrie halt. Die Digitalisierung beeinflusst die Art und Weise, wie die Menschen mit ihren erbauten Maschinen kommunizieren und interagieren. Zeitgleich entstehen eigenständige Systeme durch die autonome Kommunikation der Maschinen untereinander. Ein Zukunftsprojekt heißt Industrie 4.0. Was ist mit diesem Begriff gemeint?

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Was versteht man unter Industrie 4.0?

Der Begriff Industrie 4.0 zielt auf eine vielseitige und umfangreiche Digitalisierung der industriellen Produktion ab. Damit soll die Industrie zukünftig noch besser aufgestellt sein. Mit Hilfe der »Plattform Industrie 4.0« wirken mittlerweile weitaus mehr als 350 Beteiligte aus über 150 Organisationen aktiv mit. Die Plattform kann als Netzwerk und Kommunikationsmedium innerhalb Deutschlands gesehen werden, damit sich die Akteure über das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 austauschen, das Wissen konzentrieren und anschließend zur Verfügung stellen können.

Damit diese Vision erreicht wird, wurde ein Konzept entwickelt, welches auf vier Prinzipien basiert.

  1. Vernetzung: durch eine präzise Verknüpfung von Maschinen, Sensoren, Geräten und Menschen kann eine einwandfreie Kommunikation über das Internet gewährleistet werden
  2. Transparenz jeglicher Informationen
  3. Technische Systeme dienen dem Menschen als Assistenten: treten Probleme auf, können diese rascher und effektiver gelöst werden und auch im Bereich Arbeitsschutz dienen die Maschinen den Menschen als Entlastung und Unterstützung
  4. Entscheidungen werden eigenständig und autonom durch technische Systeme getroffen

 

Vorteile einer digitalisierten Produktion

Mit dem technischen Wandel gehen viele Vorteile einher. Die Maschinen und Geräte werden immer präziser und genauer. So können zunehmend kleinere Sensoren verbaut und eingesetzt werden, welche eine bessere Vernetzung und eine kostengünstigere Herstellung versprechen. Damit geht einher, dass eine ortsunabhängige Kommunikation möglich ist, da die übergreifenden Netzwerke durch das Internet miteinander verbunden sind. Des Weiteren werden die Rechenleistungen immer höher, da viel schnellere Prozessoren mit einer größeren Kapazität zur Datenspeicherung eingesetzt werden. Auch in diesem Bereich sinken die Kosten. Mit diesen Fortschritten wächst die industrielle Produktion stetig. Das bedeutet ebenfalls, dass Maschinen, Prozesse und Menschen in Echtzeit miteinander interagieren und Probleme lösen können. Die Attribute dynamische, flexible und dezentrale Organisation sind passende Begriffe um diese Vorgänge zu beschreiben. Eine vom Japan Institute of Plant Maintenance erstelle Kennzahl nennt sich OEE (Overall Equipment Effectiveness). Mit dieser Maßeinheit kann die Wertschöpfung von Produktionsstätten und Anlagen bewertet werden (auf einer Skala von 0 bis 1 oder zwischen 0% bis 100%). Das ermöglicht die Visualisierung der Produktivität sowie Verluste der Anlagen. Auch diese Methoden verbessern die Abläufe in den Unternehmen zunehmend, da sie individuell auf jedes einzelne Unternehmen angepasst werden.

Weitere Vorteile sind eine sehr genaue Kalkulationsmöglichkeit im Produktionsbereich, da sich Bauteile und Maschinen untereinander verständigen können. Dadurch steigt die Ökobilanz, denn es müssen weniger Materialien verwendet und die Ressourcen können effizienter eingesetzt werden. Des Weiteren profitieren die Unternehmen von der Geschwindigkeit der Digitalisierung und der damit einhergehenden Prozesse. Alles geschieht viel schneller und einfacher. Es sind immer neue Dinge möglich und es können immer neue Produkte kreiert und erschaffen werden. Prozesse werden automatisiert und optimiert, was ein riesiger Vorteil für Unternehmen ist. Startups können sich diese Vorteile zu Nutze machen und beispielsweise bislang analoge Prozesse digitalisieren.

Fotos: pixabay.com

 

 

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