Autor: Alberto

  • Künstliche Intelligenz: KI hinterlässt im Netz seine Spuren

    Künstliche Intelligenz: KI hinterlässt im Netz seine Spuren

    Generative künstliche Intelligenz überzeugt durch ihre Fähigkeit, ähnlich wie ein Mensch zu kommunizieren. Die Betonung liegt hierbei auf ähnlich, denn genau wie ein Mensch schreiben LLM-Tools wie ChatGPT, Gemini und Co. aktuell (noch) nicht.

    Zu viele kleine Marotten (und auch größere, statistische Muster) bauen Generative-KI-Agenten in ihre Texte ein. Forscher vom amerikanischen Pew Research Center haben nun analysiert, auf wie vielen Webseiten diese KI-Marker bereits zu finden sind. Im englischsprachigen Bereich sind es bereits knapp 10 Prozent, bei neueren Webseiten, die nach dem ChatGPT-Start Ende 2022 generiert wurden, sogar 35 Prozent.

    Unter den typischen KI-Ausdrücken und -Zeichen stieg vor allem die Benutzung des Gedankenstriches stark an. Kam er im 1. Halbjahr 2023 noch auf nur 5,8 Prozent der Webseiten vor, hatte sich das bis zum 1. Halbjahr 2026 fast verdoppelt. Das Oxford-Komma, ein Komma vor dem und, kam auch schon vorher häufig vor, nämlich auf 34 Prozent aller Webseiten. Dies stieg über den gleichen Zeitraum nochmal stark auf mehr als 55 Prozent an. Typisches KI-Vokabular war zuvor auf 12 Prozent der Webseiten zu finden und ist nun auf 26 Prozent vertreten. Der negative Parallelismus verdoppelte seine Häufigkeit ebenfalls. Die Satzstruktur mit dem Muster »Es ist nicht X, es ist Y« gilt als eine typische KI-Formulierung.

    Auch Menschen wählen Satzzeichen, Worte und Formulierungen, die KI nutzt, aber der starke Anstieg in nur drei Jahren weist eindeutig auf KI-Nutzung hin, so Pew Research Center. Die eingesetzte Software detektiert außerdem statistische Häufigkeiten in Wortwahl und Satzbau, die mit dem bloßen Auge nicht direkt zu erkennen sind.

    Katharina Buchholz

    https://de.statista.com/infografik/36575/gebrauch-typischer-ki-ausdruecke-und–zeichen-pro-10000-worte-website-text-seit-veroeffentlichung-von-chatgpt/?lid=7ad18g7p7hx3

    [1] https://www.pewresearch.org/data-labs/2026/08/20/how-much-of-the-internet-is-written-with-ai/

     

     

    Woran erkennt man im Internet in deutschen Texten, dass der Inhalt von KI erstellt wurde?

    Kurz gesagt: Man erkennt KI‑Texte im Deutschen heute vor allem an sprachlichen Mustern, typischen Formulierungen, Strukturauffälligkeiten und – seit 2024/2025 – zunehmend an technischen Kennzeichnungen (Wasserzeichen, Metadaten, Label‑Hinweisen). Eine sichere Erkennung ist aber nie allein durch Lesen möglich; man sieht nur Wahrscheinlichkeiten.

     

    1. Sprachliche Muster, die stark auf KI hindeuten

    Diese Merkmale treten besonders häufig in deutschsprachigen KI‑Texten auf:

    • Überkorrekte Grammatik und Syntax KI vermeidet Umgangssprache, Ellipsen, unvollständige Sätze, echte Tippfehler.
    • Gleichförmige Satzlängen und Rhythmus Menschliche Texte haben Peaks, Brüche, Stilwechsel – KI schreibt »glatt«.
    • Typische KI‑Phrasen Statista zeigt, dass bestimmte Ausdrücke seit ChatGPT massiv zunehmen: »In der heutigen digitalen Welt«, »Es ist wichtig zu beachten«, »Zusammenfassend lässt sich sagen«, »Darüber hinaus«, »Eine Vielzahl von…«, »Im Folgenden«.
    • Überstrukturierung KI liebt Listen, Bullet Points, klare Abschnitte, definitorische Einleitungen.
    • Fehlende echte Beispiele oder persönliche Perspektive KI schreibt abstrakt, generisch, ohne konkrete Erlebnisse oder Details.
    • Unnatürliche Wiederholungen Begriffe werden zu oft wiederholt, weil Modelle Kohärenz erzwingen.
    • »Halluzinierte« Quellen oder falsche Zahlen KI erfindet Studien, Jahreszahlen, Zitate – ein starker Hinweis.

     

    1. Technische Spuren im Text

    Seit 2024/2025 hinterlassen KI‑Modelle zunehmend messbare Spuren, die Forscher analysieren:

    • Wasserzeichen / versteckte Token‑Muster Einige Modelle erzeugen charakteristische Token‑Sequenzen. Für Nutzer nicht sichtbar, aber für Tools erkennbar.
    • Metadaten in Bildern oder PDFs KI‑Generatoren hinterlassen EXIF‑Hinweise oder Modellnamen.
    • Typische Wortfrequenzen Statista zeigt, dass KI‑Texte bestimmte Wörter überproportional oft nutzen (z. B. »effizient«, »optimieren«, »transformieren«, »innovativ«).

     

    1. Sichtbare Kennzeichnungspflichten (EU‑Regel 2024/1781)

    Ab August 2026 müssen KI‑Inhalte sichtbar gekennzeichnet werden, wenn sie öffentlich verbreitet werden:

    • Hinweis wie: »Dieser Inhalt wurde mit KI erstellt«
    • Technische Kennzeichnung (Metadaten, Wasserzeichen)
    • Pflicht für Unternehmen, Behörden, Medien

    Das heißt: Seriöse Seiten müssen KI‑Inhalte markieren – aber viele tun es noch nicht.

     

    1. Praktische Erkennungsregeln für deutsche Webtexte

    Wenn du einen deutschen Text im Internet siehst, sind dies die stärksten Indikatoren:

    • Perfekt fehlerfrei, aber stilistisch generisch
    • Keine individuelle Meinung, keine echte Haltung
    • Viele Füllphrasen, wenig Substanz
    • Übertriebene Höflichkeit oder Neutralität
    • Unnatürlich konsistente Struktur
    • Wiederkehrende KI‑Formulierungen
    • Fehlende Quellen oder erfundene Quellen
    • »Corporate‑neutraler« Ton ohne Persönlichkeit

     

    1. Was nicht zuverlässig funktioniert
    • Reine Bauchgefühl‑Erkennung
    • KI‑Detektoren (hohe Fehlerraten, leicht manipulierbar)
    • Rechtschreibfehler als Beweis (KI kann Fehler simulieren)
    • »Menschliche« Stilmittel (KI kann sie nachahmen)

     

    1. Fazit

    Man erkennt KI‑Texte nicht sicher, aber man erkennt Muster. Im Deutschen sind besonders auffällig: generische Formulierungen, überkorrekte Sprache, fehlende individuelle Perspektive und typische KI‑Phrasen. Zusätzlich kommen ab August 2026 technische Kennzeichnungen hinzu, die professionelle Anbieter verpflichtend einsetzen müssen.

    Albert Absmeier & KI

     

    Bald nur noch KI-Inhalte im Internet?

    Der Gedankenstrich, das Komma vor dem und (auch Oxford-Komma genannt), das Raketen-Emoji: Diese und weitere schriftliche Eigenarten werden häufig von Künstlichen-Intelligenz-Tools wie ChatGPT genutzt und sind inzwischen eng mit ihnen assoziiert. Das amerikanische Forschungsinstitut Pew Research Center hat nun nachgeforscht, wie sehr sich die Nutzung dieser und anderer KI-Marker auf englischsprachigen Webseiten erhöht hat und wie viele Seiten demnach mit KI erstellt oder zumindest start editiert werden [1].

    Auf der Grundlage von fast 500.000 Webseiten kamen die Forscher zum Ergebnis, dass innerhalb der Domäne .com bereits mehr als 9 Prozent aller Seiten diese Charakteristika aufweisen. Im Bereich .org waren es um die 4,6 Prozent, auf .gov- und .edu-Seiten, die in den USA in Gebrauch sind, allerdings nur um die 1 Prozent.

    Insgesamt waren bereits fast 10 Prozent aller Webseiten stark von KI beeinflusst, so die Analyse. Unter Webseiten, die nach der Veröffentlichung der ersten ChatGPT-Version Ende 2022 live gingen, waren es sogar 35 Prozent.

    Laut Pew Research Center schließt die genutzte KI-Erkennungssoftware neben den augenscheinlichen KI-Marotten noch weitere Kriterien mit ein, z.B. die statistische Häufigkeit aller Worte und Satzstrukturen. Während Menschen durchaus auch Gedankenstriche verwenden und ungewöhnliche Kommaregeln befolgen, ist bei dem Ergebnis der Studie vom direkten Einfluss der KI auszugehen.

    Katharina Buchholz

    https://de.statista.com/infografik/36577/anteil-der-webseiten-in-englischer-sprache-die-wahrscheinlich-von-ki-geschrieben-oder-stark-editiert-sind/?lid=tr6l7ww3x2sy

     

    [1] How Much of the Internet Is Written With AI? | Pew Research Center

     

    Was bedeutet es für die KI-Entwicklung, wenn bald nur noch KI-Inhalte im Internet zu finden sind?

    Wenn ein großer Teil des Internets aus KI-generierten Inhalten besteht, entsteht für die KI-Entwicklung ein Kreislaufproblem: Neue Modelle lernen zunehmend aus Texten, Bildern oder Code, die ältere Modelle erzeugt haben.

    Die wichtigsten Folgen wären:

     

    Qualitätsverlust durch »Model Collapse«:

    Fehler, Vereinfachungen und typische Formulierungen werden von Generation zu Generation verstärkt. Seltene Perspektiven und ungewöhnliche Informationen können verschwinden.

    Verfestigung von Falschinformationen:

    Wenn viele KI-Texte dieselbe unbelegte Aussage wiederholen, wirkt sie statistisch glaubwürdig und kann erneut in Trainingsdaten gelangen.

    Weniger sprachliche und kulturelle Vielfalt:

    KI-Inhalte orientieren sich häufig an besonders wahrscheinlichen Mustern. Dadurch können Texte homogener werden und Minderheitensprachen oder Nischenwissen unterrepräsentiert bleiben.

    Schwierigere Qualitätskontrolle:

    Herkunft und Urheberschaft von Inhalten lassen sich schlechter beurteilen. Auch KI-Erkennung ist nicht zuverlässig genug, um menschliche und maschinelle Inhalte eindeutig zu trennen.

    Mehr Wert für geprüfte Daten:

    Menschlich erstellte, redaktionell kontrollierte und sauber dokumentierte Datensätze würden besonders wichtig — etwa Bücher, wissenschaftliche Publikationen, Archive und kuratierte Fachdaten.

    Neue Trainingsmethoden:

    Entwickler müssten Daten stärker nach Herkunft, Qualität und Zeitpunkt filtern, Duplikate entfernen und synthetische Daten gezielt statt wahllos einsetzen.

    Kein zwangsläufiges Ende des Fortschritts:

    Synthetische Daten können sehr nützlich sein, wenn sie überprüft, vielfältig und für einen klaren Zweck erzeugt werden. Problematisch ist nicht KI-Inhalt an sich, sondern ungeprüfter KI-Inhalt ohne Herkunftsnachweis.

     

    Kurz gesagt: Ein Internet mit überwiegend KI-generierten Inhalten würde KI nicht automatisch unbrauchbar machen. Es würde aber die Entwicklung von der bloßen Datenmenge hin zu Datenqualität, Nachvollziehbarkeit und menschlicher Kontrolle verschieben. Zudem ist »bald nur noch KI-Inhalte« eher ein zugespitztes Szenario: Selbst bei stark wachsendem KI-Anteil bleiben menschliche Kommunikation, Forschung, Messdaten und reale Ereignisse unverzichtbare Quellen.

    Albert Absmeier & KI

     

    Transparenzpflichten für künstliche Intelligenz starten im regulatorischen Blindflug

    Illustration Absmeier foto magnific ki

    Ab Sonntag den 02.08.2026 gelten in der Europäischen Union die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des AI-Act. Unternehmen aller Größen und Branchen müssen künftig unter anderem kenntlich machen, wenn Nutzerinnen und Nutzer mit einem Chatbot oder Sprachassistenten interagieren. Auch für KI-generierte und bearbeitete Inhalte gelten neue Kennzeichnungs- und Informationspflichten.

    »Transparenz schafft Vertrauen und ist eine zentrale Voraussetzung für den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz. Doch verbindliche Pflichten brauchen vor ihrem Start auch verbindliche Orientierung und klare Definitionen. Dass die EU-Kommission ihre finalen Leitlinien erst 13 Tage vor dem Anwendungsbeginn veröffentlicht hat, ist ein Fehlstart mit Ansage«, sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

    Trotz der Leitlinien bleiben zentrale Fragen offen. Es fehlen robuste und interoperable technische Standards für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Unsicherheit besteht insbesondere in einigen Graubereichen, etwa bei Inhalten, die mit KI bearbeitet wurden, aber nicht vollständig KI-generiert sind – sowie bei der konkreten Ausgestaltung von Hinweisen in Chatbots und KI-Assistenten.

    »Unternehmen dürfen nicht an technischen Maßstäben gemessen werden, die noch nicht einheitlich definiert sind. In der Anfangsphase müssen Beratung, europaweit abgestimmte Auslegung und Verhältnismäßigkeit Vorrang vor einer sanktionsgetriebenen Aufsicht haben. Andernfalls zahlen insbesondere Start-ups und mittelständische Unternehmen den Preis für Versäumnisse im europäischen Gesetzgebungsprozess«, so Rabe. »Wenn Europa eine Chance im KI-Wettrennen haben will, brauchen wir wettbewerbsfähige Regeln für künstliche Intelligenz.”

    Für den Vollzug in Deutschland begrüßt eco die zentrale Rolle der Bundesnetzagentur. Entscheidend sei jedoch eine einheitliche und praxistaugliche Anwendung der Vorgaben.

    »Der Vollzug entscheidet darüber, ob der AI-Act Vertrauen in KI stärkt oder zum Investitions- und Innovationshemmnis wird. Die nationale Umsetzung des AI-Act darf weder zu einem deutschen Behördenpuzzle noch zu einem europäischen Flickenteppich werden«, sagt Rabe.

    Gleichzeitig warnt eco davor, dass Transparenzpflichten keine falsche Sicherheit schaffen sollten beim Erkennen von Bearbeitungen und Manipulationen durch KI. »Die Notwendigkeit, KI-Kompetenz in der Breite der Bevölkerung zu verankern, können Transparenzpflichten nicht ersetzen«, sagt Alexander Rabe.

    eco fordert daher schnellstmöglich klare, technisch umsetzbare Standards und eine europaweit koordinierte, rechtssichere und innovationsfreundliche Vollzugspraxis.

     

    Folgendes Infopapier stellt eco zur Orientierung zu den Transparenzpflichten des AI-Acts zur Verfügung.

    INFOPAPIER

    Zum Inkrafttreten von Teilen der europäischen KI-Verordnung und Transparenzpflichten für Unternehmen

    Berlin 31.07.2026

    Adressatenkreis und betroffene Unternehmen:

    Grundsätzlich gelten die Transparenzpflichten des AI Act für alle Unternehmen – unabhängig von Größe oder Branche.

    Der AI Act unterscheidet dabei zwei Rollen: Anbieter (die Entwickler der KI) und Betreiber beziehungsweise Deployer, also Unternehmen oder Personen, die die KI im Alltag einsetzen. Betroffen ist also nicht nur, wer KI baut, sondern jeder, der sie im Geschäftsalltag nutzt: Chatbot auf der Website, KI-generierte Bilder im Marketing, ein Voice-Bot im Kundenservice.

    Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 werden am 2. August 2026 vollumfänglich anwendbar, unabhängig vom »Digital Omnibus«. Dieser verschiebt zwar große Teile der Hochrisiko-Pflichten in den Dezember 2027 beziehungsweise August 2028, doch Artikel 50 ist davon ausdrücklich nicht erfasst. Eine Ausnahme gibt es für die bereits vor dem 2. August 2026 auf dem Markt befindlichen KI-Systeme: Hier verschiebt der Digital-Omnibus die konkrete Pflicht zur Kennzeichnung und Erkennbarmachung künstlich erzeugter Inhalte auf den 2. Dezember 2026.

    Welche konkreten Fälle müssen Unternehmen?

    Drei Hauptfälle:

    • Chatbots/Sprachassistenten:
      Kommuniziert ein Kunde direkt mit einer KI, muss dies spätestens beim ersten Kontakt klar offengelegt werden – zum Beispiel ein Hinweis im Chatfenster.
    • KI-generierte Inhalte (Text, Bild, Audio, Video):
      müssen als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden.
    • Deepfakes:
      Wer ein KI-System einsetzt, das Bild-, Audio- oder Videoinhalte erzeugt oder manipuliert, die einen Deepfake darstellen, muss offenlegen, dass die Inhalte künstlich erzeugt oder manipuliert wurden.

     

    Ausnahmen von dieser Regel:

    Bei KI-generierten Texten entfällt die Offenlegungspflicht, wenn diese vorab einer inhaltlich fundierten menschlichen Prüfung und redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und das Unternehmen die Verantwortung dafür übernimmt. Auch reine Grammatik- oder Rechtschreibkorrektur muss nicht gekennzeichnet werden, ebenso wenig offensichtlich künstlerische, satirische oder fiktionale Deepfakes, dort darf die Kennzeichnung so erfolgen, dass sie den Gesamteindruck nicht beeinträchtigt. Die Kennzeichnung von KI-Inhalten muss grundsätzlich sowohl maschinenlesbar, etwa in den Metadaten, als auch für den Nutzer erkennbar erfolgen. Je nach Medium kann dies etwa durch eine Ansage, ein sichtbares Label/Icon oder einen akustischen Hinweis erfolgen.

    Sanktionen:

    Verstöße gegen die Transparenzpflichten können mit Bußgeldern von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für kleinere Unternehmen gelten angepasste, niedrigere Obergrenzen.

     

    Aufsicht und Durchsetzung

    Auf EU-Ebene:

    Zentrale Behörde ist das AI Office, das die Marktaufsicht koordiniert, Hochrisikosysteme überwacht, Leitlinien erstellt und bei Verstößen Sanktionen verhängen kann – in enger Zusammenarbeit mit dem AI Board, in dem die Mitgliedstaaten vertreten sind. Zudem hat das AI Office einen Code of Practice zu den Transparenzpflichten erstellt, der Unternehmen bei der Einhaltung helfen kann [1].

    In Deutschland:

    Deutschland setzt auf bestehende Behördenstrukturen und sektorale Zuständigkeiten. Zentrale Rolle spielt die Bundesnetzagentur, die als Marktüberwachungsbehörde, notifizierende Behörde sowie zentrale Anlaufstelle fungiert. Dafür wurde mit dem KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) ein Koordinierungs- und Kompetenzzentrum bei der Bundesnetzagentur eingerichtet. Für regulierte Sektoren bleiben Fachbehörden zuständig, etwa die BaFin für Finanzunternehmen; Datenschutzbehörden werden ergänzend, aber an untergeordneter Stelle einbezogen.

     

    [1] https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/contents-code-gpai

     

     

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  • Datensouveränität: Wenn Souveränität zur Systemfrage wird

    Datensouveränität: Wenn Souveränität zur Systemfrage wird

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Datensouveränität wird zur Managementaufgabe: Der Digitale Produktpass, Manufacturing-X und agentische KI zwingen den Mittelstand, Daten kontrolliert zu teilen, ohne Betriebsgeheimnisse preiszugeben. Shared Sovereignty verteilt Kosten und Risiken auf vertrauenswürdige Ökosysteme – doch erst ein leistungsfähiges ERP schafft die Datenqualität, Rollenlogik und Nachvollziehbarkeit, die dafür nötig sind.

    Management Summary

    • Handlungsdruck: ESPR und Digitaler Produktpass machen standardisierte, verlässliche Daten entlang der Lieferkette zur Voraussetzung für Marktzugang.
    • Strategische Antwort: Shared Sovereignty verbindet kontrollierte Datenfreigabe mit dem Schutz von Betriebsgeheimnissen und verteilt Infrastruktur- sowie Zertifizierungskosten.
    • Technischer Rahmen: Manufacturing-X, Verwaltungsschalen und digitale Nutzungsverträge ermöglichen föderierten Datenaustausch ohne zentrale Datenhoheit.
    • ERP als Kontrollpunkt: Stammdatenqualität, Rollen, Freigaben und Protokollierung entscheiden darüber, ob externe Partner und KI-Agenten sicher auf Daten zugreifen können.
    • Management-Priorität: Unternehmen sollten jetzt Daten-Governance, ERP-Fähigkeit und Anschlussfähigkeit an Branchenökosysteme gemeinsam auf eine belastbare Roadmap setzen.

     

    Mit der europäischen Ökodesign-Verordnung (ESPR) [1] und dem darauf aufbauenden Digitalen Produktpass verändert sich die Datenpraxis der Fertigungsindustrie grundlegend. Denn Automobilzulieferer, Maschinenbauer und Elektronikhersteller sind beim Produktpass zwingend auf das Teilen von verlässlichen, standardisierten Daten ihrer Vorlieferanten angewiesen. Denn sie müssen diese Informationen dann mit den eigenen Produktionsdaten anreichern und wiederum nahtlos an den nächsten Akteur in der Kette weitergeben, sodass der fertige Produktpass am Ende ein Gemeinschaftswerk vieler Akteure entlang der Kette ist [2].

    Gleichzeitig wächst der Druck auch von der anderen Seite, da zunehmende Cyberkriminalität und gezielte Industriespionage Unternehmen dazu zwingen, ihr digitales Prozesswissen so gut wie möglich zu schützen [3]. Im Spannungsfeld zwischen Offenlegungspflicht und Wahrung von Betriebsgeheimnissen hat sich inzwischen ein neues industrielles Prinzip etabliert: die sogenannte Shared Sovereignty.

     

    Der Alleingang wird zur Sackgasse

    Eine vollständig eigenständige Daten- und Cloudinfrastruktur aufzubauen, übersteigt für die meisten mittelständischen Betriebe jedoch schlicht deren verfügbare Mittel [3]. Die nötigen Investitionen sind ohnehin schon hoch, und mit ihnen wachsen auch die laufenden Betriebskosten stetig weiter. Zertifizierungen nach Gaia-X oder den Kriterien des BSI verlangen zudem regelmäßige Audits und binden über Monate hinweg Fachpersonal, das dann an anderer Stelle im Tagesgeschäft schmerzlich fehlt [3]. Hinzu kommt, dass qualifizierte IT-Kräfte ohnehin schon knapp sind, und das trifft ausgerechnet Open-Source-Lösungen besonders hart. Ihr offener Quellcode macht sie zwar grundsätzlich vertrauenswürdig, weil sich jeder Schritt darin nachvollziehen lässt, doch genau deshalb braucht ihr Betrieb überdurchschnittliches Fachwissen, an dem es vielen Unternehmen fehlt [3]. In der Summe wird der digitale Alleingang für viele Unternehmen so zur wirtschaftlichen Sackgasse.

     

    Kosten und Kontrolle lassen sich teilen

    Genau hier setzt der Gedanke der Shared Sovereignty an. Betriebe einer Branche oder Region schließen sich zu gemeinsamen Cloud-Ökosystemen zusammen, die von vornherein auf ihre fachlichen und regulatorischen Anforderungen zugeschnitten sind [3]. Diese Rechnung geht deshalb auf, weil sich Zertifizierungsaufwand und Infrastrukturkosten auf viele Schultern verteilen. Ein einzelnes Unternehmen muss damit nicht mehr jede Prüfung selbst durchlaufen, sondern kann einem bereits abgesicherten Verbund beitreten [3]. Wer sich anschließt, behält dabei die volle Kontrolle über die eigenen Daten, denn eine integrierte Data Governance stellt sicher, dass jedes Mitglied weiterhin selbst über deren Nutzung bestimmt [3].

     

    Manufacturing-X liefert den technischen Rahmen

    In der Fertigungsindustrie trägt die Brancheninitiative Manufacturing-X diesen Gedanken geteilter Souveränität nun in die Praxis. Anstatt Produktionsdaten auf einem gemeinsamen Server abzulegen, laufen sie direkt zwischen den beteiligten Partnern hin und her, sodass jedes datenerzeugende Unternehmen die rechtliche und tatsächliche Kontrolle über seine eigenen Datensätze behält [2]. Damit zwei Fabriken dieselben Angaben, etwa zu CO₂-Werten oder Materialeigenschaften, auch wirklich gleich verstehen, ist zusätzlich ein gemeinsames Vokabular notwendig. Genau dafür sorgt ein einheitliches digitales Abbild, die sogenannte Verwaltungsschale, die für jedes Bauteil und jede Maschine dieselben Merkmale in maschinenlesbarer Form hinterlegt [2]. Erst darüber lässt sich schließlich auch regeln, wer zur Nutzung welcher Daten überhaupt berechtigt ist, denn digitale Nutzungsverträge legen fest, zu welchem Zweck und für wie lange ein bereitgestellter Datensatz verarbeitet werden darf [2].

     

    Wie das genau aussieht, unterscheidet sich je nach Branche deutlich. In der Automobilindustrie hat sich mit Catena-X längst ein einheitlicher, streng genormter Datenraum durchgesetzt, während der vom Mittelstand geprägte Maschinen- und Anlagenbau mit smartMA-X eher auf eine flexiblere Lösung setzt, die individuelle Maschinenkonfigurationen berücksichtigt, ohne dass ein Hersteller sein Prozesswissen preisgeben muss [2].

     

    KI-Agenten verschärfen die Souveränitätsfrage

    Die Dringlichkeit dieser Architektur wächst nun zusätzlich durch den Vormarsch agentischer KI. Gartner geht davon aus, dass bis Ende 2026 rund 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische Agenten enthalten werden [4]. Sobald solche Agenten unternehmensübergreifend arbeiten, rückt damit eine zentrale Frage der Datensouveränität in den Vordergrund: Welche Daten darf ein fremder Agent überhaupt einsehen, und wer kontrolliert diesen Zugriff?

    Dieselbe Logik, die Manufacturing-X zwischen Unternehmen durchsetzt, ist dann letztlich auch innerhalb der eigenen Firmenmauern relevant. Durch das ERP-System muss klar geregelt sein, auf welche internen Daten ein Agent zugreifen darf, in welchem Prozesskontext er agiert und welche Freigaben dafür erforderlich sind. ERP-Anbieter wie Proalpha entwickeln vor diesem Hintergrund genau jene Rollen-, Regel- und Protokollmechanismen, die eine kontrollierte Öffnung nach außen technisch überhaupt erst möglich machen.

     

    Fazit: Souveränität entsteht nicht durch Abschottung

    Am Ende läuft beides auf denselben Grundgedanken hinaus. Datensicherheit entsteht durch kontrollierte Öffnung, nicht durch Abschottung. Wer seine Daten sicher, standardisiert und nachvollziehbar teilen kann, wird zum bevorzugten Partner in globalen Lieferketten, während allen anderen der Marktausschluss droht. Egal, ob Daten nach außen in einen föderativen Datenraum fließen oder nach innen an einen KI-Agenten übergeben werden – wie souverän sie sich nutzen lassen, hängt letztlich von der Qualität der eigenen Datenbasis ab.

     
    Quellen:
    [1] Europäische Union (2024): Verordnung (EU) 2024/1781 zur Festlegung eines Rahmens für die Festlegung von Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte (ESPR):
    eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1781/oj/eng
    [2] Beyond Buzzwords (August 2026): Datensouveränität als Wettbewerbsvorteil – Wie Manufacturing-X und der Digitale Produktpass die industrielle Wertschöpfung verändern:
    beyondbuzzwords.de/blog/warum-datensouver %C3 %A4nit %C3 %A4t-zur- %C3 %BCberlebensfrage-f %C3 %BCr-den-mittelstand-wird
    [3] Golem.de (3. August 2026): Shared Sovereignty – Souveräne Cloud ohne Millionenbudget:
    www.golem.de/news/shared-sovereignty-souveraene-cloud-ohne-millionenbudget-2608-211220.html
    [4] Gartner (2026): Innovation Insight: AI Is on the Cusp of Reshaping ERP:
    www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2025-08-26-gartner-predicts-40-percent-of-enterprise-apps-will-feature-task-specific-ai-agents-by-2026-up-from-less-than-5-percent-in-2025

     

     

    FAQ: Shared Sovereignty und ERP

    1. Was bedeutet Shared Sovereignty?
      Shared Sovereignty bezeichnet die gemeinsame Nutzung geprüfter digitaler Infrastrukturen bei fortbestehender Kontrolle jedes Unternehmens über seine eigenen Daten.
    2. Warum ist das Thema für den Mittelstand relevant?
      Weil regulatorische Pflichten und vernetzte Lieferketten mehr Datenaustausch verlangen, während eigene souveräne Cloudstrukturen für viele Betriebe zu teuer und personalintensiv sind.
    3. Welche Rolle spielt der Digitale Produktpass?
      Er bündelt Produkt-, Material- und Nachhaltigkeitsdaten über die gesamte Wertschöpfungskette und setzt konsistente Informationen aller beteiligten Unternehmen voraus.
    4. Was leistet Manufacturing-X?
      Manufacturing-X schafft einen föderierten Rahmen, in dem Unternehmen industrielle Daten standardisiert austauschen können, ohne sie zentral abzugeben.
    5. Was ist eine Verwaltungsschale?
      Sie ist das standardisierte digitale Abbild eines Produkts, Bauteils oder einer Maschine und stellt Merkmale maschinenlesbar sowie eindeutig bereit.
    6. Warum reicht eine Cloudplattform allein nicht aus?
      Ohne Daten-Governance, Berechtigungen, Standards und nachvollziehbare Nutzungsregeln bleibt unklar, wer welche Daten zu welchem Zweck verwenden darf.
    7. Warum ist das ERP so entscheidend?
      Das ERP bildet zentrale Geschäfts- und Produktionsdaten ab und steuert Rollen, Freigaben, Prozesskontexte sowie die Protokollierung von Zugriffen.
    8. Wie verändert agentische KI die Anforderungen?
      KI-Agenten erhöhen die Zahl automatisierter Datenzugriffe. Unternehmen müssen deshalb präzise festlegen, welche Informationen ein Agent sehen und welche Aktionen er ausführen darf.
    9. Wo liegen die größten Umsetzungsrisiken?
      Typische Risiken sind uneinheitliche Stammdaten, unklare Verantwortlichkeiten, überbreite Zugriffsrechte, fehlende Schnittstellen und eine isolierte Betrachtung von IT und Fachprozessen.
    10. Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?
      Sie sollten relevante Datenflüsse priorisieren, Datenqualität und Berechtigungsmodelle prüfen, ERP-Lücken identifizieren und den Anschluss an passende Branchenökosysteme pilotieren.

     

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    Datenresidenz allein reicht im KI-Zeitalter nicht mehr aus. Wer Souveränität ernst nimmt, muss Speicherort, Rechtszuständigkeit, operative Kontrolle, Verschlüsselung, Provider-Abhängigkeiten und Governance-End-to-End zusammendenken. Für IT-Entscheider wird Datensouveränität damit von einer Compliance-Frage zur strategischen Architekturentscheidung. Management Summary Datenresidenz ist nicht Datensouveränität: Der Standort eines Rechenzentrums beantwortet nicht die entscheidende Frage, wer rechtlich, technisch und operativ Zugriff auf…

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    Warum Souveränität zur letzten Verteidigungslinie der Unternehmens-IT wird – Die Zukunft gehört den Steuerungsfähigen

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    TechTalk: Souveränität als Notwendigkeit – Sonst stehen wir plötzlich da und alles ist schwarz!

    Anlässlich der Präsentation von Europas erster souveräner SASE-Lösung, haben wir uns mit Pantelis Astenburg, Vice President Sales DACH & Eastern Europe bei Versa, über das Thema Datensouveränitat und deren Notwendigkeit unterhalten. Auf der Veranstaltung „Versa mit noris network für Digitale Souveränität in der EU – Einladung zum Blick hinter die Kulissen“, stand er uns für zwei Fragen zur Verfügung.

    Warum Bargeld bleibt — weil Freiheit, Sicherheit und Souveränität zählen

    Es gibt Entwicklungen, die wirken unausweichlich. Digitale Zahlungen wachsen, Banken schließen Filialen, und Studien zeigen, dass bargeldlose Transaktionen erstmals häufiger genutzt werden als Münzen und Scheine. Doch wer daraus den Schluss zieht, dass Bargeld bald verschwindet, unterschätzt die kulturelle, ökonomische und demokratische Bedeutung dieses Zahlungsmittels.   Bargeld ist mehr als ein Relikt aus analogen Zeiten.…

    Künstlicher Vendor-Lock-in: Herausforderungen auf dem Weg zur KI‑Souveränität

    90 % der Befragten in EMEA (87 % in Deutschland) haben kein vollständiges Verständnis ihrer KI‑Abhängigkeiten über Anbieter, Modelle und Infrastruktur hinweg. Für 73  % der befragten Führungskräfte in EMEA (65 % in Deutschland) wäre ein Wechsel des primären KI‑Anbieters oder KI‑Modells schwierig. Weltweit schützen Organisationen mit den fortschrittlichsten KI-Kontrollfunktionen 55  % mehr operativen Gewinn…

    Souveränität: KI-Verfügbarkeit unter eigener Kontrolle

    Der Fall Anthropic zeigt, dass KI‑Souveränität nicht theoretisch, sondern operativ entscheidend geworden ist: Verfügbarkeit unter eigener Kontrolle wird zum neuen strategischen Maßstab. Management Summary  KI wird zur kritischen Infrastruktur: Die erzwungene Abschaltung der Anthropic‑Modelle Fable 5 und Mythos 5 verdeutlicht, wie schnell zentrale KI‑Fähigkeiten durch politische Entscheidungen außerhalb Europas ausfallen können. Abhängigkeit wird zum Geschäftsrisiko: Unternehmen, die…

    Cloud, Kontrolle, Compliance: Wie Data Repatriation mit logischen Architekturen die Datensouveränität stärkt

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    Datenschutz und Datensouveränität: Unternehmens-KI stößt an ihre Grenzen

    Steigende Anforderungen an Datenschutz und Datensouveränität legen die Grenzen von Architekturen offen, die für zentralisierte und standortübergreifende Datenflüsse entwickelt wurden. Datenhoheit ist zu einem zentralen Designparameter geworden und führt zu einem Wandel weg von global integrierten Systemen hin zu regional abgegrenzten Architekturen. Unternehmen, die ihre Architektur frühzeitig neu gestalten, verschaffen sich einen messbaren Vorsprung in…

    Schleswig-Holstein stärkt digitale Souveränität mit Analyse- und Visualisierungsplattform

    Analyse- und Visualisierungsplattform wird über Datenhaus Schleswig-Holstein landesweit bereitgestellt.   Schleswig-Holstein stärkt seine digitale Souveränität und setzt dafür auf disy Cadenza. Die Analyse- und Visualisierungsplattform der Disy Informationssysteme GmbH ermöglicht es, Verwaltungsdaten systematisch auszuwerten und für Berichte an das Kabinett, die Hausspitze sowie für die Öffentlichkeit verständlich und professionell aufzubereiten. Die Bereitstellung erfolgt landesweit über…

    »Souveränität, Schritt für Schritt«: Was Unternehmen bei ihrer Datenstrategie beachten sollten

    Die digitale Souveränität ist ein zentrales Thema über alle Branchen hinweg. Während viele Unternehmen ihre Daten stärker kontrollieren und unabhängiger von einzelnen Plattformanbietern werden möchten, gibt es gleichzeitig vielerorts noch keine klare Strategie dafür. Sönke Liebau, Mitgründer und CPO von Stackable, beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie Unternehmen ihre Dateninfrastruktur selbstbestimmt betreiben können.…

  • Einfacher Storage: Was muss er wirklich können?

    Einfacher Storage: Was muss er wirklich können?

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Einfacher Storage ist kein Komfortthema, sondern ein strategischer Hebel: Wer Plattformen konsolidiert, Automatisierung konsequent nutzt und Modernisierung von Anfang an mitdenkt, senkt Betriebsrisiken und Kosten – und verschafft der IT den nötigen Freiraum für Daten-, Cloud- und KI-Initiativen.

    Fünf Punkte für Entscheider

    • Komplexität konsequent abbauen: Eine konsolidierte Plattform für Block- und File-Storage reduziert Schnittstellen, Versionen, Fehlkonfigurationen und administrativen Aufwand.
    • Skalierung ohne Architekturbruch planen: Scale-up und Scale-out halten die Infrastruktur flexibel, wenn Datenmengen durch KI- und Innovationsprojekte sprunghaft wachsen.
    • Verfügbarkeit als Plattformmerkmal fordern: Redundanz, Replikation, Metro-Cluster und Snapshots müssen integriert sein – nicht als spätere Zusatzprojekte.
    • Kosten messbar steuern: Hardware-beschleunigte Komprimierung und Deduplizierung, garantierte Reduktionsraten sowie niedriger Energiebedarf sichern die Wirtschaftlichkeit.
    • Betrieb und Modernisierung automatisieren: Zentrales Management, KI-gestützte Analysen, offene Integrationen und unterbrechungsfreie Updates entlasten Teams und vermeiden neue Legacy-Inseln.

     

     

    Viele Unternehmen haben mit schnell wachsenden Datenmengen und komplexer werdenden Storage-Umgebungen zu kämpfen. Eine Vereinfachung hilft, die Zuverlässigkeit der Systeme zu erhöhen und das IT-Team zu entlasten, sodass es mehr Zeit hat, sich um das zu kümmern, was im Business tatsächlich zählt: Daten, Anwendungen und Innovationen. Doch was zeichnet »einfachen Storage« überhaupt aus? Dell Technologie gibt einen Überblick.

     

    Bei der Vereinfachung von Storage-Landschaften konzentrieren sich Unternehmen meist auf die Management-Tools. Diese sollen einfach bedienbare Oberflächen und möglichst viele Automatisierungsfunktionen bieten – beides fraglos wichtig, um das IT-Team bei Routineaufgaben und dem Troubleshooting zu unterstützen. Neben dieser operativen Perspektive müssen Unternehmen allerdings auch die strategische Perspektive im Blick behalten. Schließlich soll der Storage dazu beitragen, die digitale Transformation, KI-Initiativen und Multi-Cloud-Strategien voranzutreiben – und das, ohne Komplexität aufzubauen und unvorhersehbare Kosten zu verursachen. Wirklich »einfach« ist Storage im Grunde nur, wenn er die folgenden Kriterien erfüllt:

    • Einfache Architektur: Eine der wichtigsten Ursachen für hohe Komplexität sind historisch gewachsene Storage-Landschaften mit vielen verschiedenen Systemen, Betriebsmodellen und Tools. Die Konsolidierung der Plattformen ist daher der erste Schritt zur Vereinfachung: Lösungen, die Block und File Storage vereinen, reduzieren den Verwaltungsaufwand und erleichtern die Datennutzung. Zugleich verhindern sie Probleme wie Fehlkonfigurationen und Sicherheitslücken, die sich aus der Vielzahl an Schnittstellen und Software-Versionen ergeben. Eine Ende-zu-Ende-NVMe-Architektur garantiert darüber hinaus eine hohe Performance – ganz ohne kontinuierliches Tuning.
    • Einfache Skalierung und Verfügbarkeit: Während Standardanwendungen meist ein gleichmäßiges Datenwachstum verursachen, gehen KI- und andere Innovationsprojekte oft mit sprunghaft steigenden Datenmengen einher. Storage-Architekturen, die sowohl Scale-up als auch Scale-out unterstützen, erlauben eine bedarfsgerechte Erweiterung mit einzelnen Laufwerken sowie zusätzlichen Systemen. Ebenso sollte die Architektur von Haus aus eine hohe Verfügbarkeit sicherstellen, damit IT-Teams nicht separate Lösungen nachrüsten müssen. Wichtig sind unter anderem RAID oder andere Ansätze, die Daten redundant über mehrere Medien verteilen, sowie Replikationen, Metro-Cluster-Konfigurationen und Snapshots.
    • Einfache Effizienz- und Kostensteuerung: Eine leistungsfähige Datenreduktion ist der Schlüssel für die optimale Nutzung der verfügbaren Speicherkapazitäten und die Kontrolle der Storage-Kosten. Komprimierung und Deduplizierung sollten Hardware-Beschleunigung nutzen, damit sie dauerhaft eingesetzt werden können und Unternehmen nicht zwischen Kosteneffizienz und Storage-Performance wählen müssen. Am effizientesten ist meist eine Inline-Deduplizierung mit variablen Blocklängen – wobei sich Unternehmen bei den Reduktionsraten nicht auf Versprechungen verlassen, sondern vertragliche Garantien einfordern sollten. Darüber hinaus tragen Systeme mit niedrigem Energieverbrauch und Kühlbedarf zur Kosteneffizienz bei.
    • Einfacher Betrieb: Heterogene System- und Tool-Landschaften sorgen für einen hohen manuellen Verwaltungsaufwand mit vielen Sonderfällen und Workarounds, sodass IT-Teams viel Zeit mit alltäglichen Aufgaben wie Provisionierung, Lastverteilung und Troubleshooting verbringen. Moderne Storage-Plattformen bieten ein zentralisiertes Management mit geführten Workflows, umfangreichen Automatismen und detaillierten Analysen, die bei der Planung, Optimierung und Fehlersuche unterstützen. Dadurch wird der Storage-Betrieb insgesamt verlässlicher und das IT-Team ist seltener mit »Fire Fighting« beschäftigt, weil Probleme behoben werden können, bevor sie akut werden. Vor allem KI und Machine Learning haben die Automatisierungs- und Analysefunktionen inzwischen auf ein ganz neues Level gehoben.
    • Einfache Integrationen: Da Storage nicht isoliert betrieben wird, muss er sich nahtlos in die bestehenden Plattformen und Prozesse einfügen, insbesondere in Virtualisierungsplattformen, Cloud-Umgebungen und Backup-Lösungen. Dafür braucht es Schnittstellen und Plug-ins, sodass IT-Teams beispielsweise Storage-Ressourcen über vCenter bereitstellen oder Datensicherungen direkt über die Oberflächen der Speichersysteme einrichten können. Das Ziel sollte ein Ökosystem aus Lösungen sein, das perfekt zusammenspielt und ein ständiges Springen zwischen verschiedenen Tools und Oberflächen überflüssig macht.
    • Einfache Migrationen und Modernisierungen: Damit moderne Storage-Systeme nicht nach wenigen Jahren selbst zum Legacy-Storage werden und aufwendige Migrationsprojekte erfordern, müssen sie klare Modernisierungspfade bieten. Das heißt, dass ihre Anbieter sie nicht nur langfristig weiterentwickeln und mit Aktualisierungen versorgen, sondern idealerweise auch auf Container-basierte Microservice-Architekturen setzen sollten. Diese erlauben es, neue Funktionen komfortabel und unterbrechungsfrei via Software-Update einzuspielen – ohne Plattformwechsel und den damit verbundenen großflächigen Hardware-Austausch. Darüber hinaus sollten Unternehmen auf integrierte Tools etwa für Daten-Importe achten, um die initiale Einführung oder den Umzug von Workloads auf andere Systeme zu erleichtern.

    »Komplexität ist der Feind eines effizienten Storage-Managements und verhindert, dass IT-Teams ihre Systemlandschaften für neue Anforderungen fit machen und die Qualität von Storage-Services erhöhen können«, betont Christian Winterfeldt, Senior Director Datacenter Sales DACH bei Dell Technologies. »Eine Vereinfachung von Storage-Infrastrukturen ist die Basis dafür, dass Storage zuverlässig und effizient im Hintergrund funktioniert und das IT-Team nur in Ausnahmesituationen gezielt eingreifen muss. Dadurch entstehen Freiräume, um wichtige Daten- und Anwendungsprojekte voranzutreiben.«

     

    FAQ: Einfacher Storage

    1. Was bedeutet »einfacher Storage«?
      Eine Architektur, die sich leicht betreiben, flexibel skalieren, effizient absichern und ohne disruptive Plattformwechsel modernisieren lässt.
    2. Warum ist Konsolidierung der wichtigste erste Schritt?
      Weniger Plattformen und Tools bedeuten weniger Schnittstellen, Sonderfälle und Sicherheitsrisiken – und damit einen stabileren, besser beherrschbaren Betrieb.
    3. Welche Rolle spielt eine Ende-zu-Ende-NVMe-Architektur?
      Sie liefert hohe Performance mit geringer Latenz und minimiert den Bedarf an dauerhaftem manuellem Tuning.
    4. Wann braucht ein Unternehmen Scale-up und Scale-out?
      Scale-up eignet sich für schrittweises Wachstum innerhalb eines Systems; Scale-out verteilt stark steigende Anforderungen auf zusätzliche Systeme. Moderne Plattformen sollten beide Wege unterstützen.
    5. Welche Funktionen sichern die Verfügbarkeit?
      Entscheidend sind integrierte Redundanzmechanismen, Replikation, Metro-Cluster-Konfigurationen und Snapshots, die Ausfälle und Datenverluste begrenzen.
    6. Wie lassen sich Storage-Kosten verlässlich kontrollieren?
      Durch dauerhaft aktive, hardware-beschleunigte Datenreduktion, vertraglich abgesicherte Reduktionsraten und eine energieeffiziente Plattform.
    7. Warum ist Inline-Deduplizierung mit variablen Blocklängen relevant?
      Sie erkennt redundante Daten früh und granular, erhöht die nutzbare Kapazität und reduziert Kosten, ohne einen nachgelagerten Prozess zu benötigen.
    8. Wie entlasten KI und Automatisierung den Betrieb?
      Geführte Workflows und vorausschauende Analysen automatisieren Routineaufgaben, erkennen Engpässe frühzeitig und verkürzen die Fehlersuche.
    9. Welche Integrationen sollten Entscheider priorisieren?
      Vor allem Virtualisierung, Cloud und Backup: Schnittstellen und Plug-ins sollten Provisionierung und Datensicherung direkt aus den vertrauten Betriebsoberflächen ermöglichen.
    10. Woran erkennt man einen tragfähigen Modernisierungspfad?
      An langfristiger Softwarepflege, modularen beziehungsweise Microservice-basierten Architekturen, unterbrechungsfreien Updates und integrierten Werkzeugen für Migration und Datenimport.

     

    1533 Artikel zu „Storage“

    Open Storage Summit

    Der siebte jährliche Open Storage Summit von Supermicro bringt 21 Partner aus dem Ökosystem zusammen, um praktische Anleitungen für den groß angelegten Einsatz von KI in Unternehmen auszutauschen.   Die virtuelle Veranstaltung mit 12 Vorträgen befasst sich mit KI-Inferenz, agentenbasierter KI, Cloud-Speicher und Datenmanagement für den produktiven Einsatz von KI. 38 Branchenexperten aus 21 führenden…

    So bleiben Server und Storage-Systeme schön kühl

    Eine ineffiziente Kühlung in Serverräumen und Rechenzentren verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern kann auch zu einer Überhitzung empfindlicher Systemkomponenten führen. Doch schon kleine Anpassungen können große Wirkung entfalten. Dell Technologies nennt die wichtigsten Verbesserungsmöglichkeiten. Gerade in älteren Serverräumen und Rechenzentren kann die Kühlung für 50 Prozent und mehr des Stromverbrauchs verantwortlich sein. Optimierungen führen…

    Wie Unternehmen erkennen, dass ihr Storage sie ausbremst

    Bei der digitalen Transformation fällt ein entscheidender Faktor oft unter den Tisch: die Speicherinfrastruktur. Ist sie nicht auf moderne Anforderungen ausgelegt, wird sie schnell zur Innovationsbremse.   Unternehmen investieren viel in neue Anwendungen, Cloud-Technologien und Künstliche Intelligenz, um innovativer und wettbewerbsfähiger zu werden. Ihre Speicherinfrastruktur kann damit oft nicht Schritt halten. Veraltete Systeme werden schnell…

    Einfachheit ist Trumpf beim Storage

    Schnell wachsende Datenmengen stellen viele Unternehmen und ihre IT-Teams vor Herausforderungen. Ihre Storage-Landschaften werden zunehmend komplexer und müssen trotz enger Budgets und dünner Personaldecke immer höhere Anforderungen erfüllen. Eine Vereinfachung könnte viele Probleme lösen – doch was zeichnet »einfachen Storage« eigentlich aus?   Waren Speichersysteme früher meist reine Datenlager, auf die nur gelegentlich zugegriffen wurde,…

    Storage-Limitierungen bremsen Unternehmen beim Einsatz von KI aus

    Für fast alle deutschen IT- und Business-Entscheider ist klar, dass das Training und der Betrieb von KI im eigenen Rechenzentrum viele Vorteile bringt. Zugleich müssen sie aber mehrheitlich einräumen, dass ihre bestehenden Storage-Landschaften dafür ungeeignet sind. Das geht aus der aktuellen »IT Strategy Pulse«-Umfrage von Dell Technologies hervor.   Im Rahmen der Umfrage wurden im…

    Pure Storage – eine reale Alternative zu den klassischen Speichergiganten

      Neben seinem Gründer John Colgrove wird das noch relativ junge Speicher-Unternehmen »Pure Storage« ( »Speicher, nichts als Speicher«) von Charles Giancarlo angefūhrt. Auf der letzten großen Anwenderkonferenz in Las Vegas im Sommer diesen Jahres traten beide nebeneinander als gleichberechtigte Sprecher und Entscheider auf.   Colgrove, auch bekannt als »Coz« oder als »Chief Visionary Officer«,…

    Zwischen Datenwachstum und Effizienz: Wie Storage as a Service zur Schlüsseltechnologie wird

    Storage: dynamischer Service statt starrer Infrastruktur.   Der digitale Wandel zwingt Unternehmen zu einem grundlegenden Umdenken beim Umgang mit ihren Daten. Eine IDC-Studie prognostizierte bereits für dieses Jahr ein weltweites Datenvolumen von rund 175 Zettabyte oder mehr. Laut Statista wird es 2028 auf knapp 400 Zettabyte anwachsen – und sich damit in drei Jahren mehr…

    Pure Storage stellt Storage-Produkte der nächsten Generation vor, die Höchstleistung in jeder Größenordnung bieten

    Die neuen Pure Storage FlashArray- und FlashBlade-Angebote unterstützen die höchsten Anforderungen für immer intensiver werdende Workloads. Pure Storage, der IT-Pionier, der die weltweit fortschrittlichsten Datenspeichertechnologien und -services anbietet, hat eine Erweiterung seiner Storage-Produkte der nächsten Generation für anspruchsvollste Hochleistungs-Workloads bekannt gegeben. »In einer Zeit, in der Daten an vorderster Stelle stehen und die Komplexität der…

    DAOS und die Höhen und Tiefen von SDS (Software-Defined Storage)

      »Distributed Asynchronous Object Storage« (DAOS), von Intel im Jahr 2012 von der kleinen Firma »Whamcloud« übernommen, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, ohne bis heute zu einem eindeutigen Durchbruch am Speichermarkt für Unternehmen gekommen zu sein. Doch was ist unter »Software-Defined Storage«(SDS) und DAOS genauer zu verstehen? Auf der Web-Seite des Speicherspezialisten »Datacore« finden…

    Die Storage-Spreu vom Weizen trennen: viele Lösungen nicht für Unternehmen geeignet

    Der Begriff »Enterprise Class« oder »Unternehmenslösung« sollte Lösungen vorbehalten bleiben, die den strengen Anforderungen großer Organisationen gerecht werden. Einige Anbieter behaupten, dass ihre Produkte für Unternehmen geeignet sind, obwohl sie nur eine Architektur mit doppelter Redundanz anbieten, deren Mängel sie mit Clustering- oder Meshing-Technologien zu kompensieren versuchen. Im Gegensatz zur dreifachen Redundanz können diese Ansätze…

    Multicloud-Plattformen für File Storage: Ausweg aus dem Daten-Chaos

    Menschen, Anwendungen und Maschinen generieren Daten in nie dagewesener Geschwindigkeit. Die meisten dieser Daten sind unstrukturiert und werden auf File Storage an unterschiedlichen Standorten und in verschiedenen Clouds abgelegt. Für Unternehmen ergeben sich daraus zahlreiche Herausforderungen bei der Verwaltung und Nutzung ihrer Datenschätze. Dell Technologies erklärt, wie Multicloud-Plattformen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen. Multicloud-Plattformen…

    IT-Perspektiven: Moderne Storage-Ansätze ohne Kompromisse

    Ende Januar 2025 fand die von Philippe Nicolas aus Frankreich organisierte IT Press Tour in San Francisco statt. Hartmut Wiehr war für »manage it« vor Ort und schaute sich vier vorgestellte Unternehmen genauer an.   Nicht alle jungen Unternehmen in der IT-Branche können sofort einen schnellen Durchbruch verzeichnen. So hat auch »Hammerspace« eine kleine Vorgeschichte:…

    Storage-Management: Warum intelligente Self-Services mittelfristig unverzichtbar sind

    Das Storage-Management entwickelt sich schnell weiter. Vorangetrieben durch den KI-Boom und die digitale Transformation müssen Rechenzentren ein massives Datenwachstum, beispiellose Anforderungen an die Agilität von Anwendungen, eine steigende Komplexität, einen Mangel an Fachkräften und steigende Energiekosten bewältigen. Es handelt sich weniger um einen Umbruch als um einen perfekten Sturm, was jedoch auch Chancen für Verbesserungen…

    Der Spagat zwischen Leistung und Effizienz – Technologientrends rund um Storage und Data Management

    Markus Grau, Principal Technologist bei Pure Storage, erläutert heute vier Entwicklungen, die seiner Ansicht nach die technologische Entwicklung rund um Storage und Data Management im kommenden Jahr prägen werden.   Die Nachfrage nach generativen KI-Lösungen wird eine neue Welle der Container-Einführung auslösen. Der Ansturm auf die Entwicklung und Implementierung generativer KI-Lösungen führt zu einer neuen…

    Large Language Models (LLMs) und Herausforderungen an den Storage – die Bedeutung von Parallelität und Checkpoints

    Wenn man die Nachrichten im Bereich Deep Learning verfolgt, hat man sicher zur Kenntnis genommen, dass die Daten und Modelle im Bereich Deep Learning inzwischen sehr groß sind. Die Datensätze können in der Größenordnung von Petabytes liegen, und die Modelle selbst sind ebenfalls Hunderte von Gigabytes groß. Das bedeutet, dass nicht einmal das Modell selbst…

    Storage-Trends für 2024: Storage, Sexiest Technology Alive?

    AI-Daten, mehr Performance für Objektspeicher, besseres Datenmanagement, Datenverwaltung über API und Risk-Management bei der Datenspeicherung werden im kommenden Jahr wichtige Trends.   Zugegeben, Data-Storage war noch nie wirklich sexy. Ob auf Band, Festplatte oder Flash, in der Cloud, im Rechenzentrum oder Hybrid, die Datenspeicherung war für die IT immer eher die Pflicht als die Kür.…

    Object Storage: »Wir stehen am Anfang einer Welle«

    Anwendungsbeispiel des ADN Partners Nugolo.   Unternehmen müssen heute große Mengen an Daten speichern, vor Diebstahl oder Verschlüsselung durch Ransomware schützen, über Jahrzehnte revisionssicher aufbewahren und auf Knopfdruck Mitarbeitern, Kunden oder Behörden zur Verfügung stellen können. Diese Anforderungen lassen sich mit herkömmlichen Storage-Ansätzen nicht erfüllen und bedürfen eines kompetenten Partners mit Know-how, wie es der…

    Moderne Storage-Lösungen optimieren die Gesamtperformance, Kosteneffizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit

    Ein an die Cloud angebundenes All-Flash-Rechenzentrum senkt die Kosten und kommt der Umwelt zugute, weil es eine bessere Energieeffizienz aufweist. Eine ganzheitliche Managementschnittstelle orchestriert die hybride Multicloud-Infra­struktur und fungiert gleichzeitig als Security-Kontrollzentrale. So kann es durch integrierte Sicherheits­lösungen gegen Ransomware-Attacken schützen. Das ist die nächste Welle der Storage-Innovation.

    Der Vierklang: Performance, Skalierbarkeit, Security, Nachhaltigkeit – Highend-Storage im Aufwind

    In einer sich ständig wandelnden digitalen Landschaft müssen Unternehmen nicht nur mit der Zeit gehen, sondern vorausdenken. Dabei spielt die effektive Speicherung und Verwaltung von Daten eine entscheidende Rolle. Trotz der zunehmenden Beliebtheit von Cloud-Speicherlösungen bleiben Highend-Speicherarrays im »On-Premises«-Betrieb eine starke Option für Großunternehmen, die eine leistungsfähige, skalierbare und sichere Datenspeicherung benötigen.

  • Mehr als Phishing: Bildungseinrichtungen besonders häufig von schwerwiegenden E-Mail-Angriffen betroffen

    Mehr als Phishing: Bildungseinrichtungen besonders häufig von schwerwiegenden E-Mail-Angriffen betroffen

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Bildungseinrichtungen stehen im E-Mail-Kanal unter außergewöhnlichem Druck: hohes Phishing-Aufkommen trifft auf knappe Ressourcen, begrenzte Incident-Response-Kompetenz und besonders folgenreiche Angriffe. Die Daten zeigen, warum Entscheider Prävention, Erkennung und Wiederherstellung als durchgängigen Prozess steuern müssen.

    Management Summary

    • Risikolage: 77 Prozent der Bildungseinrichtungen verzeichneten binnen zwölf Monaten einen E-Mail-Sicherheitsvorfall; Ransomware und Kontoübernahmen liegen deutlich über dem Branchenschnitt.
    • Angriffsvolumen: Rund 1.200 Phishing-E-Mails pro Einrichtung und Tag machen eine rein manuelle Abwehr wirtschaftlich und operativ unrealistisch.
    • Blind Spots: Bildungseinrichtungen geben viermal häufiger als der Durchschnitt an, Vorfälle nicht sicher erkennen zu können – ein Hinweis auf relevante Dunkelziffern.
    • Reaktionsfähigkeit: 18 Prozent benötigen bis zu einer Woche zur Wiederherstellung des Normalbetriebs; fehlende Expertise und langsame Entscheidungen erhöhen das Eskalationsrisiko.
    • Management-Priorität: Integrierte, KI-gestützte Erkennung, Untersuchung und Reaktion sowie klare Prozesse und Übungen müssen gemeinsam finanziert und gemessen werden.

     

    Der Bildungssektor gehört zu den am stärksten von schwerwiegenden E-Mail-basierten Angriffen wie Ransomware und Kontoübernahmen betroffenen Branchen. Das zeigt eine neue internationale Umfrage von Barracuda unter 2.000 IT- und IT-Sicherheitsverantwortlichen in den USA, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum, darunter 113 Befragte aus dem Bildungssektor. 38 Prozent der Befragten aus dem Bildungsbereich berichteten von Ransomware-Vorfällen, die ihren Ausgangspunkt in E-Mails hatten. Damit gehört der Bildungssektor zu den Branchen mit dem höchsten Anteil; im branchenweiten Durchschnitt lag dieser bei 28 Prozent. Bei Kontoübernahmen verzeichnete der Bildungssektor mit 27 Prozent den höchsten Anteil, verglichen mit 20 Prozent im branchenweiten Durchschnitt.

    Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten aus dem Bildungsbereich gaben an, dass ihre Einrichtung in den vergangenen zwölf Monaten einen E-Mail-Sicherheitsvorfall erlebt hat. 34 Prozent berichteten, Phishing-Angriffe erfolgreich erkannt und blockiert zu haben. Gleichzeitig gaben Befragte aus dem Bildungsbereich viermal häufiger als der Durchschnitt aller Befragten an, nicht feststellen zu können, ob ihre Einrichtung von einem E-Mail-Sicherheitsvorfall betroffen war. Diese Unsicherheit deutet darauf hin, dass einige Angriffe möglicherweise unentdeckt geblieben sind.

    Die Herausforderungen für Bildungseinrichtungen gehen damit über die Abwehr von Phishing hinaus. Entscheidend ist, Vorfälle schnell zu erkennen, zu untersuchen und einzudämmen, bevor Angreifer ihre Aktivitäten ausweiten und daraus schwerwiegendere Sicherheitsvorfälle wie Ransomware oder Kontoübernahmen entstehen.

     

    Hohes Phishing-Aufkommen im Bildungssektor

    Separate Bedrohungsdaten von Barracuda Research (https://de.barracuda.com/solutions/barracuda-research) verdeutlichen das hohe Phishing-Aufkommen, dem Bildungseinrichtungen ausgesetzt sind. Über einen Zeitraum von drei Monaten analysierte Barracuda die Bedrohungsdaten von 536 Bildungseinrichtungen weltweit und identifizierte 58,8 Millionen Phishing-E-Mails. Das entspricht durchschnittlich rund 1.200 Phishing-E-Mails pro Einrichtung und Tag. Angreifer nutzen zunehmend KI, um ihre Phishing-Methoden zu verfeinern. Für Sicherheitsteams wird es daher immer schwieriger, jede bösartige E-Mail zu erkennen und zu blockieren.

     

    Verzögerte Reaktion erhöht das Risiko einer Eskalation

    Auch die Umfrage legt nahe, dass Bildungseinrichtungen Schwierigkeiten damit haben, Angriffe, die die ersten Schutzmaßnahmen überwinden, schnell genug zu untersuchen und einzudämmen. Dadurch steigt das Risiko einer weiteren Eskalation. Verzögerungen bei der Reaktion verschaffen Angreifern zusätzliche Zeit, ihren Zugriff auszuweiten und die potenziellen Auswirkungen eines Angriffs zu vergrößern.

    Bei der Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und der Wiederherstellung des normalen Betriebs zeigen sich ebenfalls Herausforderungen. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) der befragten Bildungseinrichtungen benötigt bis zu einer Woche, um nach einem Vorfall den normalen Betrieb wiederherzustellen. Das ist doppelt so viel wie der branchenübergreifende Durchschnitt von 9 Prozent und zugleich der höchste Wert aller untersuchten Branchen.

     

    Fehlende Ressourcen und Expertise erschweren schnelle Reaktion

    Als Ursachen, die zu Sicherheitsvorfällen beitragen, nannten die Befragten aus dem Bildungsbereich überdurchschnittlich häufig Nutzerverhalten und menschliches Versagen: 53 Prozent gegenüber 48 Prozent im branchenweiten Durchschnitt. Gleichzeitig zeigen sich Herausforderungen innerhalb der Security Operations. 36 Prozent der Befragten aus dem Bildungssektor berichteten von einem Mangel an Fachwissen bei der Reaktion auf Vorfälle und bei Entscheidungen unter Zeitdruck. 33 Prozent gaben an, dass eine schnelle Reaktion während laufender Vorfälle schwierig sei.

    Fehlen Sicherheitsteams die Kapazitäten oder das Fachwissen, um Vorfälle schnell zu untersuchen, auf sie zu reagieren und ihre Folgen zu beheben, gewinnen Angreifer wertvolle Zeit, um ihren Zugriff auszuweiten und dadurch die potenziellen Auswirkungen eines Angriffs zu vergrößern. Auf die Frage, welche Maßnahmen die Sicherheit ihrer Einrichtung am meisten verbessern würden, nannten 41 Prozent der Befragten aus dem Bildungssektor vertrauenswürdige, KI-gestützte Tools zur Erkennung und Untersuchung von Bedrohungen. Im branchenweiten Durchschnitt waren es 32 Prozent – damit erreicht der Bildungssektor auch hier den höchsten Wert aller untersuchten Branchen.

    »Bildungseinrichtungen verarbeiten ein großes Volumen an für Cyberkriminelle potenziell wertvollen Daten und verfügen oftmals nur über begrenzte Sicherheitsressourcen. Damit sind sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen dies noch einmal und zeigen insbesondere, dass die Untersuchung, Eindämmung und Wiederherstellung nach Vorfällen im Bildungssektor oftmals länger dauert als in anderen Branchen. Zeit ist dabei jedoch die kritische Komponente und Prävention ist nur die halbe Miete: Je kürzer die Zeit zwischen Erkennung und Wiederherstellung, desto geringer ist das Risiko, dass alltägliche E-Mail-Bedrohungen zu schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen eskalieren. Integrierte, KI-gestützte Sicherheitslösungen können überlastete Teams entlasten, sie bei Entscheidungen während eines Vorfalls unterstützen und die Reaktionszeiten verkürzen«, sagt Jesus Cordero-Guzman, Director Solution Architects EMEA, Office of the CTO, bei Barracuda Networks.

     

    FAQ: E-Mail-Sicherheit im Bildungssektor

    1. Warum sind Bildungseinrichtungen besonders gefährdet?
      Sie verarbeiten wertvolle personenbezogene und wissenschaftliche Daten, verfügen häufig über offene IT-Strukturen und arbeiten zugleich mit begrenzten Sicherheitsressourcen.
    2. Wie hoch ist das Phishing-Aufkommen?
      Die analysierten Einrichtungen erhielten durchschnittlich rund 1.200 Phishing-E-Mails pro Tag.
    3. Welche Angriffe sind besonders folgenreich?
      Ransomware und Kontoübernahmen stechen hervor: 38 Prozent berichteten von E-Mail-basierten Ransomware-Vorfällen, 27 Prozent von Kontoübernahmen.
    4. Reicht ein klassischer Spam- und Phishing-Filter aus?
      Nein. Neben Prävention sind schnelle Erkennung, Untersuchung, Eindämmung und Wiederherstellung entscheidend.
    5. Wo entstehen die größten operativen Lücken?
      Vor allem bei Transparenz, Incident-Response-Fachwissen, Entscheidungen unter Zeitdruck und der schnellen Wiederherstellung des Betriebs.
    6. Welche Rolle spielt menschliches Verhalten?
      53 Prozent nennen Nutzerverhalten und menschliches Versagen als beitragende Faktoren. Schulungen bleiben wichtig, müssen aber durch technische Kontrollen ergänzt werden.
    7. Wie kann KI die Abwehr unterstützen?
      KI-gestützte Lösungen können verdächtige Muster priorisieren, Untersuchungen beschleunigen und überlastete Teams bei Entscheidungen unterstützen.
    8. Welche Kennzahlen sollte das Management verfolgen?
      Relevant sind unter anderem Zeit bis zur Erkennung, Zeit bis zur Eindämmung, Wiederherstellungsdauer, Anzahl kompromittierter Konten und Anteil erfolgreich abgewehrter Angriffe.
    9. Was sollte kurzfristig priorisiert werden?
      Identitäts- und Zugriffsschutz stärken, Mehrfaktor-Authentifizierung konsequent einsetzen, Reaktionspläne aktualisieren und regelmäßig testen.
    10. Was ist die zentrale Botschaft für Entscheider?
      E-Mail-Sicherheit ist kein isoliertes Filterthema, sondern eine Managementaufgabe, die Technologie, Prozesse, Kompetenzen und Wiederanlauffähigkeit verbindet.

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    https://blog.barracuda.com/2026/09/01/education-cybersecurity-phishing-ransomware-account-takeover

     

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    Content-Creation-Plattformen werden für Phishing-Angriffe benutzt

    Plattformen, die häufig in Schulen, Unternehmen und von Grafikdesignern zur Kollaboration und Erstellung von Inhalten zum Einsatz kommen, werden von Angreifen für Phishing-Angriffe genutzt. Dies haben die Threat-Analysten von Barracuda Networks Inc., einem Anbieter von Cloud-First-Sicherheitslösungen, herausgefunden. Die Entdeckungen der Analysten werden in einem neuen Blogpost ausführlich beschrieben [1]. Die entsprechenden Content-Creation-Plattformen haben weltweit Millionen…

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  • Ransomware: »Jede Zahlung finanziert den nächsten Angriff«

    Ransomware: »Jede Zahlung finanziert den nächsten Angriff«

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Ransomware bleibt ein akutes Geschäftsrisiko: 45 Prozent der Unternehmen waren binnen zwölf Monaten betroffen, jedes fünfte Opfer zahlte bereits Lösegeld. Für das Management folgt daraus eine klare Priorität: nicht die Zahlung vorbereiten, sondern Widerstandsfähigkeit, Wiederanlauf und Krisenführung konsequent organisieren.

     

    Management Summary

    • Risiko bleibt hoch: 45 Prozent der Unternehmen waren innerhalb eines Jahres Ziel eines Ransomware-Angriffs; bei jedem vierten Unternehmen entstand ein Schaden.
    • Nicht zahlen: Lösegeld schafft keine Garantie für Entschlüsselung oder Vertraulichkeit und finanziert weitere Angriffe.
    • Finanzielle Tragweite: Zahlungen liegen häufig im sechsstelligen Bereich; einzelne Unternehmen überwiesen eine Million Euro oder mehr.
    • Resilienz entscheidet: Offline-Backups, getestete Wiederherstellung, Mehr-Faktor-Authentifizierung und konsequentes Rechtemanagement begrenzen Ausfall und Schaden.
    • Führung ist gefragt: Ein zugänglicher Notfallplan, klare Verantwortlichkeiten, belastbare Meldewege und geübte Krisenkommunikation verkürzen den Stillstand.

     

    Zahlen – oder personenbezogene Daten landen im Darknet: Vor dieser Entscheidung steht derzeit das Land Berlin. Zwei Millionen Euro fordern Cyberkriminelle, damit sie die bei einem Hackerangriff gestohlenen Daten nicht veröffentlichen. Was in Berlin für alle sichtbar verhandelt wird, erleben Unternehmen in Deutschland regelmäßig hinter verschlossenen Türen: Fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) war in den vergangenen zwölf Monaten von einem Ransomware-Angriff betroffen, oft werden dabei auch die IT-Systeme der Opfer verschlüsselt und blockiert, wodurch der gesamte Betrieb stillstehen kann. Bei 25 Prozent ist dabei ein Schaden entstanden, bei 20 Prozent blieb der Angriff ohne Folgen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang, damals waren 58 Prozent aller Unternehmen von Ransomware-Attacken betroffen (34 Prozent mit Schaden, 24 Prozent ohne).

    Die große Mehrheit der betroffenen Unternehmen zahlt nicht: 66 Prozent haben den Erpressern nichts überwiesen. Jedes Fünfte (20 Prozent) hat aber schon Lösegeld gezahlt, 14 Prozent wollen oder können dazu keine Angabe machen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.003 Unternehmen ab 10 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. »Der aktuelle Fall in Berlin zeigt, vor welch schwieriger Entscheidung Opfer von Ransomware-Angriffen stehen. Richtig wäre, nicht zu zahlen. Jede Zahlung finanziert den nächsten Angriff. Und selbst wer zahlt, erhält keine Garantie: Weder für die Entschlüsselung seiner Daten noch dafür, dass die Täter die Daten nicht doch veröffentlichen oder weiterverkaufen«, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. »Besser ist eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall. Wer Backups besitzt und Notfallpläne aufgestellt hat, sorgt dafür, dass eine Verschlüsselung den Betrieb nicht über längere Zeit lahmlegt.«

     

    Wer zahlt, zahlt meist sechsstellige Beträge

    Wenn Unternehmen auf die Erpresser-Forderungen eingehen, geht es um erhebliche Summen. 37 Prozent der zahlenden Unternehmen überwiesen zwischen 10.000 und 100.000 Euro, 24 Prozent zwischen 100.000 und 500.000 Euro. 6 Prozent zahlten zwischen 500.000 Euro und einer Million und 4 Prozent sogar eine Million Euro oder mehr. 26 Prozent machen zur Höhe keine Angabe, 3 Prozent wissen es nicht.

     

    Was Unternehmen tun können

    Der Bitkom empfiehlt Unternehmen fünf Maßnahmen, um Ransomware-Angriffe abzuwehren und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben:

    • Die eigene IT-Landschaft kennen.
      Wer nicht weiß, welche Systeme, Datenbestände und Schnittstellen im Einsatz sind, hat keine Informationen zur eigenen Verwundbarkeit und kann nach einem Angriff die Betroffenheit nicht abschätzen. Eine aktuelle Übersicht über Systeme, Zugänge und Abhängigkeiten ist die Grundlage jeder Reaktion.
    • Backups machen – und offline halten.
      Viele Unternehmen haben gar keine oder nur unvollständige Sicherungen ihrer Daten, das spielt Erpressern in die Hände, die Daten verschlüsseln und den Zugang kontrollieren. Wer Backups besitzt, sollte sie vom Netz getrennt aufbewahren, damit sie sich nicht mitverschlüsseln oder stehlen lassen. Und das Zurückspielen gehört regelmäßig geprobt, nicht erst im Schadensfall.
    • Zugänge absichern.
      Die konsequente Nutzung von Mehr-Faktor-Authentifizierung, ein striktes Rechtemanagement und die regelmäßige Löschung nicht mehr benötigter Konten schließen die Einfallstore, die Angreifer am häufigsten nutzen.
    • Angriffe früh erkennen.
      Die unzureichende Erkennung von Sicherheitsvorfällen ist die häufigste Ursache dafür, dass aus einem Angriff ein Schaden wird. Protokolldaten müssen durchgängig ausgewertet und überwacht werden, um schnell reagieren zu können.
    • Den Notfall üben.
      Ein Notfallplan ist ein Muss, und zwar so, dass auf ihn beim Ausfall der IT auch zugegriffen werden kann. Darin müssen Verantwortlichkeiten, Meldewege und vorbereitete Krisenkommunikation enthalten sein. Geübte Abläufe entscheiden über Stunden oder Wochen Stillstand.

     

    [1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Unternehmen ab 10 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 1 Mio. Euro in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 16 bis KW 23 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Angaben zu Lösegeldzahlungen beziehen sich auf die von Ransomware-Angriffen betroffenen Unternehmen (n=452), die Angaben zur Höhe der Zahlungen auf die Unternehmen, die Lösegeld gezahlt haben (n=90). Die Fragestellungen lauteten: »Welche der folgenden Arten von Cyberangriffen wurden innerhalb der letzten 12 Monate auf Ihr Unternehmen verübt und ist dabei ein Schaden entstanden?«, »Haben Sie bei Ransomware-Angriffen Lösegeld bezahlt?« und »Wie hoch war die Summe, die Sie in den vergangenen 12 Monaten gezahlt haben?«

     

    FAQ: Ransomware im Management-Fokus

    1. Wie groß ist das aktuelle Ransomware-Risiko?
      45 Prozent der befragten Unternehmen waren in den vergangenen zwölf Monaten betroffen; bei 25 Prozent entstand ein Schaden.
    2. Sollte ein Unternehmen Lösegeld zahlen?
      Grundsätzlich nein. Eine Zahlung finanziert weitere Angriffe und bietet weder eine sichere Entschlüsselung noch Schutz vor Veröffentlichung oder Weiterverkauf der Daten.
    3. Wie viele betroffene Unternehmen zahlen tatsächlich?
      20 Prozent der von Ransomware betroffenen Unternehmen haben bereits gezahlt; 66 Prozent haben keine Zahlung geleistet.
    4. Mit welchen Lösegeldsummen ist zu rechnen?
      Die Beträge reichen häufig von 10.000 bis 500.000 Euro. Ein kleinerer Anteil zahlte zwischen 500.000 und einer Million Euro oder noch mehr.
    5. Was ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme?
      Eine aktuelle Übersicht über Systeme, Daten, Zugänge und Abhängigkeiten. Ohne Transparenz lassen sich Verwundbarkeit und Betroffenheit nicht zuverlässig bewerten.
    6. Wie sollten Backups organisiert sein?
      Vollständig, regelmäßig und vom produktiven Netz getrennt. Zusätzlich muss die Wiederherstellung unter realistischen Bedingungen geprobt werden.
    7. Welche Zugänge sind besonders zu schützen?
      Privilegierte und externe Zugänge. Mehr-Faktor-Authentifizierung, minimale Rechte und die schnelle Löschung nicht mehr benötigter Konten reduzieren typische Einfallstore.
    8. Wie lassen sich Angriffe früher erkennen?
      Durch die kontinuierliche Auswertung und Überwachung von Protokolldaten sowie klar definierte Eskalationswege bei Auffälligkeiten.
    9. Was gehört in einen Ransomware-Notfallplan?
      Verantwortlichkeiten, Melde- und Entscheidungswege, Wiederanlaufprioritäten, externe Ansprechpartner und vorbereitete Krisenkommunikation. Der Plan muss auch ohne funktionierende IT erreichbar sein.
    10. Welche Aufgabe hat die Unternehmensleitung?
      Cyberresilienz als Geschäftsrisiko steuern, Ressourcen und Zuständigkeiten festlegen sowie regelmäßige Notfallübungen und belastbare Wiederanlaufziele einfordern.

     

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    Ransomware statt Interpol-Beweisvideo

    Hacker schreiben kleine Unternehmen an, um diese zum Download von Ransomware zu bewegen.   Im Rahmen einer Malware-Kampagne haben Cyberkriminelle kleine Unternehmen in Europa, Asien, dem Mittleren Osten und den USA angeschrieben. Dabei gaben sie sich laut Analyse der Bitdefender-Experten als Beamte von Interpol aus. Die Betrüger behaupteten, ein passwortgeschütztes Archiv mit Dokumenten und Videomaterial…

    Allianzen & Kartelle: So organisieren sich Ransomware-Gruppen heute

    Neue Formen der Zusammenarbeit und zunehmende Professionalisierung setzen Unternehmen und Organisationen unter Druck.   Die Zeiten opportunistischer Ransomware-Angriffe sind vorbei. Das zeigt der Threat Status Report 2025/2026 von aDvens, einem führenden, unabhängigen europäischen Unternehmen für Cybersicherheit. Angesichts wachsender Konkurrenz schließen sich Ransomware-Gruppen zusammen, teilen Ressourcen und bündeln operative Fähigkeiten. Dabei setzen die Gruppen auf zwei…

    Ransomware: Wachsende Verwundbarkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland

    Die wichtigsten Punkte im Überblick: Die Zahl der auf Leak-Seiten veröffentlichten Ransomware-Fälle in Deutschland stieg 2025 um 92 Prozent. Diese Entwicklung ist ein deutliches Warnsignal für die Verwundbarkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Cybererpressung hat sich zu einem professionalisierten und industrialisierten Geschäftsmodell entwickelt. Unternehmen stehen gleichzeitig unter Druck durch steigende Bedrohungen und komplexe Regulierungen wie NIS2, DORA…

    Ransomware-Angriffe: nicht neu, aber schneller

    Ransomware ist wahrlich kein neues Phänomen. Allerdings schreitet auch in diesem Bereich die Entwicklung dynamisch fort, sodass bei vielen Unternehmen ein dringender Handlungsbedarf besteht. Die Analyse der derzeitigen Gefahrenlage und der vorhandenen Schutzmaßnahmen liefert wichtige Erkenntnisse, die Unternehmen für die wirksame Risikoreduzierung und die Stärkung der Abwehrfähigkeit nutzen können.   Ransomware-Angriffe laufen meistens in mehreren…

    Ransomware: Doppel-Erpressung ist inzwischen Standard

    Ransomware-Angriffe sind längst keine Einzelfälle mehr, die nur große Unternehmen betreffen. Im Jahr 2026 zählen sie weltweit zu den hartnäckigsten und kostspieligsten Cyberbedrohungen – mit Auswirkungen auf Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatnutzer gleichermaßen.   Aktuelle Zahlen zeigen unter anderem: Über 1,3 Millionen Ransomware-Angriffe richteten sich 2024 gegen die USA. 74 % der Vorfälle beinhalteten Datenexfiltration,…

    »manage it« TechTalk: Unveränderliche Speicherkomponenten sind eine wichtige Maßnahme gegen Ransomware-Attacken

    Auf dem Security-Event it-sa 2025 kam das Videogespräch mit dem Sicherheitsanbieter Object First leider nicht zustande, das wir dann aber in den Räumen seiner PR-Agentur nachholen durften. Dort haben wir mit dem Director Sales Central EMEA, Florian Kopp, über das Thema Ransomware geredet. Konkret wollten wir wissen, welche Antworten Object First auf die damit einher gehenden Sicherheitsrisiken hat. Zudem konnte uns Florian verraten, was bei der Wahl einer möglichst sicheren Backup-Software wichtig ist.

    Neue Technologien sorgen für erstmaligen Anstieg von Ransomware-Attacken seit drei Jahren

    Ransomware-Attacken trafen 2025 24 % der Unternehmen, 2024 waren es 18,6 %. 77 % der CISOs halten KI-generierte Phishing-Attacken für eine reale und zunehmende Gefahr. Nur 46 % der Unternehmen haben 2025 eine Ransomware-Versicherung, 2024 waren es 54,6 %.   Ransomware-Angriffe sind erstmals seit Jahren wieder auf dem Vormarsch – das zeigen neueste Forschungsergebnisse des…

    Neues Trendziel für Ransomware-Attacken: Hypervisoren im Visier

    Paradigmenwechsel im cyberkriminellen Vorgehen erfordert neue Maßnahmen.   Eine der größten Aufgaben für Cybersicherheitsverantwortliche ist es, mit den stets neuen Angriffstaktiken schrittzuhalten. Zu diesen zählen aktuelle Ransomware-Attacken, die Endpunkte ignorieren und direkt auf die Infrastruktur auf Hypervisor-Ebene abzielen. Da die meisten modernen Infrastrukturen mittlerweile virtualisiert sind, kann ein Angreifer über diesen Vektor die gesamte IT…

    70 Prozent mehr Ransomware 

    25 Prozent mehr Phishing-Angriffe. Jeder zweite Angriff auf MSPs startete mit Phishing (52 Prozent).   Die Cyberbedrohungslage blieb im ersten Halbjahr 2025 weiterhin angespannt, wie der aktuelle Acronis Cyberthreats Report für das erste Halbjahr zeigt [1]. Unternehmen waren vor allem von Ransomware betroffen; im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Anzahl Betroffener um 70 Prozent an.…

    Zunehmende Komplexität von Ransomware-Angriffen: Erpressung entwickelt sich weiter

    Untersuchung beleuchtet Vorgehensweise von Angreifern sowie Konsequenzen für Unternehmen.   Die gängigste Praxis ist laut dem neuen SOTI-Bericht (State of the Internet) von Akamai die doppelte Erpressung. Akamai hat festgestellt, dass Bedrohungsakteure nun auch eine neue Taktik verwenden – die vierfache Erpressung [1]. Wie der »Ransomware-Bericht 2025: Der Aufbau von Resilienz in einer unbeständigen Bedrohungslandschaft«…

    Ransomware-Report: 66 Prozent der Angriffe sind erfolgreich

    90 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland erlebten im vergangenen Jahr Angriffe, von denen 66 Prozent erfolgreich waren. Erpresser drohen Führungskräften mit physischer Gewalt.   Semperis, ein Anbieter von KI-gestützter Identitätssicherheit und Cyberresilienz, hat seinen diesjährigen »Ransomware Risk Report« veröffentlicht, eine internationale Studie, an der 1.500 Unternehmen teilgenommen haben, um über ihre Erfahrungen mit Ransomware…

    Jedes dritte Opfer von Ransomware wird mehrfach angegriffen, da Sicherheitslücken nicht geschlossen werden

    Ransomware gedeiht in komplexen und fragmentierten IT-Sicherheitsumgebungen besonders gut.   Barracuda hat eine neue Studie veröffentlicht, die zeigt, dass 31 Prozent der befragten Ransomware-Opfer in den vergangenen 12 Monaten mehrfach, also mindestens zweimal, von Ransomware betroffen waren, da Angreifer ineffektive Abwehrmaßnahmen und bestehende Sicherheitslücken weiter ausnutzen. Die Ergebnisse der Studie sind im Barracuda Ransomware Insights…

    DragonForce – Ein Ransomware-Kartell sichert seine Stellung

    Ransomware ist nicht nur ein Geschäft, es ist eine Szene. Hier kommt es nicht nur auf Kompetenz und Ressourcen an, sondern auch auf Einfluss und Marktanteile. Dies zeigt die Bitdefender-Analyse der Ransomware-as-a-Service-Aktivitäten der prominenten DragonForce-Gruppe. DragonForce hat in den letzten zwölf Monaten laut eigenen Angaben 120 Opfer unter anderem in den USA, Italien und Australien…

    Cyberkriminelle nutzen intensiv KI: KI-gestützte Ransomware FunkSec

    Die Ransomware-Gruppe FunkSec ist ein Beispiel dessen, wie die Zukunft der auf Masse ausgelegten Cyberkriminalität aussehen könnte: KI-gestützt, multifunktional, hochgradig anpassungsfähig und volumenorientiert mit Lösegeldforderungen schon ab nur 10.000 US-Dollar, um den Gewinn zu maximieren.   FunkSec, seit Ende 2024 aktiv, hat bereits gezielt den Regierungs-, Technologie-, Finanz- und Bildungssektor in Europa und Asien angegriffen.…

    Veränderte Angriffsmuster: Mehr Malware, aber weniger Ransomware in Deutschland

    Die Bedrohungslage durch Cyberangriffe in Deutschland hat sich 2024 strukturell verändert. Wie aktuelle Zahlen von Acronis zeigen, war Malware im vergangenen Jahr die dominierende Bedrohung: Durchschnittlich 23,7 Prozent der Acronis-Nutzer in Deutschland waren monatlich betroffen – fast doppelt so viele wie noch 2023 mit 12 Prozent. Dagegen verzeichneten Angriffe mittels Ransomware im Januar 2024 im Vergleich zu…

    Ransomware-Spitze: Anstieg gegenüber Februar 2024 um 126 Prozent

    Opportunistische Auswahl der Opfer manuell durchgeführter Angriffe.   Der vergangene Februar 2025 war laut Experten der Bitdefender Labs ein Rekordmonat. Für Ihre Analyse im Rahmen des monatlichen Bitdefender Threat Debriefs werteten die Bitdefender-Experten, die von über 70 Ransomware-Banden betriebenen Internet-Seiten zu Dateneinbrüchen im Dark Web – Dedicated Leak-Sites (DLS) – und Informationen aus öffentlich verfügbaren…

    Ransomware-Bedrohungen vervierfachen sich in einem Jahr voller komplexer Cyberbedrohungen

    Die jährliche Auswertung zu XDR-Erkennungs- und Vorfalldaten von Barracuda Networks zeigt: Ransomware-Bedrohungen haben sich im Jahr 2024 vervierfacht [1]. Der Anstieg ist wahrscheinlich auf zahlreiche Ransomware-as-a-Service (RaaS)-Aktivitäten zurückzuführen. E-Mail-Bedrohungen, die es bis in die E-Mail-Posteingänge der Nutzer schafften, waren auf Platz fünf der am häufigsten erkannten Bedrohungen. Das verdeutlicht das wachsende Risiko ausgefeilter und ausweichender…

    Zwei Drittel der Schwachstellen von OT-Geräten werden von Ransomware-Gruppen ausgenutzt

    Neuer Report zeigt Bedrohungen durch Ransomware und unsichere Verbindungen in Produktion, Transport und Logistik sowie natürliche Ressourcen.   Mehr als jedes zehnte OT-Gerät in den Bereichen Produktion, Transport und Logistik sowie natürliche Ressourcen verfügt über bekannte ausgenutzte Schwachstellen (Known Exploited Vulnerability, KEV). Zu diesem Ergebnis kommt der neue Report »State of CPS Security 2025« von…

    Ransomware mit mehreren Security-Layern bezwingen

    In der IT-Sicherheit dreht sich vieles seit Jahren scheinbar nur um Ransomware. Entgegen der Annahme, dass sich die Situation langsam entschärft, da Unternehmen das Problem ernst nehmen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, sprechen die bloßen Zahlen dagegen: Die Gefahr wächst stetig und es wird immer schwieriger, sich gegen Angriffe von Cyberkriminellen zu schützen. Denn die sind…

  • KI‑Steuer: Wie eine intelligente Abgabe Innovation schützt und die digitale Transformation sozial absichert

    KI‑Steuer: Wie eine intelligente Abgabe Innovation schützt und die digitale Transformation sozial absichert

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Die Debatte über eine KI‑Steuer erreicht die Unternehmenspraxis: Entscheidend ist nicht, ob KI pauschal belastet wird, sondern wie wirtschaftlicher Mehrwert, Infrastrukturkosten und Qualifizierung intelligent zusammengeführt werden. Ein dreisäuliges Modell kann Innovationen schützen, externe Kosten fair verteilen und Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken – vorausgesetzt, CIOs bereiten Governance, Kennzahlen und Energieeffizienz frühzeitig vor.

     

    Management Summary

    • Mehrwert statt Technologie besteuern: Eine moderne KI‑Abgabe sollte nur messbare, außergewöhnliche Produktivitäts- und Gewinnzuwächse erfassen; Forschung, Pilotprojekte und normale KI‑Nutzung bleiben geschützt.
    • Drei Säulen schaffen Balance: Gewinnbezogene Produktivitätskomponente, moderate Infrastruktur- und Rechenlastabgabe sowie ein Arbeits- und Qualifizierungsfonds verbinden wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele.
    • Energieeffizienz wird zur Managementkennzahl: Wer Rechenlast, Energieverbrauch und Modellarchitektur transparent steuert, senkt potenzielle Abgaben und stärkt zugleich Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.
    • Governance ist keine Nebenaufgabe: CIOs benötigen belastbare Wirkungsnachweise, AI‑Act‑konforme Risikoanalysen und nachvollziehbare Prozesse gegenüber Management, Aufsicht und Mitbestimmung.
    • Jetzt strategisch vorbereiten: Unternehmen sollten KI‑Roadmaps, Produktivitätskennzahlen, Infrastrukturinvestitionen und Qualifizierungsprogramme frühzeitig auf einen harmonisierten europäischen Rahmen ausrichten.

     

    Künstliche Intelligenz steigert die Produktivität, automatisiert Prozesse und verändert ganze Wertschöpfungsketten. Damit gehen jedoch auch neue externe Kosten und Verteilungsfragen einher. Eine KI‑Steuer kann dazu beitragen, diese Transformation fair zu gestalten, ohne die Innovationskraft von Unternehmen zu bremsen. Voraussetzung ist ein Modell, das Investitionen fördert, geschaffene Mehrwerte teilt und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärkt.

     

    1. Warum die Debatte über eine KI‑Steuer jetzt beginnt

    Unternehmen integrieren KI inzwischen in nahezu alle Geschäftsprozesse – von der Softwareentwicklung über die Qualitätssicherung bis hin zu HR‑Workflows. Das ermöglicht erhebliche Produktivitätsgewinne, häufig ohne zusätzlichen Personalaufbau.

    Mit diesen Chancen wachsen zugleich die Anforderungen an Energieversorgung, Rechenzentren, Dateninfrastruktur und Qualifizierung. Damit stellt sich für Staaten und Unternehmen eine zentrale Frage: Wie lässt sich KI so regulieren und finanzieren, dass Innovation möglich bleibt und die Transformation sozial tragfähig wird?

    In diesem Zusammenhang ist eine KI‑Steuer kein Selbstzweck, sondern ein gezieltes Instrument: Sie soll KI‑Renditen fair verteilen, externe Kosten decken und Weiterbildung finanzieren, ohne Investitionen zu behindern.

     

    1. Leitprinzipien einer modernen KI‑Steuer

    2.1 Investitionen fördern – nicht bestrafen

    Eine KI‑Steuer darf daher weder die Nutzung noch die Entwicklung von KI pauschal belasten. Sie sollte vielmehr dort ansetzen, wo tatsächliche wirtschaftliche Mehrwerte entstehen. Frühphasen‑Projekte, F&E und KI‑Pilotierungen müssen dabei steuerlich begünstigt bleiben.

    2.2 Technologieneutral statt »Robotersteuer«

    Ebenso wichtig ist eine technologieneutrale Ausgestaltung: Die Abgabe darf nicht an einzelne Technologien gekoppelt sein, sondern braucht neutrale Bemessungsgrundlagen wie Gewinne, Rechenlast oder Energieverbrauch.

    2.3 Sozialer Ausgleich als Transformationsmotor

    Damit die Transformation nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich trägt, muss ein Teil der Einnahmen zweckgebunden in Qualifizierung, Umschulung, Mitbestimmung und digitale Kompetenzen fließen. So lässt sich die Akzeptanz von KI nachhaltig sichern.

    2.4 EU‑weite Harmonisierung

    Schließlich sollte das Modell europäisch abgestimmt sein. Eine rein nationale KI‑Steuer würde Wettbewerbsrisiken schaffen; eine Harmonisierung nach dem Vorbild der Mindestkörperschaftsteuer kann dagegen Standortnachteile vermeiden.

     

    1. Das KI‑Mehrwert‑Modell: Ein 3‑Säulen‑Ansatz für Unternehmen und Staat

    Säule 1: Gewinnbezogene KI‑Produktivitätskomponente

    Die erste Komponente greift ausschließlich bei außergewöhnlichen Gewinnzuwächsen, die nachweislich auf den Einsatz von KI zurückzuführen sind.

    Dadurch zahlen Unternehmen erst, wenn sich KI wirtschaftlich rechnet. Innovationen und Experimente bleiben unbelastet, während zugleich eine transparente und planbare Kostenstruktur entsteht.

    Säule 2: Infrastruktur‑ und Rechenlastabgabe

    Die zweite Säule richtet den Blick auf die Infrastruktur: Große KI‑Cluster beanspruchen Energie‑, Wasser‑ und Netzkapazitäten erheblich. Eine moderate Abgabe auf Rechenleistung oder Energieverbrauch setzt deshalb Anreize für energieeffiziente KI‑Architekturen.

    Die Einnahmen können den Netzausbau und eine nachhaltige Infrastruktur finanzieren sowie Green‑AI‑Strategien fördern. KMU und die normale KI‑Nutzung werden dabei nicht belastet.

    Säule 3: KI‑Arbeits- & Qualifizierungsfonds

    Die dritte Säule ergänzt das Modell um eine soziale Perspektive. Ein gesetzlich verankerter Fonds bündelt die Einnahmen und investiert sie in Weiterbildung und digitale Kompetenzen, in Umschulungen bei Automatisierung sowie in Transformationsprogramme für Branchen mit hohem KI‑Druck.

    So profitieren Beschäftigte unmittelbar von den KI‑Renditen, Unternehmen erhalten besser qualifizierte Fachkräfte, und der Staat stabilisiert Arbeitsmarkt und Sozialkassen.

     

    1. Auswirkungen auf Unternehmen – und wie CIOs sich vorbereiten sollten

    4.1 Strategische Planung

    Für CIOs folgt daraus, dass KI‑Projekte künftig nicht nur technologisch, sondern auch finanziell-regulatorisch bewertet werden müssen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Welche KI‑Initiativen erzeugen messbaren Mehrwert – und wie wird dieser künftig besteuert?

    4.2 KI‑Governance als Pflicht

    Parallel dazu gewinnen belastbare Governance‑Strukturen an Bedeutung. Erforderlich sind die Dokumentation des KI‑Einsatzes und seiner Effekte, Risikoanalysen gemäß EU‑AI‑Act sowie Transparenz gegenüber Betriebsräten und Aufsichtsgremien.

    4.3 Energieeffizienz wird zum Wettbewerbsfaktor

    Auch die Energieeffizienz wird wirtschaftlich relevanter: Rechenlastabgaben erhöhen die Attraktivität effizienter Modelle, von Edge‑AI und von optimierten Trainingsprozessen.

    4.4 Qualifizierung als Kernaufgabe

    Damit diese Veränderungen in der Breite wirken können, müssen Unternehmen ihre Weiterbildungsprogramme systematisch ausbauen – nicht nur für IT‑Teams, sondern für alle Beschäftigten.

     

    1. Handlungsempfehlungen für IT‑Entscheider

    Kurzfristig (0–12 Monate) sollten IT‑Entscheider ihre KI‑Roadmap an mögliche steuerliche Rahmenbedingungen anpassen, Energie‑ und Rechenlastprofile analysieren, eine AI‑Act‑konforme KI‑Governance aufbauen und Betriebsräte frühzeitig einbinden.

    Mittelfristig (12–36 Monate) gilt es, auf dieser Grundlage KI‑Produktivitätskennzahlen zu definieren, Investitionsstrategien für energieeffiziente KI‑Infrastruktur zu entwickeln, Qualifizierungsprogramme zu skalieren und Transformationsfonds aktiv zu nutzen.

    Langfristig (36+ Monate) rücken schließlich die Optimierung KI‑gestützter Geschäftsmodelle, eine sozialverträgliche Gestaltung der Automatisierung und die strategische Einbindung der europäischen KI‑Regulierung in den Mittelpunkt.

     

    1. Fazit: Eine KI‑Steuer kann Innovation stärken – wenn sie richtig gestaltet wird

    Richtig ausgestaltet ist eine moderne KI‑Steuer kein Innovationshemmnis, sondern ein Transformationsinstrument. Sie stärkt Investitionen, verteilt KI‑Renditen fair und finanziert jene Qualifizierung, die Unternehmen und Beschäftigte im KI‑Zeitalter benötigen.

    Für IT‑Entscheider ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: KI‑Strategie, Governance und Energieeffizienz werden zu zentralen Erfolgsfaktoren. Wer frühzeitig handelt, sichert sich daher einen doppelten Vorsprung – technologisch und wirtschaftlich.

    Albert Absmeier & KI

     

    FAQ zur KI‑Steuer

    1. Was ist unter einer KI‑Steuer zu verstehen?
      Gemeint ist keine pauschale Abgabe auf Software oder Automatisierung, sondern ein zielgerichtetes Modell, das tatsächliche KI‑bedingte Mehrwerte und externe Infrastrukturkosten erfasst.
    2. Würde eine KI‑Steuer Innovationen ausbremsen?
      Nicht, wenn sie richtig gestaltet ist: Forschung, Pilotierungen und frühe Investitionen bleiben begünstigt; eine Belastung setzt erst bei nachweisbarem wirtschaftlichem Erfolg ein.
    3. Welche Bemessungsgrundlagen sind denkbar?
      Geeignet sind technologieneutrale Größen wie außergewöhnliche Gewinnzuwächse, Rechenlast oder Energieverbrauch, nicht die bloße Nutzung einer bestimmten KI‑Technologie.
    4. Wie funktioniert das Dreisäulenmodell?
      Es kombiniert eine gewinnbezogene Produktivitätskomponente, eine moderate Infrastruktur- und Rechenlastabgabe sowie einen Fonds für Arbeit und Qualifizierung.
    5. Welche Unternehmen wären besonders betroffen?
      Im Fokus stehen Unternehmen mit außergewöhnlichen KI‑bedingten Gewinnzuwächsen oder sehr großen Rechen- und Energiebedarfen; KMU und normale KI‑Nutzung sollen möglichst geschont werden.
    6. Wofür sollten die Einnahmen verwendet werden?
      Sie sollten zweckgebunden in Netze und nachhaltige digitale Infrastruktur, Weiterbildung, Umschulung und Transformationsprogramme fließen.
    7. Warum ist eine europäische Lösung wichtig?
      Ein gemeinsamer EU‑Rahmen reduziert Wettbewerbsverzerrungen, verhindert nationale Standortnachteile und schafft Planungssicherheit für international tätige Unternehmen.
    8. Welche Rolle spielt der EU AI Act?
      Er macht belastbare Governance, Risikobewertungen und Dokumentation ohnehin erforderlich. Diese Strukturen liefern zugleich wichtige Grundlagen für eine transparente steuerliche Bewertung.
    9. Was sollten CIOs kurzfristig tun?
      Sie sollten KI‑Roadmaps überprüfen, Energie- und Rechenlastprofile erfassen, messbare Produktivitätskennzahlen etablieren und Betriebsräte frühzeitig einbinden.
    10. Wo liegt der strategische Vorteil früher Vorbereitung?
      Unternehmen gewinnen Transparenz über Wertbeiträge und Kosten ihrer KI‑Initiativen, können Investitionen gezielter priorisieren und reduzieren regulatorische wie wirtschaftliche Risiken.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

     

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    Neun von zehn Arbeitsplätzen erfordern digitale Skills – In zukunftsweisende berufliche Fähigkeiten investieren

    Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen werden von entscheidender Bedeutung sein, um den globalen Beschäftigungs- und Fachkräftemangel angesichts der fortschreitenden Digitalisierung zu beheben.
    Wir haben mit Lukas Lewandowski, Country Manager DACH bei Coursera gesprochen um zu erfahren, wie sich die Lernwelt verändert und welche digitalen Angebote es für die Qualifizierung von Studierenden und Mitarbeitenden gibt

    In fünf Schritten zum fairen Einsatz von KI

    Die Nutzung künstlicher Intelligenz für Kundenkommunikation und -services wächst rasant. Das wirft Fragen nach der Verantwortung von Unternehmen für den fairen, diskriminierungsfreien Umgang damit auf. Was sind die fünf wichtigsten Schritte bei der Entwicklung sozial gerechter, diskriminierungsfreier KI-Modelle?   Künstliche Intelligenz (KI) kann den Kern gesellschaftlicher Konflikte und Ungerechtigkeiten nicht verschwinden lassen. Aber sie kann…

  • »KI darf nicht zum Standortnachteil werden«

    »KI darf nicht zum Standortnachteil werden«

    Illustration Absmeier foto ki magnific

    eco weist SPD-Vorstoß für KI-Steuer entschieden zurück: 

    Die SPD-Bundestagsfraktion will auf ihrer Klausur neue Leitlinien für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt beschließen und unter anderem Produktivitätsgewinne durch KI sowie große Technologiekonzerne stärker besteuern. Dazu erklärt eco-Vorstandsvorsitzender Oliver Süme:

     

    »Deutschland hat sich bei der Nutzung von KI in der Wirtschaft ambitionierte Ziele gesetzt. Umso wichtiger ist, dass politische Maßnahmen diese Entwicklung unterstützen und nicht durch zusätzliche Kosten und bürokratische Hürden ausbremsen. Bei den nun diskutierten Vorschlägen der SPD zu einer möglichen KI-Steuer entsteht allerdings der Eindruck, dass der Einsatz von KI für Unternehmen eher teurer und aufwendiger werden könnte. Das wäre der falsche Weg.

    KI ist längst kein Thema mehr, das nur IT-Spezialistinnen und -Spezialisten betrifft. Zwei von drei KI-Stellen liegen inzwischen außerhalb der IT. Eine aktuelle Studie der IW Consulting im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. zeigt, dass sich die Stärke des Standorts aus der Verbindung von Branchenwissen, Daten und Engineering-Kompetenz speist – mit messbarem wirtschaftlichem Effekt: Bereits heute entstehen über 120 Milliarden Euro Umsatz durch KI-gestützte Produktinnovationen und neue Dienstleistungsangebote.

    Gerade in der Industrie wird KI zunehmend zu einem zentralen Qualifikationsmerkmal auch für Fachkräfte: Der Anteil entsprechender Stellenanzeigen auf Fachkraft-Ebene ist seit 2019 deutlich gestiegen. Das zeigt, dass KI direkt in den industriellen Arbeitsalltag und in klassische Fachrollen hineinwirkt.

    Dies zeigt: KI ist eine wesentliche Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit der Industrie und eröffnet neue Chancen für Beschäftigte. Diesen Wandel sollten wir fördern und nicht durch neue Abgaben oder zusätzliche Regulierung ausbremsen.

    Auch beim Beschäftigtendatenschutz braucht es klare und verlässliche Regeln. Ein neues deutsches Beschäftigtendatenschutzgesetz sollte nicht von den europäischen Vorgaben abweichen und damit zusätzliche Anforderungen und Rechtsunsicherheit für Unternehmen schaffen. KI darf in Deutschland nicht zum Standortnachteil werden.«

     


    Die SPD‑Bundestagsfraktion plant auf ihrer Klausur Anfang September 2026 neue Leitlinien für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt. Inhaltlich geht es um Schutz von Beschäftigten, Regulierung von KI‑Systemen, Stärkung von Mitbestimmung, Transparenzpflichten und Qualifizierung. Bitte bestätige politische Informationen immer zusätzlich über eine vertrauenswürdige Quelle.

     

    Was die SPD voraussichtlich beschließen will – die zentralen Linien

    1. Schutz von Arbeitnehmerrechten
    • KI darf nicht zu Lohnsenkungen, Arbeitsverdichtung oder Überwachung führen.
    • Klare Regeln gegen algorithmische Diskriminierung (z. B. bei Bewerbungen, Leistungsbewertungen).
    • KI‑gestützte Entscheidungen müssen anfechtbar bleiben.
    1. Transparenz & Nachvollziehbarkeit
    • Beschäftigte sollen wissen, wann und wie KI eingesetzt wird.
    • Unternehmen sollen verpflichtet werden, Risiken zu dokumentieren und KI‑Systeme zu erklären.
    • Orientierung am europäischen AI Act (EU‑Verordnung 2024/1781) – insbesondere bei Hochrisiko‑Systemen.
    1. Stärkung der Mitbestimmung
    • Betriebsräte sollen früher und verbindlicher eingebunden werden.
    • KI‑Einführung soll nur mit Mitbestimmungsvereinbarungen erfolgen.
    • Ausbau der digitalen Betriebsratskompetenzen.
    1. Qualifizierung & Weiterbildung
    • Staatliche Förderung für KI‑Kompetenzen in allen Qualifikationsstufen.
    • Programme für Umschulung, besonders für Tätigkeiten, die durch KI automatisiert werden.
    • Fokus auf KI‑Komplementarität statt Substitution.
    1. Innovationsfreundliche, aber sozial abgesicherte KI‑Strategie
    • KI soll Produktivität steigern, aber nicht zu sozialer Spaltung führen.
    • Unterstützung für Mittelstand und Industrie, damit KI‑Einführung nicht nur Großkonzernen vorbehalten bleibt.
    • Förderung von vertrauenswürdiger KI, Open‑Source‑Modellen und europäischen Cloud‑/Dateninfrastrukturen.

     

    Einordnung im politischen Kontext

    • Die SPD positioniert sich klar als Schutzpartei der Beschäftigten im KI‑Zeitalter.
    • Die Leitlinien sollen als Grundlage für kommende Gesetzesinitiativen dienen (Arbeitsrecht, Mitbestimmung, KI‑Regulierung).
    • Sie ergänzen den europäischen AI Act, der bereits verbindliche Regeln für KI‑Systeme vorgibt.

     

    Warum das Thema jetzt kommt

    • Unternehmen setzen KI zunehmend produktiv ein (Automatisierung, HR‑Prozesse, Qualitätskontrolle).
    • Gewerkschaften warnen vor Lohn- und Arbeitsplatzrisiken.
    • Die SPD will sich als Gestalter einer »sozialen KI‑Transformation« profilieren.

     


    Wie eine KI‑Steuer eingeführt werden kann, ohne Innovation zu bremsen – und gleichzeitig Unternehmen, Beschäftigte und Staat stärkt.

     

    1. Ausgangslage

    KI transformiert Wertschöpfung, Produktivität und Arbeitsorganisation. Gleichzeitig entstehen neue externe Kosten (Energie, Infrastruktur, Qualifizierung) und Verteilungsfragen. Eine KI‑Steuer darf Innovation nicht behindern, muss aber die gesellschaftlichen Folgekosten adressieren und die Teilhabe an KI‑Renditen sichern.

     

    1. Leitprinzipien für eine wettbewerbsneutrale KI‑Steuer
    • Investitionen fördern, nicht bestrafen: Steuerliche Entlastung für KI‑F&E, Infrastruktur und produktivitätssteigernde Projekte.
    • Erst den Mehrwert besteuern: Abgaben greifen nur bei tatsächlich realisierten KI‑Gewinnen, nicht bei Nutzung oder Experimenten.
    • Technologieneutralität: Keine »Robotersteuer«, sondern Bemessung über Gewinne, Rechenlast oder externe Effekte.
    • EU‑weite Harmonisierung: Vermeidung nationaler Standortnachteile durch ein europäisch abgestimmtes Modell.
    • Sozialer Ausgleich: Einnahmen fließen in Qualifizierung, Mitbestimmung und Transformationsfonds.

     

    1. Das KI‑Mehrwert‑Modell (3‑Säulen‑Ansatz)

    Säule 1: Gewinnbezogene KI‑Produktivitätskomponente

    • Moderate Zusatzbesteuerung auf außergewöhnliche KI‑bedingte Gewinnsprünge.
    • Vorteil: Unternehmen zahlen erst, wenn KI wirtschaftlich wirkt; keine Investitionshemmnisse.

    Säule 2: Infrastruktur‑ und Rechenlastabgabe

    • Abgabe auf Energieverbrauch oder Rechenleistung großer KI‑Cluster.
    • Vorteil: Deckt Infrastruktur‑ und Umweltkosten, fördert energieeffiziente KI‑Architekturen.

    Säule 3: KI‑Arbeits- & Qualifizierungsfonds

    • Zweckgebundene Mittel für Weiterbildung, Umschulung, digitale Kompetenzen und soziale Abfederung.
    • Vorteil: Beschäftigte profitieren direkt von KI‑Renditen; Unternehmen erhalten qualifizierte Fachkräfte.

     

    1. Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen im Gleichgewicht
    • Unternehmen: Planbare, nutzungs- und erfolgsabhängige Kosten; Innovationsschutz; Entlastungen für KMU.
    • Beschäftigte: Transparenz, Mitbestimmung, Qualifizierung, sozialer Schutz bei Automatisierung.
    • Staat: Einnahmen für Infrastruktur und Transformation; Steuerung von KI‑Folgekosten; Wettbewerbsfähigkeit Europas.

     

    1. Handlungsempfehlungen für Entscheider
    • Regulatorisch: KI‑Steuer mit dem EU‑AI‑Act verzahnen; klare Definition von KI‑Mehrwert.
    • Finanziell: Investitionsboni für KI‑F&E und energieeffiziente Rechenzentren.
    • Organisatorisch: Frühzeitige Einbindung von Betriebsräten; Aufbau interner KI‑Governance.
    • Strategisch: KI‑Nutzung als Wertschöpfungshebel begreifen – nicht als Kostenfaktor.

    Albert Absmeier & KI

     


    Wie könnte man eine KI-Steuer sinnvoll – im Einklang mit den Interessen der Unternehmen, der Mitarbeiter und des Staates – einführen? Ohne einen Wettbewerbsnachteil zu erzeugen.

     

    Die Überlegungen der KI dazu:

    Instrument

    Ziel

    Vorteil für Unternehmen

    Vorteil für Beschäftigte

    Vorteil für Staat

    KI‑Nutzungsabgabe (auf Services)

    Externalitäten bepreisen

    Planbare, nutzungsabhängige Kosten

    Finanzierung Qualifizierung, Sozialfonds

    Zusätzliche Einnahmen, lenkende Wirkung

    Gewinnbezogene KI‑Produktivitätssteuer

    Teilhabe an KI‑Renten

    Kein Investitionsstopp, da erst bei Erfolg

    Finanzierung Sicherungs‑ /Weiterbildungs-programme

    Stabilisierung Einnahmen bei steigender Automatisierung

    Abgabe auf Rechen-leistung/Datacenter

    Umwelt‑/ Infrastruktur-kosten decken

    Anreiz für Effizienz, Green Computing

    Schutz lokaler Infrastruktur, Energiepreise

    Mittel für Netzausbau, Wasser/Energie

    KI‑Arbeitsfonds (aus o.g. Einnahmen)

    Abfedern von Verdrängungs-effekten

    Sozial akzeptierte Automatisierung

    Umschulung, Übergangsgelder, Weiterbildung

    Weniger Arbeitslosigkeits-kosten

     

    1. Leitprinzipien einer sinnvollen KI‑Steuer
    • Technologieneutral statt »Robotersteuer«: Besteuerung sollte an Ergebnissen (Gewinne, Produktivität, externe Kosten) ansetzen, nicht an einem spezifischen Tool. Das reduziert Umgehung und schützt Innovation.
    • Nicht Investitionen, sondern Überschuss besteuern: KI‑Investitionen (Capex, F&E) möglichst begünstigen, während außergewöhnliche KI‑Renditen moderat stärker besteuert werden können.
    • Koppelung an Beschäftigung & Qualifizierung: Ein Teil der Einnahmen wird zweckgebunden für Weiterbildung, Umschulung und soziale Sicherung genutzt—damit Unternehmen Automatisierung politisch und sozial »lizenzieren«.
    • Internationale Koordination: Mindestens EU‑weit abgestimmte Regeln (ähnlich Mindestkörperschaftsteuer), um Standortnachteile zu vermeiden.

     

    1. Konkretes Modell: »KI‑Mehrwert‑Paket«

    a) Gewinnbezogene KI‑Produktivitätskomponente

    • Mechanik:
      • Normale Körperschaftsteuer bleibt.
      • Zusätzliche, leichte Progressionsstufe auf außergewöhnliche Gewinnzuwächse, die nachweislich stark KI‑getrieben sind (z. B. Gewinn pro Mitarbeiter, Gewinn pro investierter KI‑Capex).
    • Logik:
      • Unternehmen zahlen erst mehr, wenn KI sich klar rechnet.
      • Vermeidet, dass frühe, riskante KI‑Projekte bestraft werden.

    b) Nutzungsabhängige Abgabe auf KI‑Services

    • Bemessungsgrundlage:
      • Volumen von KI‑API‑Calls, generierten Tokens oder KI‑Lizenzumsätzen.
    • Ausgestaltung:
      • Niedriger Satz, dafür breite Basis.
      • Befreiungen oder Reduktionen für KMU, Bildung, Forschung.

    c) Infrastruktur‑Komponente (Rechenleistung / Datacenter)

    • Ziel:
      • Wasser‑, Energie‑ und Netzbelastung durch große KI‑Cluster bepreisen.
    • Design:
      • Abgabe pro kWh für KI‑Rechenzentren mit Bonus/Malus je nach Effizienz und erneuerbarem Anteil.
      • Einnahmen fließen in lokale Infrastruktur (Netzausbau, Kühlung, Wasser).

     

    1. Ausgleichsmechanismen für Beschäftigte
    • KI‑Arbeitsfonds:
      • Fester Anteil aller KI‑Steuereinnahmen fließt in einen gesetzlich verankerten Fonds.
      • Finanzierung von:
        • Weiterbildungsprogrammen (digitale Kompetenzen, KI‑Komplementärjobs).
        • Übergangsgeldern bei Arbeitsplatzverlagerung.
        • Unterstützung für Branchen mit hoher Automatisierung.
    • Mitbestimmung verknüpfen:
      • Steuerliche Vorteile (z. B. Abschreibungsboni) nur, wenn Unternehmen Mitbestimmungsvereinbarungen zu KI‑Einsatz vorweisen.

     

    1. Wettbewerbsfähigkeit sichern
    • EU‑weiter Rahmen statt nationaler Alleingang:
      • KI‑Steuer als Teil eines europäischen Public‑Finance‑Pakets für die KI‑Ära, abgestimmt mit AI Act und Mindeststeuersätzen.
    • Exportorientierte Entlastung:
      • Für exportstarke Unternehmen: Möglichkeit, KI‑Steuer teilweise über Investitionsboni (F&E, Green‑Tech, Datensouveränität) zu kompensieren.
    • KMU‑Schutz:
      • Freibeträge oder reduzierte Sätze für kleine und mittlere Unternehmen, damit KI‑Nutzung nicht zur Eintrittsbarriere wird.

     

    1. Politisch kommunizierbare Kernbotschaft
    • Nicht: »Wir bestrafen KI«, sondern:
      • »Wir teilen KI‑Renditen fair« (Unternehmen, Beschäftigte, Staat).
      • »Wir finanzieren die Regulierung und Qualifizierung, die KI erst gesellschaftlich tragfähig macht.«

     

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    Generative KI sicher nutzen: maximaler Schutz auf allen Ebenen des KI-Stacks

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    So nutzen Hacker Googles generative KI für ihre Zwecke

    Die Google Threat Intelligence Group (GTIG) hat den Bericht »Adversarial Misuse of Generative AI« veröffentlicht, in dem die Sicherheitsexperten darüber aufklären, wie Bedrohungsakteure derzeit generative KI wie Gemini für ihre Angriffe nutzen. Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst: Die Bedrohungsakteure experimentieren mit Gemini, um ihre Operationen zu unterstützen und werden dadurch produktiver, entwickeln aber noch keine neuen…

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    Generative KI für Sicherheitsteams – Innovative Entwicklungen verantwortungsvoll nutzen

    Generative KI hat das Potenzial, die Leistung von Sicherheitsteams zu maximieren – es müssen aber auch die damit verbundenen Herausforderungen gemeistert werden. Es gilt Risiken und potenziellen Missbrauch zu minimieren. Was ist bei der Einführung generativer KI-Technologie zu beachten?

    KI und Kosten-Nutzen-Rechnung: Wenn ein Wunderkind erwachsen werden soll

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    Es wird viel über das Training von KI-Modellen geschrieben, aber Datenwissenschaftler verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit den Prozessen, die vor und nach dem Modelltraining ablaufen. In all diesen verschiedenen Phasen werden die Daten umgewandelt und erweitert. Um ein effektives und nützliches KI-Modell zu erstellen, müssen die Daten, die dem Modell zugrunde liegen, leicht zu…

    Wie Hacker KI und LLMs für ihre Zwecke nutzen

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    »Wir sollten KI-Potenziale nutzen und gleichzeitig kritisch bleiben.«

    Lori Niles-Hofmann ist seit 25 Jahren Lernstrategin im Bereich Learning & Development (L&D). Ihr Spezialgebiet sind digitale Lerntransformationen. Die Kanadierin tritt auf der diesjährigen LEARNTEC als Keynote-Speakerin auf. Im Gespräch verrät sie vorab, welche Unterschiede es im Umgang mit künstlicher Intelligenz zwischen Europa und Kanada gibt, warum Jobtitel nicht mehr so wichtig sind und wie…

    75 Prozent der Softwareentwickler in Unternehmen werden bis 2028 KI-gestützte Code-Assistenten nutzen

    Laut Gartner werden bis 2028 75 Prozent der Softwareentwickler in Unternehmen KI-gestützte Code-Assistenten verwenden. Anfang 2023 hingegen waren es noch weniger als 10 Prozent. Derzeit testen 63 Prozent der Unternehmen KI-gestützte Code-Assistenten, setzen sie ein oder haben sie bereits eingesetzt, so eine Gartner-Umfrage unter 598 weltweit Befragten im dritten Quartal 2023. KI-gestützte Code-Assistenten ermöglichen mehr…

    Gener-AI-tion KI: Büroangestellte nutzen generative AI häufiger (als gedacht)

    Während viel über die Zukunft der künstlichen Intelligenz (KI) diskutiert wird, etwa ob durch ihren Einsatz künftig Arbeitsplätze wegfallen werden, zeichnet sich in der deutschen Arbeitswelt bereits ein deutlicher Trend ab. So hat eine Studie von Veritas Technologies ergeben, dass bereits mehr als die Hälfte (57 Prozent) der befragten deutschen Büroangestellten generative KI mindestens einmal…

    So nutzen Unternehmen SAP für ihre Transformation – Change is King

    Immer mehr Unternehmen treiben den tiefgreifenden Wandel ihrer IT-Systeme hin zu cloud-basierten Architekturen voran. Dabei steigt die Komplexität, wenn SAP-Lösungen im Spiel sind. Wie IT-Verantwortliche bei der Transformation erfolgversprechend vorgehen und dabei das volle Potenzial aus ihren SAP-Systemen herausholen – das hat Basis Technologies in einer aktuellen Studie untersucht.

    Künstliche Intelligenz: 60 Prozent der Büroangestellten nutzen noch keine KI-Tools

    Der Slack Survey Plus, der unter mehr als 2.000 Büroarbeitenden in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt wurde, wagte zum Jahreswechsel eine erste Bestandsaufnahme, wie und ob KI und Automatisierung im Arbeitsalltag der Deutschen bereits Einzug gehalten haben. Eines ist sicher: Von einem flächendeckenden Siegeszug von KI in deutschen Büros sind wir noch meilenweit entfernt…

    KI-Textwerkzeuge: Chancen nutzen, Voraussetzungen beachten

    Neugier, Begeisterung, Bagatellisierung: Die Spannbreite der Reaktionen, die KI-Tools wie ChatGPT auslösen, ist groß. Fest steht, dass mit der Vorstellung von ChatGPT einem breiten Publikum beeindruckend klar wurde, was künstliche Intelligenz heute schon kann. Doch Unternehmen, die mit einer großen Masse von Texten umgehen, sollten sich der Fallstricke gewahr sein. Gleichzeitig sollten sie die Chancen,…

    Chancen nutzen, Gefahren bannen: 5 Tipps für den Umgang mit KI

      Künstliche Intelligenz (KI) wird unsere Zukunft prägen – darin scheinen sich Experten, Unternehmen und Fachkräfte einig. Obwohl sie in unserem Alltag längst präsent sind, scheuen viele Menschen die bewusste Auseinandersetzung mit den neuen Technologien. Viele möchten sich nicht weiterbilden und entwickeln keine eigene »AI Literacy« – das belegt eine aktuelle Studie der One Data…

    Künstliche Intelligenz: Bürger sehen mehr Risiko als Nutzen in KI

    Künstliche Intelligenz wird unsere Gesellschaft grundlegend verändern, das steht fest. Ob diese Veränderungen positiv oder negativ sein werden, darüber sind sich die Deutschen nicht einig, wie eine Umfrage von YouGov zeigt. Während 15 Prozent aller Befragten glauben, der Nutzen von KI sei größer als das Risiko, denken immerhin 26 Prozent das Gegenteil. Beinahe die Hälfte…

    Der blinde Fleck der KI-Compliance

    EU AI ACT | KI-GOVERNANCE IN ANGEBOTS- UND VERTRAGSPROZESSEN   Vier von fünf Führungskräften halten ihr Unternehmen für EU-AI-Act-fit – doch rund ein Fünftel weiß nicht, dass die eigenen CPQ- und CLM-Systeme bereits KI einsetzen. Genau dort, zwischen Preisempfehlung, Angebot und Vertragsklausel, entsteht der blinde Fleck der KI-Compliance. Wer nicht weiß, wo KI Entscheidungen vorbereitet,…

    Bald nur noch KI-Inhalte im Internet?

    Der Gedankenstrich, das Komma vor dem und (auch Oxford-Komma genannt), das Raketen-Emoji: Diese und weitere schriftliche Eigenarten werden häufig von Künstlichen-Intelligenz-Tools wie ChatGPT genutzt und sind inzwischen eng mit ihnen assoziiert. Das amerikanische Forschungsinstitut Pew Research Center hat nun nachgeforscht, wie sehr sich die Nutzung dieser und anderer KI-Marker auf englischsprachigen Webseiten erhöht hat und…

    Kundendaten, Kassen, KI: Warum Händler ihre Cyberabwehr neu ausrichten müssen

    Der europäische Einzelhandel steht vor einer Zuspitzung der Cyberbedrohungslage: Fast alle befragten Unternehmen meldeten innerhalb eines Jahres Sicherheitsvorfälle. Für das Management wird Cybersicherheit damit nicht länger zur rein technischen Disziplin, sondern zu einem geschäftskritischen Steuerungsthema rund um Kundendaten, Prozesse, Resilienz und digitale Wertschöpfung.   Die wichtigsten Punkte für Entscheider Cyberrisiken sind im Handel Normalzustand: 97…

    KI-Skalierung braucht mehr als Strategie: Warum Digital Re-Engineering jetzt zur CIO-Priorität wird

    Die aktuelle CGI-Studie »Voice of Our Clients« zeigt: KI ist in den Führungsetagen gesetzt, doch zwischen strategischem Anspruch und produktiver Skalierung klafft weiterhin eine deutliche Lücke. Für Unternehmen wird damit Digital Re-Engineering zur Kernaufgabe – von modernisierten IT-Landschaften über belastbare Datenarchitekturen bis hin zu Governance, Resilienz und messbarem Business-Impact. Management Summary KI ist Chefsache –…

     

  • Der blinde Fleck der KI-Compliance

    Der blinde Fleck der KI-Compliance

    EU AI ACT | KI-GOVERNANCE IN ANGEBOTS- UND VERTRAGSPROZESSEN

     

    Vier von fünf Führungskräften halten ihr Unternehmen für EU-AI-Act-fit – doch rund ein Fünftel weiß nicht, dass die eigenen CPQ- und CLM-Systeme bereits KI einsetzen. Genau dort, zwischen Preisempfehlung, Angebot und Vertragsklausel, entsteht der blinde Fleck der KI-Compliance. Wer nicht weiß, wo KI Entscheidungen vorbereitet, kann weder Risiken einstufen noch Verantwortung zuordnen. Der erste Schritt zur Compliance ist deshalb kein juristischer, sondern ein inventarisierender.

     

    Management Summary – die wichtigsten Punkte für Entscheider

    • Das größte Compliance-Risiko ist die unbekannte KI: Nicht das leistungsfähigste System gefährdet die Compliance, sondern jenes, dessen Einsatz niemand systematisch erfasst hat.
    • Der blinde Fleck liegt im Tagesgeschäft: CPQ- und CLM-Systeme schlagen Produkte vor, stützen Preise, analysieren Klauseln und erkennen Risiken – KI-Funktionen werden Teil bestehender Software, ohne als »KI-System« sichtbar zu sein.
    • Bestandsaufnahme vor Bewertung: Welche Systeme nutzen KI, welche Funktionen sind aktiv, welche Entscheidungen werden beeinflusst, welche Daten verarbeitet, wer verantwortet und kontrolliert das Ergebnis – über Sales, Pricing, Finance, Legal und IT hinweg.
    • Risikoadäquate Governance statt Pauschalurteil: Ob ein System als Hochrisiko-KI gilt, hängt vom Verwendungszweck ab. Entscheidend sind klare Verantwortlichkeiten, definierte Prüfpunkte und Nachvollziehbarkeit über den gesamten Entscheidungsweg.
    • Compliance ist ein Dauerlauf, kein Projekt: Updates aktivieren neue KI-Funktionen. Audits, Dokumentation, Datenqualität und Schulungen gehören von Anfang an in die Investitionsplanung – und verbessern nebenbei die Prozessqualität.

     

    Illustration: KI-Funktionen in Angebots- und Vertragsprozessen bleiben oft unsichtbar – erst die Bestandsaufnahme macht sie sichtbar.

     

    Viele Unternehmen halten sich für gut auf den EU AI Act vorbereitet. Doch schon in alltäglichen Geschäftsprozessen setzen sie längst KI ein, ohne dass Verantwortliche dies ausreichend im Blick haben. Besonders relevant sind Angebots- und Vertragsprozesse. CPQ- und CLM-Systeme nutzen zunehmend KI, um Produkte vorzuschlagen, Preise zu unterstützen, Verträge zu analysieren oder Risiken zu erkennen. Wer nicht weiß, wo diese Funktionen arbeiten, kann auch ihre regulatorische Bedeutung nicht verlässlich beurteilen.

    Mit dem EU AI Act steigen die Anforderungen an Unternehmen, ihren KI-Einsatz systematisch zu erfassen und je nach Anwendungsfall zu bewerten. Die Verordnung folgt einem risikobasierten Ansatz. Welche Pflichten gelten, hängt vom KI-System und seinem Verwendungszweck ab. Dafür brauchen Unternehmen Transparenz über ihre tatsächliche KI-Landschaft. Eine Conga-Befragung von 1.500 Führungskräften in Europa zeigt die Lücke zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Vorbereitung: Vier von fünf Befragten halten ihr Unternehmen für vorbereitet. Gleichzeitig weiß rund ein Fünftel nicht, dass ihre Systeme für Contract Lifecycle Management (CLM) oder Configure, Price, Quote (CPQ) bereits KI integrieren.

    Dieser Widerspruch ist entscheidend. Ein Unternehmen kann die regulatorischen Auswirkungen seiner KI-Nutzung nur bewerten, wenn es weiß, wo KI arbeitet, welche Aufgabe sie übernimmt und welche Entscheidungen sie beeinflusst. Ob ein konkretes KI-System als Hochrisiko-System im Sinne des EU AI Act gilt, hängt von seinem Einsatzzweck und den gesetzlichen Kriterien ab. CPQ- oder CLM-Systeme pauschal als Hochrisiko-KI einzuordnen, wäre daher ebenso falsch, wie sie ungeprüft aus der Compliance-Betrachtung auszuklammern.

    Der Compliance Blind Spot steckt im Alltag

    KI ist in Angebots- und Vertragsprozessen keine Zukunftstechnologie mehr. Bei der Angebotserstellung stellt sie Produktinformationen bereit, empfiehlt passende Artikel oder SKUs und unterstützt komplexe Konfigurationen. Bei der Preisfindung wertet sie historische Transaktionen, Kosteninformationen und andere Daten aus. Im Vertragsmanagement erstellt KI erste Entwürfe, analysiert Klauseln, erkennt Abweichungen und Risiken und überwacht nach Vertragsabschluss Fristen und Verpflichtungen.

    Mit jeder dieser Funktionen verändert sich die Compliance-Frage. Ein KI-System, das einen Text zusammenfasst, wirkt anders auf einen Geschäftsprozess als eines, das Preise empfiehlt, Vertragsrisiken bewertet oder weitere Prozessschritte anstößt. Unternehmen brauchen deshalb Klarheit darüber, welche Funktion die KI im konkreten Prozess übernimmt. Hier entsteht der blinde Fleck: KI-Funktionen werden zunehmend Bestandteil bestehender Software und erscheinen nicht zwangsläufig als eigenständiges »KI-System«. Ein Update oder eine neu aktivierte Funktion kann die Rolle einer Anwendung verändern, während Zuständigkeiten und Kontrollen unverändert bleiben.

    Eine belastbare Compliance beginnt deshalb mit einer Bestandsaufnahme und der Bearbeitung folgender Fragen:

    • Welche Systeme verwenden KI?
    • Welche Funktionen sind aktiviert?
    • Welche Entscheidungen bereiten sie vor oder beeinflussen sie?
    • Welche Daten verarbeiten sie?
    • Wer verantwortet die Anwendung?
    • Wer kontrolliert ihre Ergebnisse?

    Diese Inventarisierung endet nicht an Abteilungsgrenzen. Angebots- und Vertragsprozesse betreffen Sales, Pricing, Finance, Legal und IT. Jede Abteilung kann ihre Anwendungen kennen, während dem Unternehmen trotzdem die Gesamtsicht fehlt.

    Nachvollziehbarkeit wird zur Kernanforderung

    Auf dieser Bestandsaufnahme baut die Governance auf. Unternehmen legen fest, wer KI-Anwendungen verantwortet, welche Ergebnisse eine Prüfung erfordern und wann ein Mensch eine Entscheidung übernimmt. Bei relevanten KI-gestützten Entscheidungen bleibt nachvollziehbar, welche Informationen das System verwendet, welche Empfehlung es erzeugt und wie anschließend entschieden wurde. Gerade in Angebots- und Vertragsprozessen bauen Entscheidungen aufeinander auf: Eine Preisempfehlung fließt in ein Angebot ein, daraus entstehen Vertragsbedingungen, die wiederum Umsatz, Marge oder Verpflichtungen beeinflussen. Ein Fehler kann sich so über mehrere Arbeitsschritte fortsetzen.

    Auditierbarkeit betrifft deshalb den gesamten Entscheidungsweg. Woher stammten die Daten? Welche Version galt? Welche Empfehlung erzeugte das System? Hat ein Mitarbeiter sie übernommen oder verändert? Damit rückt die Datenqualität in den Mittelpunkt. Veraltete Produktdaten, widersprüchliche Vertragsinformationen oder unvollständige Kundenhistorien erschweren sowohl den operativen Prozess als auch die Nachvollziehbarkeit KI-gestützter Entscheidungen.

    Governance bedeutet nicht, jede Entscheidung einem Menschen vorzulegen. Entscheidend ist eine risikoadäquate Kontrolle. Das automatische Befüllen eines standardisierten Dokuments hat eine andere Tragweite als eine ungewöhnliche Vertragsklausel oder eine wirtschaftlich bedeutende Preisentscheidung. Unternehmen definieren, welche Ergebnisse automatisch weiterlaufen und wo ein Mensch prüft und entscheidet.

    Compliance endet nicht mit der Bestandsaufnahme

    Compliance ist keine einmalige Übung. KI-Funktionen verändern sich, Softwareanbieter erweitern ihre Anwendungen und Unternehmen aktivieren neue Möglichkeiten. Eine heute vollständige Bestandsaufnahme kann deshalb bald Lücken aufweisen. Unternehmen erfassen solche Veränderungen, bewerten neue KI-Funktionen vor ihrem Einsatz in geschäftskritischen Abläufen und prüfen bestehende Anwendungen regelmäßig auf Veränderungen bei Funktion, Datenbasis oder Risikoprofil.

    Das bindet Ressourcen. Audits, Dokumentation, Schulungen und technische Anpassungen gehören deshalb von Anfang an in die Investitionsplanung. Mitarbeiter brauchen keine Ausbildung zu KI-Spezialisten, aber ein Verständnis dafür, wann sie mit einem KI-gestützten System arbeiten, wo dessen Grenzen liegen und wann eine zusätzliche Prüfung sinnvoll ist. Zugleich verbessert diese Arbeit die Prozessqualität: Wer KI-Anwendungen inventarisiert, Verantwortlichkeiten festlegt, Datenquellen überprüft und Entscheidungswege dokumentiert, gewinnt einen besseren Überblick über seine kommerziellen Prozesse.

    Die gefährlichste KI ist die unbekannte

    Die Frage lautet längst nicht mehr, ob Unternehmen KI in Angebots- und Vertragsprozessen einsetzen. Entscheidend ist vielmehr, ob sie wissen, wo die KI arbeitet und welche Entscheidungen sie beeinflusst. Dort beginnt jede belastbare Compliance-Strategie. Bevor Unternehmen ihre KI-Nutzung regulatorisch bewerten, brauchen sie ein vollständiges Bild ihrer tatsächlichen KI-Landschaft, einschließlich Software, die ursprünglich für einen anderen Zweck eingeführt wurde und inzwischen KI-Funktionen enthält.

    Der EU AI Act bietet Anlass, neben einzelnen Anwendungen auch Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen zu überprüfen. Unternehmen sollten jederzeit erklären können, wo KI arbeitet, auf welcher Grundlage sie Entscheidungen vorbereitet, welche Entscheidungen sie beeinflusst und wer dafür Verantwortung trägt. Das größte Compliance-Risiko ist möglicherweise nicht die leistungsfähigste KI im Unternehmen, sondern eine KI, deren Einsatz niemand systematisch erfasst hat.

    Der erste Schritt zur KI-Compliance lässt sich daher einfach formulieren: Unternehmen klären zunächst, wo KI überhaupt eingesetzt wird. Erst dann können sie beurteilen, ob ihr Einsatz den regulatorischen Anforderungen entspricht.

    Nick Boyer, Senior Director, Strategic Consulting bei Conga

    Nick Boyer ist Pricing-Experte bei Conga und unterstützt Unternehmen bei der Bewältigung komplexer Preisgestaltungsaufgaben. Der ausgebildete Wirtschaftsprüfer und Chartered Accountant ist auf Preisstrategien, Angebots- und Verpackungsmodelle sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Unterstützung fundierter kaufmännischer Entscheidungen spezialisiert. Sein besonderes Interesse gilt der Frage, wie neue Technologien Unternehmen dabei helfen können, ihre Preisgestaltung zu optimieren und ihre kommerzielle Leistungsfähigkeit nachhaltig zu steigern.

     

    FAQ: KI-Compliance in Angebots- und Vertragsprozessen

    1. Was ist der »blinde Fleck« der KI-Compliance?
      Der Einsatz von KI in alltäglichen Geschäftsprozessen, den niemand systematisch erfasst hat – typischerweise KI-Funktionen, die in bestehende Software für Angebots- und Vertragsprozesse eingebettet sind und nicht als eigenständiges »KI-System« erscheinen.
    2. Warum sind ausgerechnet CPQ- und CLM-Systeme kritisch?
      Weil sie Produkte und SKUs empfehlen, Konfigurationen unterstützen, Preise auf Basis historischer Transaktionen stützen, Vertragsentwürfe erstellen, Klauseln analysieren, Abweichungen und Risiken erkennen sowie Fristen überwachen – also Entscheidungen mit direkter Wirkung auf Umsatz, Marge und Verpflichtungen vorbereiten.
    3. Was besagt die Conga-Befragung?
      Von 1.500 befragten Führungskräften in Europa halten vier von fünf ihr Unternehmen für vorbereitet, während rund ein Fünftel nicht weiß, dass die eigenen CLM- oder CPQ-Systeme bereits KI integrieren.
    4. Sind CPQ- und CLM-Systeme automatisch Hochrisiko-KI?
      Der EU AI Act folgt einem risikobasierten Ansatz: Maßgeblich sind Einsatzzweck und gesetzliche Kriterien. Eine pauschale Einstufung wäre ebenso falsch wie ein ungeprüftes Ausklammern aus der Compliance-Betrachtung.
    5. Womit beginnt eine belastbare KI-Compliance?
      Mit einer Bestandsaufnahme: Welche Systeme verwenden KI, welche Funktionen sind aktiviert, welche Entscheidungen bereiten sie vor, welche Daten verarbeiten sie, wer verantwortet die Anwendung und wer kontrolliert die Ergebnisse?
    6. Warum reicht es nicht, wenn jede Abteilung ihre Systeme kennt?
      Angebots- und Vertragsprozesse laufen quer durch Sales, Pricing, Finance, Legal und IT. Jede Abteilung kann ihre Anwendungen kennen – dem Unternehmen fehlt trotzdem die Gesamtsicht.
    7. Was bedeutet Auditierbarkeit konkret?
      Nachvollziehbar bleibt der gesamte Entscheidungsweg: Woher stammten die Daten, welche Version galt, welche Empfehlung erzeugte das System, und hat ein Mitarbeiter sie übernommen oder verändert?
    8. Welche Rolle spielt die Datenqualität?
      Eine zentrale: Veraltete Produktdaten, widersprüchliche Vertragsinformationen oder unvollständige Kundenhistorien erschweren den operativen Prozess ebenso wie die Nachvollziehbarkeit KI-gestützter Entscheidungen.
    9. Muss ein Mensch jede KI-Empfehlung prüfen?
      Nein, entscheidend ist eine risikoadäquate Kontrolle. Das automatische Befüllen eines Standarddokuments hat eine andere Tragweite als eine ungewöhnliche Vertragsklausel oder eine wirtschaftlich bedeutende Preisentscheidung. Unternehmen definieren, was automatisch weiterläuft und wo ein Mensch prüft.
    10. Ist die Bestandsaufnahme damit abgeschlossen?
      Anbieter erweitern ihre Anwendungen, Updates aktivieren neue Funktionen – eine heute vollständige Übersicht kann bald Lücken aufweisen. Neue KI-Funktionen werden vor dem Einsatz in geschäftskritischen Abläufen bewertet, bestehende regelmäßig auf Funktion, Datenbasis und Risikoprofil geprüft. Audits, Dokumentation, Schulungen und technische Anpassungen gehören in die Investitionsplanung.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

     

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  • Amazonastag: Klimaschutz im wichtigsten Biom Brasiliens beginnt in den Städten

    Amazonastag: Klimaschutz im wichtigsten Biom Brasiliens beginnt in den Städten

    Illustration Absmeier foto magnific

    Der Schutz des Amazonas entscheidet sich nicht allein im Regenwald, sondern in den Rathäusern der Region: Mit dem Programm Mutirão Brasil entwickeln elf Amazonas-Kommunen Klimapläne, konkrete Projekte und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen – unterstützt von C40 Cities, dem Global Covenant of Mayors, der brasilianischen Bundesregierung und einer KI-Plattform, die Klimaplanung von der Diagnose in die Umsetzung bringt.

     

    Management Summary

    • Klimaschutz wird kommunal: Über Entwaldung hinaus entscheidet sich der Amazonas-Klimaschutz in den Städten – bei Infrastruktur, Daseinsvorsorge, Abfall, Mobilität und wirtschaftlicher Entwicklung.
    • Elf Städte, ein Programm: Mutirão Brasil von C40 Cities und GCoM unterstützt seit der COP30 elf Amazonas-Kommunen – von Klima-Governance und lokalen Klimaplänen (u. a. Altamira, Boa Vista, Rio Branco) bis zu Projekten für organische Abfälle und nachhaltige Mobilität (u. a. Ananindeua, Belém, Porto Velho).
    • KI macht Klimadaten entscheidungsfähig: Der City Climate Compass verknüpft Klimadaten, lokale Emissions- und Risikoprofile mit künstlicher Intelligenz, arbeitet bereits mit 50 brasilianischen Kommunen und stellt eine öffentlich zugängliche Datenbank bereit.
    • Mehrebenen-Governance als Erfolgsfaktor: Kommunen, Bundesregierung (MCID, MMA, COP30-Präsidentschaft, Föderationsrat) und ein technisches Partnernetzwerk arbeiten in einer Struktur zusammen, die Planung, Fachwissen und Umsetzung zusammenführt.
    • Messbares Ziel bis 2027: Mehr als 50 Kommunen und Bundesstaaten sollen 20 finanzierungsreife Projekte entwickeln – flankiert von Klimafinanzierung, Datenzugang, klimagerechter Haushaltsplanung und Klimadiplomatie.

     

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Klimaschutz im Amazonasgebiet entscheidet sich in den Städten: Planung, Daten und KI-gestützte Werkzeuge treffen auf kommunale Infrastruktur- und Mobilitätsprojekte. (Symbolbild)

     

    Am 5. September begeht Brasilien den Amazonas-Tag, einen Gedenktag, der weltweit auf die Bedeutung des Schutzes des größten tropischen Regenwaldes der Erde aufmerksam machen soll. Der Schutz des Amazonasgebiets geht jedoch weit über die Bekämpfung der Entwaldung hinaus, deren Warnsignale 2026 den niedrigsten Stand seit Beginn der historischen Aufzeichnungen des brasilianischen Nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE) erreicht haben [1]. Er bedeutet auch, sich mit den Städten der Region auseinanderzusetzen, in denen Millionen Menschen leben und in denen Entscheidungen über Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen, Abfallwirtschaft, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich dafür sind, wie die Regionen auf den Klimawandel reagieren werden.

     

    Seit der COP30, die im vergangenen Jahr in Belém stattfand, unterstützt das Programm Mutirão Brasil, eine gemeinsame Initiative von C40 Cities und dem Global Covenant of Mayors for Climate & Energy (GCoM), 11 Städte im Amazonasgebiet in verschiedenen Bereichen des Klimaschutzes. Dabei werden Planung, die Stärkung der öffentlichen Verwaltung und die Entwicklung konkreter Lösungen miteinander verbunden.

     

    Zu den unterstützten Städten im Amazonasgebiet gehören Altamira, Barcarena, Boa Vista, Cáceres, Parintins und Rio Branco. Sie stärken ihre Klimagovernance und entwickeln lokale Klimaschutzpläne. Diese Pläne helfen den Kommunen, die Risiken zu verstehen, denen sie ausgesetzt sind, ihre wichtigsten Emissionsquellen zu identifizieren und Prioritäten festzulegen, um diese Auswirkungen zu reduzieren und die Städte auf ein sich veränderndes Klima vorzubereiten.

    Weitere Städte im Amazonasgebiet treiben im Rahmen des Programms konkrete Projekte voran. Ananindeua und Benevides arbeiten an der Entwicklung von Initiativen zur Bewirtschaftung organischer Abfälle, mit einem Schwerpunkt auf der Verringerung von Methanemissionen und der Förderung der Kreislaufwirtschaft. Belém und Porto Velho treiben Projekte für nachhaltige urbane Mobilität voran, darunter Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr und die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten. Rio Branco verbindet die Entwicklung seines Klimaplans mit Unterstützung zur Stärkung der Abfallwirtschaft.

     

    Hélinah Cardoso, Engagement Lead des C40 x GCoM Mutirão-Programms, sagte:

    »Das Ergebnis ist ein Ansatz, der von der Planung zu konkretem Handeln führt: die Herausforderungen jeder Stadt zu verstehen, Prioritäten festzulegen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Lösungen entsprechend den Gegebenheiten der jeweiligen Region im Amazonasgebiet entwickelt und umgesetzt werden können. Diese Arbeit wird gemeinschaftlich entwickelt: Partner wie der Nationale Bürgermeisterverband und ICLEI – Local Governments for Sustainability tragen dazu bei, den Prozess schneller und effektiver zu gestalten.«

     

    Ein Vermächtnis der COP30

    Die Initiative ist Teil des Kooperationsvermächtnisses, das rund um die COP30 aufgebaut wurde, und zeigt, wie diese Zusammenarbeit über die Konferenz hinaus fortgesetzt werden kann: Nationale und lokale Regierungen, technisches Fachwissen und die Bedürfnisse der Regionen werden enger zusammengebracht, um Klimaverpflichtungen in konkrete Maßnahmen in brasilianischen Städten zu übersetzen. Das Programm arbeitet eng mit Partnern der Bundesregierung zusammen, darunter das Ministerium für Städte, das Ministerium für Umwelt und Klimawandel, die COP30-Präsidentschaft und der Föderationsrat.

     

    Belén Jiménez, Senior Engagement Manager bei GCoM, sagte:

    »Der Amazonas steht im Mittelpunkt der globalen Klimaagenda. Seine Transformation hängt jedoch auch davon ab, wie gut Städte planen und handeln können. Auf kommunaler Ebene werden Entscheidungen über Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen und Entwicklung konkret und wirken sich unmittelbar auf das Leben der Menschen aus.«

     

    Wenn Technologie Städten hilft, besser zu planen

    Eines der Instrumente, die dazu beitragen, diesen Prozess zu beschleunigen, ist der City Climate Compass, eine auf künstlicher Intelligenz basierende Plattform, die von C40 Cities und GCoM entwickelt wurde [2]. Sie kombiniert Klimadaten, Informationen über lokale Emissionen und Risiken sowie künstliche Intelligenz, um Kommunen dabei zu unterstützen, Klimaschutzmaßnahmen zu identifizieren und zu priorisieren. Die Initiative arbeitet bereits mit 50 brasilianischen Kommunen zusammen und hat zudem eine öffentlich zugängliche Datenbank mit Klimainformationen für Kommunen im ganzen Land entwickelt. Jede Kommune kann die auf der Plattform verfügbaren Daten nutzen, um ihre wichtigsten Risiken und Chancen zu verstehen und Maßnahmen zu identifizieren, die zu ihren jeweiligen Gegebenheiten passen.

    Die Stadt Rio Branco ist ein Beispiel dafür, wie dieser Ansatz im Amazonasgebiet angewendet wird. Der City Climate Compass unterstützt die Entwicklung des kommunalen Klimaplans und hilft der Stadt, Maßnahmen auf Grundlage der in ihrem Gebiet identifizierten Risiken und Chancen zu priorisieren. Das Instrument zeigt zudem, wie technologische Innovation dazu beitragen kann, den Zugang zu Klimadaten zu demokratisieren. Die Plattform wurde mit einer an den brasilianischen Kontext angepassten Methodik entwickelt und gleicht Emissionsprofile, Risiken und Vulnerabilitäten mit Maßnahmen zur Minderung und Anpassung ab, um die Entscheidungsfindung auf lokaler Ebene zu unterstützen.

     

    Für Sandino Lamarca, Senior Data Manager bei C40 und GCoM, bedeutet die Förderung von Klimaschutzmaßnahmen in Städten auch, den Zugang zu Daten und Instrumenten auszuweiten, die Regierungen in die Lage versetzen, fundiertere Entscheidungen zu treffen:

    »Mit einem einfacheren Zugang zu Informationen, Daten und neuen Technologien können Städte die Komplexität der klimatischen Herausforderungen in klarere Entscheidungen darüber übersetzen, wo und wie gehandelt werden muss. Der Climate Compass ist Teil dieser Bemühungen: Er unterstützt Kommunen dabei, ihre Risiken zu verstehen, Chancen zu erkennen und Maßnahmen auf Grundlage ihrer eigenen Gegebenheiten zu priorisieren. Ziel ist es, dass Klimaplanung über die Diagnose hinausgeht und zu einem Instrument wird, das Entscheidungen lenkt und öffentliche Politik verändert.«

     

    Über das Programm Mutirão Brasil

    Das Programm Mutirão Brasil ist eine strategische Initiative von C40 Cities und dem Global Covenant of Mayors for Climate & Energy (GCoM), die darauf abzielt, die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in brasilianischen Städten durch die Zusammenarbeit zwischen lokalen Regierungen, der nationalen Regierung und internationalen Partnern zu beschleunigen.

    Das Programm wurde vor dem Hintergrund der internationalen Klimaführungsrolle Brasiliens und seiner Präsidentschaft der COP30 ins Leben gerufen. Es übersetzt klimapolitische Ambitionen in konkrete Ergebnisse, indem es die Voraussetzungen dafür stärkt, dass Städte wirkungsvolle Projekte entwickeln und voranbringen können. Die Initiative unterstützt mehr als 50 brasilianische Kommunen und Bundesstaaten bei der Entwicklung von 20 finanzierungsreifen Projekten in den Bereichen nachhaltige urbane Mobilität und Abfallwirtschaft sowie bei der Klimaplanung im Amazonasgebiet. Gleichzeitig mobilisiert sie bereichsübergreifende Unterstützung in den Bereichen Klimafinanzierung, Zugang zu Daten, Klimadiplomatie, klimagerechte Haushaltsplanung und inklusive Klimaschutzmaßnahmen.

    Das Programm zeigt, wie Partnerschaften zwischen verschiedenen staatlichen Ebenen die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen dort beschleunigen können, wo sie am wichtigsten sind: in den Städten. Damit positioniert es Brasilien bis 2027 als internationales Referenzbeispiel für Mehrebenen-Klimagovernance und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in großem Maßstab.

    Der Nationale Bürgermeisterverband (FNP) fungiert als unterstützender Partner des Programms und stärkt die Zusammenarbeit mit kommunalen Führungspersönlichkeiten im ganzen Land. Mutirão Brasil wird in Zusammenarbeit mit einer breiten Koalition technischer Partner umgesetzt, darunter WRI Brasil, ICCT, Instituto 17 + Instituto Pólis (i17), Cities Climate Finance Leadership Alliance / Climate Policy Initiative (CCFLA / CPI), Urban Climate Change Research Network (UCCRN), ICLEI South America, der Brasilianische Rat für nachhaltiges Bauen (CBC) und der Brasilianische Gemeindeverband (ABM).

    Das Programm unterhält außerdem eine strategische Koordination mit dem Ministerium für Städte (MCID), dem Ministerium für Umwelt und Klimawandel (MMA), der COP30-Präsidentschaft, dem Föderationsrat, dem Büro des Kabinettschefs sowie weiteren Ministerien der Bundesregierung. Dadurch wird die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Regierungsebenen gestärkt, um Klimaschutzmaßnahmen vor Ort zu beschleunigen.

     

    FAQ: Zehn Fragen zum kommunalen Klimaschutz im Amazonasgebiet

    1. Was ist der Amazonas-Tag und warum ist er relevant?
      Brasilien begeht den Amazonas-Tag am 5. September. Er lenkt den Blick weltweit auf den Schutz des größten tropischen Regenwaldes – und zunehmend auch auf die Rolle der Städte in der Region.
    2. Warum reicht Entwaldungsbekämpfung allein nicht aus?
      Die Entwaldungswarnungen des INPE haben 2026 den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. In den Städten der Region leben jedoch Millionen Menschen; dort entscheiden Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen, Abfallwirtschaft, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung darüber, wie die Regionen auf den Klimawandel reagieren.
    3. Was ist das Programm Mutirão Brasil?
      Eine gemeinsame Initiative von C40 Cities und dem Global Covenant of Mayors for Climate & Energy (GCoM), die die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in brasilianischen Städten durch Zusammenarbeit von Kommunen, Bundesregierung und internationalen Partnern beschleunigt.
    4. Welche Städte im Amazonasgebiet werden unterstützt?
      Insgesamt elf Städte. Altamira, Barcarena, Boa Vista, Cáceres, Parintins und Rio Branco stärken ihre Klimagovernance und erarbeiten lokale Klimapläne; Ananindeua, Benevides, Belém, Porto Velho und Rio Branco treiben konkrete Projekte voran.
    5. Welche konkreten Projekte entstehen dort?
      Ananindeua und Benevides entwickeln Initiativen zur Bewirtschaftung organischer Abfälle mit Fokus auf geringere Methanemissionen und Kreislaufwirtschaft. Belém und Porto Velho arbeiten an nachhaltiger urbaner Mobilität, darunter besserer Nahverkehr und Flottenelektrifizierung. Rio Branco verbindet seinen Klimaplan mit einer stärkeren Abfallwirtschaft.
    6. Wozu dienen lokale Klimapläne?
      Sie helfen Kommunen, ihre Risiken zu verstehen, die wichtigsten Emissionsquellen zu identifizieren und Prioritäten zu setzen, um Auswirkungen zu reduzieren und die Stadt auf ein sich veränderndes Klima vorzubereiten.
    7. Was ist der City Climate Compass?
      Eine von C40 Cities und GCoM entwickelte Plattform auf Basis künstlicher Intelligenz. Sie kombiniert Klimadaten, Informationen zu lokalen Emissionen und Risiken sowie KI, um Klimaschutzmaßnahmen zu identifizieren und zu priorisieren.
    8. Wie viele Kommunen nutzen die Plattform bereits?
      Die Initiative arbeitet mit 50 brasilianischen Kommunen zusammen und stellt zusätzlich eine öffentlich zugängliche Datenbank mit Klimainformationen für Kommunen im ganzen Land bereit. Rio Branco nutzt das Instrument für die Entwicklung seines kommunalen Klimaplans.
    9. Welche Rolle spielt die COP30?
      Das Programm ist Teil des Kooperationsvermächtnisses rund um die COP30 in Belém. Es zeigt, wie die Zusammenarbeit von nationalen und lokalen Regierungen, technischem Fachwissen und regionalen Bedürfnissen über die Konferenz hinaus fortgeführt wird.
    10. Welche Ziele verfolgt das Programm bis 2027?
      Mehr als 50 brasilianische Kommunen und Bundesstaaten sollen 20 finanzierungsreife Projekte in nachhaltiger urbaner Mobilität und Abfallwirtschaft sowie Klimaplanung im Amazonasgebiet entwickeln. Damit positioniert sich Brasilien als internationales Referenzbeispiel für Mehrebenen-Klimagovernance.

    [1] https://oc.eco.br/en/amazon-deforestation-alerts-hit-all-time-low-in-2026/

    [2] https://bussola-climatica.org/

     

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    Rechenzentren sind energiehungrig, aber unverzichtbar. Wie kann man sie möglichst energieeffizient und nachhaltig betreiben?   Rechenzentren bilden die Grundlage für digitale Prozesse in Industrie, Gesundheitswesen und Verwaltung. Ohne sie gäbe es keine verlässliche digitale Infrastruktur, auf die Gesellschaft und Wirtschaft angewiesen sind. Umso wichtiger ist es, Rechenzentren so energieeffizient und nachhaltig wie möglich zu betreiben…

    Mit KI, Nachhaltigkeit und Resilienz zum Unternehmenserfolg 2026 – Zukunft jetzt gestalten

    2026 steht im Zeichen des digitalen Umbruchs: Künstliche Intelligenz, nachhaltige Technologien und resiliente Strukturen werden zur Grundlage für den Unternehmenserfolg. Unternehmen müssen sich neuen regulatorischen Anforderungen, Cyberrisiken und dem Fachkräftemangel stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer jetzt in Innovation, Talente und verantwortungsvolle Datenstrategien investiert, gestaltet die Zukunft aktiv mit.

    Nachhaltigkeit bleibt in Unternehmen Chefsache – doch die Dynamik ist dahin

    In 73 Prozent der Unternehmen ist die Verantwortung für die Nachhaltigkeitstransformation weiterhin auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene verankert. Die selbstgesteckten Klimaziele haben überwiegend Bestand. Allerdings verliert das Thema merklich an Priorität und Dynamik. Das zeigt der vierte Sustainability Transformation Monitor (STM) der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator, der Universität Hamburg und der Peer School for Sustainable…

    Panduit erhält Auszeichnung für Nachhaltigkeitsleistung

    Silbermedaille unterstreicht Nachhaltigkeitsmanagement in Umwelt, Soziales, Ethik und Beschaffung.   Panduit, ein weltweit tätiger Hersteller von Lösungen für physische Netzwerk und elektrische Infrastrukturen, wurde von EcoVadis, einem der international führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsratings, mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Die Bewertung bestätigt die Nachhaltigkeitsstrategie und die unternehmensweiten Maßnahmen von Panduit in den Bereichen Umwelt, Soziales, Ethik und…

    Das CO₂-Budget als Gamechanger einer aktiven Steuerung der Dekarbonisierung – Erfolgsfaktoren für eine ganzheitliche Klimastrategie

    Die Welt steht weiter vor der Herausforderung, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Doch wie kommen Unternehmen aus der Automobilindustrie schneller und konsequenter voran? Die ganzheitliche CO₂-Strategie des europäischen Batteriezellenherstellers PowerCo SE zeigt einen Lösungsansatz.

    Wie ECM-Lösungen den grünen Wandel weiter beschleunigen – Nachhaltigkeit trifft Digitalisierung

    Ressourcenschonung ist eines der Prinzipien der DAH Gruppe, sowohl bei der Erzeugung von Strom, Gas und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern als auch in der Verwaltung. Seit 2024 setzt die Gruppe für Letzteres auf eine cloudbasierte Systemarchitektur aus eng verzahnter ECM- und ERP-Lösung.

    Kommunen sollten KI für Klima und Umwelt nutzen

    These: Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit vertragen sich gut, wenn man es richtig macht. Smart-City-Experte Dr. Daniel Trauth: »Richtig eingesetzt, lässt sich durch KI-Optimierung die Nachhaltigkeitsbilanz etwa im kommunalen Bereich im großen Stil verbessern. Das schont nicht nur die natürlichen Ressourcen vor Ort, sondern auch die Haushalte der Kommunen.«   Künstliche Intelligenz (KI) hat viele Facetten,…

    Flüssigkeitsgekühlte Rechenzentren: Für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

    Flüssigkeitsgekühlte Rechenzentren ermöglichen eine effiziente Wärmeableitung und sind besonders für hochdichte KI- und HPC-Anwendungen geeignet, während sie gleichzeitig die Energieeffizienz steigern und Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Im Interview erklärt Clark Li, Country Manager von KAYTUS für die DACH-Region, warum umfassende Flüssigkeitskühlungstechnologien und grüne Prinzipien entlang des gesamten Produktlebenszyklus notwendig sind, um gesetzlichen Vorgaben und Umweltverantwortung gerecht zu…

    KI und das Klima: Mehrheit der Unternehmen erwartet CO₂-Einsparungen

    84 Prozent sehen KI als Chance für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz – der hohe Stromverbrauch bleibt aber problematisch. Für knapp 6 von 10 Unternehmen hat Klimaschutz im Jahr 2025 an Bedeutung gewonnen. Verzicht auf Ausdrucke, Videocalls statt Dienstreisen, Refurbished-IT – wie die deutsche Wirtschaft nachhaltiger wird.   Künstliche Intelligenz soll sich in der deutschen Wirtschaft…

    Siemens erzielt signifikante Fortschritte bei Nachhaltigkeitszielen für 2030

    Vermiedene Kundenemissionen steigen auf 694 Millionen Tonnen. Robust-Eco-Design-Ansatz deckt über zwei Drittel des relevanten Siemens-Portfolios ab. Mehr als eine Million Menschen weltweit profitieren von den externen Lernangeboten von Siemens. Mehr als die Hälfte der taxonomiefähigen Umsätze entspricht EU-Taxonomiestandards. Aktualisierte DEGREE-Ziele machen Nachhaltigkeits-Ambitionen messbar und weisen den Weg bis 2030.   Siemens treibt die Umsetzung seiner…

    Nachhaltigkeit verankert im Geschäftsmodell beschert Poleposition in Resilienz, Innovation und finanzielle Rendite

    83 % der befragten deutschen Unternehmen betrachten IT als einen wichtigen Faktor, um ihre Umweltziele zu erreichen. Global sind es 78 %.   Kyndryl, Anbieter von unternehmenskritischen Technologiedienstleistungen, hat in Zusammenarbeit mit Microsoft die Ergebnisse der dritten jährlichen Global Sustainability Barometer Study von Ecosystm veröffentlicht [1]. Die Studie zeigt, dass integrationsorientierte Unternehmen – also solche,…

    Pflicht oder Chance? Nachhaltigkeitsdaten in Echtzeit erfassen und verwalten

    Die Diskussion um Environmental, Social, and Governance (ESG) entwickelt sich von einem Trendthema zu einer zentralen Herausforderung für Unternehmen. Nachhaltiges Wirtschaften ist längst nicht mehr nur ein moralisches Statement, sondern ein relevanter Wettbewerbsfaktor. Doch wie lassen sich CO₂e-Emissionen und andere Umweltkennzahlen sinnvoll erfassen, wenn die Datenquellen fragmentiert sind? Wie können Unternehmen valide, prüfbare Informationen bereitstellen…

    noris network errichtet 30 MW Datacenter in Frankfurt: Nachhaltigkeit trifft Hochverfügbarkeit

    Mit dem Bau des neuen Rechenzentrums FRA1 in Schwalbach bei Frankfurt setzt noris network einen weiteren Meilenstein für die digitale Infrastruktur in Deutschland. Das Datacenter vereint höchste Verfügbarkeit, maximale Leistungsfähigkeit und konsequente ökologische Verantwortung. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant.   Das noris Datacenter FRA1 stellt auf drei Ebenen eine IT-Fläche von 7.000 qm…

    Effizienter zur Nachhaltigkeits-berichterstattung – mit KI als Unterstützung

    Die ESG-Berichtspflicht ist da. Für einige Unternehmen eine Chance, sich mit Nachhaltigkeit zu profilieren. Für andere ein bürokratischer Albtraum. Eines aber gilt für alle: Der Nachhaltigkeitsbericht muss erstellt werden. Und das ist nicht nur ein bisschen Tabellenfüllen und ein paar gute Taten beschreiben. Es geht um strukturierte, prüffähige, standardisierte Angaben entlang von bis zu 1300…

  • Wenn Maschinen verstehen, was sie tun – die fünf Technologien hinter Physical AI

    Wenn Maschinen verstehen, was sie tun – die fünf Technologien hinter Physical AI

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Physical AI bringt künstliche Intelligenz aus der digitalen Analyse in die reale Welt: Maschinen nehmen ihre Umgebung wahr, interpretieren Situationen und handeln selbstständig. Entscheidend ist nicht eine einzelne Technologie, sondern das orchestrierte Zusammenspiel von Sensorik, Edge Computing, KI, Konnektivität und Robotik. Für Entscheider eröffnet dies neue Potenziale bei Produktivität, Qualität und Resilienz – verlangt aber zugleich einen integrierten Architektur-, Daten- und Governance-Ansatz.

    Management Summary

    • Physical AI schließt den Regelkreis: Wahrnehmen, verstehen, entscheiden und handeln werden zu einem durchgängigen Prozess in der realen Welt.
    • Fünf Technologien bilden das Fundament: Sensorik und Sensorfusion, Edge Intelligence, KI-Modelle, 5G/6G-Konnektivität sowie adaptive Robotik müssen als Gesamtsystem konzipiert werden.
    • Echtzeitfähigkeit wird zum Wettbewerbsfaktor: Lokale Datenverarbeitung reduziert Latenzen, spart Bandbreite und ermöglicht unmittelbare Qualitäts- und Prozessentscheidungen.
    • Hybride KI schafft Verlässlichkeit: Generative Modelle liefern Kontextverständnis und Planung; klassische Verfahren sichern deterministische Steuerung und präzise Ausführung.
    • Der Business Case beginnt fokussiert: Unternehmen sollten klar messbare Pilotanwendungen priorisieren, Standards und Governance früh verankern und erfolgreiche Lösungen skalierbar industrialisieren.

     

    Physical AI gilt als nächster Evolutionsschritt industrieller Digitalisierung, doch der Begriff bleibt oft abstrakt. Was genau versetzt Maschinen in die Lage, ihre Umgebung zu verstehen und eigenständig zu handeln? Ein Blick auf die zugrunde liegenden Technologien zeigt: Erst das Zusammenspiel weniger, aber entscheidender Bausteine macht aus datengetriebenen Systemen tatsächlich handlungsfähige Akteure. NTT DATA, ein weltweit führender Anbieter von KI-, digitalen Business- und Technologie-Services, verrät, welche fünf Technologien dafür notwendig sind.

     

    Lange Zeit war Künstliche Intelligenz auf die Analyse von Daten beschränkt. Mit Physical AI erweitert sich dieser Ansatz um eine neue Dimension: Die Systeme erfassen ihre Umgebung direkt über Kameras, Lidar-Technologie und andere Sensoren. Dadurch können sie die reale Welt interpretieren und flexibel auf Veränderungen reagieren. Im Unterschied zur klassischen Automatisierung müssen nicht mehr alle Regeln und Szenarien im Vorfeld explizit definiert beziehungsweise programmiert werden. Damit diese Form der KI funktioniert, reicht es jedoch nicht aus, bestehende Technologien einfach weiterzuentwickeln. Physical AI entsteht erst dort, wo mehrere technologische Disziplinen ineinandergreifen und einen geschlossenen Regelkreis aus Wahrnehmung, Interpretation und Aktion bilden. Fünf Bausteine sind dabei besonders entscheidend:

     

    1. Sensorik und Sensorfusion als Grundlage der Wahrnehmung:
      Physical AI beginnt mit der Fähigkeit, die reale Welt präzise zu erfassen. Moderne Sensorsysteme übernehmen dabei die Rolle eines fein abgestimmten Nervensystems: Sie messen Temperatur, Druck, Vibrationen, Positionen in Räumen oder optische Eigenschaften und wandeln physikalische Zustände in digitale Signale um. Entscheidend ist jedoch nicht der einzelne Sensor, sondern das Zusammenspiel vieler Datenquellen. Erst durch Sensorfusion entsteht ein konsistentes Gesamtbild, das Rückschlüsse auf komplexe Zusammenhänge erlaubt. In der industriellen Praxis bedeutet das beispielsweise, dass sich Zustände von Maschinen nicht mehr isoliert bewerten lassen, sondern im Kontext mehrerer Parameter interpretiert werden. Diese Fähigkeit ist essenziell, um Anomalien zuverlässig zu erkennen und adaptive Prozesse zu ermöglichen.

     

    1. Edge Intelligence und energieeffiziente Chips für Echtzeitentscheidungen:
      Die Verarbeitung großer Datenmengen direkt dort, wo sie entstehen, ist eine zentrale Voraussetzung für Physical AI. Moderne Sensoren und eingebettete Systeme verfügen zunehmend über eigene Rechenkapazitäten und führen Machine-Learning-Modelle lokal aus. Diese Verlagerung von Intelligenz an den Rand des Netzwerks reduziert Latenzen erheblich und ermöglicht Reaktionen in Millisekunden. Voraussetzung dafür sind hochspezialisierte, energieeffiziente Chips, die selbst komplexe KI-Modelle unter begrenzten Ressourcen ausführen können. Solche Architekturen sind darauf optimiert, Muster in Datenströmen unmittelbar zu erkennen – etwa um Verschleiß frühzeitig zu identifizieren oder Qualitätsabweichungen direkt im Produktionsprozess zu korrigieren. Gleichzeitig sinkt der Bedarf, große Datenmengen zentral zu übertragen, was sowohl Bandbreite als auch Energie spart.

     

    1. Künstliche Intelligenz als analytischer Kern:
      Die eigentliche Wertschöpfung von Physical AI entsteht durch die Fähigkeit, Daten nicht nur zu sammeln, sondern in verwertbares Wissen zu überführen. Hierfür kommen Verfahren des maschinellen Lernens, der Mustererkennung und zunehmend auch generative KI-Modelle ins Spiel. Insbesondere Foundation Models und sogenannte Vision-Language-Action-Modelle (VLA) verändern die Entwicklung intelligenter Umgebungen grundlegend. Anstatt jede Anwendung mit großen Mengen spezifischer Daten von Grund auf neu zu trainieren, können Unternehmen auf bereits vortrainierte Modelle aufbauen und diese gezielt für komplexe Einsatzszenarien anpassen. Dadurch verkürzen sich die Entwicklungszeiten erheblich und neue Anwendungsfälle lassen sich schneller produktiv umsetzen. VLA-Modelle interpretieren wiederum visuelle Informationen, Sprache und Kontext gemeinsam. Das bedeutet, dass die Maschinen gesprochene Befehle verstehen, auf unerwartete Situationen reagieren und konkrete Aktionen für Greifarme oder Antriebe auslösen können. Für deterministische Steuerungs-, Regelungs- und Sicherheitsaufgaben bleiben klassische KI-Verfahren jedoch weiterhin unverzichtbar. Das größte Potenzial entsteht dort, wo beide Ansätze zusammenwirken: Generative Modelle übernehmen Wahrnehmung, Kontextverständnis und Planung, während klassische KI-Methoden eine präzise und verlässliche Ausführung sicherstellen.

     

    1. Vernetzung durch 5G/6G und industrielle Kommunikationsstandards:
      Damit Physical-AI-Systeme konsistent arbeiten können, müssen Daten in hoher Geschwindigkeit und mit minimaler Verzögerung sicher übertragen werden. Moderne Kommunikationsinfrastrukturen wie 5G und perspektivisch 6G schaffen dafür die Grundlage. Sie ermöglichen eine zuverlässige, latenzarme Vernetzung von Maschinen, Sensoren und IT-Systemen – selbst in hochdynamischen Produktionsumgebungen. Parallel dazu gewinnen standardisierte Protokolle und Datenmodelle an Bedeutung, etwa zur semantischen Beschreibung von Maschinendaten und zur Sicherstellung von Interoperabilität. Nur wenn unterschiedliche Systeme dieselbe »Sprache« sprechen, lassen sich Daten effizient integrieren und weiterverarbeiten. Diese durchgängige Konnektivität ist entscheidend, um isolierte Insellösungen zu vermeiden und eine ganzheitliche Sicht auf Produktionsprozesse zu schaffen.

     

    1. Fortschrittliche Robotik und adaptive Aktorik:
      Während Sensorik und KI die Wahrnehmung und Entscheidungsfindung übernehmen, liegt die physische Umsetzung in der Hand moderner Robotiksysteme. Neue Generationen von Robotern sind nicht mehr auf starre Abläufe beschränkt, sondern reagieren flexibel auf ihre Umgebung. Möglich wird das durch verbesserte Aktorik, präzisere Steuerungssysteme und die enge Integration von KI-Modellen. Kollaborative Roboter, autonome Transportsysteme oder adaptive Greifsysteme sind in der Lage, ihre Bewegungen dynamisch anzupassen und auch in unstrukturierten Umgebungen zuverlässig zu agieren. Damit schließt sich der Regelkreis: Systeme erfassen ihre Umwelt, interpretieren die Daten und setzen Entscheidungen unmittelbar in physische Aktionen um.

     

    »In klassischen Fertigungsumgebungen war das mechanische Zusammenspiel der Maschinen jahrzehntelang der entscheidende Faktor für Effizienz und Produktivität. Stückzahlen, Taktzeiten und Materialfluss bestimmten das Geschehen auf dem Shopfloor. Zwar hat sich die Perspektive heute nicht grundlegend verschoben, denn nach wie vor zählt das Ergebnis. Verändert hat sich jedoch unser Verständnis von Automatisierung insgesamt«, erklärt Oliver Köth, Managing Director Technology & Innovation DACH bei NTT DATA. »Mit Physical AI lassen sich Systeme schaffen, die eigenständig mit Unsicherheit und Varianz umgehen und daraus die richtigen Entscheidungen ableiten. Gerade im Fertigungsbereich sind solche Fähigkeiten gefragt. Voraussetzung dafür ist das Zusammenspiel mehrerer technologischer Entwicklungen. Erst wenn Sensorik, KI, Konnektivität und Robotik nahtlos ineinandergreifen, entstehen Systeme, die ihre Umgebung verstehen und eigenständig handeln können.«

     

    FAQ: Physical AI

    1. Was ist Physical AI?
      Physical AI bezeichnet KI-Systeme, die ihre physische Umgebung erfassen, interpretieren und durch Robotik oder Aktorik gezielt beeinflussen.
    2. Worin unterscheidet sie sich von klassischer Automatisierung?
      Klassische Automatisierung folgt vorab definierten Regeln; Physical AI kann auf Variationen und unerwartete Situationen adaptiv reagieren.
    3. Welche fünf Technologien sind zentral?
      Sensorik und Sensorfusion, Edge Intelligence und effiziente Chips, KI-Modelle, 5G/6G und industrielle Standards sowie fortschrittliche Robotik und Aktorik.
    4. Warum ist Sensorfusion wichtig?
      Sie verbindet unterschiedliche Messwerte zu einem belastbaren Gesamtbild und verbessert damit Erkennung, Kontextverständnis und Entscheidungsqualität.
    5. Welche Rolle spielt Edge Computing?
      Es verarbeitet Daten direkt an der Maschine, reduziert Reaktionszeiten und verringert Bandbreiten- sowie Energiebedarf.
    6. Was leisten Foundation- und VLA-Modelle?
      Foundation Models beschleunigen die Anpassung an neue Aufgaben; Vision-Language-Action-Modelle verknüpfen Bilder, Sprache, Kontext und Aktionen.
    7. Warum bleibt klassische KI relevant?
      Sie sorgt bei zeitkritischen Steuerungs-, Regelungs- und Sicherheitsaufgaben für deterministische und überprüfbare Ergebnisse.
    8. Weshalb sind 5G/6G und Standards entscheidend?
      Sie ermöglichen latenzarme Kommunikation und interoperable Datenflüsse zwischen Maschinen, Sensoren und IT-Systemen.
    9. Welche Einsatzfelder bieten schnellen Nutzen?
      Besonders attraktiv sind Qualitätsprüfung, vorausschauende Instandhaltung, autonome Logistik, adaptive Montage und flexible Handhabung.
    10. Wie sollten Unternehmen starten?
      Mit einem eng umrissenen Anwendungsfall, klaren Erfolgskennzahlen, belastbarer Datenbasis, Sicherheits- und Governance-Konzept sowie einem skalierbaren Zielbild.

     

    137 Artikel zu „Physical AI“

    Unternehmen sehen Physical AI als Wendepunkt für Robotereinsatz

    60 Prozent der Unternehmen sind überzeugt, dass Physical AI den Einsatz von Robotik in Bereichen ermöglicht, die bislang unwirtschaftlich oder unpraktikabel waren – zum Beispiel bei gefährlichen Tätigkeiten, in der Logistik oder im Pflegebereich. 43 Prozent der Führungskräfte interessieren sich für Physical AI als Unterstützung für industrielle Produktion im eigenen Land. Bereits 79 Prozent der…

    Physische KI erreicht den industriellen Mainstream

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    KI ohne blinde Flecken: Das Context Model im Enterprise‑AI‑Stack 

    Context Models schließen die operative Wissenslücke von KI‑Systemen, indem sie reale Prozessabläufe, Entscheidungslogiken und Unternehmenswissen strukturiert abbilden. Klassische KI‑Modelle scheitern ohne Kontext, da sie zwar Muster erkennen, aber nicht verstehen, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet. Das Context Model kombiniert Context Graph (Prozessrealität) und World Model (Simulation & Prognose) zu einer deterministischen, auditierbaren Wissensbasis. Unternehmen profitieren…

    »Wirksamer, strategischer Hebel im daily business«

    Florian Bauer (Bauer Immobilien Unternehmensgruppe) über KI-Integration und Immobilien.   KI als strategischer Hebel: Künstliche Intelligenz wird bei der von Florian Bauer geführten Unternehmensgruppe nicht experimentell, sondern gezielt als wirksamer, strategischer Hebel im Tagesgeschäft eingesetzt. Fokus auf operativen Mehrwert: KI‑Anwendungen konzentrieren sich klar auf operative Kernprozesse wie Vertrieb, Dokumentenprüfung, Vertragsgestaltung, Workflow‑Beschleunigung und Kundenkommunikation. Pragmatische Implementierung:…

    Souveränität für europäische Tech-Ökosysteme: »Top 100 Rising European Startups« Ranking

    Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe der »Top 100 Rising European Startups« präsentiert VivaTech die zweite Ausgabe des Rankings. Zwölf Länder sind vertreten, wobei das Vereinigte Königreich (28), Frankreich (23) und Deutschland (23) als bedeutende Brutstätten für Unternehmen hervorstechen. Die sechs am stärksten vertretenen Sektoren sind Artificial Intelligence (unterteilt in sechs Unterkategorien); FinTech; Cybersecurity; HealthTech;…

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    Werkbank 4.0: Sechs smarte Einsatzszenarien für GenAI und Co.

    Generative KI, Agentic AI und Physical AI bringen frischen Wind in die Industrie. Während klassische KI längst für Predictive Maintenance und Qualitätskontrolle eingesetzt wird, eröffnen diese Technologien ganz neue Möglichkeiten entlang des gesamten Fertigungsprozesses – von der Konstruktion über den laufenden Betrieb bis hin zur Mensch-Roboter-Interaktion.   Die Fertigung erlebt gerade einen tiefgreifenden Wandel. Maschinen,…

    Investitionen in humanoide Roboter: Deutliches Wachstum

    Wie entwickeln sich die Investitionen in humanoide Roboter? Der Markt für humanoide Roboter wächst zuletzt deutlich, wie sich an den Investitionen in entsprechende Startups ablesen lässt. So wurden im ersten Halbjahr des Jahres 2026 mit 4,39 Mrd. US-Dollar mehr in Startups für humanoide Robotik investiert als im gesamten Jahr 2025. Das zeigt die Statista-Infografik mit…

    Cybersicherheit in der Lieferkette als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen

    Unternehmen versuchen auf viele Weisen, ihr Kerngeschäft vor Cyberattacken zu schützen. Doch längst sind ihre Lieferketten zum bevorzugten Angriffsziel geworden. Die Gefahr droht nicht mehr nur in der Firmenzentrale, sondern an der Peripherie durch sogenannte Supply-Chain-Attacken. Das Berliner Sicherheitsunternehmen Maconia sieht eine verantwortlich und schnell handelnde Unternehmensführung als wichtigsten Faktor für die Sicherheit im gesamten…

    Prozesslogik: Warum Einkaufsregeln in der digitalen Beschaffung maschinenlesbar werden müssen

      Regeln müssen maschinenlesbar werden: Einkaufsrichtlinien entfalten ihre Wirkung erst, wenn sie nicht nur dokumentiert, sondern als Entscheidungslogik im Prozess hinterlegt sind. Automatisierte Prüfungen ersetzen manuelle Kontrollen und schaffen konsistente Compliance im Moment der Bedarfserfassung. Automatisierung beginnt im Backend – nicht beim Nutzer: Wertgrenzen, Rollen, Pflichtattribute, Routing‑Regeln und Ausnahmepfade müssen systemisch modelliert sein. Erst dann…

    Droht ein massiver Stellenabbau durch KI?

      Management Summary Die Bonner Wirtschafts-Akademie warnt vor einem massiven Beschäftigungsabbau in Deutschland durch die gleichzeitige Wirkung von Energiekrise, KI-Einsatz und strukturellem Wandel. KI wird aus Sicht der BWA nicht nur Büroarbeitsplätze verändern, sondern über humanoide Roboter künftig auch industrielle Tätigkeiten zunehmend automatisieren. Internationale CEO-Befragungen deuten auf deutliche Personaleinschnitte hin; BWA-Geschäftsführer Harald Müller erwartet vergleichbare…

    Prozess- und Datentransparenz: Wirksamer Einsatz künstlicher Intelligenz im Lieferketten-Management

    Die Einführung künstlicher Intelligenz im Supply Chain Management verspricht Effizienzsteigerungen, höhere Prognosequalität und eine verbesserte Entscheidungsunterstützung. Der tatsächliche Nutzen entsprechender Anwendungen hängt jedoch wesentlich von der Reife der zugrunde liegenden Prozesse sowie von der Qualität, Konsistenz und Verfügbarkeit relevanter Daten ab.   Die digitale Transformation industrieller Wertschöpfungssysteme ist eng mit der Erwartung verbunden, operative Prozesse…

    Warum GRC für Unternehmen vom IT-Thema zur Führungsaufgabe geworden ist

    Fari Ganji, CIO von Swiss GRC AG: »Erfolgskritische Säule der wettbewerbsorientierten Digitalwirtschaft«   Regulierung galt lange als Pflichtprogramm für Spezialisten. Inzwischen entscheidet sie mit darüber, wie widerstandsfähig Unternehmen wirklich sind. »Wer hier zögert oder auf ein falsches Pferd setzt, wird gerade in der jetzigen Konjunkturphase im DACH-Raum ernsthafte wirtschaftliche Probleme bekommen«, sagt Fari F. Ganji,…

    Indien als Deutschlands strategischer Transformations-Hub

    Zusammenfassung: Indien als Deutschlands strategischer Transformations-Hub Kernaussage Deutschland steht unter starkem wirtschaftlichem und strukturellem Druck: Fachkräftemangel, digitale Defizite, hohe Energiekosten und wachsender internationaler Wettbewerb schwächen die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Indien entwickelt sich deshalb zunehmend zu einem strategischen Partner für deutsche Unternehmen – nicht mehr nur als Outsourcing-Standort, sondern als zentraler Innovations-, Engineering- und Transformations-Hub. Wichtigste Argumente…

    NEURA Robotics und AWS treten in strategische Zusammenarbeit ein, um physische KI in großem Umfang zu beschleunigen

    AWS wird als primärer Cloud-Anbieter von NEURA fungieren und die Neuroraverse-Plattform für Physical-AI-Schulungen, Echtzeit-Datenverarbeitung und gemeinsame Intelligenz über Roboterflotten hinweg hosten. NEURA Gym wird sich in AWS-Services, einschließlich Amazon SageMaker, integrieren, um Schulungspipelines zu beschleunigen, die reale Sensordaten mit High-Fidelity-Simulation kombinieren. NEURA wird über das AWS Partner Network mit AWS zusammenarbeiten, um die Markteinführungsaktivitäten für…

    Humanoide Roboter: Deutschland hat die Technik – aber verliert das Rennen ums Gehirn

    Humanoide Roboter sind bereits in Pilotprojekten angekommen; Europas Stärke liegt aktuell vor allem in Mechanik, Sensorik und Präzisionstechnik. Die eigentliche Wettbewerbsentscheidung fällt im „Brain“: KI-Foundation-Models und Trainingsdaten machen Roboter adaptiv und wirklich intelligent. Europa/Deutschland droht hier abhängig zu werden, weil US- und chinesische Anbieter Foundation Models dominieren und Europas eigene Systeme kaum vorhanden sind. Zentrales…

    Tipps zur Entsorgung von Altgeräten

    Deutsche horten noch 167 Millionen Alt-Handys. Zahl der eingelagerten ungenutzten Geräte geht weiter zurück. 86 Prozent bewahren mindestens ein ungenutztes Handy oder Smartphone zu Hause auf.   Die Schubladen leeren sich nur langsam: Die Zahl ungenutzter Handys und Smartphones in deutschen Haushalten ist zwar weiter gesunken – von 195 Millionen im Vorjahr auf aktuell 167…

  • Bald nur noch KI-Inhalte im Internet?

    Bald nur noch KI-Inhalte im Internet?

    Der Gedankenstrich, das Komma vor dem und (auch Oxford-Komma genannt), das Raketen-Emoji: Diese und weitere schriftliche Eigenarten werden häufig von Künstlichen-Intelligenz-Tools wie ChatGPT genutzt und sind inzwischen eng mit ihnen assoziiert. Das amerikanische Forschungsinstitut Pew Research Center hat nun nachgeforscht, wie sehr sich die Nutzung dieser und anderer KI-Marker auf englischsprachigen Webseiten erhöht hat und wie viele Seiten demnach mit KI erstellt oder zumindest start editiert werden [1].

    Auf der Grundlage von fast 500.000 Webseiten kamen die Forscher zum Ergebnis, dass innerhalb der Domäne .com bereits mehr als 9 Prozent aller Seiten diese Charakteristika aufweisen. Im Bereich .org waren es um die 4,6 Prozent, auf .gov- und .edu-Seiten, die in den USA in Gebrauch sind, allerdings nur um die 1 Prozent.

    Insgesamt waren bereits fast 10 Prozent aller Webseiten stark von KI beeinflusst, so die Analyse. Unter Webseiten, die nach der Veröffentlichung der ersten ChatGPT-Version Ende 2022 live gingen, waren es sogar 35 Prozent.

    Laut Pew Research Center schließt die genutzte KI-Erkennungssoftware neben den augenscheinlichen KI-Marotten noch weitere Kriterien mit ein, z.B. die statistische Häufigkeit aller Worte und Satzstrukturen. Während Menschen durchaus auch Gedankenstriche verwenden und ungewöhnliche Kommaregeln befolgen, ist bei dem Ergebnis der Studie vom direkten Einfluß der KI auszugehen.

    Katharina Buchholz

    https://de.statista.com/infografik/36577/anteil-der-webseiten-in-englischer-sprache-die-wahrscheinlich-von-ki-geschrieben-oder-stark-editiert-sind/?lid=tr6l7ww3x2sy

     

    [1] How Much of the Internet Is Written With AI? | Pew Research Center

     

    Künstliche Intelligenz: KI hinterlässt im Netz seine Spuren

    Generative Künstliche Intelligenz überzeugt durch ihre Fähigkeit, ähnlich wie ein Mensch zu kommunizieren. Die Betonung liegt hierbei auf ähnlich, denn genau wie ein Mensch schreiben LLM-Tools wie ChatGPT, Gemini und Co. aktuell (noch) nicht.

    Zu viele kleine Marotten (und auch größere, statistische Muster) bauen Generative-KI-Agenten in ihre Texte ein. Forscher vom amerikanischen Pew Research Center haben nun analysiert, auf wie vielen Webseiten diese KI-Marker bereits zu finden sind. Im englischsprachigen Bereich sind es bereits knapp 10 Prozent, bei neueren Webseiten, die nach dem ChatGPT-Start Ende 2022 generiert wurden, sogar 35 Prozent.

    Unter den typischen KI-Ausdrücken und -Zeichen stieg vor allem die Benutzung des Gedankenstriches stark an. Kam er im 1. Halbjahr 2023 noch auf nur 5,8 Prozent der Webseiten vor, hatte sich das bis zum 1. Halbjahr 2026 fast verdoppelt. Das Oxford-Komma, ein Komma vor dem und, kam auch schon vorher häufig vor, nämlich auf 34 Prozent aller Webseiten. Dies stieg über den gleichen Zeitraum nochmal stark auf mehr als 55 Prozent an. Typisches KI-Vokabular war zuvor auf 12 Prozent der Webseiten zu finden und ist nun auf 26 Prozent vertreten. Der negative Parallelismus verdoppelte seine Häufigkeit ebenfalls. Die Satzstruktur mit dem Muster »Es ist nicht X, es ist Y« gilt als eine typische KI-Formulierung.

    Auch Menschen wählen Satzzeichen, Worte und Formulierungen, die KI nutzt, aber der starke Anstieg in nur drei Jahren weist eindeutig auf KI-Nutzung hin, so Pew Research Center. Die eingesetzte Software detektiert außerdem statistische Häufigkeiten in Wortwahl und Satzbau, die mit dem bloßen Auge nicht direkt zu erkennen sind.

    Katharina Buchholz

    https://de.statista.com/infografik/36575/gebrauch-typischer-ki-ausdruecke-und–zeichen-pro-10000-worte-website-text-seit-veroeffentlichung-von-chatgpt/?lid=7ad18g7p7hx3

    [1] https://www.pewresearch.org/data-labs/2026/08/20/how-much-of-the-internet-is-written-with-ai/

     

     

    Woran erkennt man im Internet in deutschen Texten, dass der Inhalt von KI erstellt wurde?

    Kurz gesagt: Man erkennt KI‑Texte im Deutschen heute vor allem an sprachlichen Mustern, typischen Formulierungen, Strukturauffälligkeiten und – seit 2024/2025 – zunehmend an technischen Kennzeichnungen (Wasserzeichen, Metadaten, Label‑Hinweisen). Eine sichere Erkennung ist aber nie allein durch Lesen möglich; man sieht nur Wahrscheinlichkeiten.

     

    1. Sprachliche Muster, die stark auf KI hindeuten

    Diese Merkmale treten besonders häufig in deutschsprachigen KI‑Texten auf:

    • Überkorrekte Grammatik und Syntax KI vermeidet Umgangssprache, Ellipsen, unvollständige Sätze, echte Tippfehler.
    • Gleichförmige Satzlängen und Rhythmus Menschliche Texte haben Peaks, Brüche, Stilwechsel – KI schreibt »glatt«.
    • Typische KI‑Phrasen Statista zeigt, dass bestimmte Ausdrücke seit ChatGPT massiv zunehmen: »In der heutigen digitalen Welt«, »Es ist wichtig zu beachten«, »Zusammenfassend lässt sich sagen«, »Darüber hinaus«, »Eine Vielzahl von…«, »Im Folgenden«.
    • Überstrukturierung KI liebt Listen, Bullet Points, klare Abschnitte, definitorische Einleitungen.
    • Fehlende echte Beispiele oder persönliche Perspektive KI schreibt abstrakt, generisch, ohne konkrete Erlebnisse oder Details.
    • Unnatürliche Wiederholungen Begriffe werden zu oft wiederholt, weil Modelle Kohärenz erzwingen.
    • »Halluzinierte« Quellen oder falsche Zahlen KI erfindet Studien, Jahreszahlen, Zitate – ein starker Hinweis.

     

    1. Technische Spuren im Text

    Seit 2024/2025 hinterlassen KI‑Modelle zunehmend messbare Spuren, die Forscher analysieren:

    • Wasserzeichen / versteckte Token‑Muster Einige Modelle erzeugen charakteristische Token‑Sequenzen. Für Nutzer nicht sichtbar, aber für Tools erkennbar.
    • Metadaten in Bildern oder PDFs KI‑Generatoren hinterlassen EXIF‑Hinweise oder Modellnamen.
    • Typische Wortfrequenzen Statista zeigt, dass KI‑Texte bestimmte Wörter überproportional oft nutzen (z. B. »effizient«, »optimieren«, »transformieren«, »innovativ«).

     

    1. Sichtbare Kennzeichnungspflichten (EU‑Regel 2024/1781)

    Ab August 2026 müssen KI‑Inhalte sichtbar gekennzeichnet werden, wenn sie öffentlich verbreitet werden:

    • Hinweis wie: »Dieser Inhalt wurde mit KI erstellt«
    • Technische Kennzeichnung (Metadaten, Wasserzeichen)
    • Pflicht für Unternehmen, Behörden, Medien

    Das heißt: Seriöse Seiten müssen KI‑Inhalte markieren – aber viele tun es noch nicht.

     

    1. Praktische Erkennungsregeln für deutsche Webtexte

    Wenn du einen deutschen Text im Internet siehst, sind dies die stärksten Indikatoren:

    • Perfekt fehlerfrei, aber stilistisch generisch
    • Keine individuelle Meinung, keine echte Haltung
    • Viele Füllphrasen, wenig Substanz
    • Übertriebene Höflichkeit oder Neutralität
    • Unnatürlich konsistente Struktur
    • Wiederkehrende KI‑Formulierungen
    • Fehlende Quellen oder erfundene Quellen
    • »Corporate‑neutraler« Ton ohne Persönlichkeit

     

    1. Was nicht zuverlässig funktioniert
    • Reine Bauchgefühl‑Erkennung
    • KI‑Detektoren (hohe Fehlerraten, leicht manipulierbar)
    • Rechtschreibfehler als Beweis (KI kann Fehler simulieren)
    • »Menschliche« Stilmittel (KI kann sie nachahmen)

     

    1. Fazit

    Man erkennt KI‑Texte nicht sicher, aber man erkennt Muster. Im Deutschen sind besonders auffällig: generische Formulierungen, überkorrekte Sprache, fehlende individuelle Perspektive und typische KI‑Phrasen. Zusätzlich kommen ab August 2026 technische Kennzeichnungen hinzu, die professionelle Anbieter verpflichtend einsetzen müssen.

    Albert Absmeier & KI

     

    An dieser Infografik kann man noch leicht erkennen, dass sie mit Hilfe von KI erstellt wurde.

     

    Was bedeutet es für die KI-Entwicklung, wenn bald nur noch KI-Inhalte im Internet zu finden sind?

    Wenn ein großer Teil des Internets aus KI-generierten Inhalten besteht, entsteht für die KI-Entwicklung ein Kreislaufproblem: Neue Modelle lernen zunehmend aus Texten, Bildern oder Code, die ältere Modelle erzeugt haben.

    Die wichtigsten Folgen wären:

    • Qualitätsverlust durch »Model Collapse«:
      Fehler, Vereinfachungen und typische Formulierungen werden von Generation zu Generation verstärkt. Seltene Perspektiven und ungewöhnliche Informationen können verschwinden.
    • Verfestigung von Falschinformationen:
      Wenn viele KI-Texte dieselbe unbelegte Aussage wiederholen, wirkt sie statistisch glaubwürdig und kann erneut in Trainingsdaten gelangen.
    • Weniger sprachliche und kulturelle Vielfalt:
      KI-Inhalte orientieren sich häufig an besonders wahrscheinlichen Mustern. Dadurch können Texte homogener werden und Minderheitensprachen oder Nischenwissen unterrepräsentiert bleiben.
    • Schwierigere Qualitätskontrolle:
      Herkunft und Urheberschaft von Inhalten lassen sich schlechter beurteilen. Auch KI-Erkennung ist nicht zuverlässig genug, um menschliche und maschinelle Inhalte eindeutig zu trennen.
    • Mehr Wert für geprüfte Daten:
      Menschlich erstellte, redaktionell kontrollierte und sauber dokumentierte Datensätze würden besonders wichtig — etwa Bücher, wissenschaftliche Publikationen, Archive und kuratierte Fachdaten.
    • Neue Trainingsmethoden:
      Entwickler müssten Daten stärker nach Herkunft, Qualität und Zeitpunkt filtern, Duplikate entfernen und synthetische Daten gezielt statt wahllos einsetzen.
    • Kein zwangsläufiges Ende des Fortschritts:
      Synthetische Daten können sehr nützlich sein, wenn sie überprüft, vielfältig und für einen klaren Zweck erzeugt werden. Problematisch ist nicht KI-Inhalt an sich, sondern ungeprüfter KI-Inhalt ohne Herkunftsnachweis.

    Kurz gesagt: Ein Internet mit überwiegend KI-generierten Inhalten würde KI nicht automatisch unbrauchbar machen. Es würde aber die Entwicklung von der bloßen Datenmenge hin zu Datenqualität, Nachvollziehbarkeit und menschlicher Kontrolle verschieben. Zudem ist »bald nur noch KI-Inhalte« eher ein zugespitztes Szenario: Selbst bei stark wachsendem KI-Anteil bleiben menschliche Kommunikation, Forschung, Messdaten und reale Ereignisse unverzichtbare Quellen.

    Albert Absmeier & KI

     

    Transparenzpflichten für künstliche Intelligenz starten im regulatorischen Blindflug

    Illustration Absmeier foto magnific ki

    Ab Sonntag den 02.08.2026 gelten in der Europäischen Union die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des AI-Act. Unternehmen aller Größen und Branchen müssen künftig unter anderem kenntlich machen, wenn Nutzerinnen und Nutzer mit einem Chatbot oder Sprachassistenten interagieren. Auch für KI-generierte und bearbeitete Inhalte gelten neue Kennzeichnungs- und Informationspflichten.

    »Transparenz schafft Vertrauen und ist eine zentrale Voraussetzung für den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz. Doch verbindliche Pflichten brauchen vor ihrem Start auch verbindliche Orientierung und klare Definitionen. Dass die EU-Kommission ihre finalen Leitlinien erst 13 Tage vor dem Anwendungsbeginn veröffentlicht hat, ist ein Fehlstart mit Ansage«, sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

    Trotz der Leitlinien bleiben zentrale Fragen offen. Es fehlen robuste und interoperable technische Standards für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Unsicherheit besteht insbesondere in einigen Graubereichen, etwa bei Inhalten, die mit KI bearbeitet wurden, aber nicht vollständig KI-generiert sind – sowie bei der konkreten Ausgestaltung von Hinweisen in Chatbots und KI-Assistenten.

    »Unternehmen dürfen nicht an technischen Maßstäben gemessen werden, die noch nicht einheitlich definiert sind. In der Anfangsphase müssen Beratung, europaweit abgestimmte Auslegung und Verhältnismäßigkeit Vorrang vor einer sanktionsgetriebenen Aufsicht haben. Andernfalls zahlen insbesondere Start-ups und mittelständische Unternehmen den Preis für Versäumnisse im europäischen Gesetzgebungsprozess«, so Rabe. »Wenn Europa eine Chance im KI-Wettrennen haben will, brauchen wir wettbewerbsfähige Regeln für künstliche Intelligenz.”

    Für den Vollzug in Deutschland begrüßt eco die zentrale Rolle der Bundesnetzagentur. Entscheidend sei jedoch eine einheitliche und praxistaugliche Anwendung der Vorgaben.

    »Der Vollzug entscheidet darüber, ob der AI-Act Vertrauen in KI stärkt oder zum Investitions- und Innovationshemmnis wird. Die nationale Umsetzung des AI-Act darf weder zu einem deutschen Behördenpuzzle noch zu einem europäischen Flickenteppich werden«, sagt Rabe.

    Gleichzeitig warnt eco davor, dass Transparenzpflichten keine falsche Sicherheit schaffen sollten beim Erkennen von Bearbeitungen und Manipulationen durch KI. »Die Notwendigkeit, KI-Kompetenz in der Breite der Bevölkerung zu verankern, können Transparenzpflichten nicht ersetzen«, sagt Alexander Rabe.

    eco fordert daher schnellstmöglich klare, technisch umsetzbare Standards und eine europaweit koordinierte, rechtssichere und innovationsfreundliche Vollzugspraxis.

     

    Folgendes Infopapier stellt eco zur Orientierung zu den Transparenzpflichten des AI-Acts zur Verfügung.

     

    INFOPAPIER

    Zum Inkrafttreten von Teilen der europäischen KI-Verordnung und Transparenzpflichten für Unternehmen

    Berlin 31.07.2026

    Adressatenkreis und betroffene Unternehmen:

    Grundsätzlich gelten die Transparenzpflichten des AI Act für alle Unternehmen – unabhängig von Größe oder Branche.

    Der AI Act unterscheidet dabei zwei Rollen: Anbieter (die Entwickler der KI) und Betreiber beziehungsweise Deployer, also Unternehmen oder Personen, die die KI im Alltag einsetzen. Betroffen ist also nicht nur, wer KI baut, sondern jeder, der sie im Geschäftsalltag nutzt: Chatbot auf der Website, KI-generierte Bilder im Marketing, ein Voice-Bot im Kundenservice.

    Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 werden am 2. August 2026 vollumfänglich anwendbar, unabhängig vom »Digital Omnibus«. Dieser verschiebt zwar große Teile der Hochrisiko-Pflichten in den Dezember 2027 beziehungsweise August 2028, doch Artikel 50 ist davon ausdrücklich nicht erfasst. Eine Ausnahme gibt es für die bereits vor dem 2. August 2026 auf dem Markt befindlichen KI-Systeme: Hier verschiebt der Digital-Omnibus die konkrete Pflicht zur Kennzeichnung und Erkennbarmachung künstlich erzeugter Inhalte auf den 2. Dezember 2026.

    Welche konkreten Fälle müssen Unternehmen?

    Drei Hauptfälle:

    • Chatbots/Sprachassistenten:
      Kommuniziert ein Kunde direkt mit einer KI, muss dies spätestens beim ersten Kontakt klar offengelegt werden – zum Beispiel ein Hinweis im Chatfenster.
    • KI-generierte Inhalte (Text, Bild, Audio, Video):
      müssen als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden.
    • Deepfakes:
      Wer ein KI-System einsetzt, das Bild-, Audio- oder Videoinhalte erzeugt oder manipuliert, die einen Deepfake darstellen, muss offenlegen, dass die Inhalte künstlich erzeugt oder manipuliert wurden.

     

    Ausnahmen von dieser Regel:

    Bei KI-generierten Texten entfällt die Offenlegungspflicht, wenn diese vorab einer inhaltlich fundierten menschlichen Prüfung und redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und das Unternehmen die Verantwortung dafür übernimmt. Auch reine Grammatik- oder Rechtschreibkorrektur muss nicht gekennzeichnet werden, ebenso wenig offensichtlich künstlerische, satirische oder fiktionale Deepfakes, dort darf die Kennzeichnung so erfolgen, dass sie den Gesamteindruck nicht beeinträchtigt. Die Kennzeichnung von KI-Inhalten muss grundsätzlich sowohl maschinenlesbar, etwa in den Metadaten, als auch für den Nutzer erkennbar erfolgen. Je nach Medium kann dies etwa durch eine Ansage, ein sichtbares Label/Icon oder einen akustischen Hinweis erfolgen.

    Sanktionen:

    Verstöße gegen die Transparenzpflichten können mit Bußgeldern von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für kleinere Unternehmen gelten angepasste, niedrigere Obergrenzen.

     

    Aufsicht und Durchsetzung

    Auf EU-Ebene:

    Zentrale Behörde ist das AI Office, das die Marktaufsicht koordiniert, Hochrisikosysteme überwacht, Leitlinien erstellt und bei Verstößen Sanktionen verhängen kann – in enger Zusammenarbeit mit dem AI Board, in dem die Mitgliedstaaten vertreten sind. Zudem hat das AI Office einen Code of Practice zu den Transparenzpflichten erstellt, der Unternehmen bei der Einhaltung helfen kann [1].

    In Deutschland:

    Deutschland setzt auf bestehende Behördenstrukturen und sektorale Zuständigkeiten. Zentrale Rolle spielt die Bundesnetzagentur, die als Marktüberwachungsbehörde, notifizierende Behörde sowie zentrale Anlaufstelle fungiert. Dafür wurde mit dem KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) ein Koordinierungs- und Kompetenzzentrum bei der Bundesnetzagentur eingerichtet. Für regulierte Sektoren bleiben Fachbehörden zuständig, etwa die BaFin für Finanzunternehmen; Datenschutzbehörden werden ergänzend, aber an untergeordneter Stelle einbezogen.

     

    [1] https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/contents-code-gpai

     

     

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  • Kyndryl modernisiert das PLM-System der Meyer Werft für einen leistungsstarken und nachhaltigen digitalen Schiffbau

    Kyndryl modernisiert das PLM-System der Meyer Werft für einen leistungsstarken und nachhaltigen digitalen Schiffbau

    Digitaler Schiffbau ist längst ein Rechenzentrumsthema: Wenn Ingenieurteams an 3D-Modellen ganzer Kreuzfahrtschiffe arbeiten, entscheiden Performance, Verfügbarkeit und Energieeffizienz der Infrastruktur über Entwicklungstempo und Kosten. Die Meyer Werft hat ihr Product-Lifecycle-Management deshalb gemeinsam mit Kyndryl auf eine neue technische Basis gestellt – redundant über zwei Rechenzentren, seit zwei Jahren im Managed-Service-Betrieb und von Beginn an auf Nachhaltigkeit ausgelegt.

     

    MANAGEMENT SUMMARY

    • Geschäftskritische Basis modernisiert: Kyndryl hat das PLM-System der Meyer Werft auf eine leistungsstarke, ausfallsichere Infrastruktur gehoben – die digitale Grundlage für den Bau hochkomplexer Kreuzfahrtschiffe.
    • Redundanz by Design: Die maßgeschneiderte Lösung läuft in zwei Rechenzentren vor Ort; Kyndryl betreibt die Plattform seit zwei Jahren durchgängig mit konstantem Niveau bei Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit.
    • Engineering ohne Bremsklotz: Mehr Rechenkapazität, höhere Reaktionsgeschwindigkeit und stabilere Systeme lassen Ingenieurteams komplexe 3D-Modelle und große Simulationsdatensätze flüssig verarbeiten.
    • Nachhaltigkeit als Konstruktionsprinzip: Energieeffiziente Hardwarearchitekturen, optimierte Workload-Verteilung und moderne Rechenzentrumstechnik senken den Ressourceneinsatz im IT-Betrieb.
    • Blaupause für die Industrie: Das Projekt zeigt, wie End-to-End-Services aus Beratung, Modernisierung und Managed Services die digitale Transformation in hochkomplexen industriellen Umgebungen beschleunigen.

    Redundant ausgelegt: Das modernisierte PLM-System der Meyer Werft läuft in zwei Rechenzentren und liefert die Rechenleistung für komplexe 3D-Schiffsmodelle. (Bild: KI-generiert, manage it)

     

    Kyndryl, ein Anbieter von geschäftskritischen Technologiedienstleistungen für Unternehmen, gab eine Partnerschaft mit der Meyer Schiffswerft, einem deutschen Kreuzfahrtschiffbauer, bekannt. Kyndryl unterstützt das Unternehmen dabei, deren Product Lifecycle Management (PLM)-System zu einer leistungsstarken, robusten digitalen Basis für den Schiffbau der Zukunft zu modernisieren.

    »Wir sind sehr zufrieden mit unserer Zusammenarbeit mit Kyndryl, dessen Experten uns während unserer gesamten digitalen Transformation und der Modernisierung unserer PLM-Software mit End-to-End-Dienstleistungen unterstützt haben«, sagte Sven Galenski, Head of IT Infrastructure Services bei der Meyer Werft. »Die neue Infrastruktur hat eine skalierbare und zukunftssichere digitale Engineering-Grundlage geschaffen, die unsere Innovationsfähigkeit stärkt, unsere Nachhaltigkeitsstrategie unterstützt und uns für die Zukunft rüstet.«

    »Dieses Projekt zeigt, wie eine ausfallsichere, leistungsstarke Infrastruktur die digitale Transformation in hochkomplexen industriellen Umgebungen beschleunigen kann«, sagte Frank van der Sant, Country President bei Kyndryl Deutschland. »Durch die Kombination unserer fundierten Branchenexpertise mit unseren Lösungen für Modernisierung und Managed Services haben wir das PLM-System der Meyer Werft transformiert und betreiben es nun mit optimaler Leistung, Sicherheit und Energieeffizienz. Damit beweisen wir bei Kyndryl, dass wir geschäftskritische Umgebungen in komplexen industriellen Kontexten zuverlässig konzipieren, bereitzustellen und betreiben können.«

    In einer Branche, die durch anspruchsvolles 3D-Engineering, lange Entwicklungszyklen und steigende Nachhaltigkeitsanforderungen gekennzeichnet ist, ist eine stabile und skalierbare IT-Infrastruktur ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Die zentralisierte PLM-Umgebung der Meyer Werft ist von unternehmenskritischer Bedeutung für die Zusammenarbeit in Echtzeit zwischen multidisziplinären Ingenieurteams und externen Partnern, die an komplexen, fortschrittlichen 3D-Entwürfen für Kreuzfahrtschiffe arbeiten.

    In enger Kooperation mit der Meyer Werft entwarf und implementierte Kyndryl eine maßgeschneiderte Infrastrukturlösung, die in zwei Rechenzentren vor Ort bereitgestellt wurde. Seit der Implementierung betreibt Kyndryl die Plattform durchgängig und gewährleistet seit zwei Jahren ein konstant hohes Maß an Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit, um den anspruchsvollen betrieblichen Anforderungen des groß angelegten digitalen Schiffbaus gerecht zu werden.

    Das modernisierte PLM-System erhöht die Rechenkapazität, die Reaktionsgeschwindigkeit und die Stabilität des Systems und ermöglicht es den Ingenieuren, komplexe 3D-Modelle und große Simulationsdatensätze zu verarbeiten.

    Nachhaltigkeit war ein zentrales Gestaltungsprinzip der neuen Infrastruktur. Energieeffiziente Hardwarearchitekturen, eine optimierte Arbeitslastverteilung und moderne Rechenzentrumstechnologien sind darauf ausgelegt, die Energieeffizienz zu verbessern und die Ressourcennutzung im IT-Betrieb zu optimieren.

     

    FAQ – Die wichtigsten Fragen zum Projekt

    1. Was genau wurde bei der Meyer Werft modernisiert?
      Modernisiert wurde die Infrastruktur hinter dem Product-Lifecycle-Management-System – jener zentralen Plattform, auf der die Konstruktionsdaten von Kreuzfahrtschiffen über den gesamten Lebenszyklus hinweg entstehen, versioniert und gemeinsam genutzt werden.
    2. Warum ist eine leistungsstarke Infrastruktur im Schiffbau so entscheidend?
      Anspruchsvolles 3D-Engineering, lange Entwicklungszyklen und steigende Nachhaltigkeitsanforderungen treffen aufeinander. Multidisziplinäre Ingenieurteams und externe Partner arbeiten in Echtzeit an denselben Modellen – jede Verzögerung im System wirkt sich unmittelbar auf den Konstruktionsfortschritt aus.
    3. Wie ist die Lösung technisch aufgebaut?
      Kyndryl hat eine maßgeschneiderte Infrastruktur entworfen und in zwei Rechenzentren vor Ort bereitgestellt. Die redundante Auslegung sichert Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit für eine Umgebung, die für den Werftbetrieb unternehmenskritisch ist.
    4. Was ändert sich konkret für die Ingenieurteams?
      Höhere Rechenkapazität, schnellere Systemreaktionen und mehr Stabilität: Komplexe 3D-Modelle und große Simulationsdatensätze lassen sich zügiger verarbeiten, die Zusammenarbeit in der technischen Entwicklung wird flüssiger.
    5. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in dem Projekt?
      Nachhaltigkeit war ein zentrales Gestaltungsprinzip: Energieeffiziente Hardwarearchitekturen, eine optimierte Verteilung der Arbeitslasten und moderne Rechenzentrumstechnologien sollen die Energieeffizienz verbessern und die Ressourcennutzung im IT-Betrieb optimieren.
    6. Was können andere Industrieunternehmen daraus mitnehmen?
      Das Projekt ist eine Blaupause dafür, wie sich geschäftskritische Umgebungen in komplexen industriellen Kontexten konzipieren, bereitstellen und betreiben lassen – mit End-to-End-Services aus Beratung, Modernisierung und Managed Services statt isolierter Einzelmaßnahmen.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

     

    Über die Meyer Werft
    Die 1795 gegründete MEYER WERFT mit Hauptsitz in Papenburg ist eine der weltweit führenden Werften für den Bau moderner und hochkomplexer Passagierschiffe, insbesondere Kreuzfahrtschiffe. Das Unternehmen ist bekannt für den Bau technologisch fortschrittlicher Schiffe in überdachten Baudocks; sein Produktionsportfolio umfasst Kreuzfahrtschiffe, Flusskreuzfahrtschiffe, Fähren, RoRo-Schiffe und Offshore-Konverterplattformen.
    Über Kyndryl
    Kyndryl (NYSE: KD) ist ein führender Anbieter von geschäftskritischen Technologiedienstleistungen für Unternehmen und bietet Tausenden von Kunden in mehr als 60 Ländern Beratungs-, Implementierungs- und Managed-Service-Leistungen an. Als weltweit größter Anbieter von IT-Infrastrukturdienstleistungen entwirft, errichtet, verwaltet und modernisiert das Unternehmen die komplexen Informationssysteme, auf die sich die Welt täglich verlässt.
    Weitere Informationen finden Sie unter www.kyndryl.com.

     

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    179 Artikel zu „PLM“

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    Informationsasymmetrie als Kostenfaktor: Warum ERP und PLM zum Team werden müssen

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    PLM: Standardsoftware ist nicht die Antwort

    Viele Anbieter im Bereich PLM (Product Lifecycle Management) preisen ihre Lösung damit an, dass sie out-of-the-box als Standardsoftware funktioniert. Das soll in der Theorie die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und ihren externen Stakeholdern wie OEMs oder Zulieferern vereinfachen. In der Praxis sieht es jedoch oft anders aus: Denn der Einsatz von Standardsoftware wird den individuellen Anforderungen,…

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    Neues Whitepaper zeigt die Rolle von PLM und Digital Thread für den erfolgreichen KI-Einsatz.   Innovationskraft und Verwundbarkeit liegen in der Hightech- und Elektronikindustrie oft nah beieinander. Je leistungsfähiger die Produkte und je globaler die Lieferketten sind, desto größer wird die Gefahr einer Kluft zwischen technologischem Anspruch und operativer Kontrolle. Treiber dieser Entwicklung sind wachsende…

    Transparenz, Governance und Resilienz in der Informationsarchitektur – Data Repatriation

    Geopolitische Risiken, strengere Regulierung und wachsende Abhängigkeiten von globalen Cloud-Anbietern zwingen Unternehmen, ihre Datenstrategie neu zu bewerten. Data Repatriation bringt geschäftskritische Informationen gezielt in kontrollierbare Infrastrukturen zurück und verbindet so technologische Flexibilität mit rechtlicher Sicherheit. Damit wird digitale Souveränität zur strategischen Managementaufgabe.

    Kein digitaler Zwilling ohne Daten: Warum die Digital Factory im ERP-System entschieden wird

    Die deutsche Industrie hat die Bedeutung digitaler Zwillinge erkannt, kommt bei ihrer Umsetzung aber nicht voran. In einer repräsentativen Bitkom-Befragung unter 555 Industrieunternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten schreiben 62 Prozent digitalen Zwillingen eine große Bedeutung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit zu. Jedoch gibt auch über die Hälfte (57 Prozent) der Befragten an, nicht über die nötigen…

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    Es gibt Themen, bei denen Deutschland erstaunlich berechenbar ist. Bargeld gehört dazu. Wir verteidigen es wie ein Kulturgut, als wäre der 50‑Euro‑Schein ein Stück Heimat. Doch während wir nostalgisch an unseren Portemonnaies festhalten, zeigt die Realität längst ein anderes Bild: Das Bargeld verschwindet — nicht durch politische Entscheidungen, sondern durch pure Marktlogik.   Die Statista‑Zahlen…

    Vertiv stellt den ersten digitalen Zwilling für konvergierte physische Infrastruktur für NVIDIA Omniverse DSX vor

    Die modellbasierte Digital-Twin-Funktionalität von Vertiv SmartRun trägt dazu bei, die Arbeitsabläufe bei der Planung, Simulation und Implementierung von KI-Fabriken zu beschleunigen.   Vertiv, weltweiter Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt Fortschritte bei einer produktionsreifen Digital-Twin-Funktion für Vertiv SmartRun bekannt, die in den NVIDIA Omniverse DSX Blueprint integriert ist. Damit treibt das Unternehmen seine Roadmap voran, die Infrastruktur…

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    AMLR, EUDI-Wallet und wachsende Betrugsrisiken verändern digitale Identitätsprozesse. Für Unternehmen und öffentliche Stellen wird entscheidend, etablierte Verfahren und neue europäische Vertrauensdienste sicher miteinander zu verbinden.   Deutschland verfügt über etablierte und regulierte Verfahren für die digitale Identitätsprüfung. Videoidentifikationsverfahren ermöglichen es insbesondere Banken, Fintechs und anderen regulierten Unternehmen, Personen bei digitalen Registrierungs- und Vertragsabschlussprozessen aus der…

    Identitätssicherheit: Bedrohungsakteure brechen nicht ein — sie loggen sich ein

    Schon eine kompromittierte E-Mail könnte das Ende der digitalen Mitarbeiteridentität sein. Häufig reicht Cyberkriminellen ein Zero-Day-Exploit oder eine irreführende E-Mail aus, um Nutzerkonten zu übernehmen. Aktuelle Studien zeigen, dass kompromittierte Zugangsdaten einer der häufigsten Einstiegspunkte für Cyberangriffe sind.   In der digitalen Welt steigt der Wert von Nutzerkonten immer mehr, und auch die damit verbundenen…

    Wie viele Elektroautos werden weltweit zugelassen?

    Der weltweite Markt für Elektroautos wird zunehmend von China dominiert. Im Jahr 2025 entfallen 13,3 Mio. der insgesamt 21,2 Mio. Neuzulassungen auf den chinesischen Markt, während der Rest der Welt auf 7,9 Mio. kommt. Damit steht China für knapp zwei Drittel der globalen Verkäufe, was die Infografik auf Basis des IEA Global EV Outlook 2026…

    ODF ist noch immer der einzige offene Standard für Office-Dokumente – und der einzige, dem Regierungen vertrauen können

    ODF bleibt 20 Jahre nach seiner ISO‑Standardisierung der einzige wirklich offene, herstellerneutrale und souverän nutzbare Standard für Office‑Dokumente. Zwei Jahrzehnte nach der Ratifizierung zeigt sich ein klares Bild: Während proprietäre Office‑Formate in komplexe, teils undokumentierte Varianten zerfallen sind, hat sich ODF als stabiler, transparenter und langfristig verlässlicher Standard etabliert. Regierungen weltweit – von Deutschland über…

    Spritpreise: So lange müssen wir für einen Liter Benzin arbeiten

    Wie stark treffen die steigenden Benzinpreise die Deutschen im Geldbeutel? Ein Liter Super kostet derzeit 2,11 Euro (durchschnittlicher Preis in Deutschland am 14.04.2026), der durchschnittliche Nettolohn liegt bei 25,56 Euro pro Stunde. Beschäftigte arbeiten also knapp fünf Minuten für einen Liter – und damit weniger als in allen großen Krisen der vergangenen Jahrzehnte, wie die…

    Sicherheit für Identitäten und Daten – Identität ist der Zugangsweg, Daten sind das Ziel

    Zu der Arbeit an einem modernen PC-Arbeitsplatz gehört heute der Umgang mit mehreren persönlichen Benutzerkonten genauso selbstverständlich dazu wie Maus und Tastatur. In Unternehmen stehen CISOs und IT-Mitarbeiter deshalb vor der Aufgabe, immer mehr Benutzeridentitäten verwalten und umfassend absichern zu müssen. Doch damit nicht genug: Sie sind auch dafür verantwortlich, Ordnung in rasant wachsende Datenmengen zu bringen, den sicheren Zugriff darauf zu gewährleisten und Verluste sensibler Geschäftsinformationen zu verhindern. Handelt es sich hierbei um vollkommen unterschiedliche IT-Herausforderungen? Keinesfalls, denn Identitäts- und Datensicherheit sind heute mehr denn je miteinander verknüpft.

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    Kommentar von Robert Hilmer, CEO PartSpace »Die Unternehmensberatung McKinsey & Company hat kürzlich eine unbequeme Wahrheit ausgesprochen: Das Problem mit KI im Einkauf ist kein Technologieproblem, sondern ein Leadership-Problem. In ihrem Report »Redefining procurement performance in the era of agentic AI« beschreibt die Beratung den Wandel von analytischer KI nach dem Motto »Zeig mir die…

    KI beschleunigt die unkontrollierte Verbreitung von Zugangsdaten um ein Vielfaches

    Im Jahr 2025 weisen Entwickler-Commits mit Claude Code* eine Leak-Rate von 3,2 Prozent bei Zugangsdaten auf, gegenüber einem Basiswert von 1,5 Prozent. Der menschliche Faktor bleibt entscheidend.     GitGuardian, der Sicherheitsanbieter hinter der meistinstallierten Anwendung auf GitHub, veröffentlicht die fünfte Ausgabe seines Berichts »State of Secrets Sprawl« (»Lagebericht zur Ausbreitung von Zugangsdaten«). Der Lagebericht…

    »Digitalisierung ersetzt keine Fachkräfte – sie macht ihr Wissen skalierbar.«

    Der digitale Informationszwilling kann den Fachkräftemangel nicht beheben, aber Wissen systematisch verfügbar machen und damit die Wirksamkeit von Fachkräften erhöhen. Durch die intelligente Verknüpfung und kontextbezogene Bereitstellung technischer Informationen wird aus statischer Dokumentation ein dynamisches, jederzeit nutzbares Wissenssystem. So steigert Digitalisierung unmittelbar Effizienz, Sicherheit und Betriebskontinuität kritischer Infrastrukturen und wird zur strategischen Überlebensgrundlage.   Wie…

  • Kundendaten, Kassen, KI: Warum Händler ihre Cyberabwehr neu ausrichten müssen

    Kundendaten, Kassen, KI: Warum Händler ihre Cyberabwehr neu ausrichten müssen

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Der europäische Einzelhandel steht vor einer Zuspitzung der Cyberbedrohungslage: Fast alle befragten Unternehmen meldeten innerhalb eines Jahres Sicherheitsvorfälle. Für das Management wird Cybersicherheit damit nicht länger zur rein technischen Disziplin, sondern zu einem geschäftskritischen Steuerungsthema rund um Kundendaten, Prozesse, Resilienz und digitale Wertschöpfung.

     

    Die wichtigsten Punkte für Entscheider

    • Cyberrisiken sind im Handel Normalzustand: 97 Prozent der europäischen Retail-Unternehmen waren innerhalb eines Jahres betroffen – Cybersicherheit gehört damit auf die Agenda von Geschäftsführung und IT-Leitung.
    • Angriffe treffen Umsatz, Daten und Betrieb: Kundendatendiebstahl, finanzielle Verluste und gestörte Geschäftsprozesse zeigen, dass Security-Vorfälle direkt auf Kundenvertrauen und Business Continuity einzahlen.
    • KI erweitert die Angriffsfläche: Schwachstellen in KI-Systemen werden bereits ähnlich häufig genannt wie klassische Malware – Richtlinien, Governance und technische Kontrollen werden Pflicht.
    • Mitarbeitende bleiben ein kritischer Faktor: Phishing, unsichere Passwörter, öffentliche WLANs und unkontrollierte KI-Nutzung machen Awareness, klare Prozesse und Management-Rückhalt entscheidend.
    • Budgets steigen – jetzt zählt Wirksamkeit: Investitionen in Teams, Cloud-Sicherheit, MDR/MSSP-Dienste und Resilienz müssen messbar auf Risiko, Reaktionsfähigkeit und Verfügbarkeit einzahlen.

     

     

    97 Prozent der Einzelhandelsunternehmen in Europa waren innerhalb eines Jahres von Cybervorfällen betroffen, wie eine aktuelle Kaspersky-Umfrage zeigt [1]. Demnach zählten Cyberspionage und Phishing zu den häufigsten Sicherheitsvorfällen, gefolgt von KI-bezogenen Schwachstellen und klassischer Malware. Die Folgen reichen von Kundendatendiebstahl (33 Prozent) und finanziellen Verlusten (30 Prozent) bis zur Unterbrechung von Geschäftsabläufen (27 Prozent) – entsprechend haben 85 Prozent der Unternehmen ihre IT-Sicherheitsbudgets erhöht.

    Ob Online-Shop, Kundenkonto, Kundenbindungsprogramm oder digitales Bezahlen: Der Einzelhandel verarbeitet personenbezogene Daten heute über zahlreiche miteinander vernetzte Systeme. Die Digitalisierung dieser Branche macht sie auch für Cyberkriminelle interessant. So zeigt die aktuelle Kaspersky-Studie: 97 Prozent der europäischen Einzelhandelsunternehmen waren in den vergangenen zwölf Monaten von Cybervorfällen betroffen.

    Die aktuelle Kaspersky-Umfrage zeigt zudem, wie breit das Angriffsspektrum im europäischen Handel inzwischen ist: Etablierte Angriffsmethoden treffen zunehmend auf neue technologiebezogene Risiken. Am häufigsten waren die Unternehmen von Cyberspionage (26 Prozent) und Phishing (24 Prozent) betroffen. Jeweils 18 Prozent berichteten von groß angelegten Malware-Angriffen beziehungsweise der Ausnutzung von Schwachstellen in KI-Systemen. DDoS-Angriffe folgten mit 15 Prozent. Auffällig ist, dass KI-bezogene Schwachstellen damit bereits ebenso häufig genannt wurden wie klassische Malware-Angriffe.

     

    Konsequenzen eines Angriffs sind vielfältig

    Die Folgen schwerwiegendster Cybervorfälle der vergangenen 12 Monate zeigen, dass Angriffe auf Handelsunternehmen in Europa sowohl Daten als auch Finanzen und zentrale Geschäftsabläufe treffen. Am häufigsten wurde der Diebstahl personenbezogener Kundendaten genannt (33 Prozent), gefolgt von finanziellen Verlusten (30 Prozent) und der Beeinträchtigung von Geschäftsprozessen (27 Prozent). Jedes vierte Unternehmen erlitt einen unwiederbringlichen Datenverlust (24 Prozent). Jeweils 21 Prozent berichteten zudem von vorübergehenden Ausfällen kundenbezogener Dienste, dem Kontrollverlust über IT-Infrastruktur oder IoT-Geräte sowie von Reputationsschäden.

    Angesichts dieser vielfältigen Folgen reagieren Einzelhandelsunternehmen nach einem Angriff mit einer Kombination aus technischen und organisatorischen Maßnahmen. Jeweils 39 Prozent stärkten ihre Cloud-Sicherheitskontrollen oder führten verpflichtende IT-Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeitenden ein beziehungsweise aktualisierten diese. Jeweils 36 Prozent verbesserten die Sicherheitslösungen auf den von Mitarbeitenden genutzten Geräten oder verschärften ihre Passwortrichtlinien. Weitere 33 Prozent erhöhten die IT-Sicherheitsanforderungen an Partner und Auftragnehmer. Die Maßnahmen zeigen, dass Unternehmen neben ihrer technischen Infrastruktur zunehmend auch Mitarbeitende und Lieferketten in ihre Sicherheitsstrategie einbeziehen.

     

    Mitarbeitenden mangelt es an Sicherheitsbewusstsein

    Das Risiko erfolgreicher Cyberangriffe entsteht häufig durch ein Zusammenspiel technischer, personeller und organisatorischer Schwachstellen. Als größten Risikofaktor nannten Einzelhandelsunternehmen verzögerte Patch- und Update-Prozesse (32 Prozent), gefolgt von einem mangelnden IT-Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeitenden (26 Prozent). Jeweils 24 Prozent verwiesen auf fehlende Fachkenntnisse im IT-Sicherheitsteam, unzureichende Sicherheitslösungen, eine Überlastung durch zu viele Sicherheitswarnungen sowie mangelnde Unterstützung durch die Unternehmensleitung. Fehlende regelmäßige Risikobewertungen wurden von weiteren 21 Prozent genannt.

    Die Ergebnisse zeigen, dass wirksame Cybersicherheit neben moderner Technologie auch klare Prozesse, qualifizierte Mitarbeitende und Rückhalt aus dem Management erfordert. Besonders deutlich wird das Risiko bei alltäglichen digitalen Verhaltensweisen der Mitarbeitenden. Die Hälfte der befragten Handelsunternehmen (50 Prozent) berichtete, dass Beschäftigte externe KI-Tools wie ChatGPT oder DeepSeek für berufliche Aufgaben nutzen. 38 Prozent nannten das Ignorieren von Sicherheitswarnungen, 32 Prozent die ungesicherte Verbindung von Unternehmensgeräten mit öffentlichen WLAN-Netzen. Jeweils 29 Prozent beobachteten die Nutzung privater Geräte für Arbeitsaufgaben und die Speicherung von Unternehmensdaten sowie einen unsicheren Umgang mit Passwörtern.

     

    Mehrheit erhöht IT-Sicherheitsbudgets

    IT-Sicherheit bleibt für den Einzelhandel eine klare Investitionspriorität: 85 Prozent haben ihr Budget im Vergleich zum Vorjahr erhöht, bei 15 Prozent blieb es weitgehend unverändert. Dies zeigt, dass die Branche auf die wachsende Bedrohungslage überwiegend mit zusätzlichen finanziellen Mitteln reagiert.

    Unter den Unternehmen mit erhöhtem Budget investierten 45 Prozent in den Ausbau ihrer internen IT- und IT-Sicherheitsteams. Gleichzeitig setzten 41 Prozent zusätzliche Mittel für die Auslagerung einzelner Sicherheitsaufgaben ein, etwa für Schulungen, MSSP- oder MDR-Dienste. Jeweils 34 Prozent stärkten die Sicherheit ihrer Cloud- und Hybrid-Infrastruktur, führten Datenschutztechnologien ein oder verbesserten die Widerstandsfähigkeit ihrer Systeme. Weitere 31 Prozent investierten in umfassendere und fortschrittlichere IT-Sicherheitslösungen. Die Mittel fließen damit sowohl in interne Kompetenzen als auch in externe Expertise und moderne Schutztechnologien.

    »Der Einzelhandel ist eine äußerst dynamische Branche: Geschäftsprioritäten, Arbeitslasten, Anforderungen an die Infrastruktur und wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern sich schnell. Damit die Cybersicherheit mit diesen Veränderungen Schritt halten kann, greifen Einzelhandelsunternehmen auf externe Sicherheitsdienstleister zurück. So erhalten sie Zugang zu den benötigten Fachkenntnissen und Technologien, ohne ihre internen Teams kontinuierlich ausbauen zu müssen«, so Elizaveta Komarova, Solution Architect Finance & Retail bei Kaspersky. »Wenn Einzelhandelsunternehmen einen Teil ihrer Cybersicherheitsaufgaben auslagern, übertragen sie einem externen Partner faktisch Mitverantwortung für die Widerstandsfähigkeit ihrer Geschäftsprozesse und die mit Sicherheitsvorfällen verbundenen finanziellen Risiken. Umso wichtiger ist es, auf die Erfahrung des Anbieters vertrauen zu können. Dazu gehören nachweisbare Erfolge bei Einzelhandelsunternehmen unterschiedlicher Größe sowie ein lückenloser Schutz rund um die Uhr. Besonders entscheidend ist dies in Spitzenzeiten wie saisonalen Verkaufsaktionen, Phasen erhöhter Nachfrage oder an Feiertagen. In diesen Zeiträumen sind die Kosten eines Ausfalls besonders hoch, während interne Teams möglicherweise nur eingeschränkt verfügbar sind.«

     

    Empfehlungen für den Einzelhandel zum Schutz vor Cyberangriffen

    • Eine umfassende Cybersicherheitskultur etablieren:
      Ein kontinuierliches Awareness-Programm sollte alle Mitarbeitenden regelmäßig über Cybersicherheit informieren, fortlaufend aktualisiert werden und aktuelle Erkenntnisse zur Bedrohungslage einbeziehen. Dadurch werden das Sicherheitsbewusstsein und das Schutzverhalten im Unternehmen gestärkt.
    • Richtlinien für die Nutzung von KI einführen oder aktualisieren:
      Die Vorgaben sollten insbesondere das Risiko einer unbeabsichtigten Offenlegung von Daten berücksichtigen. Unternehmen sollten klar definieren, wie Mitarbeitende KI-Tools verwenden dürfen, welche Daten eingegeben werden können, wie vertrauliche Informationen zu anonymisieren sind und welche KI-Dienste zugelassen sind.
    • Die wertvollsten Unternehmenswerte und wichtigsten Geschäftsprozesse identifizieren:
      Kundendaten, geistiges Eigentum, zentrale Anwendungen und Prozesse innerhalb der Lieferkette müssen besonders geschützt werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen eine geeignete Sicherheitsarchitektur aufbauen.
    • Die aktuelle Cybersicherheitslage der Branche beobachten:
      Unternehmen sollten Bedrohungsanalysen durchführen und untersuchen, welche Angreifer und Schwachstellen die größten Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb haben könnten.
    • Die Widerstandsfähigkeit der digitalen Umgebung stärken:
      Fortschrittliche Sicherheitslösungen wie Kaspersky Retail CyberSecurity [2] auf Arbeitsplätzen, Laptops und Mobilgeräten einsetzen, um Cybervorfälle zu erkennen und zu verhindern. Sämtliche Sicherheitslösungen müssen kontinuierlich aktualisiert werden, damit sie neuen Bedrohungen wirksam begegnen können.

     

    [1] Die Studie wurde im März 2026 vom internen Forschungszentrum von Kaspersky durchgeführt, dafür wurden IT-Sicherheitsexperten aus 18 Ländern befragt.

    [2] https://www.kaspersky.de/enterprise-security/retail-cybersecurity

     

     

     

    FAQ

    1. Warum ist der Einzelhandel so stark von Cyberangriffen betroffen?
      Retail-Unternehmen betreiben viele digitale Kontaktpunkte – vom Online-Shop über Kundenkonten bis zu Zahlungs- und Loyalty-Systemen. Dadurch entstehen zahlreiche Angriffsflächen mit wertvollen Kunden- und Transaktionsdaten.
    2. Welche Angriffsarten treten am häufigsten auf?
      Laut Studie dominieren Cyberspionage und Phishing. Hinzu kommen Malware, DDoS-Angriffe sowie Schwachstellen in KI-Systemen.
    3. Welche Folgen haben Cybervorfälle für Händler?
      Die wichtigsten Auswirkungen sind Diebstahl personenbezogener Kundendaten, finanzielle Verluste, gestörte Geschäftsprozesse, Datenverlust und Reputationsschäden.
    4. Warum ist KI ein neues Sicherheitsrisiko?
      KI-Systeme und externe KI-Tools können sensible Daten unbeabsichtigt offenlegen oder neue technische Schwachstellen schaffen. Deshalb brauchen Unternehmen klare Nutzungsregeln und Kontrollen.
    5. Welche Rolle spielen Mitarbeitende bei der Cybersicherheit?
      Mitarbeitende können durch Phishing, unsichere Passwörter, ignorierte Warnungen oder öffentliche WLANs unbeabsichtigt Risiken erhöhen. Awareness-Programme reduzieren diese Angriffsfläche.
    6. Welche organisatorischen Schwächen sind besonders kritisch?
      Verzögerte Patch-Prozesse, fehlende Fachkenntnisse, unzureichende Sicherheitslösungen und mangelnde Management-Unterstützung wurden als zentrale Risikofaktoren genannt.
    7. Warum steigen die IT-Sicherheitsbudgets?
      Die hohe Zahl an Vorfällen und deren direkte geschäftliche Folgen erhöhen den Investitionsdruck. Unternehmen stärken interne Teams, externe Services, Cloud-Sicherheit und Resilienz.
    8. Wann lohnt sich Managed Detection and Response?
      MDR oder MSSP-Dienste sind besonders sinnvoll, wenn interne Ressourcen begrenzt sind oder rund um die Uhr Erkennung, Analyse und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle benötigt werden.
    9. Was sollten Händler zuerst absichern?
      Priorität haben Kundendaten, Zahlungsprozesse, zentrale Anwendungen, Lieferkettenprozesse und Systeme, die für den laufenden Geschäftsbetrieb unverzichtbar sind.
    10. Was ist die wichtigste Management-Aufgabe?
      Das Management muss Cybersicherheit als Business-Risiko steuern: mit klarer Governance, messbaren Zielen, ausreichenden Budgets, regelmäßigen Risikoanalysen und verbindlichen Vorgaben für Mitarbeitende und Partner.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

     

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    KI-Skalierung braucht mehr als Strategie: Warum Digital Re-Engineering jetzt zur CIO-Priorität wird

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Die aktuelle CGI-Studie »Voice of Our Clients« zeigt: KI ist in den Führungsetagen gesetzt, doch zwischen strategischem Anspruch und produktiver Skalierung klafft weiterhin eine deutliche Lücke. Für Unternehmen wird damit Digital Re-Engineering zur Kernaufgabe – von modernisierten IT-Landschaften über belastbare Datenarchitekturen bis hin zu Governance, Resilienz und messbarem Business-Impact.

    Management Summary

    • KI ist Chefsache – Skalierung bleibt die Hürde: Während 65 Prozent der Unternehmen KI bereits in Kernprozessen einsetzen, gelingt nur wenigen die Umsetzung einer durchgängigen KI-Strategie über das gesamte Ökosystem hinweg.
    • Digital Re-Engineering wird zum Enabler: Wer KI wirtschaftlich nutzen will, muss Altsysteme, Dateninseln und starre Betriebsmodelle gezielt modernisieren.
    • Ohne Kennzahlen kein Business-Impact: Viele KI-Initiativen bleiben schwer steuerbar, weil Ergebnisse und wirtschaftlicher Nutzen nicht konsequent quantifiziert werden.
    • Souveränität und Resilienz rücken in den Fokus: Datensouveränität, lokale Cloud-Strategien und robuste Organisationen werden zu strategischen Voraussetzungen für digitale Handlungsfähigkeit.
    • Managed Services beschleunigen die Umsetzung: Externe Partner gewinnen an Bedeutung, wenn Beratung, Integration, Re-Engineering und Betrieb zu skalierbaren Transformationsmodellen zusammengeführt werden sollen.

     

    Unternehmen investieren massiv in KI, doch produktive Skalierung scheitert oft an Altsystemen, Datenbrüchen und fehlender Governance. 

    CGI, ein IT- und Business-Consulting-Unternehmen, hat die Ergebnisse seiner jährlichen globalen Marktstudie »Voice of Our Clients« veröffentlicht [1]. Sie basiert auf Interviews mit mehr als 1.800 Führungskräften aus Wirtschaft und Technologie, von denen die Mehrheit auf C-Level tätig ist. Die diesjährige Studie zeigt für Deutschland eine klare Marktentwicklung hin zu Digital Re-Engineering: Unternehmen digitalisieren und modernisieren ihre bestehenden IT-Systeme und Geschäftsprozesse gezielt, um den KI-Einsatz zu skalieren und so messbaren Business-Impact zu erzielen. Die Studie von CGI identifiziert drei übergreifende Trends, welche die Business- und Technologiestrategien in Unternehmen und Behörden prägen:

     

    • Der strategische Imperativ: Anpassungsfähige, resiliente Organisationen.
      Der technologische und digitale Fortschritt bleibt der einflussreichste Makrotrend und wird von 65 % der befragten Führungskräfte genannt. Den am schnellsten an Bedeutung gewinnenden Trend machen weiterhin die Verschiebungen in der Weltwirtschaftsordnung und die damit einhergehende Neugestaltung von Lieferketten aus. Dabei erhöht die zunehmende geopolitische Komplexität den Anpassungsdruck auf Organisationen. Zugleich priorisieren 49 % der Führungskräfte die Themen Datensouveränität und lokale Cloud-Strategien, aber nur 33 % bewerten ihre Systeme als sehr agil. Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Implementierung anpassungsfähigerer und resilienterer Organisationsstrukturen und -prozesse.
    • Die Ambitionen bei der Einführung und dem Einsatz von KI sind größer als die organisatorische und technologische Umsetzungsbereitschaft der Unternehmen.
      Die Implementierung von GenAI hat in den letzten zwei Jahren um 30 Prozentpunkte zugenommen, 65 % der Unternehmen setzen KI mittlerweile in zentralen Geschäfts- und Betriebsprozessen ein. Die technologische und organisatorische Bereitschaft der Unternehmen zur effektiven und tiefgreifenden KI-Einbindung hält jedoch nicht mit den KI-Ambitionen Schritt. 52 % der befragten Führungskräfte geben an, dass Legacy-Systeme ihre Daten- und KI-Strategien erheblich beeinträchtigen. Dies unterstreicht, dass die digitale Neugestaltung grundlegender Systeme, Daten und Betriebsmodelle entscheidend ist, um KI in Unternehmen über die Pilotierungsphase hinaus zu skalieren und messbaren Mehrwert zu erzielen. Zwar verfügen 37 % der Unternehmen über eine unternehmensweite KI-Strategie, doch nur 8 % setzen sie in ihrem gesamten Ökosystem um. Darüber hinaus quantifizieren nur 55 % der Unternehmen die Ergebnisse ihrer KI-Einführung.
    • Kosten und Altsysteme schränken den Return on Investment ein.
      Der Kostendruck bleibt das größte Hindernis für Unternehmen bei der KI-Einführung und -Nutzung. 52 % der Führungskräfte stufen ihre Legacy-Systeme als erhebliche Herausforderung für eine erfolgreiche Digitalisierung ein, was sich auf die Programme und die Umsetzungskapazitäten auswirkt. Modernisierung und Migration gewinnen deshalb weiter an Bedeutung. 29 % der Führungskräfte auf C-Level wollen sich in den nächsten drei Jahren auf umfassende und selektive Managed-Services-Modelle stützen, um die Umsetzungskapazitäten zu stärken und eine skalierbare, KI-gestützte Transformation zu ermöglichen.

    »Die aktuellen geopolitischen Herausforderungen, steigende Kosten, neue regulatorische Anforderungen und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern die Prioritäten vieler Unternehmen. Wer KI erfolgreich nutzen will, braucht moderne, sichere und souveräne digitale Strukturen, die strategische Handlungsoptionen erlauben«, sagt Stefan Becker, President Germany Operations bei CGI. »Die Ergebnisse aus unserer aktuellen Kundenumfrage ›Voice of Our Clients 2026‹ zeigen einen klaren Trend zum Digital Re-Engineering, denn entscheidend ist, bestehende IT- und Prozesslandschaften gezielt zu modernisieren, damit KI messbaren Mehrwert schafft und Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben. CGI blickt in diesem Jahr auf 50 Jahre erfolgreiche Partnerschaften zurück und wird für seine Kunden auch weiterhin die Grundlage schaffen, um Innovation wirtschaftlich umzusetzen und nachhaltige Geschäftsergebnisse zu erzielen.«

    Der Trend ist eindeutig: Unternehmen setzen zunehmend auf wenige, vertrauenswürdige Partner, die Beratung, Systemintegration und digitales Re-Engineering aus einer Hand liefern können. Die CGI-Studie bestätigt, dass ohne modernisierte Grundlagen KI bei fragmentierten Daten, Altsystemen und veralteten Betriebsmodellen oft nur die Komplexität und die Kosten erhöht – statt echten Mehrwert zu schaffen. Genau das treibt die Nachfrage nach selektiven Managed Services und Beratungskompetenz: Unternehmen brauchen Unterstützung dabei, Technologie, Mitarbeitende und Prozesse so aufeinander abzustimmen, dass messbare Ergebnisse entstehen.

    »Der Erfolg von KI entscheidet sich im operativen Betrieb«, ergänzt Niklas Bläsing, Director Consulting Expert und Head of Data & AI bei CGI. »Dafür braucht es die richtige technische Basis und eine klare Governance. Entscheidend ist aber vor allem, dass keine Insellösungen in der Pilotierungsphase entwickelt werden, sondern wiederverwendbare Anwendungsfälle – und zwar gemeinsam mit Fachbereichen, Datenverantwortlichen und IT-Mitarbeitenden von Anfang an. Nur so lassen sich KI-Anwendungen in die Produktion überführen und effektiv skalieren.«

    [1] Weitere globale Erkenntnisse aus der CGI-Studie »Voice of Our Clients« sowie branchenspezifische Einblicke finden sich unter https://www.cgi.com/de/de/voice-of-our-clients

    FAQ

    1. Was ist die zentrale Botschaft der CGI-Studie?
      KI ist in vielen Unternehmen strategisch etabliert. Der entscheidende Engpass liegt jedoch in der produktiven Skalierung und in den dafür notwendigen technologischen, organisatorischen und prozessualen Voraussetzungen.
      Praxisbeispiel: Ein Industrieunternehmen nutzt GenAI zunächst im Kundenservice für Antwortvorschläge. Erst durch Anbindung an CRM, Wissensdatenbank und Qualitätskontrolle entsteht daraus ein skalierbarer Serviceprozess.
    2. Warum ist Digital Re-Engineering so wichtig?
      Bestehende IT- und Prozesslandschaften sind häufig nicht auf datengetriebene und KI-gestützte Geschäftsmodelle ausgelegt. Re-Engineering schafft die Grundlage, um Anwendungen aus der Pilotphase in den Regelbetrieb zu überführen.
      Praxisbeispiel: Ein Versicherer modernisiert Schadensprozesse, harmonisiert Datenquellen und automatisiert Prüfschritte. KI unterstützt anschließend nicht isoliert, sondern eingebettet in den End-to-End-Prozess.
    3. Welche Rolle spielen Legacy-Systeme?
      Altsysteme erschweren Integration, Datenzugriff und Automatisierung. Damit erhöhen sie nicht nur die Komplexität, sondern begrenzen auch Tempo und Wirkung von KI-Initiativen.
      Praxisbeispiel: Eine Bank kann Betrugserkennung erst deutlich verbessern, nachdem Transaktionsdaten aus Kernbankensystemen, Online-Banking und Risikomodellen konsolidiert verfügbar sind.
    4. Warum reicht eine KI-Strategie nicht aus?
      Strategie muss operationalisiert werden. Ohne saubere Datenbasis, klare Verantwortlichkeiten, Governance und skalierbare Betriebsmodelle bleibt KI ein isoliertes Technologieprojekt.
      Praxisbeispiel: Ein Handelsunternehmen definiert nicht nur KI-Ziele, sondern legt auch Verantwortliche für Datenqualität, Modellfreigaben und Monitoring fest – erst dadurch wird KI im Einkauf belastbar nutzbar.
    5. Wie lässt sich Business-Impact nachweisen?
      Durch klar definierte Kennzahlen, belastbare Use Cases und eine konsequente Messung von Effizienzgewinnen, Qualitätsverbesserungen, Kosteneffekten und neuen Geschäftsmöglichkeiten.
      Praxisbeispiel: In der Instandhaltung wird der Erfolg eines Predictive-Maintenance-Modells nicht an der Modellgenauigkeit allein gemessen, sondern an weniger ungeplanten Stillständen, geringeren Wartungskosten und höherer Anlagenverfügbarkeit.
    6. Warum gewinnt Datensouveränität an Bedeutung?
      Regulatorische Anforderungen, geopolitische Risiken und Cloud-Strategien erhöhen den Bedarf an kontrollierbaren, sicheren und nachvollziehbaren Daten- und Betriebsmodellen.
      Praxisbeispiel: Ein öffentlicher Auftraggeber setzt auf eine lokal betriebene Cloud-Umgebung, damit sensible Verwaltungsdaten nachvollziehbar verarbeitet und regulatorische Vorgaben eingehalten werden.
    7. Weshalb verharren viele KI-Projekte im Pilotstadium?
      Häufig fehlen wiederverwendbare Anwendungsfälle, integrierte Datenflüsse und die frühe Einbindung von Fachbereichen, IT und Datenverantwortlichen.
      Praxisbeispiel: Ein Chatbot-Prototyp liefert überzeugende Testergebnisse, scheitert aber im Rollout, weil Rollen, Eskalationsprozesse, Datenschutzprüfung und Betriebsverantwortung nicht frühzeitig geklärt wurden.
    8. Wie können Managed Services unterstützen?
      Managed Services können Umsetzungskapazitäten erweitern, Betriebssicherheit schaffen und Unternehmen dabei helfen, KI-Lösungen kontrolliert, wirtschaftlich und skalierbar zu betreiben.
      Praxisbeispiel: Ein Mittelständler lagert Betrieb, Monitoring und Weiterentwicklung einer KI-gestützten Dokumentenverarbeitung teilweise aus und kann interne Teams dadurch stärker auf Prozessverbesserungen konzentrieren.
    9. Was sollten IT- und Business-Entscheider jetzt priorisieren?
      Im Mittelpunkt sollten modernisierte Kernsysteme, belastbare Datenarchitekturen, klare Governance, messbare Use Cases und ein Betriebsmodell stehen, das Skalierung ermöglicht.
      Praxisbeispiel: Ein CIO priorisiert zunächst wenige geschäftskritische Use Cases mit klarer Datenbasis, statt viele Piloten parallel zu starten. So lassen sich Budgets, Architekturentscheidungen und Change Management fokussierter steuern.
    10. Was entscheidet über den nachhaltigen Erfolg von KI?
      Erfolgreich wird KI dort, wo Technologie, Prozesse und Menschen zusammengedacht werden – nicht als Experiment am Rand, sondern als Bestandteil des operativen Geschäfts.
      Praxisbeispiel: Ein Logistikunternehmen kombiniert Routenoptimierung mit Schulungen für Disponenten, klaren Eingriffsregeln und laufendem Performance-Monitoring. Die KI unterstützt Entscheidungen, ersetzt aber nicht die operative Verantwortung.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt  

     

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  • Die Lösung für Tokenmaxxing ist Identitätsmanagement, kein Gateway

    Die Lösung für Tokenmaxxing ist Identitätsmanagement, kein Gateway

    KI-AGENTEN | IDENTITY & ACCESS MANAGEMENT

    KI-Agenten verbrauchen Token, noch bevor sie arbeiten: Allein die Auswahl aus Tausenden von MCP-Tools treibt Kosten und Sicherheitsrisiken in die Höhe. Gateways stoppen den Zugriff erst im Nachhinein – bezahlt ist der Token dann längst. Wer Tokenmaxxing wirklich in den Griff bekommen will, muss beim Identitätsmanagement ansetzen und Agenten nach dem Least-Privilege-Prinzip nur die Tools zeigen, die sie tatsächlich brauchen.

    Least Privilege statt »Token-Polizei«: Sieht ein KI-Agent nur die Tools, die für ihn freigegeben sind (blau), sinken Token-Verbrauch und Angriffsfläche gleichermaßen. (Quelle: KI-generierte Illustration, manage it)

     

    Management Summary

    • Token-Kosten entstehen vor dem ersten Tool-Aufruf: Die Tool-Auswahl im Prompt ist bereits bezahlt – ein nachträgliches Blockieren durch das Gateway holt diese Kosten nicht zurück.
    • Gateways sind Routing-Werkzeuge, keine Token-Polizei: Sie limitieren erst im Nachgang und lösen weder das Kosten- noch das Sicherheitsproblem strukturell.
    • MCP-Wachstum verschärft die Lage: Je mehr Tools und Nutzer an einem MCP-Server hängen, desto stärker multipliziert sich die »Tool-Token-Steuer« bei jedem einzelnen Schritt.
    • IAM ist der wirksame Hebel: Least Privilege und Zero Trust begrenzen die Sichtbarkeit von Tools pro Agent und Nutzer – Token werden gar nicht erst verbraucht.
    • Drei Leitfragen als Orientierung: Wo sind meine KI-Agenten, was dürfen sie tun und womit dürfen sie sich verbinden? Wer das beantwortet, senkt Kosten und Risiko zugleich.

     

    Das Gateway als »Token-Polizei« greift zu kurz

    Tokenmaxxing ist zu einer der vielleicht drängendsten Herausforderungen von Unternehmen geworden. Die Lösung besteht jedoch nicht darin, schlicht Gateways für das Routing einzuführen, sondern den Zugriff der KI-Agenten durch das Identitätsmanagement (IAM) auf die ausschließlich benötigten Funktionen im Sinne des Least Privilege-Ansatzes zu beschränken. Gateways begrenzen die Token so detailliert, wie es ihre Daten zulassen. Das ist für das Routing richtig, allerdings macht die nachträgliche Begrenzung der Token das Gateway zur »Token-Polizei«. Hier wird das Limit für den Token-Gebrauch festgelegt und bei der Überschreitung der Grenzen einfach gestoppt. Das kann auf Dauer nicht funktionieren und führt nicht zum gewünschten Effekt.

    MCP-Server: Wachstum mit Nebenwirkungen

    Die andere Seite: MCP-Server gehören zu den am schnellsten wachsenden Lösungen, mit denen Unternehmen ihre KI-Agenten mit Tools und Daten verbinden. Dieses Wachstum lässt das Bedürfnis innerhalb von IT-Abteilungen wachsen, möglichst viele Komponenten per MCP anzubinden, um ein Maximum an Mehrwert durch KI gestützte Geschäftsabläufe zu erzeugen. Dies erhöht den Druck auf IT-Entscheider, bei der ordnungsgemäßen Bereitstellung dieser Tools Schritt zu halten. Jeder KI-Agent sollte auch nur eine Sichtbarkeit über diejenigen Tools haben, die für ihn freigegeben wurden. So können Sicherheitsrisiken wie Kosten reduziert werden.

    Die »Tool-Token-Steuer« trifft jeden Schritt

    Bezogen auf die Kosten, also den durch einen KI-Agenten produzierten Token-Verbrauch, bedeutet das, dass die Toolauswahl von vornherein eingeschränkt wird, noch bevor überhaupt mit der eigentlichen Arbeit begonnen wird. Ein einzelner beliebter MCP-Server kann Tausende aktiver Nutzer haben und jeder von ihnen zahlt bei jedem Schritt diese »Tool-Token-Steuer«. Die Schwierigkeiten mit der schieren Anzahl von Tools und Nutzern verstärken sich gegenseitig.

     

    »Das nachträgliche Ablehnen eines unbefugten Tool-Aufrufs bringt die Kosten für die Token nicht zurück – sie wurden bereits in der Prompt-Phase verbraucht, noch bevor das Modell irgendetwas versucht hat.«

    Felix Colaci, Okta

     

    Nachträgliches Blockieren kommt zu spät

    Das nachträgliche Ablehnen eines unbefugten Tool-Aufrufs, wie es bei Gateway-Lösungen der Fall ist, bringt die Kosten für diese Token nicht zurück. Sie wurden bereits in der Prompt-Phase verbraucht, noch bevor das Modell irgendetwas versucht hat. Außerdem: sobald ein KI-Agent ein Tool genutzt hat, auf das er keinen Zugriff haben sollte, ist die Rückabwicklung ein Thema für sich. Darüber hinaus muss das überhaupt erst jemand bemerken, untersuchen und den Zugriff widerrufen. Die Token bleiben unabhängig davon verbraucht.

    Drei Fragen für die Agenten-Governance

    Unsere Blaupause für das sichere KI-Agenten-Unternehmen [1] fasst die Herausforderung in drei einfachen Fragen zusammen, die als Orientierung dienen können:

    1. Wo befinden sich meine KI-Agenten?
    2. Was dürfen sie tun?
    3. Womit können sie sich verbinden?

    Least Privilege und Zero Trust als Leitplanken

    Die Frage nach der Konnektivität bezieht sich dabei nicht ausschließlich auf die MCP-Server, die ein Agent erreichen kann, sondern auch auf die spezifischen Tools, die er für einen bestimmten Benutzer bedienen darf. Um hier die Kontrolle zu erlangen, empfiehlt es sich, auf das bekannte Least-Privilege-Prinzip samt Zero Trust als Konzept zu setzen. Das schränkt die Rechte von Agenten ein und erlaubt ihnen nur den Zugriff auf autorisierte Tools in einem abgesteckten Bereich. Dadurch werden Token gespart und gleichzeitig die KI-Agenten sowie deren Bewegungsmuster festgelegt. Das Ziel: Viele wertvolle Token sparen, die KI-Agenten in definierte Bahnen lenken und die Geschäftsergebnisse, die aus dem Mehrwert des Agenten-Einsatzes entspringen sollen, sicherstellen.

    Felix Colaci, Okta

    Felix Colaci ist Senior Solutions Engineer bei Okta und auf Auth0 sowie Fine Grained Authorization spezialisiert. Er bringt rund ein Jahrzehnt Erfahrung in API-Management und Customer Identity and Access Management (CIAM) mit und berät aus einem Entwicklerhintergrund heraus Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branchen zu Identity-Anwendungsfällen. Vor seinem Wechsel zu Okta im Jahr 2022 verantwortete er bei der freenet-Gruppe (mobilcom-debitel) das Identity Management als Teamleiter und arbeitete zuvor als Enterprise Architect; sein Studium der Wirtschaftsinformatik absolvierte er dual in Schleswig-Holstein. Sein erklärtes Ziel ist es, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit in Balance zu bringen und Identity als Business-Enabler zu etablieren.

     

    Weiterführende Informationen
    [1] Okta: Agentic Enterprise Blueprint – Blaupause für das sichere KI-Agenten-Unternehmen: https://www.okta.com/solutions/secure-ai/agentic-enterprise-blueprint/
    [2] Okta Newsroom: Fewer Tools, Fewer Tokens – How Okta Cuts Agent Tool Selection Costs Before They Happen: https://www.okta.com/newsroom/articles/fewer-tools-fewer-tokens-how-okta-cuts-agent-tool-selection-costs-before-they-happen/

     

    FAQ: Tokenmaxxing, MCP und Identitätsmanagement

    1. Was bedeutet »Tokenmaxxing« konkret?
      Gemeint ist der ausufernde Token-Verbrauch von KI-Agenten. Ein großer Teil davon entsteht nicht durch die eigentliche Aufgabe, sondern durch das Mitführen und Auswerten großer Tool-Kataloge im Prompt.
    2. Warum lösen Gateways das Problem nicht?
      Gateways sind für das Routing gedacht. Sie greifen erst, wenn ein Tool-Aufruf erfolgt – die Token für die Tool-Auswahl sind zu diesem Zeitpunkt bereits verbraucht und bezahlt.
    3. Was ist die »Tool-Token-Steuer«?
      Jedes Tool, das einem Agenten sichtbar gemacht wird, kostet bei jedem Schritt Token – unabhängig davon, ob es jemals genutzt wird. Bei Tausenden Nutzern eines MCP-Servers summiert sich das erheblich.
    4. Was ist ein MCP-Server und warum wächst der Einsatz so schnell?
      MCP-Server verbinden KI-Agenten mit Tools und Daten. Weil sie den Mehrwert KI-gestützter Geschäftsabläufe schnell sichtbar machen, wollen IT-Abteilungen möglichst viele Systeme anbinden.
    5. Warum ist Identitätsmanagement der bessere Hebel?
      IAM entscheidet bereits vor dem Prompt, welche Tools ein Agent für einen bestimmten Nutzer überhaupt sieht. Was nicht sichtbar ist, verursacht weder Token noch Risiko.
    6. Wie hängen Least Privilege und Zero Trust damit zusammen?
      Least Privilege beschränkt Agenten auf die minimal notwendigen Rechte, Zero Trust verlangt die Prüfung jeder Anfrage. Zusammen definieren sie klare Bewegungsmuster für Agenten.
    7. Welche drei Fragen sollten IT-Entscheider beantworten können?
      Wo befinden sich meine KI-Agenten? Was dürfen sie tun? Womit können sie sich verbinden? Diese Fragen bilden den Kern einer belastbaren Agenten-Governance.
    8. Reicht es, den Zugriff auf MCP-Server zu steuern?
      Die Steuerung muss bis auf die Ebene einzelner Tools und den jeweiligen Nutzerkontext reichen, sonst bleibt der Tool-Katalog unnötig groß.
    9. Was passiert, wenn ein Agent ein nicht freigegebenes Tool nutzt?
      Der Vorfall muss bemerkt, untersucht und der Zugriff widerrufen werden. Die Rückabwicklung ist aufwendig – und die verbrauchten Token bleiben in jedem Fall verloren.
    • Welchen Nutzen hat der Ansatz über die Kosten hinaus?
      Neben spürbaren Token-Einsparungen entstehen nachvollziehbare Agentenpfade, geringere Angriffsflächen und damit verlässlichere Geschäftsergebnisse aus dem KI-Einsatz.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

     

    Screen (c) Okta
    Dieses Schaubild zeigt, wie Okta die drei Fragen Where are my agents? What can they connect to? What can they do? technisch beantwortet:
    Agent Discovery:
    • Erkennung bekannter und unbekannter Agenten über Plattformen, Browser‑basierte Erkennung, Endpoints und Netzwerke.
    • Gemeinsame Signal‑Frameworks und Risiko‑Bewertung
    Agent Credentials:
    • Registrierung und Verwaltung von Agenten‑Zugangsdaten über Okta.
    • Verbindung zu Nutzern, Service‑Accounts und Vaulted Credentials.
    Kill Switch & Risk Signals:
    • Zentrale Abschaltfunktion für Agenten bei Sicherheitsvorfällen.
    • Risiko‑Signale fließen in Telemetrie und SIEM‑Systeme (Security Information and Event Management).
    Human‑in‑the‑Loop:
    • Menschen bleiben Teil des Entscheidungsprozesses – etwa bei Freigaben oder Zugriffskontrollen.
    Audit Trail:
    • Lückenlose Protokollierung aller Agentenaktivitäten zur Nachverfolgung und Compliance.

     

    Tokenmaxxing – kurz erklärt

    Der Begriff »Tokenmaxxing« beschreibt das übermäßige oder ineffiziente Verwenden von Tokens bei der Nutzung von KI‑Modellen wie GPT‑4 oder Claude. Ein Token ist die kleinste Verarbeitungseinheit eines Sprachmodells – etwa ein Wortfragment oder Satzzeichen. Jedes Prompt, jede Antwort und jeder Kontext verbraucht Tokens, die direkt mit Kosten und Rechenzeit zusammenhängen.

    Was passiert beim Tokenmaxxing

    Zu viele oder zu lange Prompts: Wenn Nutzer oder Agenten unnötig viel Kontext, irrelevante Daten oder redundante Anweisungen senden.

    Agentische KI ohne Steuerung: Autonome Agenten erzeugen komplexe Ketten von Prompts, durchsuchen große Datenmengen und lösen Folgeaktionen aus – oft ohne Kostenbewusstsein.

    Fehlende Kontextoptimierung: Wenn Modelle denselben Informationsblock mehrfach verarbeiten, steigt der Tokenverbrauch exponentiell.

    Folgen

    • Kostenexplosion: Mehr Tokens = höhere API‑Gebühren.
    • Leistungsabfall: Lange Kontexte führen zu langsameren Antworten und höherer Fehlerquote.
    • Ineffizienz im Workflow: Agenten oder Nutzer verschwenden Rechenressourcen für irrelevante Daten.

    Gegenstrategie: Kontextmodellierung

    Unternehmen setzen zunehmend auf Kontextmodelle (z. B. Celonis Context Model oder Oktas »Agentic Enterprise Blueprint«), um:

    • nur relevante Daten an die KI zu übergeben,
    • redundante Prompts zu vermeiden,
    • und den Tokenverbrauch gezielt zu steuern.

     

     

     

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    Warum die Kosten der KI‑Nutzung steigen – und welche Rolle Tokens dabei spielen

    Die wirtschaftliche Nutzung von KI erlebt 2026 eine Phase massiver Kostensteigerungen. Unternehmen, die KI ursprünglich als Effizienztreiber eingeführt haben, sehen sich nun mit Ausgaben konfrontiert, die in vielen Fällen die Personalkosten übersteigen. Ein zentraler Mechanismus hinter dieser Entwicklung ist das tokenbasierte Abrechnungsmodell moderner Sprachmodelle. Die Analyse zeigt: Die Kombination aus wachsendem Verbrauch, komplexeren Workflows und…

    KI verantwortungsvoll einsetzen – Sicherheit, Souveränität und Kontrolle für autonome Systeme

    Künstliche Intelligenz ist den Kinderschuhen entwachsen. KI-Agenten – autonome Systeme, die planen, entscheiden und handeln – greifen in operative Geschäftsprozesse ein. Sie steuern Lieferketten, bewerten Kreditrisiken, priorisieren Service­anfragen und optimieren Produktionsabläufe. Die Effizienzgewinne: kürzere Reaktionszeiten, präziserer Ressourceneinsatz oder automatisierte Entscheidungsketten. Doch mit der Autonomie wachsen Verantwortung und Angriffsfläche.

    Wenn KI zur Organisationsstrategie wird: Die HSP GRUPPE gewinnt 40.000 Stunden Kapazität für wertschöpfende Beratung

    Management Summary Die HSP GRUPPE zeigt, wie generative KI vom Pilotwerkzeug zum strategischen Betriebsmodell wird: Routinearbeit wird reduziert, Wissen skaliert und Beratungskapazität messbar erhöht. Der Fall macht deutlich, dass der Mehrwert nicht allein in Effizienz liegt, sondern in zusätzlicher Wertschöpfung, besserem Mandantenservice und einer resilienteren Organisation. Strategischer Hebel: HSP behandelt KI nicht als Tool-Rollout, sondern…

    Kostenfalle im KI-Betrieb vermeiden: Neue Ansätze für die nachhaltige Wirtschaftlichkeit von KI

    KI-Projekte scheitern im produktiven Betrieb selten an der Idee, sondern zunehmend an der Kostenlogik. Wer Inferenz, Infrastruktur und Governance frühzeitig zusammendenkt, verhindert, dass erfolgreiche Proofs of Concept später zur wirtschaftlichen Belastung werden.   Management Summary Inferenz wird zum eigentlichen Kostentreiber: Nicht das Modelltraining, sondern jede produktive Nutzung entscheidet über die langfristige Wirtschaftlichkeit von KI. PoCs…

    Wie fühlen sich die Deutschen, Amerikaner und Chinesen mit KI?

    Ob Smartphones, Autos oder sonstige technische Geräte, viele Menschen entwickeln (teilweise komplexe) Gefühle gegenüber unbelebter Materie. Das gilt offenbar auch für Software wie künstlicher Intelligenz. Den aktuellen Statista Consumer Insights zufolge sind Neugierde und Vorsicht die in Deutschland am weitesten verbreiteten Regungen. Bei vielen Befragten löst die immer noch relativ junge Technologie aber auch Skepsis…

    Beträchtliche Unterschiede bei Einstellungen zu KI in China und Deutschland

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    Schwachstellen in KI-Diensten verzehnfacht

    Mit der zunehmenden Verbreitung von künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen wächst auch die Zahl der entdeckten Schwachstellen in entsprechenden Diensten. Laut aktuellen Zahlen von Kaspersky aus dem zweiten Quartal 2026 hat sich die Zahl der erfassten Schwachstellen in KI- und LLM-Diensten im Vergleich zum vierten Quartal 2025 verzehnfacht und ist auf 935 gestiegen [1]. Auch…

    KI und Social Commerce: Was Technologie beim Schenken wirklich leistet

    KI-Tools, Messaging-Apps und digitale Geschenkkarten verändern das Schenken schneller, als viele Händler vorbereitet sind. Entscheidend ist jedoch nicht der Hype um Agentic AI, sondern die Frage, welche Technologien heute schon Reibung reduzieren, Kaufentscheidungen erleichtern und in bestehende Kundengewohnheiten passen. Management Summary KI ist im Geschenkekauf angekommen: 34 Prozent der deutschen Konsumenten nutzen Anwendungen wie ChatGPT,…

    Wenn KI-Agenten einkaufen, wird Unternehmenswissen zur neuen Verkaufsfläche

    KI-Agenten verändern den digitalen Handel grundlegend: Sie suchen, vergleichen und empfehlen Produkte nicht mehr nur entlang klassischer Shop-Strukturen, sondern auf Basis maschinenlesbarer Daten und verfügbarem Unternehmenswissen. Für Händler und Marken entsteht damit eine neue strategische Aufgabe: Produktinformationen, Markenargumente und Kontextwissen müssen so aufbereitet werden, dass sie nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Systeme verständlich,…

    KI-Agenten absichern: Warum Identity zum Erfolgsfaktor wird – KI braucht Identity Governance

    KI-Agenten versprechen Unternehmen mehr Tempo und Automatisierung, schaffen aber zugleich neue Sicherheitsrisiken. Entscheidend ist deshalb, nicht nur ihre Funktionen, sondern vor allem ihre Identitäten, Berechtigungen und Zugriffe konsequent zu steuern. Wer Identity Governance früh verankert, kann Innovation ermöglichen, ohne Kontrolle und Compliance aus der Hand zu geben.

    Vertrauenswürdige KI beginnt mit Wissen – drei Schritte für Agentic AI im Unternehmen

    Agentic AI verspricht Unternehmen den nächsten Produktivitätssprung – vorausgesetzt, KI-Agenten arbeiten auf einer belastbaren, kontextualisierten und kontrollierten Wissensbasis. Enterprise AI Search wird damit zur strategischen Grundlage für vertrauenswürdige KI, die nicht nur informiert, sondern Entscheidungen vorbereitet und Prozesse in definierten Grenzen anstößt. Management Summary Agentic AI verlagert KI vom reinen Antwortsystem hin zu Anwendungen, die…

    Das eigentliche KI-Limit: die Betriebsrealität

     Management Summary Die eigentliche Grenze von Enterprise-KI liegt nicht allein bei Modellen, GPUs oder Inferenzleistung, sondern in der betrieblichen Realität der zugrunde liegenden Dateninfrastruktur. Je produktiver KI eingesetzt wird, desto stärker steigen Anforderungen an Datenlebenszyklen, Resilienz, Governance und autonome Betriebsmodelle. KI verschiebt den Infrastrukturengpass: Nicht nur Rechenleistung, sondern Datenmanagement, Betrieb und Governance entscheiden über Skalierbarkeit.…

    Anbietervergleich der KI-Plattformen: Europäisch heißt nicht automatisch souverän

    DeutschlandGPT veröffentlicht den Anbietervergleich KI-Plattformen 2026. Zwölf marktführende KI-Plattformen für Unternehmen wurden entlang von 34 Kriterien in sechs Kategorien geprüft, von der Datensouveränität über Features und Preismodelle bis zur Unterstützung beim Rollout. Der Report umfasst 110 Seiten und steht kostenlos zur Verfügung [1]. Er richtet sich an Unternehmen im DACH-Raum, die derzeit eine KI-Plattform auswählen…

    Hochverdichtete KI-Infrastrukturen – »KI-Rechenzentren müssen schneller, modularer und intelligenter werden «

    Der KI-Boom stellt Rechenzentren vor eine doppelte Herausforderung: Rechenleistung muss in immer kürzerer Zeit verfügbar sein, zugleich steigen Leistungsdichte, Kühlbedarf und Komplexität im Betrieb. Darren Cox, General Manager für Europa bei KAYTUS, erläutert im Interview mit »manage it«, warum vorgefertigte KI-Fabriken, Flüssigkeitskühlung und ein durchgängiges Infrastrukturmanagement zum neuen Standard werden könnten – und welche Rolle der DACH-Markt in der europäischen Expansion spielt.

    Nicht-menschliche Identitäten: Warum Unternehmen Maschinen, Dienste und KI-Agenten besser steuern müssen

    Service-Konten, API-Schlüssel, Zertifikate und KI-Agenten sind heute zentrale Bausteine digitaler Geschäftsprozesse – zugleich aber oft kaum gesteuerte Risikoträger. Unternehmen müssen nicht-menschliche Identitäten deshalb konsequent inventarisieren, begrenzen und überwachen, um Angriffsflächen zu reduzieren, Compliance-Anforderungen zu erfüllen und Automatisierung sicher zu skalieren.   Management Summary Nicht-menschliche Identitäten entwickeln sich in hybriden IT-, Cloud- und KI-Umgebungen zu einer…

    Warum KI in vielen Unternehmen nicht die erwartete Produktivitätswende bringt

    KI entscheidet nicht automatisch über Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit oder Zukunftsfähigkeit. Der Unterschied entsteht dort, wo CEO und CIO die Technologie gemeinsam aus der Pilotphase in belastbare Betriebsmodelle, klare Datenverantwortung und messbare Geschäftsziele überführen. Wer jetzt nur experimentiert, riskiert neue Abhängigkeiten und verpasste Wertschöpfung; wer konsequent handelt, kann KI zum strategischen Produktivitätshebel machen. Management Summary KI entfaltet…

    KI hebt keine Produktivität – solange CEO und CIO sie wie ein IT‑Projekt behandeln

    Künstliche Intelligenz entscheidet nicht automatisch über Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit oder Zukunftsfähigkeit. Entscheidend ist, ob Unternehmensführung und IT sie gemeinsam aus der Pilotphase in den industriellen Betrieb führen. Für CEOs und CIOs wird KI damit zum Prüfstein: Wer weiter nur experimentiert, riskiert strategische Rückständigkeit; wer jetzt konsequent handelt, kann Prozesse, Geschäftsmodelle und Organisationen neu ausrichten. Management Summary…

    KI-Inferenzkosten pro agentenbasiertem Workflow steigen bis 2028 um mehr als das Fünffache

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  • Deutschland führend bei Patenten, aber trotzdem nur Rang 5

    Deutschland führend bei Patenten, aber trotzdem nur Rang 5

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Deutschland zählt im europäischen Standortvergleich weiterhin zur Spitzengruppe, doch der Befund ist für Entscheider eindeutig: Der Standort überzeugt mit Innovationskraft, industrieller Tiefe und hoher Produktivität, verliert aber dort an Momentum, wo digitale Reife, Cloud-Nutzung, KI-Adoption und Investitionsdynamik über künftige Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Für Unternehmen bedeutet das: Deutschland bleibt ein attraktiver Markt für anspruchsvolle Wertschöpfung, Forschung und industrielle Skalierung – vorausgesetzt, Unternehmen übersetzen technologische Stärke konsequent in digitale Prozesse, automatisierte Geschäftsmodelle und schnellere Markteinführung.

    • Deutschland bleibt ein Top-B2B-Standort: Rang 5 im Doing Business in Europe 2026 bestätigt die starke industrielle und wirtschaftliche Basis [1].
    • Innovation ist der klare Standortvorteil: Bei Patenten führt Deutschland Europa an und bleibt damit ein Kernmarkt für technologiegetriebene Geschäftsmodelle.
    • Digitalisierung ist die zentrale Schwachstelle: Rang 11 bei Business Digitalisation zeigt, dass Cloud-, KI- und E-Commerce-Adoption nicht zur Innovationsleistung passen.
    • Investitionen bremsen die Dynamik: Die niedrige Investitionsquote schwächt Deutschlands Position gegenüber agileren europäischen Wettbewerbern.
    • Die Aufgabe für Unternehmen ist klar: Wer in Deutschland wachsen will, muss Innovation schneller digitalisieren, automatisieren und skalierbar machen.

     

    Deutschland bleibt einer der leistungsfähigsten Wirtschaftsstandorte Europas – doch im Doing Business in Europe 2026 zeigt sich eine zentrale Schwäche: Aus Innovationskraft wird noch zu selten digitale Umsetzung.

     

    Deutschland im Standortcheck: Innovationsstark, aber digital gebremst

    1. Platz 5 – stark, aber nicht Spitze

    Deutschland erreicht im Doing Business in Europe 2026 Rang 5 unter 29 europäischen Volkswirtschaften. Der Overall Score von 62,6 bestätigt die Substanz des Standorts, macht aber zugleich deutlich: Die Spitzenländer Schweden, Dänemark, Niederlande und Finnland punkten vor allem mit höherer digitaler Reife.

    Der Kernbefund:

    Deutschland hat die Ideen, die Industrie und die Produktivität – aber noch nicht die digitale Geschwindigkeit der europäischen Spitze.

     

    2. Die Stärke: Europas Innovationsmotor

    2.1 Innovationskraft: Platz 1 in Europa

    Bei Patenten setzt Deutschland den europäischen Maßstab:

    • 779,6 Patente pro Mio. Einwohner → Rang 1
    • Mehr als doppelt so viele wie Frankreich
    • Knapp vor Finnland (740,4)

    Auch weitere Kennzahlen unterstreichen die Breite des Innovationssystems:

    • 339 Markenanmeldungen pro Mio. Einwohner → Rang 5
    • 81,1 % Beschäftigungsquote → Rang 6
    • Hoher Anteil wissensintensiver Beschäftigung (nicht Spitzenwert, aber solide)

    Für B2B-Entscheider bleibt Deutschland damit ein Kernmarkt für technologiegetriebene Geschäftsmodelle – von Hightech-Industrien über Maschinenbau bis zu Deep-Tech-Startups.

    2.2 Produktivität: Platz 4

    • 96,5 Punkte Arbeitsproduktivität pro Stunde → Rang 4; nur Norwegen, Dänemark und Belgien liegen davor.

    Auch produktivitätsseitihg bleibt Deutschland robust: Hohe industrielle Leistungsfähigkeit trifft jedoch auf bekannte Standortbremsen wie Energiepreise, Fachkräftemangel und Bürokratie.

     

     

    3. Die Schwäche: digitale Umsetzung

    3.1 Digitalisierungsdefizite: Platz 11

    Der Abstand zur europäischen Spitze entsteht vor allem in der Business Digitalisation: Deutschland fällt hier auf Rang 11 zurück.

    • AI Adoption: 26 % → Rang 8
    • Cloud Adoption: 53,9 % → Rang 13
    • E-Commerce Orders: 34,3 % → Mittelfeld

    Mehrere Wettbewerber sind digital bereits weiter:

    • Dänemark (Platz 1)
    • Finnland (Platz 2)
    • Schweden (Platz 3)
    • Niederlande (Platz 5)
    • Belgien, Litauen, Irland

    Kurz gesagt: Deutschland entwickelt viel – skaliert digital aber zu langsam.

    Für Unternehmen ist das mehr als ein Rankingdetail: Digitale Reife entscheidet zunehmend darüber, wie schnell Innovation in Märkte, Prozesse und Geschäftsmodelle übersetzt wird.

    3.2 Investitionslücke: Rang 24

    Hinzu kommt eine schwache Investitionsquote:

    • 20,3 % Bruttoanlageinvestitionen (GFCF) → Rang 24

    Im Verhältnis zum BIP investieren selbst kleinere und aufholende Volkswirtschaften dynamischer:

    • Tschechien (26,4 %)
    • Bosnien & Herzegowina (25,8 %)
    • Kroatien (25,7 %)
    • Rumänien (25,6 %)
    • Türkei (30,6 %)

    Die Erklärung liegt in der Reife des Marktes: Bestehende Infrastruktur reduziert den Bedarf an Neuinvestitionen. Im Ranking bleibt die niedrige Quote dennoch ein struktureller Nachteil.

     

    4. Warum die Spitze außer Reichweite bleibt

    Deutschlands Problem ist nicht mangelnde Substanz, sondern die Lücke zwischen Erfindung und Anwendung.

    Die Studie bringt es auf den Punkt: »Deutschland wird durch sein Digitalisierungsprofil zurückgehalten.«

    Die führenden Länder kombinieren, was Deutschland noch nicht durchgängig zusammenbringt:

    • hohe Digitalisierungsgrade
    • starke Arbeitsmärkte
    • solide Innovationsleistung
    • akzeptierte Schwächen bei Investitionen, die im Index am geringsten gewichtet sind

    Deutschland bleibt dagegen stark, aber asymmetrisch aufgestellt:

    • Top 1 Innovation
    • Top 4 Produktivität
    • Top 6 Arbeitsmarkt
    • aber nur Platz 11 in Digitalisation

    Der Befund lässt sich auf eine Formel bringen:

    Deutschland ist stark in der Entwicklung – und zu langsam in der Skalierung.

     

    5. Profil für B2B-Entscheider

    5.1 Starke Basis, begrenzte Beschleunigung

    • Starke Forschung
    • Starke Patente
    • Starke Marken
    • Starke Produktivität
    • Solider Arbeitsmarkt

    Die strategische Schwäche liegt weniger in der Erfindungskraft als in der digitalen Marktdurchdringung:

    • Langsame digitale Transformation
    • Geringere Cloud-Reife
    • Moderate KI-Adoption
    • Weniger E-Commerce-Integration

    5.2 Reifer Markt, geringere Investitionsdynamik

    • Die Infrastruktur ist weitgehend vorhanden.
    • Der Fokus liegt stärker auf Erhalt als auf Ausbau.
    • Länder mit hohen Investitionsquoten sind häufig europäische Emerging Markets.

     

    6. Fazit

    Deutschland bleibt 2026 ein führender B2B-Standort in Europa. Die Basis ist stark:

    • Europas höchste Innovationsleistung
    • Hohe Produktivität
    • Solide Beschäftigungsquote

    Der kritische Punkt liegt woanders:

    • Digitalisierung ist Deutschlands Achillesferse.
    • Cloud- und KI-Adoption liegen deutlich hinter den Spitzenländern.
    • Die niedrige Investitionsquote drückt das Ranking.

    Für B2B-Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Standortlogik:

    • Deutschland bleibt attraktiv für technologieintensive Wertschöpfung, industrielle Innovation und anspruchsvolle B2B-Ökosysteme.
    • Wettbewerbsvorteile entstehen jedoch dort, wo Unternehmen Innovation konsequent digitalisieren, automatisieren und skalieren.

    Albert Absmeier & KI

     

    [1] https://www.leadfeeder.com/resources/studies/doing-business-in-europe/

     

    FAQ: Was Entscheider jetzt wissen sollten

    1. Was sagt das Ranking über Deutschland aus?
      Deutschland bleibt ein starker Wirtschaftsstandort, erreicht mit Rang 5 aber nicht die europäische Spitze, weil digitale Reife und Investitionsdynamik hinter den führenden Ländern zurückbleiben.
    2. Warum ist Deutschland trotz hoher Innovationskraft nicht unter den Top 3?
      Die starke Patent- und Forschungsbasis wird noch nicht konsequent genug in digitale Geschäftsprozesse, Cloud-Nutzung, KI-Anwendungen und skalierbare Geschäftsmodelle übersetzt.
    3. Welche Standortstärke ist für B2B-Unternehmen am wichtigsten?
      Der größte Vorteil liegt in der Kombination aus industrieller Tiefe, hoher Produktivität und Innovationskraft, die Deutschland für technologieintensive Wertschöpfung besonders relevant macht.
    4. Wo liegt die zentrale Schwäche im Standortprofil?
      Die wichtigste Schwäche ist die digitale Umsetzung: Bei Business Digitalisation fällt Deutschland auf Rang 11 zurück und verliert damit Anschluss an digital reifere Märkte.
    5. Welche Rolle spielen Cloud und KI?
      Cloud- und KI-Adoption sind zentrale Hebel für Produktivität, Automatisierung und Skalierung, liegen in Deutschland aber noch nicht auf dem Niveau der europäischen Spitzenländer.
    6. Ist die niedrige Investitionsquote ein Warnsignal?
      Ja, auch wenn sie teilweise mit der Reife des Marktes erklärbar ist, schwächt sie im Ranking die Dynamik und kann langfristig Modernisierung, Infrastruktur und digitale Transformation bremsen.
    7. Was bedeutet das für Investitionsentscheidungen?
      Investitionen sollten dort priorisiert werden, wo sie Innovation schneller in digitale Wertschöpfung überführen – insbesondere in Cloud-Plattformen, Dateninfrastruktur, KI-Anwendungen und Prozessautomatisierung.
    8. Welche Unternehmen profitieren besonders vom Standort Deutschland?
      Besonders profitieren technologieintensive B2B-Anbieter, Industrieausrüster, Maschinenbauer, Softwareunternehmen, Automatisierungsspezialisten und Deep-Tech-Unternehmen mit Nähe zu industriellen Kunden.
    9. Welche Priorität sollten Entscheider jetzt setzen?
      Die Priorität liegt auf Umsetzungsgeschwindigkeit: Unternehmen müssen bestehende Innovationspotenziale schneller digitalisieren, automatisieren und in skalierbare Geschäftsmodelle überführen.
    10. Was ist die Kernbotschaft für die B2B-Publikation?
      Deutschland bleibt ein starker Innovations- und Industriestandort, doch die nächste Wettbewerbsphase entscheidet sich an der Fähigkeit, digitale Technologien schneller und konsequenter in messbare Wertschöpfung zu übersetzen.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

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  • Digitale Ablage im Mittelstand: Wie Teams ihre Dokumentenflut in den Griff bekommen

    Digitale Ablage im Mittelstand: Wie Teams ihre Dokumentenflut in den Griff bekommen

    Vom Kopienchaos zur klaren Ordnung: Nicht die Menge der Dokumente überfordert mittelständische Teams, sondern die Zahl der Fassungen desselben Dokuments. Struktur, Benennung und Zuständigkeit entscheiden – die Software kommt zuletzt. (Bildquelle: KI-generiert) Illustration Absmeier

    Nicht die Menge der Dokumente überfordert mittelständische Teams, sondern die Zahl der Fassungen desselben Dokuments. Wer Ordnerlogik, Benennung und Zuständigkeiten klärt, bevor er über Software spricht, senkt Suchzeiten spürbar und erfüllt zugleich die Anforderungen von GoBD, E-Rechnung und Datenschutz.

     

    Management Summary

    • Das Problem sind Kopien, nicht Datenmengen. Dasselbe Dokument liegt in Mailanhang, Netzlaufwerk und persönlichem Ordner. Der Wechsel von Anhängen zu Verweisen ist die wirksamste Einzelmaßnahme und kostet keine Lizenzgebühr.
    • Struktur vor Software. Eine flache Ordnerlogik mit maximal vier Ebenen entlang der Geschäftsprozesse, ein Dateiname aus Datum, Dokumenttyp und Bezeichnung – erst danach lohnt der Blick auf Werkzeuge und Lizenzmodelle.
    • Zuständigkeit schlägt Werkzeug. Jedes Dokument braucht genau eine Person, die für den aktuellen Stand einsteht, und jeder Vorgang einen definierten Abschluss samt Löschung der Arbeitsstände.
    • Compliance ist der Punkt, an dem das Netzlaufwerk endet. GoBD fordern Unveränderbarkeit und Verfahrensdokumentation, seit Januar 2025 kommt die Empfangspflicht für strukturierte E-Rechnungen hinzu. Aufbewahrungs- und Löschpflichten gelten gleichzeitig.
    • Klein anfangen, an einer Kennzahl messen. Ein Prozess als Pilot, meist der Rechnungseingang, Stichtag statt Altbestandssanierung – und als Erfolgsmaß die Zeit, die ein Unbeteiligter braucht, um ein fremd abgelegtes Dokument zu finden. Unter einer Minute trägt das System.

     

    Die Dokumentenflut in mittelständischen Betrieben entsteht selten durch zu viele Dokumente. Sie entsteht dadurch, dass dasselbe Dokument an fünf Stellen liegt und niemand weiß, welche Fassung gilt. Der Angebotsentwurf steckt im Mailanhang, eine Kopie auf dem Netzlaufwerk, eine weitere im persönlichen Ordner des Vertriebsmitarbeiters und die unterschriebene Version als Scan in einem Unterordner mit dem Namen des Kunden.

    Dieses Muster lässt sich auflösen, und zwar ohne die große Systemeinführung, vor der viele zurückschrecken. Entscheidend sind vier Bausteine, die aufeinander aufbauen. Eine verbindliche Ordnerlogik, eine saubere Benennung, geregelte Zuständigkeiten und erst zuletzt die passende Software.

    Warum Ablagesysteme im Alltag scheitern

    Die meisten Strukturen scheitern an einem Denkfehler bei der Einführung, selten an der Technik. Ordnerbäume werden aus der Perspektive der Abteilung gebaut, die sie anlegt, und nicht aus der Perspektive derer, die später etwas suchen. Die Buchhaltung sortiert nach Jahr und Beleg, der Vertrieb nach Kunde, die Technik nach Projekt. Sobald ein Dokument zu allen drei Welten gehört, entstehen Kopien.

    Hinzu kommt das Nebeneinander von Ablage und Kommunikation. Solange Dateien per Mail verschickt werden, existiert jede Datei in so vielen Fassungen, wie es Empfänger gibt. Der Wechsel zu Verweisen statt Anhängen ist deshalb die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt und kostet keinen Cent Lizenzgebühr.

    Eine Ordnerlogik, die auch in drei Jahren trägt

    Bewährt hat sich eine flache Struktur mit höchstens vier Ebenen. Tiefere Bäume führen dazu, dass Menschen den Pfad nicht mehr im Kopf haben und stattdessen wieder auf dem Desktop speichern. Die oberste Ebene bildet den Geschäftsprozess ab, nicht die Abteilung.

    • Erste Ebene nach Prozess, etwa Angebote, Aufträge, Einkauf, Personal, Finanzen
    • Zweite Ebene nach Jahr oder Kunde, je nachdem, was in diesem Prozess der führende Ordnungsbegriff ist
    • Dritte Ebene nach Vorgang, üblicherweise mit der Vorgangsnummer im Ordnernamen
    • Vierte Ebene nur, wenn ein Vorgang wirklich viele Dokumenttypen enthält, etwa Bau- oder Entwicklungsprojekte

    Für die Dateinamen genügt ein Schema aus drei Teilen. Datum im Format Jahr-Monat-Tag, damit die alphabetische Sortierung automatisch der zeitlichen entspricht, dann der Dokumenttyp und zuletzt eine kurze Bezeichnung. Aus einer beliebigen Datei wird so 2026-03-14_Angebot_Halle-Nord.pdf, und dieser Name funktioniert in jeder Suche, in jedem System und auch dann noch, wenn die Datei einmal aus dem Zusammenhang gerissen wird.

    Versionen gehören nicht in den Dateinamen, solange das System Versionierung beherrscht. Wo sie doch nötig sind, hilft eine zweistellige Nummer statt der üblichen Endungen final, final2 und final-neu. Diese Endungen sind ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass die Zuständigkeit für das Dokument ungeklärt ist.

    Zuständigkeit schlägt Werkzeug

    Jedes Dokument braucht genau eine Person, die für seinen aktuellen Stand einsteht. Ohne diese Festlegung entsteht der klassische Zustand, in dem drei Personen dieselbe Datei bearbeiten und die vierte eine Fassung von vorletzter Woche weiterschickt. Die Regel lässt sich auf einer Seite festhalten und gilt unabhängig davon, welche Software im Einsatz ist.

    Ebenso wichtig ist eine Regel für den Abschluss. Ein Vorgang wird zu einem definierten Zeitpunkt geschlossen, die maßgebliche Fassung wird als solche gekennzeichnet, und Arbeitsstände werden gelöscht. Wer diesen Schritt auslässt, archiviert über Jahre den Rohzustand mit und macht jede spätere Suche unzuverlässig.

    Werkzeuge, die zur Struktur passen

    Erst wenn Struktur, Benennung und Zuständigkeit festliegen, lohnt der Blick auf Werkzeuge. Für kleinere Teams reicht häufig eine gut konfigurierte Kombination aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und einem gemeinsamen Speicherort mit Versionierung. Wer die passende Office und Organisation Software zusammenstellt, sollte vor allem auf drei Punkte achten, nämlich auf zuverlässige Versionsstände, auf eine belastbare Volltextsuche und auf einen Export, der die Daten auch nach einem Anbieterwechsel lesbar hält. Händler wie it-nerd24 führen die Lizenzvarianten dabei getrennt auf, was den Vergleich zwischen Einmalkauf und Abonnement erleichtert.

    Die Entscheidung zwischen Kauflizenz und Abonnement fällt entlang der Nutzungsdauer. Eine Kauflizenz rechnet sich, wenn ein Arbeitsplatz vier bis fünf Jahre unverändert bleibt und keine laufenden Funktionserweiterungen gebraucht werden. Das Abonnement lohnt bei häufigem Personalwechsel, bei stark schwankender Teamgröße und dort, wo Cloudspeicher und Zusammenarbeit ohnehin Teil des Pakets sein sollen.

    Was das Finanzamt verlangt

    Für steuerlich relevante Unterlagen gelten eigene Anforderungen, die über gute Ordnung hinausgehen. Maßgeblich sind die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern in elektronischer Form. Das zuständige Ministerium hat die GoBD zuletzt an geänderte gesetzliche Vorgaben angepasst, unter anderem im Zusammenhang mit der Modernisierung des Steuerverfahrensrechts. Verlangt werden dort unter anderem Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit, Vollständigkeit und eine zeitgerechte Erfassung.

    Praktisch bedeutet Unveränderbarkeit, dass ein Rechnungs-PDF nach der Ablage nicht mehr überschrieben werden darf. Ein einfaches Netzlaufwerk erfüllt das nicht, weil jede Person mit Schreibrecht die Datei ersetzen kann, ohne dass es jemand merkt. Ein revisionssicherer Ablagebereich mit Schreibschutz und Protokollierung ist deshalb der Punkt, an dem die reine Ordnerlösung an ihre Grenze stößt.

    Hinzu kommt die Verfahrensdokumentation. Sie beschreibt, wie Belege in das Unternehmen gelangen, wie sie erfasst, geprüft, abgelegt und wieder auffindbar gemacht werden. Bei einer Betriebsprüfung ist sie das erste Dokument, nach dem gefragt wird, und ihr Fehlen führt regelmäßig zu Diskussionen über die Ordnungsmäßigkeit der gesamten Buchführung.

    Aufbewahrungsfristen im Überblick

    Die Fristen unterscheiden sich je nach Unterlagenart und laufen jeweils ab dem Ende des Kalenderjahres, in dem der letzte Eintrag erfolgt ist.

    • Handelsbücher, Inventare, Jahresabschlüsse und Buchungsbelege werden zehn Jahre aufbewahrt
    • Empfangene und abgesandte Handels- und Geschäftsbriefe unterliegen einer Frist von sechs Jahren
    • Lohnkonten sind sechs Jahre vorzuhalten, Unterlagen der Sozialversicherung bis zum Ablauf des Jahres nach der letzten Prüfung
    • Personalakten richten sich nach der jeweiligen Zweckbindung und werden anschließend gelöscht, nicht dauerhaft archiviert

    Der letzte Punkt wird häufig übersehen. Aufbewahrungspflicht und Löschpflicht stehen nebeneinander, und beide gelten. Wer alles unbegrenzt behält, verstößt bei personenbezogenen Daten gegen die Datenschutzgrundverordnung, auch wenn die Absicht die bestmögliche war.

    Rechte, Suche und der tägliche Zugriff

    Ein Berechtigungskonzept klingt nach Konzernthema und lässt sich im Mittelstand in einer Stunde festlegen. Sinnvoll sind wenige Gruppen entlang der Prozesse statt individueller Rechte je Person, weil individuelle Vergaben nach dem zweiten Personalwechsel niemand mehr nachvollziehen kann. Als Grundregel gilt Lesezugriff breit, Schreibzugriff eng und Löschrecht bei möglichst wenigen Personen.

    Für die Suche entscheidet die Indexierung der Inhalte. Ein eingescanntes Dokument ohne Texterkennung ist für jede Volltextsuche ein Bild und damit unauffindbar. Wer Scans erzeugt, sollte deshalb ausnahmslos mit aktivierter Texterkennung arbeiten und das Ergebnis stichprobenartig prüfen, weil schlechte Vorlagen zu unbrauchbaren Ergebnissen führen.

    Ergänzend lohnt eine kurze Konvention für Metadaten. Drei Felder genügen in den meisten Betrieben, nämlich Vorgangsnummer, Dokumenttyp und Status. Mehr Felder werden erfahrungsgemäß nicht gepflegt, und ein leeres Metadatenfeld richtet mehr Schaden an als ein fehlendes, weil es Vollständigkeit vortäuscht.

    Wann ein Dokumentenmanagementsystem sinnvoll wird

    Ab einer gewissen Größe stößt jede Ordnerlösung an Grenzen, insbesondere bei der Suche über Inhalte hinweg und bei revisionssicherer Ablage. Welche Richtung die Systeme derzeit einschlagen, zeigt die Übersicht zu den fünf zentralen Trends im DMS. Genannt werden dort unter anderem die semantische Unternehmenssuche, die klassische Stichwortsuche ablöst, sowie die automatisierte Verarbeitung eingehender Dokumente, die Metadaten selbstständig erzeugt.

    Der zweite Punkt ist für den Mittelstand der wirtschaftlich interessantere. Wenn eingehende Rechnungen automatisch ausgelesen und mit Lieferant, Betrag und Bestellbezug verknüpft werden, entfällt die manuelle Erfassung, die in vielen Betrieben mehrere Stunden pro Woche bindet. Die Genauigkeit dieser Erkennung hängt allerdings stark von der Qualität der Eingangsdaten ab, weshalb ein einheitlicher Rechnungseingang die Voraussetzung bleibt.

    Vor der Auswahl lohnt ein nüchterner Blick auf die Rahmenbedingungen. Die Einordnung zu Chancen und Herausforderungen im Dokumentenmanagement benennt die Punkte, an denen Projekte typischerweise hängen bleiben, von der Integration in vorhandene Systeme bis zur Akzeptanz in der Belegschaft. Beides lässt sich vorab prüfen und entscheidet stärker über den Erfolg als der Funktionsumfang.

    Der Sonderfall E-Rechnung

    Seit Januar 2025 müssen inländische Unternehmen elektronische Rechnungen im Geschäftsverkehr untereinander empfangen können. Gemeint ist damit ein strukturiertes Format nach der europäischen Norm, etwa XRechnung oder ZUGFeRD, und ausdrücklich kein PDF im Anhang einer Mail. Für die Ablage hat das eine unmittelbare Folge, denn maßgeblich ist der strukturierte Datensatz und nicht die menschenlesbare Darstellung.

    Wer eine ZUGFeRD-Rechnung erhält, bekommt beides in einer Datei, also ein PDF mit eingebettetem XML. Archiviert werden muss die Datei im Original, weil das Ausdrucken oder erneute Speichern die eingebetteten Daten zerstört. Systeme, die eingehende Rechnungen automatisch in ein eigenes Format umwandeln, erfüllen die Aufbewahrungspflicht daher nur, wenn sie das Original zusätzlich unverändert vorhalten.

    Praktisch empfiehlt sich ein eigener Eingangskanal ausschließlich für Rechnungen, üblicherweise eine dedizierte Mailadresse, die direkt in die Verarbeitung läuft. Damit endet die Sucherei in persönlichen Postfächern, und die Vollständigkeit des Rechnungseingangs lässt sich erstmals überprüfen. Diese eine Maßnahme löst in vielen Betrieben mehr Probleme als die Einführung eines vollständigen Systems.

    Ein realistischer Einführungspfad

    Bewährt hat sich ein Vorgehen in vier Etappen über etwa ein halbes Jahr. Zuerst wird ein einzelner Prozess ausgewählt, meist der Rechnungseingang, weil dort der Nutzen sofort messbar ist. Dann wird die Struktur für genau diesen Prozess festgelegt und mit den beteiligten Personen getestet. Anschließend folgt die technische Umsetzung, und erst danach wird auf weitere Bereiche ausgerollt.

    Der Altbestand bleibt dabei bewusst außen vor. Eine vollständige Nachbearbeitung gewachsener Ordnerstrukturen bindet Monate und erzeugt selten den erhofften Nutzen. Sinnvoller ist ein Stichtag, ab dem die neue Ordnung gilt, während der Altbestand als abgeschlossenes Archiv erhalten bleibt und über die Volltextsuche zugänglich ist.

    Der Erfolg lässt sich an einer einzigen Kennzahl ablesen. Wie lange braucht eine beliebige Person aus dem Team, um ein Dokument zu finden, das sie selbst nie abgelegt hat. Liegt dieser Wert unter einer Minute, funktioniert das System. Alles andere ist Kosmetik an einer Struktur, die im Alltag nicht trägt.

     

    FAQ zur digitalen Ablage im Mittelstand

    1. Womit sollten wir anfangen, wenn die Ablage historisch gewachsen ist?
      Mit einem einzelnen Prozess, üblicherweise dem Rechnungseingang, weil der Nutzen dort sofort messbar ist. Der Altbestand wird nicht nachbearbeitet, sondern zu einem Stichtag als abgeschlossenes Archiv eingefroren und über die Volltextsuche zugänglich gehalten.
    2. Wie tief darf ein Ordnerbaum maximal sein?
      Vier Ebenen sind die Obergrenze. Wer tiefer schachtelt, sorgt dafür, dass Pfade nicht mehr im Kopf bleiben und Dateien wieder auf dem Desktop landen. Die oberste Ebene bildet den Geschäftsprozess ab, nicht die Abteilung.
    3. Wie sollten Dateien benannt werden?
      Nach dem Muster Datum, Dokumenttyp, Kurzbezeichnung – also etwa 2026-03-14_Angebot_Halle-Nord.pdf. Das Datumsformat Jahr-Monat-Tag sorgt dafür, dass die alphabetische Sortierung automatisch der zeitlichen entspricht.
    4. Gehören Versionsnummern in den Dateinamen?
      Nur dort, wo das System keine eigene Versionierung beherrscht, und dann als zweistellige Nummer. Endungen wie final, final2 oder final-neu sind kein Benennungsproblem, sondern ein Hinweis auf ungeklärte Zuständigkeit.
    5. Reicht ein Netzlaufwerk für steuerrelevante Unterlagen?
      Nein. Die GoBD verlangen Unveränderbarkeit, und auf einem gewöhnlichen Laufwerk kann jede Person mit Schreibrecht eine Rechnung ersetzen, ohne dass es auffällt. Nötig ist ein revisionssicherer Bereich mit Schreibschutz und Protokollierung.
    6. Was ist eine Verfahrensdokumentation und wer braucht sie?
      Sie beschreibt, wie Belege ins Unternehmen gelangen, erfasst, geprüft, abgelegt und wiedergefunden werden. Jedes buchführungspflichtige Unternehmen braucht sie, und bei einer Betriebsprüfung ist sie das erste Dokument, nach dem gefragt wird.
    7. Wie lange müssen Unterlagen aufbewahrt werden?
      Handelsbücher, Jahresabschlüsse und Buchungsbelege zehn Jahre, Handels- und Geschäftsbriefe sowie Lohnkonten sechs Jahre, jeweils ab dem Ende des Kalenderjahres des letzten Eintrags. Personalakten richten sich nach ihrer Zweckbindung und werden danach gelöscht.
    8. Dürfen wir einfach alles dauerhaft aufheben?
      Nein. Aufbewahrungspflicht und Löschpflicht bestehen nebeneinander. Wer personenbezogene Daten ohne Zweck unbegrenzt vorhält, verstößt gegen die Datenschutzgrundverordnung, auch wenn die Absicht eine gute war.
    9. Genügt ein PDF, um die E-Rechnungspflicht zu erfüllen?
      Nein. Verlangt wird ein strukturiertes Format nach europäischer Norm, etwa XRechnung oder ZUGFeRD. Maßgeblich ist der Datensatz, nicht die lesbare Darstellung, und die Datei muss im Original archiviert werden, weil Ausdrucken oder Neuspeichern die eingebetteten Daten zerstört.
    10. Wann lohnt der Umstieg auf ein Dokumentenmanagementsystem?
      Sobald die Suche über Inhalte hinweg nicht mehr trägt oder revisionssichere Ablage gefordert ist. Wirtschaftlich interessant wird es vor allem dort, wo eingehende Rechnungen automatisch ausgelesen und mit Lieferant, Betrag und Bestellbezug verknüpft werden. Voraussetzung bleibt ein einheitlicher Rechnungseingang, üblicherweise über eine eigene Mailadresse.

     

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  • Zero-Trust-Strategie in Microsoft 365: Wie aus Prinzipien ein steuerbares Programm wird

    Zero-Trust-Strategie in Microsoft 365: Wie aus Prinzipien ein steuerbares Programm wird

    Illustration Absmeier foto ki designer

    Zero Trust in Microsoft 365 ist kein Lizenz- oder Toolprojekt, sondern ein steuerbares Sicherheitsprogramm. Entscheidend sind klare Schutzobjekte, belastbare Entscheidungswege, befristete Ausnahmen und messbare Nachweise – damit aus technischen Kontrollen echte Risikoreduktion für das Unternehmen wird.

    Management Summary

    • Zero Trust braucht Führung: Der Nutzen entsteht erst, wenn Geschäftsrisiko, technische Kontrolle und überprüfbarer Zielzustand zusammengeführt werden.
    • Schutzobjekte vor Produkten: Privilegierte Konten, sensible Datenbereiche und kritische Anwendungen definieren die Reihenfolge – nicht die Navigation im Admin-Portal.
    • Identität ist das Fundament: Starke Anmeldung, Conditional Access und geregelte Rollenmodelle reduzieren Risiken, ersetzen aber keine Gesamtstrategie.
    • Governance entscheidet: Ausnahmen sind zulässig, müssen aber Eigentümer, Begründung, Geltungsbereich und Ablaufdatum haben.
    • Wirkung statt Rollout messen: Fortschritt zeigt sich an Abdeckung, geprüfter Durchsetzung, offenen Ausnahmen und belastbaren Wiederherstellungswegen.

     

    Zero Trust wird in vielen Unternehmen auf Leitungsebene beschlossen und kommt im Betrieb als lose Sammlung technischer Einzelmaßnahmen an: Multi-Faktor-Authentifizierung ist aktiviert, Geräte werden verwaltet, irgendwo existiert eine Richtlinie für externe Zugriffe. Was fehlt, ist selten eine weitere Sicherheitsfunktion. Es fehlt die Verbindung zwischen Geschäftsrisiko, technischer Kontrolle und einem überprüfbaren Ergebnis.

    Eine Zero-Trust-Strategie schafft genau diese Verbindung. Sie beschreibt nicht nur eine Zielarchitektur, sondern auch Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und Nachweise. Gerade in Microsoft 365 ist das wichtig, weil Identitäten, Geräte, Anwendungen und Daten eng miteinander verzahnt sind. Wird nur eine Ebene betrachtet, bleiben Umgehungswege offen.

    Aaron Siller, Microsoft MVP für Security und Gründer von siller.consulting, beobachtet in Hardening-Projekten ein wiederkehrendes Muster: »Zero Trust scheitert fast nie an einer fehlenden Lizenz. Es scheitert an der Frage, wer eine Ausnahme verantwortet und wann sie endet.«

    Drei Zero-Trust-Prinzipien werden zu Steuerungsfragen

    Microsoft beschreibt Zero Trust über drei Grundsätze: explizit verifizieren, Zugriff mit den geringstmöglichen Rechten vergeben und von einer Kompromittierung ausgehen. Damit daraus mehr als ein Leitbild wird, muss jedes Prinzip in eine konkrete Steuerungsfrage übersetzt werden.

    Aus »explizit verifizieren« wird: Unter welchen nachweisbaren Bedingungen darf auf eine kritische Anwendung zugegriffen werden? Dazu können eine starke Anmeldung, ein verwaltetes Gerät, ein akzeptables Anmelderisiko und ein nachvollziehbarer Standort gehören. Entscheidend ist, dass die Bedingungen aus dem Schutzbedarf folgen und nicht nur deshalb gewählt werden, weil eine Lizenz sie ermöglicht.

    »Geringstmögliche Rechte« führt zur Frage, ob privilegierte Rollen dauerhaft notwendig sind und wer regelmäßig bestätigt, dass Berechtigungen noch begründet sind. »Von einer Kompromittierung ausgehen« heißt schließlich: Ist protokolliert, ausgewertet und geübt, was passiert, wenn ein Konto, ein Gerät oder eine Anwendung trotz aller Kontrollen übernommen wird?

    Schutzobjekte kommen vor Produkten

    Der erste Schritt einer Zero-Trust-Architektur ist nicht die Auswahl eines Werkzeugs. Zuerst muss klar sein, was geschützt werden soll: privilegierte Konten, sensible SharePoint-Bereiche, geschäftskritische Fachanwendungen, besonders exponierte Personengruppen oder vertrauliche Kommunikationswege.

    Für jedes Schutzobjekt sollte festgehalten werden, wer unter welchen Bedingungen zugreifen darf, welche Abhängigkeiten bestehen und welches Restrisiko bewusst getragen wird. Diese Beschreibung bildet den Maßstab für spätere technische Entscheidungen. Ohne sie wird Zero Trust schnell zu einer Produktsammlung, deren Nutzen sich weder priorisieren noch abnehmen lässt.

    In Microsoft 365 lässt sich das anschließend einer technischen Architektur zuordnen: Identität und Conditional Access bilden das Fundament, der Gerätekontext ergänzt die Zugriffsentscheidung, danach folgen Anwendungen und Gastzugriffe, zuletzt die Datenebene mit Klassifizierung, externen Freigaben und Schutz vor Datenabfluss. Wer bei der Datenklassifizierung beginnt, ohne Identitäten und Zugriffswege im Griff zu haben, sichert eine Tür in einer Wand, die noch nicht steht.

    Das Zero-Trust-Modell ist damit kein fertiger Bauplan, der unverändert übernommen werden kann. Ein Zero-Trust-Framework gibt Prinzipien und Prüffragen vor; die konkrete Architektur entsteht erst aus den Schutzobjekten, Risiken und Betriebsbedingungen des Unternehmens. Diese Übersetzung verhindert, dass abstrakte Sicherheitsziele im Projektverlauf zu einer unverbundenen Liste technischer Aufgaben werden.

    Identitäten sind das Fundament, aber nicht die ganze Strategie

    Eine starke Authentifizierung reduziert das Risiko gestohlener Kennwörter, löst aber nicht jedes Identitätsproblem. Eine Zero-Trust-Strategie muss ebenso privilegierte Rollen, Notfallkonten, externe Identitäten und Anwendungskonten berücksichtigen. Gerade App-Berechtigungen werden leicht übersehen, weil sie unabhängig von einer interaktiven Benutzeranmeldung auf Daten zugreifen können.

    Conditional Access verbindet viele dieser Signale. Richtlinien können Anmelderisiko, Gerät, Standort, Anwendung und Benutzerrolle berücksichtigen. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch an der Reichweite: Wer ist ausgenommen, wie lange gilt die Ausnahme und welcher Prozess verhindert, dass eine Übergangslösung dauerhaft bestehen bleibt? Eine formal aktive Richtlinie ist noch kein Nachweis dafür, dass das gewünschte Schutzobjekt tatsächlich abgesichert ist.

    Geräte, Anwendungen und Daten bilden die nächste Ausbaustufe

    Nach dem Identitätsfundament folgt der Gerätekontext. Zugriff kann davon abhängig gemacht werden, ob ein Endgerät verwaltet wird, definierte Compliance-Anforderungen erfüllt und keine erkennbaren Hochrisikosignale trägt. Dabei muss das Unternehmen entscheiden, welche Anwendungen einen solchen Nachweis zwingend voraussetzen und wo ein eingeschränkter Browserzugriff ausreicht.

    Anwendungen benötigen eine eigene Betrachtung. Registrierungen und Einwilligungen können über lange Zeit weitreichende Rechte behalten. Eine Zero-Trust-Roadmap sollte deshalb vorsehen, ungenutzte Anwendungen zu entfernen, privilegierte Berechtigungen zu begründen und neue Einwilligungen kontrolliert zu vergeben.

    Erst danach folgt die Datenebene. Klassifizierung, Aufbewahrung und Schutz vor Datenabfluss entfalten ihren Wert nur, wenn bekannt ist, welche Identität über welches Gerät und welche Anwendung auf die Daten zugreift. Zero Trust verbindet diese Signale zu einer Entscheidung; es ersetzt sie nicht durch ein einzelnes Produkt.

    Entscheidungswege statt Einzelfreigaben

    Der häufigste Rückfall in Einzelmaßnahmen ist organisatorisch. Eine Sicherheitsfunktion darf nicht deshalb tenantweit aktiviert werden, weil sie verfügbar ist. Vor der Entscheidung gehören Auswirkungen auf Anwender, Notfallzugänge, Dienstkonten und Geschäftsprozesse auf den Tisch. Danach folgen technischer Funktionstest, Pilotierung und formale Abnahme.

    Genauso wichtig ist ein benannter Weg für Ausnahmen. »Ausnahmen sind in einem Zero-Trust-Programm normal«, sagt Siller. »Dauerhafte Ausnahmen ohne Eigentümer und ohne Ablaufdatum sind es nicht.« Jede Ausnahme braucht daher einen Verantwortlichen, eine Begründung, einen Geltungsbereich und einen Termin zur erneuten Prüfung. Ohne diese Mechanik entstehen Richtlinien, deren tatsächliche Reichweite niemand mehr kennt.

    Eine gute Governance trennt außerdem die Rollen. Wer eine Ausnahme beantragt, sollte sie nicht allein genehmigen. Wer eine Richtlinie technisch umsetzt, sollte nicht selbst bestätigen, dass der Geschäftsprozess weiterhin funktioniert. Diese Trennung muss nicht bürokratisch sein; sie macht Entscheidungen nachvollziehbar und verhindert, dass technische Übergangslösungen unbemerkt zum Dauerzustand werden.

    In Etappen umsetzen, ohne den Betrieb zu gefährden

    Zero Trust ist kein Big-Bang-Projekt. Eine belastbare Einführung beginnt mit einem begrenzten Schutzobjekt und einem messbaren Zielzustand. Zugriffsrichtlinien lassen sich zunächst im Berichtmodus auswerten, danach an Pilotgruppen testen und erst nach der Auswertung breiter aktivieren. Für jede Stufe braucht es einen erhaltenen Rückfallweg.

    Eine sinnvolle erste Etappe kann privilegierte Identitäten umfassen: starke Anmeldeverfahren, zeitlich begrenzte Rollen, überwachte Notfallkonten und dokumentierte Ausnahmen. Die nächste Etappe verbindet den Zugriff mit verwalteten Geräten. Danach folgen Anwendungen, externe Zusammenarbeit und sensible Datenbereiche. Die genaue Reihenfolge hängt vom Risiko ab, nicht von der Produktnavigation im Admin-Portal.

    Fortschritt über Wirkung messen, nicht über Rollout

    Eine Roadmap braucht pro Phase einen prüfbaren Zielzustand. »MFA ausgerollt« ist dafür zu ungenau. Aussagekräftiger ist: Privilegierte Konten nutzen ausschließlich freigegebene starke Methoden, Ausnahmen sind dokumentiert und befristet, und ein Test belegt die Durchsetzung. Dasselbe Muster gilt für Geräte, Anwendungen und Datenzugriffe.

    Kennzahlen wie der Secure Score können Trends sichtbar machen, ersetzen aber keine Risikobewertung. Ein steigender Wert zeigt, dass mehr empfohlene Kontrollen umgesetzt wurden. Er belegt nicht automatisch, dass die wichtigsten Geschäftsrisiken reduziert sind. Ergänzend braucht es deshalb Nachweise zur tatsächlichen Abdeckung, zu offenen Ausnahmen, privilegierten Zuweisungen, erkannten Vorfällen und erfolgreich geprüften Wiederherstellungswegen.

    Wie sich diese Bausteine im Tenant konkret verzahnen, zeigt der Praxisbeitrag Zero Trust in Microsoft 365 umsetzen. Die tragfähige Linie für Entscheider bleibt dieselbe: mit einem klaren Schutzobjekt beginnen, Verantwortung und Abnahmekriterien vorab benennen, Änderungen kontrolliert ausrollen und jede Stufe belegen, bevor die nächste beginnt.

    Aaron Siller

    Aaron Siller ist Microsoft MVP für Security, Fachbuchautor (»Microsoft 365 absichern«, Rheinwerk Verlag) und Gründer von siller.consulting.

     

    FAQ: Zero Trust in Microsoft 365

    1. Was ist der Kern einer Zero-Trust-Strategie?
      Zero Trust geht davon aus, dass kein Zugriff automatisch vertrauenswürdig ist. Jeder Zugriff muss kontextbezogen geprüft, begrenzt und nachvollziehbar abgesichert werden.
      Praxisbeispiel: Ein Vertriebsmitarbeiter greift unterwegs auf Kundenangebote in SharePoint zu. Der Zugriff wird nur erlaubt, wenn MFA erfolgreich ist, das Gerät compliant ist und keine ungewöhnlichen Anmelderisiken vorliegen.
    2. Warum reicht Multi-Faktor-Authentifizierung allein nicht aus?
      MFA senkt das Risiko gestohlener Kennwörter, berücksichtigt aber nicht automatisch Gerätequalität, Rollen, App-Berechtigungen, Gastzugriffe oder Datenklassifizierung.
      Praxisbeispiel: Ein Konto besteht die MFA-Prüfung, meldet sich aber von einem privaten, ungepatchten Gerät aus an und lädt sensible Dateien herunter. Ohne Gerätekontext und Datenkontrolle bleibt dieses Risiko bestehen.
    3. Wo sollte ein Unternehmen mit Zero Trust beginnen?
      Der Startpunkt sollte ein klar definiertes Schutzobjekt mit hohem Risiko sein, etwa privilegierte Identitäten, vertrauliche SharePoint-Bereiche oder kritische Fachanwendungen.
      Praxisbeispiel: Ein Unternehmen startet mit Administratorkonten: Rollen werden zeitlich begrenzt vergeben, Notfallkonten überwacht und jede Ausnahme mit Ablaufdatum dokumentiert.
    4. Welche Rolle spielt Conditional Access?
      Conditional Access verbindet Signale wie Benutzerrolle, Gerät, Standort, Anwendung und Risiko zu einer Zugriffsentscheidung. Entscheidend ist, wie vollständig die Richtlinien greifen und wie Ausnahmen gesteuert werden.
      Praxisbeispiel: Der Zugriff auf Exchange Online wird für Führungskräfte nur von verwalteten Geräten erlaubt; bei Anmeldung aus einem unbekannten Land wird zusätzlich ein erhöhtes Risiko erkannt und der Zugriff blockiert.
    5. Warum sind Ausnahmen ein Risiko?
      Ausnahmen werden gefährlich, wenn sie keinen Eigentümer, keine Begründung, keinen Geltungsbereich und kein Ablaufdatum haben. Dann unterlaufen sie die tatsächliche Reichweite der Sicherheitsrichtlinien.
      Praxisbeispiel: Eine Legacy-Anwendung kann zunächst keine moderne Anmeldung nutzen. Statt die Ausnahme dauerhaft offen zu lassen, wird sie auf eine Benutzergruppe begrenzt, einem Service Owner zugewiesen und nach 60 Tagen erneut geprüft.
    6. Wie lässt sich Zero Trust ohne Betriebsrisiko einführen?
      Sinnvoll ist ein stufenweises Vorgehen: Berichtmodus, Pilotgruppen, Auswertung, Abnahme und erst danach breitere Aktivierung mit definiertem Rückfallweg.
      Praxisbeispiel: Eine neue Richtlinie für SharePoint-Zugriffe läuft zunächst im Berichtmodus. Nach Auswertung falscher Blockierungen wird sie mit 50 Pilotanwendern getestet und erst danach für weitere Bereiche aktiviert.
    7. Welche Kennzahlen sind für Entscheider relevant?
      Neben technischen Scores zählen vor allem Abdeckung, offene Ausnahmen, privilegierte Zuweisungen, erkannte Vorfälle und geprüfte Wiederherstellungswege.
      Praxisbeispiel: Das Management-Dashboard zeigt nicht nur den Secure Score, sondern auch die Zahl unbefristeter Ausnahmen, privilegierter Konten ohne Just-in-Time-Zuweisung und erfolgreich getesteter Wiederherstellungsprozesse.
    8. Warum kommen Schutzobjekte vor Produkten?
      Nur wenn klar ist, was geschützt werden soll, lassen sich passende Kontrollen, Prioritäten und Abnahmekriterien bestimmen. Sonst entsteht eine Produktsammlung ohne belastbaren Steuerungsnutzen.
      Praxisbeispiel: Für den Vorstandsdatenraum wird zuerst festgelegt, wer zugreifen darf, welche Geräte zulässig sind und welche Protokollierung erforderlich ist. Erst danach werden passende Richtlinien und Tools konfiguriert.
    9. Welche Bedeutung haben Anwendungskonten und App-Berechtigungen?
      Sie können dauerhaft weitreichende Zugriffe behalten, auch ohne interaktive Benutzeranmeldung. Deshalb müssen sie regelmäßig geprüft, begründet und bei Nichtnutzung entfernt werden.
      Praxisbeispiel: Eine veraltete Reporting-App besitzt weiterhin Leserechte auf mehrere Teams-Bereiche, obwohl sie nicht mehr genutzt wird. Im Review werden die Berechtigungen entfernt und die App-Registrierung gelöscht.
    10. Wann ist eine Zero-Trust-Etappe abgeschlossen?
      Eine Etappe ist abgeschlossen, wenn der Zielzustand nachweisbar erreicht ist: Richtlinien greifen, Ausnahmen sind dokumentiert, Verantwortlichkeiten sind benannt und die Wirksamkeit wurde getestet.
      Praxisbeispiel: Nach der Einführung für privilegierte Konten prüft das Team stichprobenartig Anmeldewege, testet ein Notfallkonto, kontrolliert offene Ausnahmen und dokumentiert die Abnahme durch Security und Fachverantwortliche.
    Management Summary, FAQ und Bild wurden mit Hilfe von KI erstellt

     

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    Die Telematikinfrastruktur (TI) vernetzt Praxen, Apotheken, Kliniken und Krankenkassen im deutschen Gesundheitswesen. Die nächste Ausbaustufe TI 2.0 bringt neue Verfahren wie VSDM 2.0, die elektronische Prüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten, PoPP, den Nachweis, dass ein Patient vor Ort ist, und ZETA – Zero Trust Access, ein Sicherheitsmodell, das jeden Zugriff einzeln prüft. Für Hersteller von…

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    Bei Zero Trust handelt es sich nicht um ein Produkt, das man kaufen kann. Zero Trust ist eine strategische Vision für moderne IT-Sicherheit. Doch Strategien benötigen Werkzeuge, Praktiken, operative Disziplin und organisatorische Unterstützung, um real und wirksam zu werden. Was sind die zentralen Bausteine für den Aufbau einer Zero-Trust-Initiative im Jahr 2026?

    Zero Trust neu bewertet: Der blinde Fleck im Sicherheitskonzept

    Zero Trust verspricht »nie vertrauen, immer überprüfen« – doch der Begriff verdeckt, worum es im Kern wirklich geht: nicht Vertrauen abschaffen, sondern implizites Vertrauen eliminieren. Der blinde Fleck vieler Programme liegt nicht in der Technik, sondern in einem Richtliniendschungel aus Altlasten, Ausnahmen und Regeln ohne klaren Zweck. Warum Policy-Governance zum entscheidenden Maßstab wird, ob Zero…

    IT-Security-Strategie: Warum Zero Trust und One Identity jetzt unverzichtbar sind

    Die meisten Cyberangriffen in der EU finden in Deutschland statt, und die Schwachstellen in den IT-Infrastrukturen nehmen täglich zu. Viele Unternehmen stehen daher vor der Frage, wie sie ihre IT-Sicherheit strategisch neu ausrichten können. Im Interview stellen Stefan Rothmeier und Sebastian Fuchs von T.CON das Konzept »Zero Trust« vor und erläutern, wie die Umsetzung gelingt.

    Identity-Fundament: Damit Zero Trust nicht auf Sand gebaut ist

    Der Zero-Trust-Ansatz existiert schon länger und ist schnell zu einem festen Grundsatz für die Sicherheit geworden. Er basiert bekanntermaßen darauf, weder einer Identität noch einem Benutzer oder einem System standardmäßig zu vertrauen – weder innerhalb noch außerhalb des Netzwerks. Dabei werden Identitäten kontinuierlich überprüft und erst nach ihrer Autorisierung ein Zugriff gewährt. Das bedeutet, Zugriffsrechte…

    Zero Trust: Cyberbedrohungen kennen keine Grenzen

    Nur jedes dritte Unternehmen hat Zero Trust Network Access für Remote-Mitarbeitende implementiert. Trotz steigender Sicherheitsrisiken fehlen den meisten Unternehmen weiterhin robuste Zugangskontrollen – mit kritischen Folgen für die Cybersicherheit.   Ivanti, ein globales Unternehmen für IT- und Sicherheitssoftware, hat seinen Report zur Sicherheit in einer offenen digitalen Arbeitsumgebung veröffentlicht, der verdeutlicht, dass schwache Zugangskontrollen und…

    CISA-Leitfaden: Warum ist Mikrosegmentierung so grundlegend für Zero Trust?

    Jahrelang galt Mikrosegmentierung als zu komplex, zu manuell oder zu anspruchsvoll für die meisten Unternehmen. Eine Zeit lang war dieser Ruf gerechtfertigt – ältere Mikrosegmentierungslösungen sind bekanntermaßen langsam in der Bereitstellung, schwierig zu konfigurieren und ebenso mühsam zu skalieren. Die Zeiten – und die Technologie – haben sich jedoch geändert. Als die NSA vorschlug, dass…

    Zero Trust wird 15 und ist im Zeitalter von KI aktueller denn je

      Künstliche Intelligenz hat nicht nur das Potenzial, Produktivität und Effizienz zu steigern – sie revolutioniert auch die Cybersicherheit. Dabei ändert KI jedoch nichts am Zero-Trust-Paradigma – vielmehr stärkt sie es. Auch KI operiert innerhalb der grundsätzlichen Regeln der IT-Sicherheit, und auch KI-gestützte Angriffe funktionieren nur dann, wenn es eine offene Tür gibt. Diese vier…

    Was ist Cybersicherheit: Zero Trust und Mikrosegmentierung

    Cyberresilienz, Data Security, Data Protection … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Vor allem für Entscheider, die sich nicht täglich mit der Thematik befassen, ist mittlerweile kaum verständlich, worum es im Kern geht.   Zero Networks, Experte für Mikrosegmentierung und Zero Trust, erläutert daher im folgenden Beitrag die Grundlagen klassischer Cybersicherheit.   Cybersicherheit Cybersicherheit ist…

    Der einfache Weg zu Zero Trust: Mit Controlware zur zeitgemäßen Security-Architektur

    Im Zuge der Digitalisierung setzen sich zunehmend offene Netzwerkstrukturen durch, die ein hohes Maß an Flexibilität bieten, sich aber nicht mit traditionellen Security-Lösungen schützen lassen. Der Zero-Trust-Ansatz ersetzt das alte »Burggraben«-Modell – und bietet einen deutlich robusteren Schutz vor Angriffen. Controlware unterstützt Unternehmen dabei, moderne Zero-Trust-Architekturen (ZTA) zu implementieren und zu betreiben. Der Begriff »Zero…

    Zero Trust gegen KI-basierte Cyberangriffe

    Das Thema künstliche Intelligenz ist weiterhin omnipräsent. KI wird ein ähnliches Potenzial nachgesagt wie der Dampfmaschine oder dem elektrischen Strom. Auch der Bereich der Cybersicherheit wird durch KI umgekrempelt.   Insbesondere KI-basierte Angriffe und die beste Verteidigung dagegen stehen in vielen Diskussionen im Fokus. KI-basierte Angriffe sind sehr wahrscheinlich noch raffinierter, zielgerichteter und hartnäckiger als…

    Visibility, Deep Observability und Zero Trust: Das Problem der blinden Flecken

    Ein Blick auf die letzten zwölf Monate zeigt: Deutsche IT- und Security-Entscheider erkennen mittlerweile, dass die Themen Deep Observability und Zero Trust wesentlich zum Erfolg der eigenen Sicherheitsstrategie beitragen. Entsprechende Investitionen haben dazu geführt, dass sie sich weniger um Sicherheitsvorfälle sorgen und in – womöglich falscher – Sicherheit wägen. So scheint der Ernst der Lage…

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    Ali Moniri, Senior Sales Engineer bei Gigamon, weiß: Security by Design und Deep Observability müssen für optimale Netzwerksicherheit Hand in Hand gehen.   Wer Softwareprodukte entwickelt, hat schon einmal von Security by Design als idealen Sicherheitsansatz gehört. Dabei handelt es sich um ein Design-Konzept, bei dem das Produkt über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg – von…

    Zero Trust und Selbstüberschätzung? Wenig Vertrauen in Sicherheitsteams

    40,0 Prozent glauben, dass ihr Team die Gefahr, die von Cyberangriffen ausgeht, nicht richtig einschätzen kann. Nur 56,5 Prozent trauen dem Team die Identifizierung und Priorisierung von Risiken und Schwachstellen zu. Allerdings glauben 41,5 Prozent an minutenschnelle Vorfallerkennung.   Entscheider in Unternehmen in Deutschland zweifeln in vielen Fällen die Fähigkeiten ihres IT-Sicherheitsteams an, wie die…

    Sicherheit im Wandel: Zero Trust als Wegbereiter für die Zukunft von CIAM und IAM

    In der heutigen digital vernetzten Welt ist der Bedarf an starken Sicherheitsmaßnahmen noch nie so groß gewesen wie heute. Angesichts zunehmender Cyber-Bedrohungen und Datenschutzverletzungen überdenken Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien, um ihre sensiblen Daten und Benutzeridentitäten bestmöglich zu schützen. Ein solcher Ansatz, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist das Konzept von Zero Trust. Lassen Sie uns untersuchen, wie sich Zero Trust auf die Bereiche Customer Identity & Access Management (CIAM) und (Workforce) Identity & Access Management (IAM) auswirkt und warum Sie diesem aufkommenden Trend Aufmerksamkeit schenken sollten.

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  • High Performance, Low Carbon – Rechenzentren brauchen Kühlung

    High Performance, Low Carbon – Rechenzentren brauchen Kühlung

    Laut Prognosen wird der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 um ca. 160 % steigen und den Kühlenergiebedarf im Vergleich zu 2023 verdreifachen. ebm-papst bietet Ventilatoren, die modernste Server mit hoher Leistungsdichte und Effizienz kühlen. Sie lassen sich kostengünstig in Liquid-to-Air-Cooling-Systemen (L2A), InRow Kühlung und Rear Door Heat Exchanger (RDHx) implementieren.

    Die messbaren Vorteile der Ventilatoren AxiEco 200, RadiCal 2 und RadiPac:

    • bis zu 9 % mehr Luftleistung
    • bis zu 7 % mehr Effizienz
    • bis zu 18 % weniger Energieverbrauch am selben Betriebspunkt

     

    Zur Weiterentwicklung benötigen Rechenzentren zudem kompakte, druckstabile und skalierbare Lösungen. Die ebm-papst Ventilatoren mit integrierter Aktiv-PFC reduzieren Netzrückwirkungen und Investitionen. Ergänzt wird dies durch das digitale Ökosystem NEXAIRA. Die Lösung NEXAIRA.Systems optimiert ganze Kühlkreisläufe KI-gestützt – für effizienten, sicheren und zukunftsfähigen Betrieb.

     

    Mehr erfahren

    Über ebm-papst

    ebm-papst ist weltweit führender Hersteller von Ventilatoren und Motoren mit Hauptsitz in Mulfingen. Das Familienunternehmen entwickelt nachhaltige, intelligente Lösungen für zahlreiche Branchen und beschäftigt rund 13.500 Mitarbeitende weltweit.

     

     

    603 Artikel zu „Kühlung“

    High Performance, Low Carbon – Rechenzentren brauchen Kühlung

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    Vertiv erweitert sein Flüssigkeitskühlungsportfolio in der EMEA-Region, um die Einführung von KI-fähigen Rechenzentren zu beschleunigen

      Vertiv™ CoolChip CDU 2300 und Vertiv™ CoolChip Fluid Network Row Manifolds werden auf dem Datacloud Global Congress vorgestellt   Vertiv, ein weltweiter Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt die Erweiterung seiner durchgängigen thermischen Kette durch die Verfügbarkeit der Vertiv™ CoolChip CDU 2300 und der Vertiv™ CoolChip Fluid Network Row Manifolds in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA)…

    Vertiv baut seine Kompetenzen im Bereich Flüssigkeitskühlungssysteme durch die Übernahme von Strategic Thermal Labs aus

    Die Übernahme erweitert das technische Know-how in den Bereichen Cold-Plate-Design, serverseitige Flüssigkeitskühlung und thermische Validierung bei hoher Dichte, um die Leistung, Zuverlässigkeit und die Lebensdauer auf Systemebene zu verbessern.   Vertiv, ein weltweit agierender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt die Übernahme von Strategic Thermal Labs LLC (STL), einem Spezialisten für fortschrittliche Flüssigkeitskühltechnologien, bekannt. Die…

    Ohne (Flüssigkeits-)Kühlung kein effizientes Rechenzentrum

    Steigende Leistungsdichten, KI‑Workloads und dauerhaft hohe Lasten bringen klassische Luftkühlung in Rechenzentren an ihre physikalischen und wirtschaftlichen Grenzen. Effizienzgewinne auf Komponentenebene reichen nicht mehr aus, wenn ein wachsender Teil der Energie in Kühlung statt in Rechenleistung fließt. Flüssigkeitskühlung wird damit vom Nischenthema zur strategischen Voraussetzung für skalierbare, zukunftsfähige IT‑Infrastrukturen.   Energie verschwindet nie. Der erste…

    Flüssigkeitskühlung im RZ und das Ende klassischer Effizienzlogiken

      Wärme als begrenzender Faktor moderner IT-Infrastruktur Energie geht nicht verloren. Für Rechenzentren bedeutet der erste Hauptsatz der Thermodynamik eine einfache Konsequenz: Jede eingespeiste Kilowattstunde verlässt das System letztlich als Wärme. Diese physikalische Tatsache wurde in der IT-Entwicklung lange nachrangig behandelt. Der Fokus lag primär auf steigender Rechenleistung – mehr Kerne, höhere Leistungsdichten, spezialisierte Beschleuniger…

    High Performance, Low Carbon: zukunftssichere Kühlung für Rechenzentren mit ebm-papst

    Künstliche Intelligenz und High Performance Computing (HPC) erhöhen die Leistungsdichte in Rechenzentren rasant. Damit wächst der Bedarf an effizienten, skalierbaren Kühlkonzepten. Für diese Anforderungen bietet ebm-papst leistungsstarke Ventilatoren für Rear Door Heat Exchanger (RDHx) und InRow Kühlung auf Basis von Liquid-to-Air Konzepten.

    Hohe Anforderungen an Rechenzentren mit Flüssigkeitskühlung

    Flüssigkeitsgekühlte Rechenzentren bieten eine besonders effiziente und nachhaltige Lösung für den Betrieb leistungsstarker KI- und HPC-Systeme und erfüllen dabei strenge Energieeffizienz- und Umweltanforderungen, wie Clark Li, Country Manager von KAYTUS für die DACH-Region bereits im ersten Teil des Interviews erklärt hat. Die Umsetzung solcher Systeme stellt jedoch hohe technische und organisatorische Anforderungen, etwa bei Stromversorgung,…

    Direct Liquid Cooling: Der Paradigmenwechsel in der Datacenter-Kühlung

    Wie Flüssigkeitskühlung Rechenzentren effizienter, nachhaltiger und zukunftsfähig macht – eine technische und strategische Analyse.   Rechenzentren verschlingen weltweit 1,3 % des globalen Stromverbrauchs [1], ein großer Teil davon für die Kühlung. Moderne KI-Anwendungen verstärken dieses Problem dramatisch: Sie erzeugen bis zu fünfmal mehr Abwärme als herkömmliche Server und bringen traditionelle Luftkühlsysteme an ihre Grenzen. Direct…

    »manage it« TechTalk: Wenn Warmwasserkühlung in Standard-Servern Einzug hält

    Vor ziemlich genau 13 Jahren wurde im Landesrechenzentrum Garching der Supercomputer namens SuperMUC eingeweiht. Das Besondere daran war die Heißwasserkühlung dieses Rechensystems. 5 Jahre später wurde die zweite Stufe namens SuperMUC-NG in Betrieb genommen, wieder wassergekühlt, dieses Mal mit Highend-Servern der Marke Lenovo. Heute sorgt eine Wasserkühltechnik namens »Neptune« dafür, dass auch kleinere Maschinen von dieser Art der Wärmeabfuhr profitieren. Wie das funktioniert, warum das immer wichtiger wird und wie das genau aussieht, hat uns Paul Hoecherl von Lenovo in knapp 2 Minuten auf der Hannover Messe 2025 erzählt und gezeigt.

    Direct-to-Chip-Flüssigkeitskühlung – KI und der steigende Energiebedarf der Rechenzentren

    KI-Workloads treiben den Energieverbrauch von Rechenzentren deutlich in die Höhe. Neue Algorithmen, energieeffizientere GPUs und innovative Kühlungsansätze können den Stromhunger durchaus reduzieren. Der beste Ansatz ist jedoch die Direct-to-Chip-Flüssigkeitskühlung, um den PUE-Wert zu senken und die Energieeffizienz zu verbessern.

    Innovative Lösungen für Stromversorgung und Kühlung – Neue Herausforderungen und Chancen für Rechenzentren

    Künstliche Intelligenz (KI) und High-Performance-Computing (HPC) – diese beiden Technologien verändern nicht nur die Art und Weise, wie die Zukunft gestaltet wird, Produkte entwickelt werden und neue Geschäftsmodelle entstehen. Ihr Einsatz führt auch zu einem noch nie dagewesenen Bedarf an Energie und Kühlung in Rechenzentren. Laut einer aktuellen Studie der German Datacenter Association hat sich seit 2010 die Rechenleistung, die Unternehmen benötigen, aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung verzehnfacht [1]. Weltweit wird sich der Strombedarf von Rechenzentren bis 2026 voraussichtlich verdoppeln [2]. Um gleichzeitig die anvisierten und vom Gesetzgeber geforderten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, braucht es im Bereich Stromversorgung und Kühlung innovative Lösungen.

    Nachhaltigkeit und Performance bei Rechenzentren – Flüssigkeitskühlung gewinnt zunehmend an Bedeutung

    Server für KI stoßen schnell an die Grenzen der Luftkühlung. Es ist daher eine Reihe von Flüssigkeitskühlungen erforderlich, von Wärmetauschern an der Rückseite der Tür über die direkte Kühlung des Chips bis hin zum vollständigen Eintauchen des Systems, um den PUE-Wert in einem Rechenzentrum auf nahezu 1,0 zu senken. Michael McNerney, Senior Vice President Marketing and Network Security gibt noch weitere Einblicke in die innovativen Entwicklungen bei Supermicro.

    Flüssigkeitskühlung reduziert den Stromverbrauch im Rechenzentrum – Stay cool

    Schätzungen zufolge werden Rechenzentren ab 2021 zwischen 1 und 3 Prozent der weltweiten Stromerzeugung verbrauchen. Ein erheblicher Teil dieses Stroms stammt, je nach geografischer Lage, aus fossilen Brennstoffanlagen. Um den CO₂-Fußabdruck von Rechenzentren zu reduzieren und die Betriebskosten zu senken, sollten neue Technologien implementiert werden, die die Kühlkosten des Rechenzentrums senken und die Power Usage Effectiveness (PUE) erhöhen.

    Effiziente Kühlsysteme für stabile und performante Prozesse – Serverkühlung: Das Rückgrat der Digitalisierung

    Ob im Home Office oder beim Streaming: Die weltweite Covid-19-Pandemie und damit verbundene Kontaktbeschränkungen führen zu einer starken Auslastung des Datennetzwerks. Damit Rechenzentren überhaupt funktionieren, müssen sie rund um die Uhr gekühlt werden. Als Experte auf dem Gebiet erläutert Ingo Gdanitz, Business Development Manager bei der technotrans SE, die Herausforderungen und Potenziale effizienter Serverkühlung.

    Abkühlung der Konjunktur, aber keine Rezession

    Das ifo Institut erwartet eine Abkühlung der Konjunktur für 2019, aber keine Rezession. Der ifo Winterprognose 2018 zufolge wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,5 Prozent in diesem Jahr auf 1,1 Prozent im kommenden Jahr zurückgehen. Für 2020 erwartet das ifo Institut dann ein Anziehen auf 1,6 Prozent, weil es deutlich mehr Arbeitstage gibt. Im…

    Data-Center-Trends 2017: Standort, Energie und Kühlung werden immer wichtiger

      Was erwartet die Rechenzentrumsbranche in den kommenden Jahren? Auf welche Trends und Technologien sollten Betreiber besonders achten? Verne Global gibt einen Ausblick auf 2017. Explodierende Daten durch Industrie 4.0 Industrie 4.0 und digitale Transformation sind nach wie vor die Themen der Stunde. 50 Milliarden Geräte werden laut Gartner in den nächsten fünf Jahren an…

     

  • Wie viele Arbeitstage ein iPhone 17 Pro kostet

    Wie viele Arbeitstage ein iPhone 17 Pro kostet

    Die Grafik wurde mit KI erstellt. Sie kann Fehler enthalten.

    »Wie viele Arbeitstage ein iPhone 17 Pro kostet – globale Kaufkraftanalyse mit starken Unterschieden zwischen Europa und Emerging Markets.«

     

    Die Analyse zeigt, wie viele Arbeitstage Arbeitnehmer weltweit benötigen, um ein iPhone 17 Pro zu kaufen [1]. Europa führt mit hoher Kaufkraft, während Emerging Markets teils Monate Arbeitszeit benötigen.

    Arbeitstage für ein iPhone 17 Pro – globale Kaufkraft im Vergleich

    Kernergebnisse der Analyse

    • Luxemburg & Schweiz: 3 Arbeitstage
    • USA, Belgien, Dänemark, Niederlande, Norwegen: 4 Tage
    • Deutschland, Österreich, Finnland, Irland, Kanada: 5 Tage
    • Frankreich & Schweden: 6 Tage
    • UK & Neuseeland: 7 Tage
    • Türkei: 89 Tage, Vietnam: 99 Tage, Philippinen: 101 Tage
    • Indien: 160 Tage – globaler Tiefstwert

    Europa dominiert die erschwinglichsten Märkte

    Hohe Kaufkraft in Westeuropa

    Luxemburg und die Schweiz führen mit nur drei Arbeitstagen. Belgien, Dänemark, Niederlande und Norwegen folgen mit vier Tagen. Deutschland liegt mit fünf Tagen im oberen Mittelfeld.

    Deutliche Spreizung innerhalb Europas

    • Portugal: 24 Tage
    • Polen: 17 Tage
    • Ungarn: 27 Tage Diese Unterschiede spiegeln die variierenden Lohnniveaus und Steuerstrukturen wider.

    Emerging Markets mit stark eingeschränkter Erschwinglichkeit

    Lateinamerika & Asien

    Chile benötigt 32 Tage, Malaysia 45, Thailand 61. Brasilien liegt bei 77 Tagen.

    Extremwerte in Süd- und Südostasien

    Türkei: 89 Tage, Vietnam: 99 Tage, Philippinen: 101 Tage. Indien bildet das Schlusslicht mit 160 Arbeitstagen – mehr als fünf Monate Arbeitszeit.

    Warum die Unterschiede so groß sind

    • Lokale iPhone‑Preise
    • Durchschnittslöhne
    • Arbeitszeitmodelle
    • Steuern, Importzölle, Währungsbewegungen

    Fazit

    Die Kaufkraft für Premium‑Smartphones unterscheidet sich weltweit drastisch. Während das iPhone 17 Pro in reichen Volkswirtschaften weniger als eine Arbeitswoche kostet, entspricht es in Schwellenländern mehreren Monaten Arbeitszeit. Für B2B‑Analysen liefert die Kennzahl »Workdays Needed« einen klaren Indikator für Wohlstand, Lohnniveau und Marktpotenzial.

     

    Quellen:
    Tenscope – Datenbasis für Preise, Löhne und Arbeitszeitmodelle.
    International Labour Organization (ILOSTAT) – Durchschnittslöhne & Arbeitszeitstatistiken.
    Apple Retail Pricing – Lokale iPhone‑Preise pro Land.
    Deutsche Bank Research – Globaler iPhone‑Preisvergleich (41 Länder).
    Nationale Statistikämter – Ergänzende Lohn‑ und Arbeitszeitdaten.
    Artikelreferenz: 
    Visual Capitalist: Workdays Needed to Buy an iPhone 17 Pro, by Country, 2. September 2026. Workdays Needed to Buy an iPhone 17 Pro, by Country

     

    Methodik & Berechnung 

    Audit‑Level‑Methodik Die Kennzahl „Workdays Needed“ basiert auf Tenscope‑Daten und ILO‑Lohnstatistiken. Berechnet wird, wie viele 8‑Stunden‑Arbeitstage nötig sind, um den lokalen Preis des iPhone 17 Pro (256 GB) zu verdienen. Formel: Monatslohn → Stundenlohn → Stunden bis zum iPhone → Arbeitstage.

    Beispielwerte (DE / CH / IN) Deutschland: ca. 5 Tage – hoher Netto‑Stundenlohn und moderater Gerätepreis. Schweiz: ca. 3 Tage – sehr hohe Löhne kompensieren höhere iPhone‑Preise. Indien: ca. 160 Tage – niedrige Durchschnittslöhne und hoher lokaler Gerätepreis führen zu extremen Werten.